Differentialdiagnostik - Notfallmedizin
Differentialdiagnostik - Notfallmedizin
Differentialdiagnostik - Notfallmedizin
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Lernkarten
Maßnahmen bei Myokardinfarkt
- Notarzt rufen
- Lagerung Ok hoch, evtl. Herzentlastung Beine runter
- Immobilisieren, Warmhalten
- Pulsoxy, RR, AF messen
- Minderung von Stresshormonen, Betreuung
- Gabe von Nitrospray als DD Angina pectoris
-> 2 Hube erweitert die Gefase
-> Angina pectoris Pat. geht es sofort besser
-> hilft es nicht braucht Pat. evtl. Herzkatheter (Gefase, Thrombus…)
Schockformen
- hypovolamisch = Volumenmangel = vermehrter Blutverlust, Wasserverlust
- kardiogen = Pumpversagen z.B. Herzinfarkt
- neurogen = Ruckenmark- oder Schadelhirntrauma
- septisch = generalisierte Infektion
- anaphylaktisch = Allergie
Warum ist ein Schock so gefährlich?
Teil 1:
- Zentralisation -> Reduktion des O2- Angebotes v.a. i.d. Peripherie
- anaerobe Glykolyse in unterversorgten Zellen -> hohe Laktatbildung -> hohe Abgabe in Extrazellularraum
- Vasodilatation an den kontrahierten Arteriolen aber nicht an den Venolen! -> mehr Blut in der Peripherie -> erhohter Filtrationsdruck -> hohe Extravasation
- Aufbrechen der Zentralisation -> der bis hierher kompensierte Blutdruck sinkt nun deutlich → Eindicken des Blutes → Stillstand des Blutflusses in den Kapillaren
- Blockade der kapillaren Strombahn -> langsamer Blutfluss -> Geldrollenphanomen der Erythrozyten -> Aktivierung der Gerinnung
Warum ist ein Schock so gefährlich?
Teil 2:
- Disseminierte intravasale Gerinnung in fast der gesamten Blutbahn -> rascher Verbrauch der Gerinnungsfaktoren
- Verbrauchskoagulopathie -> durch Kapillarschadigung diffuse Blutungen in allen Organen + Gehirn
- Ausbildung einer „Schockniere“ -> Nierenversagen, „Schocklunge“ -> Lungenversagen d.h. Multiorganversagen
Zusammenfassend Definition Schock:
= Kreislauffunktionsstorung mit lebensbedrohlicher O2- Unterversorgung von Organen und hypoxisch- metabolischer Schadigung der Zellfunktion durch eine absolute oder relative Verminderung des zirkulierenden Blutes.
Symptome für eine Schocklagerung
- HF uber 100
- RR unter 100
- AF mehr als 20/ Min.
Zeichen Volumenmangel:
- blasse Haut
- kollabierte Venen
- Pat. mochte liegen
- Schwindel beim Aufrichten
- Exsikose (Hautfalte abheben als Test)
Lagerung:
- RL, Beine hochgelagert
Kontraindikationen für Schocklagerung
→ kardiales Geschehen =
- Zyanose an Lippen, Nase, Fingerspitzen
- gestaute Halsvenen
- Pat. mochte aufrecht sitzen
- Kurzatmigkeit
- Beklemmung im Brustkorb
- Sprechen fallt schwer
Lagerung:
- OK- Hochlagerung
→ Atemnot
→ Schlaganfall, SHT, Hirnblutung
Leitsymptom Ateminsuffizienz
- Dyspnoe (Luftnot)
Definition Orthopnoe
= Dyspnoe im Liegen, bessert sich im Sitzen d.h. lagerungsabhangig
- z.B. Herzpatienten, Einsatz Atemhilfsmuskulatur
Definition zentrale Zyanose, Messung
Definition:
= ein zentral ausgeloster Sympathikotonus d.h. Adrenalinzeichen treten auf
HF steigt
Blutdruck steigt
Schweisausbruch
Unruhe bis Panik
Mydriasis (weite Pupillen)
Messung:
- HF
- RR
- AF
Ursachen Dyspnoe
- pulmonal d.h. erhohte Atemarbeit
-> obstruktive Ventilationsstorung d.h. Atmen gg. erhohten Widerstand, z.B. Asthmaanfall, chron. Bronchitis, COPD
-> restriktive Ventilationsstorung d.h. Beluftung durch verminderte Dehnbarkeit/ Lungenelastizitat/ Thoraxelastizitat gestort z.B. Lungenfibrose, Lungenodem
- cardial z.B. Herzinsuffizienz, Myokardinfarkt
- zentral d.h. Atemantrieb im Atemzentrum des Hirnstamms gesteigert
-> O2- Mangel (z.B. Anamie)
-> CO2- Anstieg (z.B. behinderte AA)
-> psychogen (z.B. Hyperventilation)
- Allergie
Definition Lungenembolie
= Verschluss einer Lungenarterie durch Einschwammen eines abgelosten Thrombus, meistens aus Bein- oder Beckenvenen
3 Phasen:
- Verschluss A. pulmonalis -> Rechtsherzversagen
- Totraumeffekt -> Arterielle Hypoxamie mit Myokardischamie d.h. li. Vorhof wartet auf Blut
- Vorwartsversagen -> Kreislaufschock
Akute Symptomatik:
- Dyspnoe/ Tachypnoe und Tachykardie
- Thorax-/ Rucken-/ Bauchschmerz
- Angst, Panik, Beklemmungsgefuhl, Schweisausbruch, Zyanose
- Husten
- Synkope, Schock
Symptome Pneumothorax
Defintion:
= Luftansammlung im Pleuraraum, wodurch das interpleurale Vakuum aufgehoben wird -> Kollaps der betroffenen Lungenanteile
Symptome:
- Atemnot, Tachypnoe
- plotzlich, atemabhangige einseitige Schmerzen im Thorax auf der Seite wo die
Lunge kollabiert ist
- asymmetrische Atembewegungen
- Reizhusten
- evtl. Zyanose
Pat. mit zunehmender Atemnot in Praxis! Was macht man?
- Pat. beruhigen, keine Hektik aufkommen lassen
- Sind Vorerkrankungen bekannt? Welche Medikamente nimmt er? Dadurch kann man auf evtl. Erkrankungen schliesen.
- Fragen die man stellen sollte:
-> Schmerzen
-> Engegefuhl in der Brust
-> Symptome seit wann, plotzlich, ansteigend, erstmals, lageabhangig, Husten, Immobilisation, Reise?
- Inspektion Atmung seitengleich
- Messung O2- Sattigung d.h. < 96% = O2- Mangel + AF 20/ Min.
- bei Ateminsuffizienz -> NOTRUF!
- bis Notarzt kommt:
-> Beruhigen!
-> Lagerung Pat. je nach Wunsch
-> Kontrolle HF, RR, O2- Sattigung
-> Auskultation/ Perkussion
-> bei bekannten Asthmatikern = Notfallspray, Lippenbremse
-> bei Hyperventilation = Ruckatmung in Plastiktute/ Hyperventilationsmaske
Ursachen plötzliche Bewusstseinsstörung -> Koma
- Kreislaufkollaps, Kreislaufstillstand
- Anaphylaxie
- Blutzuckerentgleisung -> Hypoglykamie BZ < 50mg/dl
- Schlaganfall
- v.a. auf Hirnblutung nach z.B. Sturz
Symptome Hypoglykämie
1. Phase = Zeichen des Glucose- Mangels im Gehirn
- Konzentrationsstorungen
- Schwindel
- Heishunger (auf Suses)
- Sehstorungen
2. Phase = „Adrenalinzeichen“
- Unruhe, Nervositat, Zittern
- Aggressivitat
- Kaltschweisigkeit
- HF- + RR- Anstieg
3. Phase = Zeichen zerebrale Schädigung
- zunehmende Eintrubung bis zur Bewusstlosigkeit
Maßnahmen bei Hypoglykämie wenn Pat. ansprechbar ist
- orale Glucose- Gabe z.B. Traubenzucker
- evtl. BZ- Messung (muss Pat. aber selber machen)
- weitere Kohlenhydratgabe z.B. Brot, Banane
- nach Ruckbildung der Symptome Pat. 45 Min. uberwachen und evtl. weitere BZMessung
- Transport mit Rettungsdienst ins KH bei:
-> älteren Pat.
-> Einnahme oraler Antidiabetika wg. hoher Rezidivgefahr
-> Fortbestehen der Symptome
Formen apoplektischer Insult
- TIA (Transistorische ischämische Attacke)
= reversibel bis 24h, neurologische Ausfalle durch embolischen Verschluss kleinerer Arterien im Gehirn
- Schlaganfall (apoplektischer Insult)
= plotzliche, weitgehend irreversible Schadigung mit neurologische Ausfallen
= Schadigung von Gehirnzellen oder zerebralen Nervenbahnen
-> ischamischer Hirninfarkt = embolischer Gefasverschluss -> nachfolgende Nekrose des mangeldurchbluteten Nervengewebes
-> hamorrhagischer Hirninfarkt = intrazerebrale Einblutungen (degenerativ, rupturiert -> Gerhirnarterie)
Symptome Schlaganfall
(haufig A. cerebri media betroffen)
- kurzzeitige Sehstorung/ Erblindung auf einem Auge (Amaurosis fugax) = A. centralis retinae betroffen
- Gedachtnisstorungen, Sprachstorungen, Gleichgewichtsstorungen (Drehschwindel)
- meist halbseitig Krippelparasthesien und/ oder Lahmungserscheinungen an Arm und/oder Bein
- zusätzlich bei hämorrhagischen Insult:
-> heftigste Kopfschmerzen, plotzlich einsetzend
-> rasche Bewusstseinstrubung (Koma)
-> akute, zunachst schlaffe, spater spastische Lahmung der kontralateralen Korperseite
-> Hirnnervenlahmungen
-> evtl. Hirndruckzeichen d.h. Pupillendifferenz, Krampfanfalle
Wann muss man bei angegebenen Schmerzen hellhörig werden?
- heftige, bisher unbekannte Schmerzen bes. wenn sie neu und schlagartig auftreten
- zunehmende Schmerzintensitat
- ausstrahlende Schmerzen
- vegetative Begleitsymptome (Ubelkeit, Erbrechen)
- Beeintrachtigung Vitalparameter -> Schock (HF hoch, RR- Abfall
- AF > 20/ Min.
Definition akuter Glaukomanfall
- Visusstorungen (Sehstorung)
- Augenrotung
- farbige Ringe um Lichtquellen
- vegetative Symptome
- steinharter Bulbus
- lichtstarre Pupille (erhohter Augeninnendruck)
- Kopfschmerz
Symptome Hirndruck
- Hirnstamm wird gequetscht -> Atmung, Kreislauf akut bedroht
- man hat nicht viel Zeit
- Kopfschmerzen
- Lichtscheu,
- Ubelkeit, Erbrechen
- epileptische Anfalle
Definition Arteriitis temporalis, warum Notfall?
- tritt oft in hoherem Lebensalter auf
- allgemeines Krankheitsgefuhl
- Kopfschmerzen im Schlafenbereich
- druckschmerzhafte, verhartete A.temporalis -> auch deutlich sichtbar
- Schmerzen beim Kauen
- Sehstorung
- Ast der A.carotis externa + Augenversorgende Aste sind entzundet
- Problem mit Blutversorgung des Auges -> Gefase des Auges gehen kaputt -> Auge nimmt Schaden
- Augenarztlicher NOTFALL!!!
6- P- Symptomatik der arteriellen Embolie
- Pain = peitschenhiebartiger Schmerz
- Paleness = Blasse/ Marmorierung weis/ lila
- Pulselessness = Pulslosigkeit, Kalte
- Paresthesia = Empfindungsstorungen, Ameisenlaufen
- Paralysis = Lahmungen
- Prostration = Erschopfung
Definition:
- akuter arterieller Gefasverschluss
- Embolie -> stammt meist aus dem Herzen/ Aortenbogen (li Herz/Vorhof/Kammer)
- art.Thrombose -> 25% infolge pAVK
Klinik akuter Bauch
- Bauchschmerzen
- Abwehrspannung = brettharter Bauch
- Peristaltikveranderung -> Stuhlverhalt/ Durchfall
- schlechter Allgemeinzustand, Schocksymptome
- Ubelkeit, Erbrechen, Fieber
Schmerzen:
- oft Schmerzausstrahlung
- Schmerztyp z.B. kolikartig
- Schmerzauslosung im Bezug zum Essen
-> nuchtern = Ulcus duodeni
-> beim Essen z.B. Ulcus ventriculi
-> nach dem Essen z.B. Mesenterialinfarkt
-> fettreich = Galle
-> Alkohol = Pankreas