Chronische Erkrankungen im Kindes- & Jugendalter

Vertiefungsseminar Klinische Psychologie des Kindes- & Jugendalters

Vertiefungsseminar Klinische Psychologie des Kindes- & Jugendalters


K. DV.
Diese Lernkarten decken chronische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter auf Universitätsniveau ab. Sie behandeln häufige Krankheiten wie Dermatitis, Asthma, Epilepsie und das Prader-Willi-Syndrom, sowie deren Symptome, Behandlungen und Verlaufsformen. Die Karteikarten sind besonders für Medizinstudierende und Fachkräfte in der Pädiatrie nützlich, da sie ein breites Spektrum an Erkrankungen abdecken und detaillierte Informationen zu Diagnose und Therapie bieten.
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Langue
Allemand
Catégorie
Psychologie
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
16.01.2015 / 16.07.2017

Lernkarten

Wo liegt die Mutation bei Phenylketonurie?

  • auf dem langen Arm von Chromosom 12 (564 verschiedene Mutationen)
    Synthese und Stoffwechsel für den Kofaktor Tetrahydrobiopterin (BH4) sind nicht betroffen

Um wie viel ist der Phe-Spiegel bei einer Hyperphenylalaninämie erhöht?

30-fach erhöht

Wieso wird Phenylketonurie mit PKU abgekürzt?

  • Konzentration der Phenylketone (Metabolite von Phe) steigt an
    à werden über Urin ausgeschieden
    à PKU = Phenylketone im Urin

Zu was führt ein durch PKU verursachter Tyrosinmangeln?

Mangel an Dopamin & Melanin

Welche Symptome können bei einer PKU auftreten?

  • Melaninmangel führt zu einer verminderten Pigmentierung von Haut (hell), Iris (blau) & Haaren (blond)
  • Leitsymptom bei unbehandelter PKU: Intelligenzminderung
  • Teilweise Krampfanfälle und Tetraspastik (Lähmung aller 4 Extremitäten)

Was bedeutet Tetraspastik?

Wie wird eine PKU behandelt?

  • Semisynthetische Diät à eiweißarme (phenylalaninarme) Ernährung
  • zur Vermeidung eines Proteinmangels & Unterversorgung mit anderen Nährstoffen: synthetische phenylalaninfreie Aminosäurenmischung mit Vitaminen, Mineralien & Spurenelementen

Welche Hypothesen gibt es zur Klärung der Störungsgenese einer PKU?

Hypomyelinisierung & Dysmyelinisierung

 

  • bei unbehandelter PKU weisen Patienten eine reduzierte Myelinisierung auf
  • Auffälligkeiten im periventrikulären Myelin
  • Neuronen selbst sind nicht morphologisch auffällig

Dendriten & Synapsen

 

  • Reduktion der Dendritenverästelung sowie der dendritischen Dornen
  • Gehirne sind um 70 bis 80% leichter
  • Kortikale Neurone sind kleiner und dichter gepackt
  • Später myelinisierte Regionen sind fast ausschließlich betroffen
    à spricht eher für eine Entwicklungsstörung

Mangel an den Neurotransmittern Dopamin & Serotonin

 

  • Hohe Phe-Konzentration führt zu einer intrazerebralen Reduktion von Tyrosin & Tryptophan (Vorstufen von Dopamin & Serotonin)
  • Synthese von Dopamin & Serotonin wird durch hohe Phe-Konzentration zusätzlich gehemmt
  • Ein Mangel dieser Transmitter wirkt sich negativ auf die Synaptogenese aus
  • Leistung in Aufgaben die dopaminerge Strukturen beanspruchen schneiden Patienten mit hohen Phe-Werten schlechter ab

Was ist eine Phenylalanin-Embryofetopathie?

  • Spezialfall, auch maternale PKU (MPKU)
  • Erhöhter Phenylalaninblutspiegel wird über die Plazenta von einer Schwangeren auf ihr Baby übertragen

Für was stellt ein Phe-Spiegel > 6mg/dl bei Schwangeren ein Risiko dar?

  • Gesichtsdysmorphie
  • Mikrozephalie (kleiner Kopf)
  • Entwicklungsverzögerungen
  • Angeborene Herzfehler
  • Lippen-Kiefer-Gaumenspalte

Was bedeutet Mikrozephalie?

Was besagt das biologisch-psychologisch-soziale Modell der PKU?

Homozygoter Genotyp für PKU à Mangel oder vollständige Abwesenheit von PAH
 

Zur Aktivierung von PAH ist der Kofaktor BH4 notwendig à wird während der Umsetzung von Phe zu Tyr in BH2 umgewandelt à anschließend wieder zu BH4 recycelt à Metabolismus von Phe zu Tyr resultiert in einem unphysiologischen Anstieg von Phe im Blut, da im  über die Nahrung aufgenommenen Eiweiß mehr Phe ist als der Körper für die Proteinsynthese benötigt

 

Relativer Mangel an Tyr à Mangel an Neurotransmittern und Melanin à Hypopigmentierung

 

Phe konkurriert an der Blut-Hirn-Schranke mit anderen großen neutralen Aminosäuren (large neutral amino acids, LNAA), z.B. Tryptophan (Vorstufe von Serotonin) à Phe-Konzentration im Gehirn steigt, LNAA-Konzentration sinkt (= metabolischer Phänotyp) à Phe als neurotoxische Substanz verursacht im ZNS irreversible Schäden à geistige Behinderung (behavioraler Phänotyp) & neurologische Symptome

 

Behandlung à soziale & Familienvariablen à Complianceverhalten & Aufnahme von Nahrungsproteinen wird verändert à Verhaltensveränderungen haben Rückwirkung auf Erleben des Patienten

Welche Schweregrade der PKU werden unterschieden?

  • Klassische PKU: Phe>20mg/dl (Typ I)
  • Milde PKU: Phe = 10-20mg/dl (Typ II)
  • Milde Phenylalaninämie: Phe<10mg/dl (Typ III)
  • BH4-responsive PKU: pharmakologische Gabe von BH4 bewirkt Phe-Reduktion

Wie hoch ist die weltweite Prävalenz von PKU & in welchem Land gibt es die höchste Krankheitsrate?

1:12.000 (höchste Rate: Finnland)

Wie hoch ist die Prävaenz in Deutschland für PKU, wie hoch die Heterozygotenrate?

1:7.000 (Heterozygotenprävalenz: 1:40)

Wie gestaltet sich die Häufgkeitsverteilung der verschiedenen SChweregrade von PKU?

  • Klassische PKU: 60%
  • Milde PKU: 25%
  • Milde Hyperphenylalaninämie (MHP): 15%
  • Kofaktordefekte: 1-2%

Was kann man über Verlauf & Prognose bei PKU behaupten?

  • Metabolischer Phänotyp kann erst nach der Abnabelung manifestieren, da Embryo und Fötus durch Blutkreislauf der Mutter versorgt werden
  • Kind bleibt bei optimaler Behandlung gesund und entwickelt sich weitestgehend normal
  • Bei nicht optimaler Behandlung reversible und irreversible Auswirkungen auf Kognition
  • Iatrogene (durch die Behandlung verursachte) Effekte 

Was ist iatrogene Effekte?

durch die Behandlung verursachte Effekte

Wie verläuft die kognitive Entwicklung bei PKU zwischen 0 und 10 Jahren?

  • Erste 5 Jahre:
    • Phe-Spiegel von 6mg/dl unbedenklich
    • Jede Erhöhung um 5mg/dl führt zu einer Reduktion des IQs um 0,5 Standardabweichungen
  • 5-10 Jahre: 5mg/dl Erhöhung à IQ-Reduktion: 0,25 SD
  • ab 10: stabile Intelligenzverläufe
  • dauerhafte Vulnerabilität des Gehirns

Die Bewältigung welcher Aufgaben bringt eine Behandlung von PKU mit sich?

  • Kontrollierte, aber ausgewogene altersentsprechende Ernährung
  • Regelmäßige Einnahme einer phenyalaninfreien Aminosäuremischung
  • Regelmäßige Kontrolle des Phenylalaninspiegels im Blut
  • Turnusmäßige Ambulanzbesuche zur klinischen Untersuchung

Wie ist das Ampelsystem bei PKU aufgebaut?

  • Grün:
    • Können frei gegessen werden
    • Fette
    • Reine Kohlenhydrate
    • Bestimmte Obst- & Gemüsearten
  • Gelb:
    • Phe-Gehalt muss berechnet werden
    • Proteinhaltige Gemüsesorten
    • Spezialprodukte, z.B. aus Stärkemehl hergestellte Back- & Teigwaren
       
  • Rot:
    • Vollständig verzichtet
    • Fleisch, Geflügel, Fisch, Wurst
    • Käse
    • Getreide- & Getreideprodukte
    • Hülsenfrüchte
    • Nüsse
    • Kakao

Wann ist eine erhöhte Kalorienzufuhr bei PKU notwendig?

bei drohender katabolen Situation 

Was ist beispielsweise eine katabole Situation?

  • fasten
  • fieberhafte Infekte

In welchem Alter kann manchmal die Diät bei PKU beendet werden?

15 Jahre

Durch was ist eine Epilepsie gekennzeichnet?

  • Gekennzeichnet durch das kontinuierliche Auftreten epileptischer Anfälle, die nicht durch offensichtlich erkennbare Ursachen provoziert werden

Was ist ein epileptischer Anfall?

eine von vielen möglichen krankhaften Reaktionen des Gehirns

Welche Klassifikationsklassen werden bei Epilepsie unterschieden & welche Anfallsarten treten in den jeweiligen Klassen auf?

Fokale Epilepsien

  • Epileptische Aktivität entwickelt sich in einer bestimmten Hirnregion
  • Motorische, sensorische, visuelle, auditive oder psychische und neuropsychologische Symptome
  • Komplex-fokale Anfälle: mit Bewusstseinsstörung (auch dyskognitiver Anfall)

 

Generalisierte Epilepsien

  • Epileptische Aktivität breitet sich von Anfang an in beiden Hemisphären aus
  • Anfallsarten:
    • Absencen
    • Myoklonische Anfälle
    • Tonische Anfälle
    • Klonische Anfälle
    • Tonisch-klonische Anfälle (Grand-Mal)

Welche weiteren Syndrome, die Mischformen aus fokalen und generalisierten Epilepsien darstellen, gibt es?

  • Westsyndrom
  • Lennox-Gastaut-Syndrom
  • Landau-Kleffner-Syndrom
  • ESES-Syndrom

Welche Hirnschädigungen können Epilepsien zugrunde liegen?

  • Dysplasien
  • Schädel-Hirn-Traumata
  • Entzündungen
  • Infektionen
  • Blutungen & Schlaganfälle
  • Tumore
  • Stoffwechselstörungen
  • Genetische Dispositionen

Wie viel Prozent der Weltbevölkerung sind von Epilepsie betroffen?

1%

Wie viel Prozent aller Menschen haben einen einmaligen epileptischen Anfall im Leben?

5-7%

In welchem Alter beginnt eine Epilepsie meistens?

meist vor dem 20. Lebensjahr (75%), oft vor dem 10. (50%

Bei wie viel Prozent der Epilepsie-Patienten tritt eine Spontanremission ein?

20-30%

Bei wie vielen Patienten wird Anfallsfreiheit auch nach Absetzen der Therapie erreicht?

30-40%

Bei wie viel Prozent der Epilepsiepatienten kann keine Anfallsfreiheit erreicht werden?

10%

Bei wie viel Prozent der Epilepsiepatienten besteht Therapieresistenz?

20%

Welche verschiednen kognitiven Entwicklungsverläufe sind bei Epilepsie möglich?

  • Regelgerechter Entwicklungsverlauf erfährt mit Beginn der Epilepsie eine Regression, die reversibel ist
  • Eine kongenitale (von Geburt an) vorhandene Entwicklungsstörung erfährt bei hoher epileptischer Aktivität eine Regression
  • Eine kongentiale Entwicklungsstörung erfährt eine dauerhafte Verstärkung
  • Eine kongenitale Entwicklungsstörung erfährt eine Regression
  • Eine Entwicklungsstörung bildet sich bei partieller Anfallskontrolle leicht zurück

Welche Teilleistungsstörungen können im Rahmen einer Epilepsie auftreten?

  • Motorik
  • Sprache
  • Viso
  • Rechenstörungen
  • Lese-Rechtschreib-Störung
  • Überdauernd oder transient

Welche kognitionsstützenden Funktionen können bei Epilepsie gestört sein?

  • Wachheit
  • Selektive Aufmerksamkeit
  • Mentales Tempo
  • Nicht an spezifische Hirnstrukturen gebunden 

Was beschreibt die epileptic condition?

  • Erfahrung der Unvorhersehbarkeit
  • Entäußerung im Anfall
  • Allgemeiner Kontrollverlust

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