wichtigste Strukturformeln

wichtigste Strukturformeln

wichtigste Strukturformeln


N. K.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Strukturformeln und Wirkmechanismen von Medikamenten, die im universitären Chemieunterricht behandelt werden. Sie konzentrieren sich auf die Wirkungen, Halbwertszeiten und Indikationen von Parasympatholytika, Spasmolytika, Antidementiva und Sympathomimetika, wobei auch Derivate und Rezeptorbindungen detailliert erklärt werden. Medizinstudenten und Pharmazeuten profitieren von dieser Sammlung, da sie die Struktur-Wirkungs-Beziehungen und Anwendungsgebiete der verschiedenen Wirkstoffe verständlich darstellt.
Karten
500
Lernende
3
Sprache
Deutsch
Kategorie
Chemie
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
13.07.2016 / 01.10.2017

Lernkarten

Minocyclin

Tetracyclin-Antibiotikum

KI: Kinder, Schwangere

nicht mit Milch o. Antazida einnehmen!

Tigecyclin

Tetracyclin-Antibiotikum

• an Pos. 9: t-Butyl-glycylamid-Rest
• höhere Affinität zur 16S-rRNA als andere Tetracycline
• sehr breites Wirkspektrum (grampositiv und gramnegativ)
• weniger Resistenzen (Effluxpumpen, ribosomale Schutzproteine)
• Applikation: nur parenteral!

Telithromycin

Ketolid-Antibiotikum

• Ketofunktion an C4: Reduktion der MLS-Resistenz
• Methoxy an C7: Säurestabilität
• Carbamat-Substitution an C12/C13: Höhere Affinität
aufgrund gesteigerter Interaktion mit A752
• HWZ: 10 h

CYP Inhibitor!!!

Lindamycin Struktur

Lincosamid-Antibiotikum

Thioacetalstruktur, Hemmung der Peptidyltransferase durch Bindung an 23S rRNA an 50S UE von bakteriellen Ribosomen

Clindamycin heißt so, weil die einzige Änderung zu Lindamycin eine Chlorsubstitution an C7 ist

Erythromycin

Makrolid-Antibiotikum

• vorwiegend gegen grampositive Keime
• schlecht wasserlöslich, kurze HWZ (1,5–2 h, N-Demethylierung am Desosamin), CYP-Inhibitor
• im wässrig sauren instabil im Magen instabil): Ketal- und Spiroketalbildung (verursacht durch nukleophilen Angriff von OH an C7 auf die Ketogruppe an C10)
• peroral, parenteral, topisch
• entzündungshemmend
• häufig zur Therapie der Akne
• Prodrugs (u.a. wegen des schlechten Geschmacks): Veresterung der 2´-OH-Gruppe des Desosamins:
a) Peroral: Stearat, Ethylsuccinat, Propionat, „Estolat“ = E.-propionat als Salz mit Laurylsulfonsäure
b) Parenteral: Glucoheptonat, Lactobionat

Chloramphenicol

Antibiotikum

- schwerwiegende Blutbildveränderungen (Anämien, Erythropoesehemmung)
- Bindet an 23S-rRNA der 50S-Untereinheit bakterieller Ribosomen und hemmt die Peptidyltransferaseaktivität. Teilweise auch die der Säuger, weil nicht allzu spezifisch: TOXIZITÄT
- Naturstoff: Abgeleitet von Phenylalanin, zwei benachbarte Chiralistätszentren: nur D-threo-Form ist wirksam!
- Resistenz: Chloramphenicol-Acetyltransferase verestert die Hydroxylgruppen

Linezolid

Oxazolidinon-Antibiotikum

hemmt bakterielle Proteinbiosynthese durch Binden an 23S-rRNA der 50S UE und verhindern die Anlagerung der 30S-rRNA und der Methionyl-tRNA => kein 70S Initiationskomplex

Streptomycin

Aminoglykosid-Antibiotikum

Tobramycin

Aminoglykosid-Antibiotikum

bei schweren Infektionen (Sepsis), Harnwegsinfekten, Weichteilinfektionen

Isoniazid, Abkürzung für...

Antibiotikum: Hemmstoff der mykobakteriellen Zellwandfunktion

Abkürzung für Isonicotinsäurehydrazid

Hydrazin-Gruppe

• schnelle Resorption nach p.o. Einnahme, HWZ: 1 - 4,4 h (Pharmakogenetik!)

Protionamid

Antibiotikum: Hemmstoff der mykobakteriellen Zellwandfunktion

• vollständige Resorption nach p.o. Applikation

Ethambutol

Antibiotikum: Hemmstoff der mykobakteriellen Zellwandfunktion

• nur rechtsdrehendes S,S-konfiguriertes Enantiomer ist wirksam.
• bakteriostatisch
• hemmt Arabinosyl-Transferasen (Zellwandaufbau) indem es die Akkumulation von Decaprenyl-P-
Arabinose induziert

Pyrazinamid

Antibiotikum: Hemmstoff der mykobakteriellen Zellwandfunktion

• Prodrug: wird enzymatisch zu Pyrazinsäure hydrolysiert, die (Mycol-)Fettsäuresynthase I (FASI) hemmt.
• Besonders in sauren Arealen (z.B. in Phagolysosomen) gut wirksam: undiss. Säure ist Wirkform!?

Rifampicin

Antibiotikum: Hemmstoffe der DNA-abhängigen RNA-Polymerase insbesondere bei Mykobakterien

Ansa-Verbindung: planares Ringsystem + Henkel

• partialsynthetisch
• wirkt geg. versch. Mykobakterien und grampositive Bakterien
• in Kombination mit Isoniazid, Pyrazinamid, oder Ethambutol zur Verringerung von Resistenzen
• lipophil, gut resorbierbar, überwindet B/H-Schranke und Plazenta
• Metabolismus: Deacetylierung and C21-OH;
• starker CYP Induktor, speziell CYP3A4! Verkürzung der HWZ von 2-5 h auf 1-2 h nach

Dapson

Antibiotikum: Folsäuresynthesehemmer

• Lepra-Therapie und entzündlicher Hauterkrankungen
• ähnlich wie bei Sulfonamiden Hemmung der bakt. Folsäuresynthese,insbesondere bei Mycobakterien
Mechanismus jedoch unklar

Adenin

Nukleinbase

Cytosin

Nukleinbase

Guanin

Nukleinbase

Thymin

Nukleinbase

Aciclovir

Virustatikum, Prodrug

: - Guanosin-Derivat, bevorzugtes Substrat der VIRALEN Thymidinkinase
=> 40-100-fach höhere Konz. in infizierter Zelle! wird aktiviert, indem die Thymidinkinase Aciclovir einfach phosphoryliert und eine zelluläre Kinase dann zwei weitere Phosphatgruppen hinzufügt =>cageing Effekt: Triphosphat zu polar, um die Membran passieren zu können => in der Zelle "gefangen"
- höhere Affinität zur viralen als zur zellulären DNA-Polymerase
=> 300-3000-fache Selektivität.

- intrazelluläre HWZ: 1-2 h, Plasma-HWZ: 2-3 h, renale Elimination.
- bei HSV und VZV; für CMV sind Plasmaspiegel zu niedrig h(IC50-Werte: HSV = 0,1-0,4 µM; VZV = 2,6 µM, CMV = 47,1 µM)
- schlechte Resorption nach oraler Einnahme und geringe Bioverfügbarkeit von 10-20%.

Valaciclovir

Virustatikum 

- „Doppeltes“ Prodrug: Ester des Aciclovirs mit L-Valin
- L-Valinyl-Struktur wird von einem Aminosäuretransporter erkannt und besser resorbiert, in der Leber dann hydrolysiert.
- Bioverfügbarkeit (BV): 54%
- HWZ: 2-3 h

Brivudin

Virustatikum: Thymidin-Analogon

Pyrimidin-Base: Thymidin-Derivat
- besonders wirksam bei VZV(Varizella Virus, IC50 bis 1000-fach niedriger als bei Aciclovir)
- falsches Substrat (Hemmung der viralen DNA-Polymerase UND alternatives Substrat (Einbau in Kette: Stabilität beeinträchtigt)
- trans-Konfiguration der Doppelbindung essentiell
- gute Resorption aber hoher First-Pass-Effekt: Bioverfügbarkeit 30%
- Metabolismus zum inaktiven Bromvinyluracil

Docosanol

Virustatikum

- topisch, bei Herpes labialis
- verhindert die Fusion der Virushülle mit der Zellmembran:
Aufnahme des Docosanol in die Hautzellen => Einbau als Etherlipid oder Umwandlung zu Docosansäure und dann Einbau in Phospholipide der Zellmembran => gebildete Lipide verändern Membraneigenschaften und Fusion mit Viren

Entecavir

Virustatikum, Guanosin-Analogon

- Indikation: Hepatitis B
- Prodrug! Aktiv: Entecavir-Triphosphat. Gute Resorption, Bioverfügbarkeit 70%.
- nur zelluläre Kinasen, nicht virale Kinasen zur Aktivierung notwendig.
- exzellenter Selektivitätsindex: 8000! IC50 Virusvermehrung = 3,8 nM; IC50 Zytotox. > 30 µM.
- Lange Plasma HWZ: 128 h; intrazelluläre HWZ: 15 h

Adefovir-Dipivoxil

Virustatikum: Adenosin-Analogon

durch Esterasen erst Spaltung der Ester an Phosphonat-Gruppen => freies Adefovir => zelluläre Kinasen phosphorylieren es, aktiv

- Indikation: Hepatitis B
- „Doppeltes“ Prodrug! Adefovir: schlechte Bioverfügbarkeit (Di-Anion)
- Aufnahme in Zelle und 10% Phosphorylierung durch zelluläre Kinasen
- Adefovir-Diphosphat hemmt DNA-Polymerase (auch Reverse Transkriptase von HIV)
- Plasma HWZ Adefovir: 5 h; intrazelluläre HWZ Adefovir-Diphosphat: 33 h

Cidofovir

Virustatikum: Cytidin-Analogon

- Indikation: CMV-Retinitis bei AIDS Patienten (nicht gegen HIV!)
- Prodrug! nur zelluläre Kinasen, nicht virale Kinasen zur Aktivierung notwendig
→ Aktive Form: Diphosphat!
- parenteral
- kurze Plasma HWZ: 2 h; lange intrazelluläre HWZ: bis 65 h

Telbivudin

Virustatikum: Thymidin-Analogon

Desoxyribose hat andere Konfiguration als bei den anderen Thymidin-Analoga

- Indikation: Hepatitis B
- Prodrug! nur zelluläre Kinasen, nicht virale Kinasen zur Aktivierung notwendig.
→ Aktive Form: Triphosphat!
- exzellenter Selektivitätsindex: IC50 Virusvermehrung = 190 nM; IC50 Zytotox. >100 µM.
- Desoxyribose ist L-konfiguriert: Selektivität für virale DNA-Polymerasen
- Plasma HWZ: 30-40 h; intrazelluläre HWZ: 14 h

Foscarnet

Virustatikum

- bei Herpesinfektionen (HSV, CMV, VZV). Auch bei lebensbedrohlichen und augenlichtbedrohlichen CMV-Infektionen bei AIDS Patienten.
- Phosphonsäurederivat
- interagiert mit Pyrophosphat-Bindungsstelle der viralen DNA-Polymerase und der Reversen Transkriptase und verhindert Abspaltung des Pyrophosphat von den endständigen Triphosphaten.
- Selektivitätsindex: 10
- parenterale oder lokale Applikation
- lange biologische HWZ: bis zu 8 Tagen
(Speicherung im Knochen)

Didandosin

Virustatikum, NRTI (nukleosidischer Reverse-Transkriptase-Inhibitor), Purin-Analogon

Triphosphate erfolgt durch zelluläre Enzyme.
- Geringe Selektivität für RT: manche hemmen mitochondriale DNA-Polymerase-γ (mitochondriale Dysfunktion)
-  wegen fehlender 3´-OH führen sie zum DNA-Kettenabbruch.

- zelluläre Kinasen phosphorylieren zum Triphosphat
mit langer intrazellulären Halbwertszeit.
- orale BV: 25 – 40%
- CAVE: säureempfindlich! magensaftressitente Arzneiform oder Puffer.

Abacavir

Virustatikum, NRTI (nukleosidischer Reverse-Transkriptase-Inhibitor), Purin-Analogon

- Desaminierung und Phosphorylierung zur
Wirkform Carbovir-Triphosphat (Guanosin-Derivat)
- gute BV, geringe Resistenzentwicklung

Zidovudin

Virustatikum, NRTI (nukleosidischer Reverse-Transkriptase-Inhibitor), Thymidin-Analogon

- 100-fach wirksamer gegenüber RT als gegenüber zellulärer DNA-Polymerasen
- schrittweise Akkumulation von Punktmutationen der RT führt zu Resistenzen
→ z.B. Steigerung der Pyrophosphorolyse-Aktivität der RT und damit Abspaltung des Wirkstoffs am Ende des DNA-Stranges

Lamivudin

Virustatikum, NRTI (nukleosidischer Reverse-Transkriptase-Inhibitor), Cytosin-Analogon

- Wirkungsweise wie andere NRTIs
- spezifische Resistenz gegenüber Zalcitabin
- Lamivudin in HIV-Kombi. mit Zidovudin und zur chron. Hep. B.
- Lamivudin und Emtricitabin: L-konfigurierter Zuckeranteil (1000-100.000-fach geringere Wirkung gegen mitochondriale DNA-Polymerase)

Efavirenz

Virustatikum, NNRTI (nicht-nukleosidischer Reverse-Transkriptase-Inhibitor)

- Benzoxazinon-Struktur
- CYP-Induktor und CYP-Substrat

Raltegavir

Virustatikum, NNRTI (nicht-nukleosidischer Reverse-Transkriptase-Inhibitor)

- interagiert via der Diketosäure-Struktur mit bivalenten Metallionen im aktiven Zentrum der HIV-1-Integrase
-IC95 = 33 nM
- kaum Wechselwirkungen mit CYPs

Ritonavir

Virustatikum, NNRTI (nicht-nukleosidischer Reverse-Transkriptase-Inhibitor)

- potenter CYP3A4 Inhibitor

Maraviroc

Virustatikum, NNRTI (nicht-nukleosidischer Reverse-Transkriptase-Inhibitor)

- hochaffiner, nichtkompetitiver CCR5-Antagonist an der transmembranären Domäne
- hemmt die Bindung von HIV-gp120 an CCR5 (IC50 = 43 nM) und blockiert damit die Aufnahme von R5-trope Viren in Wirtszelle.
- orale Applikation
- CYP3A4 Substrat

Tromantadin

Virustatikum, NNRTI (nicht-nukleosidischer Reverse-Transkriptase-Inhibitor)

hydrophob; nur topisch bei Herpes simplex Infektionen

Oseltamivir

Virustatikum: Neuraminidase-Inhibitor => verhindern Ablösen der Viren von Wirtszelle

Oseltamivir (Tamiflu®):
Prodrug! Gute perorale BV; Esterasen hydrolysieren zur freien Säure.
Resistenzbildung!

Zanamivir

Virustatikum: Neuraminidase-Inhibitor => verhindern Ablösen der Viren von Wirtszelle

- geringe orale BV (polare zwitterionische Struktur) => inhalative Applikation: 10-20% systemische Aufnahme.

Cocain

obsoletes Lokalanästhetikum, z.T. noch in der Augenheilkunde

Rauschmittel

Lernen