EBWL 1
Einführung in die Betriebswirtschaftslehre
Einführung in die Betriebswirtschaftslehre
-
- 1 / 125
-
Lernkarten
güterwirtschaftlicher Leistungsprozess
- Faktorbeschaffung
- Faktorkombination
- Faktorverwertung
- (Personal-)Führung
- Organisation
- Planung
- Entscheidung
- Koordination
- Kontrolle aller realen Güterprozesse
Beschaffung
- Versorgung mit sämtlichen Produktionsfaktoren
- Bereitstellung von Betriebsmitteln, Werkstoffen und Personal
Produktionsfaktoren
- Objekte zur Herstellung von Sachgütern und Dienstleistungen
- Verwertung
- Aufrechterhaltung und Ausbau der Leistungsbereitschaft
Elementarfaktoren
- objektbezogene Arbeit
- Betriebsmittel
- Werkstoffe
dispositive Faktoren
- Geschäfts- und Betriebsleitung
- Organisation
- Planung
Materialwirtschaft
- Materialbeschaffung
- -verwaltung
- -verteilung
objektbezogene Arbeit
- unmittelbare Leistungserstellung
- Leistungsverwaltung
- finanzielle Aufgaben des Betriebes
- körperliche Arbeit
- geistige Arbeit (nicht dispositiv-anordnender Natur)
Betriebsmittel
Gesamtheit aller Einrichtungen und Anlagen, die zur erstellung und Verwertung betrieblicher Leistungen erforderlich sind.
Aber nicht selbst Bestandteil sind!
Werkstoffe
- Ausgangsstoffe für die Herstellung betrieblicher Leistungen
oder
- zum Betrieb der Betriebsmittel erforderlich
dispositiver Faktor
Lenkung und Leitung des betrieblichen Geschehens.
originärer Faktor
Geschäfts- und Betriebsleitung
derivative (abgeleitete) Faktoren
Planung und Organisation
Potential- bzw. Gebrauchsfaktoren
- mehrmaliger Einsatz
- nicht beliebig teilbar
z.B. Betriebsmittel
Repetier- bzw. Verbrauchsfaktor
- vollständiger Verbrauch
- meist einmaliger Einsatz
- Haupt- (Rohstoffe, wie Glas und Holz)
- oder Nebenbestandteil (Hilfsstoffe, wie Schrauben, Farben) des Produktes
originäre Aufgabe (Sicherungsaufgabe)
Werkstoffe in erforderlicher
- Art
- Menge
- Qualität
- am richtigen Ort
- zur richtigen Zeit
bereitzustellen
derivative ökonomische Aufgabe
Beachtung des Wirtschaftlichkeitsprinzips bei der Beschaffungsplanung
Erscheinungsformen der Logistik
- Beschaffungslogistik
- Produktionslogistik
- Distributions-(Absatz-)logistik
Probleme der Beschaffungsaufgabenerfüllung
- Sortiments- und Qualitätsproblem
- Mengenproblem
- Zeitproblem
- Raumüberbrückungsproblem
- Kapital- und Kostenproblem
Beschaffungsprinzipien
- Vorratsbeschaffung
- Einzelbeschaffung im Bedarfsfall
- fertigungssynchrome Beschaffung
Vorratsbeschaffung
- Entkopplung von Beschaffung und Produktion
- auf Lager und auf Abruf
- Mengenprobleme entfallen meist (Störungen)
- Massenrabatt
- hohe Materialverfügbarkeit (Vorteil)
- Kapitalbindung durch hohen Materialbestand (Nachteil)
(meist bei Fertigungs- und Betriebsstoffen, laufender Verbrauch)
Einzelbeschaffung im Bedarfsfall
- Auftrag nach konkreten Materialbedarf
- Lagerkosten vermeidbar
- bestellfixe Kosten (Nachteil) bzw hohe Beschaffungskosten
- Störung bzw Erliegen des Produktionsprozesses bei falscher, minderwertiger oder nicht rechtzeitiger Lieferung
(Anwendung bei sofortbeschaffbarer Güter)
fertigungssynchroner Beschaffung
- bedarfszeitpunkt- und bedarfsmengengenaue Versorgung
- weitgehend lagerlos
- langfristige Lieferverträge (meist hohe Konventionalstrafen bei Nichtlieferung)
(Es wird versucht die Teilprobleme weitgehend auf den Zulieferer abzuwälzen, z.B. Just in Time)
Probleme der Beschaffungsplanung
- Bedarfsplanung
- Bestellmengenplanung
- Bestellzeitpunktplanung
Materialbedarfsarten
- Ermittlung unter Berücksichtigung der Lagerbestände
- Bruttobedarf
- Nettobedarf
- Ermittlung nach Ursprung und Erzeugnisebene
- Primärbedarf
- Sekundärbedarf
- Tertiärbedarf
Bruttobedarf
Stellt den periodenbezogenen Primär-, Sekundär- oder tertiärbedarf eines Bauteils oder einer Baugruppe dar.
Nettobedarf
Der Nettobedarf hat die Aufgabe, zu prüfen, ob der Bruttobedarf bereits durch Lagerbestände abgedeckt ist. Das geschieht, indem man die existierenden Lagerbestände abgleicht und somit auf die während der Planung fehlende Menge schließt.
Primärbedarf
Ist die vorgegebene Anzahl durch Absatzüberlegungen (Kundenaufträge) für Fertigungserzeugnisse und zum Verkauf bestimmte Ersatzteile.
Sekundärbedarf
Bedarf an Rohstoffen, Bauteilen und Baugruppen, der zur Erzeugung des Primärbedarfs notwendig ist.
Tertiärbedarf
Bedarf von Hilfsstoffen (z.B. Leim), Betriebsstoffen (z.B. Kraftstoffe) und Verschleißwerkzeuge (z.B. Drehstühle)
Programmgebundene Bedarfsplanung
Leiten den Bedarf in der Planungsperiode aus den vorgegebenen Produktionsprogramm ab, i.d.R. unter Verwendung von Stücklisten.
- Primärbedarf muss bekannt sein
- gegebene Erzeugnisstrukturen
- abgeschlossene Produktionsaufteilungsplanung
- eindeutiger Produktionskoeffizient (welche Maschinen und Leistungsschaltungen)
- Zeitspanne zw. Bedarfsermittlung und geplantem Produktionsbeginn
Mengenübersichtsstückliste
Gibt Aufschluß über die Gesamtmenge aller in ein Erzeugnis einfließender Komponenten (ohne Info über Produktionsstruktur und Bedarfsort).
Strukturstückliste
Es zeigt die Zusammensetzung eines Erzeugnisses über alle Produktionsstufen unter Berücksichtigung sämtlicher Baugruppen und Einzelteile.
Baukastenstückliste
Eine einstufige Stückliste, in der alle direkt in eine Baugruppe bzw. ein Erzeugnis eingehende Komponenten aufgeführt sind, wobei sich die Mengenangaben auf die Stufe beziehen, auf der die betrachtete Baugruppe gefertigt ist.
Graphentheoretische Verfahren bzw. Gozinto-Graph
Es werden die Beziehungen zwischen den einzelnen Komponenten des Produktionsprozesses leichter dargestellt.
- Knoten (Rohstoffe bzw Einzelteile E1-E4) nicht selbstgefertigt
- Knoten Endprodukt P, in den Pfeile einmünden
- Pfeile (Baugruppen B1-B2)
- Zahlen an den Pfeilen (Produktkoeffizienten)
- Zahl in ( ) (Gesamtbedarf an Einzelteilen und Baugruppen)
verbrauchsgebundene Verfahren
zur Vorhersage des Materialbedarf, wenn:
- Zusammenhang zw. Primär- nd Sekundärbedarf undbekannt, sodass Produktionskoeffizienten nicht eindeutig
- Materialverbrauch relativ gleichmäßig
- Materialverbrauch unabhängig vom Produktionsprogramm
- Lieferfrist einer Materialart > Zeitspanne zw. Abschluß der Produktionsprogrammplanung und geplanten Produktionsbeginn
eher bei Güter des Tertiärbedarfs
(man schließt von vergangenen Perioden auf künftigen Verbrauch)
Prognoseverfahren bei konstantem Verbrauchsverlauf
- weder trend, noch Saisonmuster
- Verbrauchswerte schwanken langfristig um eine annähernd konstante Verbrauchshöhe
- keine Regelmäßigkeit
- gleichen sich langfristig aus
- Bedarf auf Wert von Mittelwerten
arithmetischer, gleitender, gewogene gleitende Mittelwert und exponentielle Glättung erster Ordnung.