TU BS


B. V.
Diese Lernkarten behandeln Datenbussysteme auf Universitätsebene und konzentrieren sich auf die Eigenschaften und Funktionsweisen verschiedener Busstandards wie Profibus, Powerline, LIN, FlexRay, Ethernet, CAN, Bluetooth und ASi. Sie beleuchten auch Themen wie AUTOSAR, Netzwerktopologien, Fehlererkennung und -korrektur sowie die Kopplung von Bussystemen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Fachleute in der Elektrotechnik, die ein tiefes Verständnis der Kommunikationstechnologien in der Automatisierungstechnik und Fahrzeugtechnik erlangen möchten.
Cartes-fiches
61
Utilisateurs
8
Langue
Allemand
Catégorie
Electrotechnique
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
26.03.2016 / 05.08.2025

Cartes-fiches

Welche Vor- und Nachteile haben die Ereignisgesteuerte (Event-Triggered) und die zeitgesteuerte (Time-Triggered)-Übertragung?

Ereignisgesteuerte Übertragung:

  • Übertragung jeder Botschaft durch Ereignis im Sender ausgelöst
  • Folglich dynamische Festlegung der Botschaftsreihenfolge
  • Prioritätssteuerung durch annähernd gleichzeitig ausgelöste Ereignisse erforderlich
  • +
    • Möglichkeit sehr kurzer Latenzen
    • Nur benötigte Nachrichten gesendet (effektive Bandbreitenausnutzung)
  • -
    • Problemfall "babbling idiot" (jemand hört nicht auf zu sprechen)
    • Unvorhersehbarkeit durch Prioritätssteuerung

Zeitgesteuerte Übertragung:

  • statisch geplante Botschaftsreihenfolge
  • Jede Botschaft hat festen Platz und feste Länge
  • Periodische Struktur
  • Globale Zeit erforderlich
  • +
    • gute Eignung für Regelung und Sicherheitsanwendungen
    • sichere Überwachung der Aktivität einzelner Knoten
    • Buswächter als Zugangskontrolle
  • -
    • ggf. schlechte Bandbreitenausnutzung
    • größerer Aufwand für Buswächter und globale Uhr
    • geringere Flexibilität

Welche Anforderungen an Bussysteme für Echtzeitanwendungen gibt es?

  • Gleichzeitigkeit (Echtzeitfähigkeit!)
    • Variablen und Alarme mehrer Teilprozesse können wirkungsmäßig parallel übertragen werden
    • Möglichkeit zur ereignisorientierten Kommunikation sollten bestehen (Interrupt)
    • geeignete Auslegung des Buszugriffs (deterministisch)
  • Rechtzeitigkeit (Echtzeitfähigkeit!)
    • Der Abschluss einer Kommunikation muss innerhalb einer bestimmten Zeit erfolgt sein (Limitierte Latenz und Jitter -> deterministisch)
  • Störsicherheit
    • Das Übertragungsmedium muss in der Umgebung gegen Störungen unempfindlich sein (fehlertolerantes Verhalten, elektrisch, mechanisch, thermisch, chemisch)
  • Vollständigkeit
    • Alle Informationen sollen vom Sender beim Empfänger ankommen
    • Wenn schon ein Fehler auftritt, so muss dieser erkannt werden

Welche ISO/OSI-Schichten begegnen den Übertragungsfehlern?

Wie berechnet sich die Fehlerwahrscheinlichkeit?

Wie ergibt sich die mittlerer Zeitspanne bis zum Auftreten eines fehlerhaften Bits

  • Schicht 1: Treffen von technischen Vorkehrungen gegen Übertragungsfehler
  • Schicht 2: Überwachung von Nachrichten auf Übertragungsfehler
    • 3 Arten von Fehlern
      • erkenn und korrigierbar
      • erkenn und nicht korrigierbar
      • nicht erkennbar
    • Ist ein Fehler erkennbar
      • automatische Korrektur
      • Wiederholung der Sendung

Bitfehlerrate: \(p=\frac{Anz.\ fehlerhafter\ Bits}{Anz.\ gesendeter\ Bits}\)

Gutwahrsch.: \(q=1-p\)

Restfehlerrate: \(r=p^a\) mit a als Anzahl der Wiederholungen

Wahrscheinlichkeit \(p_{xi}\) dass i Bitfehler in einem Datenframe mit N Bits pro Frame auftreten

\(p_{xi}=\begin{pmatrix}N\\i\end{pmatrix}p^i(1-p)^{N-i}\)

mit dem Binomialkoeffizient:

\(\begin{pmatrix}N\\i\end{pmatrix}=\frac{N!}{(N-i)!i!}\)(einfach direkt nCr auf Taschenrechner z.B. 3C1 gleich 3 über 1)

mittlere Zeitspanne:

\(t_{pxi}=\frac{N}{\nu\cdot p_{xi}}\) mit \(\nu\) als Übertragungsrate in Bit/s

Was ist das Prinzip der Blockcodierung und welches Ziel soll damit erreicht werden?

  • Prinzip: Datenstrom wird in Blöcke der Länge n unterteilt. Nach gewissen Vorschriften wird diesen Blöcken eine Redundanz hinzugefügt
  • Ziel: Fehlererkennung so verfeinern, dass Einzelfehler erkannt und lokalisiert werden können

Ein Maß für die nach Einsatz eines Fehlererkennungsverfahrens unerkannten Fehler ist die Restfehlerrate R:

\(R=\frac{Anz.\ unerkannt \ fehlerhafter\ Bit-Kombinationen}{Gesamtzahl\ gesendeter\ Bit-Kombinationen}\)

Die Restfehlerrate ist damit ein Maß für die Datenintegrität

Wie lässt sich die mittlere Zeitspanne T zwischen zwei unerkannten Fehlern berechnen?

\(T=\frac{N}{\nu \cdot R}\)

N: Anz. Bits pro Frame

\(\nu\): Übertragungsrate in Bit/s

R: Restfehlerrate

Was sagt die Hamming-Distanz aus und was lässt sich mit ihr erkennen?

Geben sie dazugehörige Formeln an!

  • Die Hamming-Distanz gibt den minimalen Abstand zwischen zwei gültigen Codewörtern eines Codes C an. Die Anzahl von unterschiedlichen Binärstellen zwischen zwei Codewörtern wird als Hamming-Distanz bezeichnet.
  • Aus der Hamming-Distanz d(C) lassen sich direkt die Anzahl der erkennbaren und der korrigierbaren Fehler ermitteln

Erkennbare Fehler:

\(f_e=d(C)-1\)

Es können bis zu fk Fehler korrigiert werden:

\(f_k=\frac{d(C)-2}{2}\) für d(C) grade

\(f_k=\frac{d(C)-1}{2}\) für d(C) ungrade

Fehlererkennung und Korrektur mit Prüfsummen (CRC)

Was bedeutet CRC und wie funktioniert die Berechnung der Checksummen?

 

  • CRC = Cyclic Redundancy Check

Es wird eine Polynomdivision der Nachricht mit dem Generatorpolynom durchgeführt und der Divisionrest wird der Nachricht angehängt.

Der Empfänger führt eine erneute Division des gesamten Telegramms mit dem Generatorpolynom durch, wobei der Rest null sein muss um eine fehlerfreie Übertragung anzuzeigen.

Welche Aspekte müssen bei der Auswahl eines Bussystems berücksichtigt werden?

  • Funktionsbeschreibung gründlich durcharbeiten
    • Was ist Systemschwerpunkt (Sicherheit, Komfort, Multimedia, etc.)
    • Aufgaben festhalten, Analyse möglicher Fehlerzustände
  • Systemrealisierung
    • Grundlegende Skizze des Systems
      • Erforderliche Steuergeräte, ggf. Subnetze
      • Welche Aufgaben übernehmen die Bauteile?
    • Analyse der aufgabenbezogenen Anforderungen
      • Skalierbarkeit, Austauschbarkeit, Redundanz, Kosten
      • max. Teilnehmer-Anzahl, max. Leitungslänge, Busmedium, Hilfsenergie bla.
      • Abschätzung der Datenmengen (ereignisorientierte oder zyklische Kommunikation)
      • Determinismus, Anforderungen an Zykluszeit (Latenz, Jitter), Sicherheit, Störunempfindlichkeit
    • Auswahl Netzeinteilung
      • Räumliche Gegebenheiten (Distanzen in Industrieanlagen, Verbaupos. im KfZ)
      • Kosten, Latenz, Jitter
    • Festlegung Datenbussystem sowie Abgrenzung zu anderen Lösungen
    • Festlegung Topologie
    • Einsatz Autosar oder OSEK/VDX sinnvoll?

Welche Vor- und Nachteile haben folgende Netzwerktopologien?

Bus, Ring, Stern

Bus (linienförmig ohne Schleifen und Abzweigungen

  • +
    • einfache Erweiterbarkeit
  • -
    • Einfachfehler blockiert ganzes Netzwerk oder isoliert einzelne/mehrere Teilnehmer

Ring (geschlossener Bus)

  • +
    • Eine Leitungsunterbrechung bei doppeltem Ring zulässig
    • Sind Knoten als aktive Koppler ausgeführt sind Einfachfehler aller Art an einer Stelle tolerabel

Stern (erfordert zusätzlichen (aktiven oder passiven) Sternkoppler

  • +
    • aktive Koppler erlauben längere Verbindungsstrecken
    • aktive Koppler erlauben Isolation einzelner fehlerhafter Zweige, fügen aber zusätzliche Verzögerungen ein
    • Fehler treffen nur einzelne Strahlen des Sterns
  • -
    • höherer Aufwand

Welche Vor- und Nachteile ergeben sich dadurch, dass in Feldbussen oft nur Schicht 1,2 und 7 realisiert sind?

Was soll das Feldbusprofil hierbei bewirken und in welcher Schicht befindet es sich?

  • Oft nur Schichten 1,2,7 impelmentiert, weil:
    • nicht benötigte Funktionen (z.B. Vermittlungsschicht, da alle Knoten an einer Leitung)
    • Kostenreduktion (z.B. Leistungsfähigkeit der Knoten)
  • Standardisierungstendenzen auch bei Schichten 3-6

Vorteile:

  • geringerer Overhead
  • höhere Flexibilität

Nachteile:

  • weite Teile der Kommunikation sind nicht standardisiert -> Entwicklungsaufwand und Fehlerquellen steigen
  • Austauschbarkeit von Komponenten wird schlechter wegen geringerer Kompatibilität
  • leistungsfähigere Knoten erforderlich

Das Feldbusprofil befindet sich in Schicht 7 und stellt eine Richtlinie dar, welche innerhalb gewisser Branchen und gewisser Gerätegruppen Gültigkeit hat. Es wird zwischen folgenden Profilen unterschieden:

  • Anwendungsprofil (Abbild der Anwendung in Funktionsblöcken)
  • Geräteprofil (Beschreibung phys. Geräteeigenschaften->I/O, Encoder, HMI...)
  • Kommunikationsprofil (Busparameter, Übertragung von Datenblöcken)

Was beschreibt AUTOSAR und was sind die Ziele?

Autosar: 

AUTOSAR bietet eine Reihe von Spezifikationen an, die Basissoftware-Module beschreiben, Anwendungsschnittstellen definieren und eine allgemeine Entwicklungsmethodik, basierend auf einem standardisierten Austauschformat, festlegen. Die in mehreren Ebenen unterteilte Softwarearchitektur von AUTOSAR stellt Basissoftware-Module bereit, die in Fahrzeugen unterschiedlicher Hersteller und den Elektronik-Komponenten verschiedener Zulieferer zum Einsatz kommen können.

Ziele:

Modularisierung und universelle Verwendbarkeit der Schnittstellen -> Reduzierung R&D

Was sind die Kernmerkmale von ASi?

  • Master/Slave (1M/31 Slaves), freie Topologie, 167kBit/s
  • Leitungslänge 100m (mit Repeater 300m), ungeschirmte Leitung mit Energiebereitstellung
  • Paritätsbit, APM basierend auf Manchester II (Gleichstromfrei)
  • Schichten 1,2,7
  • Fehlererkennung, aber keine Korrektur
    • Slave ignoriert fehlerhafte Master-Nachrichten
    • Master wiederholt Sendung, nach drittem Zyklus melden des Slaves als defekt

+: Günstig, echtzeitfähig, störsicher, optimiert für I/O

-: Starres Master/Slave-Prinzip, geringe Leistungsfähigkeit, begrenzte Teilnehmeranzahl

Was sind die grundlegenden Eigenschaften von Bluetooth

  • Funkverbindung, 10...100m, Frequenz 2,4-2,4835 GHz, Unterstützt adHoc -Netzwerke
  • Übertragung bis 24MBit/s
  • Frequency hopping
  • Forward Error Correction
  • günstig, Kompatibilität unterschiedlicher Hersteller
  • spezielle Kommunikationsprofile wählbar

Was sind die Kerneigenschaften von CAN?

  • Multi-Master (Nachrichtenorientiertes Protokoll->ereignisgesteuert), Schichten 1,2 und 7
  • Netzausdehnung bei 1MBit 40m, bei 80kBit/s 1000m
  • Priorisierung von Nachrichten möglich, kurze Blocklänge -> geringe Latenz
  • Linienförmige Bustopologie
  • Hohe Sicherheit der Datenübertragung (CSMA/CA)
  • Einheitlicher Standard
  • NRZ-Codierung
  • Bit-Stuffing (NRZ garantiert keine Synchronisationsflanken, daher nach 5 gleichen Bits ein "Stuff"-Bit->komplementär zu vorherigen

Was sind die Kerneigenschaften von Ethernet?

  • Coax oder Twisted-Pair
  • CSMA/CD
  • hohe Bandbreite
  • große Verbreitung
  • bewährte Protokolle (IP,TCP, UDP)
  • Echtzeitmöglichkeit durch Kollisionsvermeidung
  • KEIN Objektmodell für Automatisierungstechnik
  • ein streng isochrones Protokoll kann ohne Protokollmodifikation mit Ethernet nicht realisiert werden, jedoch notwendig für Antriebstechnik -> Profinet IO, EtherCAT

Was sind die Kerneigenschaften von Ethernet?

  • Coax oder Twisted-Pair
  • CSMA/CD
  • hohe Bandbreite
  • große Verbreitung
  • bewährte Protokolle (IP,TCP, UDP)
  • Echtzeitmöglichkeit durch Kollisionsvermeidung
  • KEIN Objektmodell für Automatisierungstechnik
  • ein streng isochrones Protokoll kann ohne Protokollmodifikation mit Ethernet nicht realisiert werden, jedoch notwendig für Antriebstechnik -> Profinet IO, EtherCAT

Was sind die grundlegenden Eigenschaften von FlexRay?

  • Kommunikation mit hohen Datenraten im KfZ, Fehlertolerant, Deterministische Datenübertragung (TDMA) mit 2x10MBit/s
  • Redundant, zeitgesteuert, deterministisch
  • global synchronisierte Zeitbasis
  • garantierte Übertragung und Ankunftszeit
  • Flexibilität und Skalierbarkeit
  • 3...22 Knoten an einem Bus (max. 24m zwischen zwei Knoten
  • aktiver/passiver Stern

Typ:

  • Als Ersatz von CAN wo dieser an seine Leistungsgrenze stößt
  • Echtzeitanwendungen, verteilte Regelungen
  • Unterstützung von aktiven und passiven Sicherheitssysteme, z.B. ABS, ESP, X-by-Wire

Was sind die grundlegenden Eigenschaften von LIN

Local Interconnect Network

  • max. 40m mit bis zu 16 Teilnehmern (Master/Slave)
  • max. 20kBit/s
  • Synchronisationssignal vom Master
  • Checksumme für Fehlererkennung
  • günstig, 100% Buslast problemlos möglich
  • Störunempfindlich, idealer Sub-Bus
  • Basiert auf UART-Protokoll (8N1, VBatt rezessiv)

Was sind die Eigenschaften von Powerline (DC-Bus)?

  • Kostengünstig (Kommunikation über Spannungsversorgung)
  • Reduziert Bauraumprobleme (Einsparung separater Busleitungen
  • Unabhängig von Bordnetzspannung
  • Datenraten bis 500kBit/s pro Kanal, mehrere Kanäle
  • CSMA/CR unterstützt
  • Hohe Fehlertoleranz
  • Einsetzbar als physikalische Schicht für gängige KfZ-Bussysteme

Was sind die Eigenschaften von Powerline (DC-Bus)?

  • Kostengünstig (Kommunikation über Spannungsversorgung)
  • Reduziert Bauraumprobleme (Einsparung separater Busleitungen
  • Unabhängig von Bordnetzspannung
  • Datenraten bis 500kBit/s pro Kanal, mehrere Kanäle
  • CSMA/CR unterstützt
  • Hohe Fehlertoleranz
  • Einsetzbar als physikalische Schicht für gängige KfZ-Bussysteme

Was sind die Eigenschaften von Profibus?

  • Verbindet intelligente Feldgeräte, große Funktionalität
  • deterministisch
  • Multi-Master oder Master-Slave möglich
  • zyklische und azyklische Datenübertragung möglich
  • verschiedene Übertragungsmedien wählbar (Kupfer, LWL)
  • NRZ kodiert
  • Linientopologie
  • 1,2 MBit/s @ 100m, 500 kBit/s @ 400m, 187,5 kBit/s @ 1000m

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