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Sprache Deutsch
Stufe Universität
Erstellt / Aktualisiert 07.02.2013 / 04.02.2017
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1.1. What were the different purposes that cadastres have been established for? Describe them in a historic context.

  •  Der Hauptgrund für die Entwicklung des Katasters war, dass man Steuern auf die Ländereien erheben wollte. Dies sollte auf einem transparenten, fairen und für alle gleichen Weg geschehen. Dies basiert auf aufgenommenen und kartierten Grenzen. Diese Entwicklung fand im 18. und 19. Jhdt. vor allem in Westeuropa statt (fisical purpos).  Steuereintreibung
  •  Im 19. Jhdt. kam das Bedürfnis nach der Garantie des Eigentums auf. D.h. es wurde festgehalten, wem welches Land gehört (legal purpose).  Eigentümersicherheit
  •  Im späten 20. Jhdt. wurde das Katastersystem als Grundlage für eine ökonomische Gesellschaft eingeführt. Das Grundstück war dem Eigentümer garantiert und diente als Sicherheit für die Banken, falls diese Kredite vergaben (economic purpose).  Grundstückmarkt
  •  Es wurden weltweit Katastersysteme eingeführt, was zu einer veränderten Land/Mensch Beziehung führte (Umwelt, Planung, Land Management, Erschliessung, Versorgung, Ressource Land) (multipurpose aspect).
  • In der Zukunft könnte das Katastersystem für Volkszählung genutzt werden?
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1.2. What is the cadastral concept?

Ein Kataster ist die Basis eines "land administration systems" (= LIS). Es basiert auf Parzellen und den aktuellsten Daten über die Grundstücke. Es enthält eine Liste mit den Interessen, die auf einem bestimmten Grundstück bestehen (Rechte, Einschränkungen, Verantwortungen), welches auch Register genannt wird (semantische Beschreibung). Auch beinhaltet es eine geometrische Beschreibung des Grundstückes, welche mit den Rechten etc. verlinkt ist (Karte, Katasterplan). Heute besteht die Tendenz, das Register und die Karte zusammen zu führen(mittels EDV verlinken), was bedeutet, dass sich der Geometer immer besser mit rechtlichen Fragestellungen auskennen muss.

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1.3. What are the main components of a cadastre and what are their roles?

Die Komponenten eines Katastersystems sind die Katasterkarte (Maps) und das Grundbuch (Registers). In der Katasterkarte werden die Grundstücke geometrisch dargestellt. Sie dient dazu, die Übersicht über die Parzellen zu haben. Im Grundbuch werden die Besitzer und die Rechte, die auf dem Grundstück gelten, chronologisch festgehalten. Es lassen sich auch die Veränderungen nachvollziehen. So kann man im Grundbuch nachsehen, wer der Besitzer ist, wer welches Recht hat und wie viel Wert das Grundstück hat, und in der Katasterkarte kann man sich ein Bild über die Lage, die Form und die Umgebung machen.

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1.4. How can a cadastre be put in place within an overall land administration system?

Ein Land Administration System besteht nicht nur aus einem Kataster. Es verwaltet alle räumlichen Informationen, betreibt Datenanalyse, Datenvisualisierung, Katasteroperationen, Datenmodellierungen, Datenakquisition, Datenverwaltung, Datenverteilung. Somit sind auch die Vermessung, die Geodäsie, die Navigation, die Kartografie oder die Geoinformatik Teil des „Land Administration Systems“. Das Kataster hat innerhalb dieses Systems die Aufgabe die rechtlichen Verhältnisse aktuell und korrekt zu verwalten und aufzuzeigen. Es dient auch als Grundlage für das Landmanagement, in dem verschiedene Planungsschritte, wie Nutzungsplanung und Meliorationen auf das Kataster zurückgreifen.

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2.1. What is the triple bottom line of sustainable development and what are the implications for the cadastre?

Die drei Endresultate sind:

  •  Land als ökonomische Sicherheit (economic): Weit entwickelte Katastersysteme bilden die Grundlage für den Hypotheken- und Immobilienmarkt. Wenn es keine vertrauenswürdigen Systeme geben würde, hätte das grosse Auswirkungen auf die Wirtschaft und Wohlfahrt eines Landes. Das Katastersystem muss dementsprechend vertrauenswürdig, effizient und transparent dokumentieren wie die Eigentumsverhältnisse geregelt sind. Zudem zieht der Staat auf der Grundlage des Katasters die Steuern ein. Erfolgsfaktoren sind: Dokumentation, Effizient und Transparenz
  •  Eigentumsgarantie (social): Das dokumentierte Eigentum bildet für jeden Besitzer die Grundlage eine Hypothek aufzunehmen. Dank dem gesicherten Eigentum funktioniert der Landmarkt. Das Kataster garantiert die rechtliche Sicherheit. Es stellt sich die Frage, ob es sich ein Land leisten kann, kein Katastersystem zu haben.
  •  Land als begrenzte Ressource (environmental): Bodenverbrauch steigt immer mehr an, Boden wird zu knappen Gut. Deshalb braucht es multi-purpose Kataster. Das Katastersystem hat hier die Aufgabe alle raumrelevanten Informationen zu sammeln und diese als Grundlage für Management von Rohstoffen, für Planung/Landnutzung und für öffentlich rechtliche Einschränkungen zur Verfügung zu stellen.
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2.2. What is the role of documentation for economic development and what are the implications for the cadastre?

Damit mit dem Land Handel getrieben werden kann, müssen das Land und die dazugehörigen Besitzer registriert sein. Erfolgsfaktoren sind: "Rolle des Gesetzes", Dokumentation, Effizienz, Vertrauen, Aktualität und Transparenz. Dies sind die Bedingungen, die ein Kataster erfüllen muss, um die ökonomischen Ansprüche zu befriedigen.

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2.3. What can a cadastral system contribute to sustainable development?

Eigentum --> Hypotheken --> Investitionen --> ökonomisches Wachstum 3. Nachhaltige Entwicklung wird als Haupteinflussfaktor auf die Beziehung Land-Mensch gesehen. Da das Land eine begrenzte Ressource ist, kann anhand des Katasters Ressourcen planning und management betrieben werden. Es eignet sich um Nutzen und Zonen den Parzellen zuzuweisen (parzellenscharf). Es dient ebenfalls zur Aufzeichnung der öffentlich-rechtlichen Beschränkungen. Förderung der drei Pfeiler soziale, ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit mit in 1. erwähnten Funktionen.

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3.1. What are the main entities of a cadastral system, and how can different systems be categorised?

Die Haupteinheiten eines Katastersystems sind:

  •  Personelle Einheiten (physische, berechtigte Person, kann aber auch z.B. Firma, Gemeinde oder Staat sein)
  •  Juristische Einheiten (Dokumente (deeds) und Anrechte (title), Title, Eigentumsrecht)
  •  Raumbezogene Einheiten (Eigentum, Grundstück, Parzellen)

Juristische Einheiten bilden die Verbindung zwischen den beiden anderen Einheiten


Die Kataster können wie folgt unterteilt werden:

  •  Dokumentregistrierung (deeds registration); es wird nur das Dokument (Urkunde,Vertrag) registriert. Ein Deed ist ein Beweis für eine isolierte Transaktion, die stattgefunden hat, nicht aber für einen juristischen Besitz. Aufgrund der daraus entstehenden "chain of title", sind Mutationen sehr aufwändig. Es muss dann die komplette Kette der Eigentümer kontrolliert werden. Die Dokumentregistrierung ist in den Ländern verbreitet, die auf dem römischen Gesetz beruhen (FRA, ESP, ITA, BENELUX), in grossen Teilen der USA und Südamerika
  • Rechtsregistrierung (title registration); Nicht das Dokument, welches die Transaktion von Rechten beschreibt wird registriert, sondern die rechtliche Konsequenz der Transaktion (also das Recht an sich, title = Rechtsanspruch). Solange das Recht nicht eingetragen ist, gilt es nicht. Es gibt verschiedene Rechtsregistrierungssysteme: English group, German/Swiss group und Torrens group. Diese System wird v.a. in Zentraleuropa verwendet (Schweiz, Deutschland, Österreich, in Abwandlung auch in Kanada, England, Australien)
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3.2. What are the three principles of a Torrens system, and in what ways do they contribute to the reliability of the system?

  • Das Spiegelprinzip (mirror principle): Register wiederspiegelt die korrekte juristische Situation.
  • Das Vorhangprinzip (curtain principle): Es müssen keine weiteren historischen Recherchen hinter das Register gemacht werden. Was im Register steht zählt. Was früher war, ist egal. Daher entsteht kein "chain of title".
  • Das Garantieprinzip (insurance or guarantee principle): Register = Publizitätsmittel, d.h. was im Register steht darf als richtig angenommen werden. Dritte die sich im guten Glauben auf das Register verlassen, werden darin geschützt und können gegen den Register-Betreiber (Staat) klagen. Der Staat garantiert, dass das was im Register steht stimmt.
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3.3. What are the real property units and identifiers and what is their importance in supporting a land administration system?

Eine Eigentumseinheit (property unit) ist das Ding, das verkauft oder belastet wird. Die Definition ist von Land zu Land verschieden (mit/ohne Gebäude, eine/mehrere Parzellen). Es ist unumgänglich zu definieren, was genau eine real property ist (was gehört dazu, was nicht). Ansonsten kann kein klares land administration system aufgebaut werden. Zudem gehört eine präzise Vermessung langfristig zur Sicherung eines solchen Systems (kurzfristig ist Grenzziehung, Vermarkung wichtiger).
Ein Basic Property Unit ist die Grundeinheit in einem Katastersystem (Register). Ein BPU kann aus verschiedenen Parzellen bestehen, wobei eine Parzelle wiederum aus mehreren Grundstücken bestehen kann. Mehrere BPU können ein proprietary unit of ownership (Eigentumseinheit des Besitzes) bilden, mehrere proprietary units wiederum ein portfolio of ownership (Bestand).
Cadastral System HS 2012 4
Im Fall der Schweiz ist das eine Parzelle. Identifiziert wird die Parzelle über eine Parzellennummer, die sowohl im Grundbuch, wie auch im Katasterplan registriert ist. Auch hier ist die Art der Identifikation von Land zu Land anders. Es ist wichtig, dass man das Eigentum (die Parzelle) eindeutig identifizieren kann und dass das System einheitlich geführt wird. In der Schweiz ist die Parzellennummer pro Gemeinde eindeutig. Parzellen sollten über den Eigentümer definiert sein, d.h. jede Parzelle kann nur einen Eigentümer haben.
Empfehlung: Definition von Parzelle und basic property unit sollten im Landrecht verankert sein.

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4.1. How is cadastral surveying regulated in Switzerland? What are the relevant laws and ordinances and what do they define?

Art. 950 ZGB
1 Die Aufnahme und Beschreibung der einzelnen Grundstücke im Grundbuch erfolgt auf der Grundlage der amtlichen Vermessung, namentlich eines Plans für das Grundbuch.
2 Das Geoinformationsgesetz vom 5. Oktober 2007 regelt die qualitativen und technischen Anforderungen an die amtliche Vermessung.
(Cadastral surveying = AV) Art. 950 ZGB bildet die Grundlage und den Gesetzesauftrag der amtlichen Vermessung. Die TVAV (Technische Verordnung über die Amtliche Vermessung) und die VAV (Verordnung über die Amtliche Vermessung) sind Verordnungen, welche die amtliche Vermessung genauer definieren. Zudem gibt es noch BBAAV (Bundesbeschluss über die Abgeltung der amtlichen Vermessung). Grundprinzipien:

  •  Kein Eigentum ohne Eintrag (ZGB 656)
  •  Kein Eintrag ohne Vermessung (ZGB 950)
  •  Keine Vermessung ohne Grenzdefinition (ZGB 669)

Weitere Rechtsgrundlagen
ZGB, Art. 943, 950, 952, 954, 955, 656

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4.2. Why has the reform project "RAV" been started and what were the main achievements?

Grund für die RAV: Man hatte vor, die amtliche Vermessung in der Schweiz bis 1976 fertigzustellen. Wegen den Weltkriegen und der Güterzusammenlegungen hatte man dieses Ziel bis 1980 noch nicht erreicht. Hinzu kam der „digitale Wandel“, der neue Konzepte benötigte.
Ziel der "Reform der Amtliche Vermessung" (RAV): Minimierung der Bestimmungen auf der Ebene des Bundes, Vermeidung von mehrfacher Datenerfassung, Erhöhung der Datenaktualität, Methodenfreiheit bei der Datenerfassung, Daten sollen nicht nur für das Kataster, sondern auch für LIS verwendet werden. Die wichtigsten Ergebnisse sind der verbreiterte Anwendungsbereich und die Notwendigkeit von flexiblen Datenaustauschmechanismen.

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4.3. What are the conceptual elements of cadastral surveying in Switzerland?

  • klare Definition des Produktes (nicht der Methode)
  • freie Methoden- und Systemwahl als Basis von Ausschribungen
  • Standardisierte Beschreibung und Transfer von Daten (Interlis)
  • unabhängige Layer mit den verschiedenen Informationen (Zusammenhang der einzelnen Ebenen nur durch die geographische Position)
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5.1. What players are active within Swiss cadastral surveying and what are their respective roles?

Bundesebene: VBS (Bundesamt für Landestopografie, Eidgenössische. Vermessungsdirektion, Patentprüfungskommission für Geometer), EJPD (Bundesamt für Justiz Eidgenössisches Amt für Grundbuch- und Bodenordnung)
Kantonsebene: kantonale Vermessungsämter (unterstehen VD), kantonale und regionale Grundbuchämter (unterstehen Amt für Grundbuchordnung)
Gemeindeebene: städtische und kommunale Vermessungsämter, private Ingenieurbüros (unterstehen kantonalen Vermessungsämtern), Private Notariatsbüros (im Zusammenhang mit Grundbuchämtern)

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5.2. What are the administrative levels in Switzerland and what are their main tasks in regard to cadastral surveying?

Bundesebene: Eidgenössische Vermessungsdirektion (Strategie)

  •  Gesamtschweizerische Strategien definieren
  •  Qualitätsanforderungen festlegen und überprüfen
  •  andere Vermessungsvorhaben des Bundes mit der AV koordinieren
  •  Oberleitung der AV (d.h. sie hat die operative Leitung, beaufsichtigt die Finanzen, Leistungsauftrag/-vereinbarung)
  •  Koordination und Entwicklung der AV (Koordination auf Stufe Bund, Internationale Kontakte, Entwicklung der AV, Orts-/Gemeinde-/Stationsnamen)
  •  Dienstleistungen der AV (Patent für Ingenieur-Geometer/innen, Reproduktion der AV, Direkte Aufsicht einzelner Kantone ohne eigenes Vermessungsamt).

Kantonsebene: Kantonale Vermessungsaufsicht (operationelles Management)

  •  Kantonale Realisierungskonzepte festlegen
  •  Arbeiten planen und leiten
  •  Submissionen durchführen
  •  Ausführungsnormen festlegen
  •  Verifikation durchführen
  •  teilweise Datenabgabe.

Private Geometerbüros und Städtische Vermessungsämter (Ausführung):

  •  Einhalten der Vorschriften des Bundes und der Kantone
  •  Methoden auswählen
  •  Arbeiten ausführen (Erstellen/Nachführen der AV)
  •  Verwaltung der Daten
  •  teilweise Datenabgabe
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6.1. What are graphical and survey accurate cadastres and what are their advantages / disadvantages?

Grafische Kataster:

  •  Günstiger in Erstellung und Nachführung
  •  Verbreiteter
  •  Da zwischen den Nachbarparzellen aber oft nur wenige Verknüpfungen bestehen, braucht es mehr Zeit, bis die Vermessungen durchgeführt sind. Zudem müssen die Parzellen beinahe jedes Mal neu angeordnet und kontrolliert werden.
  •  Meistend wird isolated survey approach: verwendet, d.h. einzelne Parzellen werden für sich vermessen, aber nicht mit den Nachbarsparzellen zusammengehängt. Es existiert somit nur eine grafische Genauigkeit (ist die Parzelle an sich grafisch i.O.)

Beobachtungsgenaues Kataster:

  •  Grosser Aufwand für Erstvermessung sowie viel Geld zur Erstellung/Nachführung benötigt
  •  Es braucht mehr Zeit für die Erstaufnehme, ist aber schneller bei der 2. und höheren Erfassung
  •  Grosser Nutzen für andere Anforderungen
  •  Das beobachtungsgenaue Kataster basiert auf Koordinaten aus Feldmessungen und definiert und beschreibt die Grenzverläufe
  •  Meistens coordinated survey approach: Es werden die Koordinaten einer Parzelle erfasst. Die einzelnen Parzellen werden zu einem Ganzen zusammengefügt
  •  Es besteht eine bessere Verbindung zu den Nachbarsparzellen
  •  Es wird ein grösseres Gebiet abgebildet und die Parzellen passen ineinander (Vermessungs-Genauigkeit)
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6.2. Distinguish between 'upgrading' and 'updating' of cadastral databases. Give two examples for each of the processes.

Update: Katastersystem mit aktuellsten Daten füttern; z.B. alle neuen Unterteilungen der Parzellen erfassen und registrieren, Vollständigkeit des Systems ist damit gewährleistet Ein Kataster muss die korrekte rechtliche Situation wiedergeben!


Upgrade: ganzes Katastersystem auf einen neuen Stand bringen; z.B. Datenmodell wechseln, Genauigkeit steigern, neue topologische Strukturen generieren, historische Ebenen miteinbeziehen

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6.3. What are the main quality standards in the Swiss cadastre, and what is the legal force of the land ownership boundaries based upon?

  •  provisorisch digitalisiert und topologisch korrekt (AV93 konform)
  •  vollnumerisch (Koordinatenliste mit Attribut-Liste)
  •  teilnumerisch (nur Koordinatenliste)
  •  halbgrafisch (Koordinaten werden aus dem Plan herausgelesen)
  •  grafisch
  •  provisorisch akzeptiert (rechtliche Wirkung bezieht sich auf Papierkarten)

AV93: --> rechtliche Wirkung bezieht sich auf digitale Daten

Zusätzlich in ZF: Grafiken zu Qualitätsstandard, Datenmodellierung und Beziehungen zwischen 8 Ebenen im UML-Modell

 

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7.1. What are the 6 vision statements of cadastre 2014? What are their potential implications?

Die Vision Cadastre 2014 wurde 1998 am FIG Kongress veröffentlicht. Die 6 Statements sind:

  1. Cadastre 2014 wird die vollständige rechtliche Situation des Bodens zeigen, inklusive der öffentlich-rechtlichen Rechte und Einschränkungen! berücksichtigen.
  2. Die Trennung zwischen “Plan/Karte“ und “Register/Grundbuch“ wird aufgehoben!
  3. Die katastertechnische Kartierung ist tot! Lang lebe die Modellierung!
  4. Die Zeiten des 'Papier und Bleistift - Katasters' werden vorbei sein!
  5. Cadastre 2014 wird stark privatisiert sein! Öffentlicher und privater Sektor werden eng zusammenarbeiten!
  6. Cadastre 2014 wird kostendeckend sein!

Kommentare in ZF beachten!

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7.2. What are public law restrictions (PLR) and what are the key elements for integration into the swiss cadastral system?

Privatrecht

Der Kauf eines Grundstücks ist ein privatrechtlicher Akt. Beide Parteien sind gleichberechtigt, und sie sind letztlich frei, ob sie das Geschäft abschliessen wollen oder nicht. Die privatrechtlichen Bestimmungen werden im Grundbuch eingetragen und sind bereits heute öffentlich und zentral zugänglich.

Öffentliches Recht

Eine ÖREB (öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkung) hingegen entsteht aufgrund von Entscheidungen des Gesetzgebers oder der Behörden und ist für die Grundeigentümer verpflichtend. Normalerweise können die Betroffenen beim Erlass einer ÖREB an der Vernehmlassung teilnehmen, Einsprache erheben oder eine Verfügung anfechten. Ist der entsprechende Entscheid allerdings gefällt, ist der bindend. Er kann nicht verhandelt oder umgestossen werden. Für die öffentlich-rechtlichen Bestimmungen besteht bis heute keine zentrale Auskunftsstelle. Genau diese Lücke wird der ÖREB-Kataster schliessen. (Beispiele: Raumplanung; Lärmschutz; Grundwasserschutz; Baulinien für Nationalstrassen, Eisenbahnen und Flughäfen)

  • Die Daten werden zentral zur Verfügung gestellt 1 Anlaufstelle
  • Rechtliche Grundlage: GeoIG (Abschnitt 4), Verordnung über den Kataster der öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen (ÖREBKV)
  • Organisation: Ist in der Eidgenössischen Vermessungsdirektion untergebracht, wird kantonal organisiert
  • Finanzierung: Unterhaltskosten werden von Bund und Kanton getragen, Registrierung und Änderungen nach Verursacherprinzip
  • Rolle der Vermesser: Durch Erfahrung und Wissen mit Umgang von Geodaten und Gesetzen bestens geeignet für ÖREB-Daten, Patent nicht zwingend nötig
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8.1. What are the main initiatives in SDI on the European and Swiss national level?

INSPIRE ("Infrastructure for spatial information in Europe")


Zweck: Verfügbarmachen von mehr und besseren geogr. Infos für Europäischen Kommissionen, öffentliche Institutionen und Bürger um die Umweltpolitik zu unterstützen Inhalt: Metadaten, harmonisierte Daten, Netzwerkdienste, Datenteilung, Reporting und Monitoring

Daten: Netze, Administrative Einheiten, Transport, Hydrografie, Adressen, Geografische Namen, Katasterparzellen, geschützte Anlagen Höhen, Orthofoto, Bodenbedeckung, Geologie Umweltdaten Prinzipien: gestützt auf existierende Daten, Harmonisierung soll nur geschehen, wenn Bedarf vorhanden, Harmonisierung soll machbar sein und Kostenvorteile sollen analysiert werden NGDI ("National Geodata Infrastructure") Ziele: Versicherung für Administration, Politik, Ökonomie und Bürger zu jederzeit von jedem Ort auf Geoinformation zugreifen zu können, eine eidgenössische Strategie mit Massnahmen in politischen, organisatorischen, finanziellen, rechtlichen und technischen Angelegenheiten aufzusetzen. Inhalt: Grundlegende Geodaten, Metadaten, Grundlegende Geodatendienste, Technische Infrastruktur, Netzwerk e-geo.ch, Lehre/Forschung, Leitfäden und Standards, Rechtliche Grundlagen, Preisstrategie

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8.2. What is the role of cadastral data within an SDI? And how does cadastral surveying respond to these "new" requirements?

Das AV-Geodatenportal (e-geo.ch) wurde eingeführt. Zentrales Ziel ist der Aufbau eines zentralen Portals für die Visualisierung und Verteilung von AV-Daten. Nach einer Studie wurde empfohlen regionale oder kantonale Geoportale mit einem nationalen Portal zu verlinken. Auf nationaler Ebene soll das Portal von der Vermessungsdirektion und KOGIS geführt werden. Auf kantonalem Level sind Geoinformationsbüros und Vermessungsämter zuständig.