Diabetes & Adipositas: VL 8-12
Vorlesungen Diabetes & Adipositas. HS2013. Exercise and Health Sciences. Universität Basel. Dozent: Dr. med. H. Hanssen
Vorlesungen Diabetes & Adipositas. HS2013. Exercise and Health Sciences. Universität Basel. Dozent: Dr. med. H. Hanssen
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Cartes-fiches
Welches sind Verhaltensmerkmale bei Übergewicht?
Überessen bei Stress
ungünstige, intrapsychische Bewältigung (in sich hineinfressen)
externale Attribution, geringe Selbstwirksamkeit
kognitive Zügelung
verzögerte Sättigung
under-reporting der Nahrungsaufnahme
Was charakterisiert Binge Eating Disorder?
Rezidiv. Essanfälle
Kontrollverlust
Mind 2d/W über 6 Monate
kein Kompensationsverhalten
Wie sieht die Epidemiologie der Binge Eating Disorder aus?
25-30% der Übergewichtigen
30% der TN von Gewichtsreduktionsprogrammen
50% Reduktion mit Verhaltenstherapie + Medikation
Was bedeutet EDNOS?
Eating Disorders not otherwise specified
Was charakterisiert EDNOS?
Polyphagie ("reine" Vielesser?)
Essattacken bei psychischen Störungen
Snacking, Night eating etc.
Erbrechen bei anderen psychischen Störungen
Rumination
Orthorexie
Sonstige Essstörungen
Psychiatrische Erkrankungen bei Adipositas + Essverhaltensstörungen + Pharmakotherapie?
40-62% der Patienten sind schon vor Beginn der Pharmakotherapie übergewichtig!
50% leiden zusätzlich unter depressiven Störungen
10% zusätzlich mit Zwangsstörung
Welche Symptome/Störungen gehen einher mit bulimischer Essstörung?
Angststörungen 40%
Substanzmissbrauch 40%
Bipolare Störungen 10%
Persönlichkeitsstörungen 60% (17% Borderline-Typ)
Welche Mechanismen der Gewichtszunahme in der Psychiatrie treten auf?
Kompensatorisches Essen (Kummerspeck)
Carbohydrate Craving
Kippreaktion (Appetitzunahme bei erfolgreicher Behandlung)
Stationäre Bedingungen
dämpfende Wirkung von Antidepressiva
erhöhte Flüssigkeitsaufnahme
Wasseinlagerung ins Gewebe
Auslösung diabetischer Stoffwechsellage
Welche systemische Dynamik in Zusammenhang psychologischer Aspekte der Adipositas gibt es?
Unklare Grenzen/Rollendiffusion
Missachtung/Fehlinterpretation von Bedürfnissen
Verhinderung von Autonomie/latente Aggression
keine Duldung von Subsystemen
Mangel an unbedingter Wertschätzung
Körper- und Leistungsideale
Fassade der Pseudoharmonie
Wovon ist Bereitschaft zu präventiven + therapeutischen Massnahmen abhängig? (HEALTH-Belief-Modell)
Einschätzung eigener Anfälligkeit für Krankheit
Wahgenommene Gefährlichkeit + Ernsthaftigkeit
Glauben an Effektivität + Nutzen der Massnahmen
verbundene Kosten
Glaube an Selbstwirksamkeit
Welche Punkte beinhaltet das LEARN-Konzept?
Lifestyle
Exercise
Attitudes
Relationships
Nutrition
Integratives Gewichtsmanagement zur Gewichtsreduktion + Stabilisierung. Welche Säulen gibt es?
Genussvolle, ausgewogene Ernährung
Körper-Selbstwahrnehmung
physische Aktivität
Verhaltensmodifikation
Medkamentöse Behandlung
Bariatrische Chirugie
Wie verläuft die Ess-Verhaltenskette?
Situation > Erleben: Gedanken, Gefühle, Körperempfinden > Reaktion/Verhalten > Erleben > Konsequenzen
Welche Problemlöse-Strategien zum Umgang mit Essgelüsten gibt es?
Problemlöse Strategie:
- Situation unterbrechen
- Aufmerksamkeitsfokus auf anderes lenken > Ablenkung
- innerer Dialog
Training emotionaler Kompetenzen
Training sozialer Kompetenzen
Welches sind Anforderungen an individuelle Therapieziele?
kurzfristig
persönlich
überprüfbar
realisierbar
Alternativen
Helfer
Belohnungen
Welche unerwünschte Therapieeffekte können auftreten?
JoJo-Effekt durch schnelle Gewichtsabnahme
Entwicklung Essstörungen
Orthopäd. + kardiovask. Komplikationen bei inadäquater Belastung
Verringerung Wachstumsgeschwindigkeit
Psychische Destabilisierung
Probleme Chirurgie vs. konservative Therapie
Mortalität je nach Methode zwischen 0-2% bei morbid Obesen oder Superobesen bis 12%
Band 6-20%
Bypass 1.5-8%
Bei Spätbehandlung fast doppelt so hoch
Welche 4 Bereiche kommen bei den Stimuluskontrolltechniken zum Einsatz?
Essensplanung
Einkaufsverhalten
Ess-Arangement (zB immer am selben Ort essen)
Planung sozialer Esssituationen
Wie ist das Vorgehen zur Minimierung eines Rückfallrisikos?
Identifizierung kritischer Situationen
Problemlösetraining für Umgang mit kritischen Situationen
Erlernen Verhaltensweisen für Handhabung mit Ausrutschern
Entwicklung Coping-Techniken
Welche Schritte müssen in der Ernährungstherapie befolgt werden?
Verminderung tägl. Fettkonsum auf <50g
ungesättigte statt gesättigte Fette
Verminderung tägl. Kalorienzufuhr um mind. 150kcal
> Gewichtsabnahme von rund 10%/Jahr
Inzidenz Altersdiabetes bei Kindern
Jährlich ca. 200 Neuerkrankungen
Wie hoch ist der Anteil übergewichtiger Kinder in Deutschland?
15%
Wie hoch ist der Anteil adipöser Kinder in Deutschland?
6.3%
Was sind Ursachen für eine Veränderung der Energieaufnahme bei Kindern?
Fülle + Auswahl an Nahrungsmitteln (Süssgetränken)
Nährstoffe mit hohem Fett + Zuckergehalt
steigender Verzehr ausser Haus
stiegende Portionen
Verlust Koch- + Esskultur
Adipositas + Sozialstatus: Welche Kinder sind betroffen?
Hauptsächlich Kinder aus niedrigem Sozialstatus
Wie sieht der Zusammenhang Geburtsgewicht + Erwachsenen BMI aus?
Bei sehr niedrigem + sehr hohem Geburtsgewicht später auch erhöhter BMI
Gewichtsreduktion + MTS: Was bewirkt Reduktion von 10kg?
30% Abfall Triglyzeride
8% Anstieg HDL
15% Abfall LDL
Abfall syst. BD um 6, diast. BD um 4
15% Abnahme HbA1c bei Diabetes
angenommene Mortalitätsreduktion um 25%