Bodenkunde 1

UI 12 Wädenswil Bodenkunde Semester 1 UI12_Wädenswil

UI 12 Wädenswil Bodenkunde Semester 1 UI12_Wädenswil


A. R.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Grundlagen der Bodenkunde auf Universitätsniveau. Sie behandeln die Struktur, Zusammensetzung und Eigenschaften von Böden, einschließlich der Prozesse wie Verwitterung, Tonverlagerung und chemische Reaktionen. Die Karteikarten erklären auch verschiedene Bodenhorizonte, Humusformen und die Auswirkungen von Wasser und Luft auf den Boden. Ideal für Studierende der Naturwissenschaften, die sich mit Bodenanalyse und -bewertung vertraut machen möchten.
Karten
44
Lernende
18
Sprache
Deutsch
Kategorie
Naturkunde
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
05.01.2013 / 22.05.2025

Lernkarten

Mull

(Humusform)

  • bildet sich unter Nährstoffreichen Bedingungen
  • Streu wird innerhalb eines Jahres abgebaut und rasch humifiziert
  • hat einen erdigen Geruch
  • mächtiger Ah Horizont, meist sehr unscharf getrennt vom darunter liegenden B Horizont
  • viele Regenwürmer
  • Laubvegetation sowie Acker und Wiesen

 

  • gut abbaubare Streu
  • günstige Nährstoffverhältnisse
  • hohe biologische Aktivität
  • wühlende Bodentiere (z.B. Regenwürmer)

Moder

(Humusform)

  • bildet sich auf Nährstoffarmen Böden
  • Kühlfeuchtes Klima
  • meist alle Auflagehorizonte Vorhanden
  1. Streuhorizont L
  2. Fermentierungshorizont Of
  3. Humifizierungshorizont Oh
  4. Oberbodenhorizont Ah
  5. Unterbodenhorizont B
  6. Ausgangsgestein C

Rohhumus

(Humusform)

  • bildet sich unter Nährstoffarmen, sauren, kühlfeuchten Bedingungen
  • schwer abbaubare Streu
  • Auflage horizonte dominieren
  • Oberhorizont Ah sehr klein ausgebildet
  • Vorkommen in Nadelwälder
  •  

Positive Auswirkungen Organischer Substanzen im Boden

  • Wasserspeicher
  • Luft - Wasserhaushalt für die Durchwurzelung
  • Durch die Dunkle Farbe erwärmt sich der Boden scneller
  • Zwischenspeicher für Nährstoffe (S,N,P)
  • Gute Kationenaustauschbarkeit (verbessert die Nährstoffspeicherung)
  •  

Physikalische Verwitterung

Mechanische zerkleinerung = Oberflächenvergrösserung

(was die chemische Verwitterung begünstigt)

  • Temperatursprengung
  • Eissprengung
  • Salzsprengung
  • Hydration (eindringendes Wasser führt zu Quellung von Tonsteinen und Auflösen von Salzsteinen)
  • Pflanzenwurzeln

Chemische Verwitterung

  • Auflösen durch Hydration, Protolyse der Carbonate und Silikate
  • Oxidation und Komplexierung (Auflösen von Mineralien durch Säuren)

Die chemische Verwitterung schreitet nur dann fort, wenn die Lösungsprodukte laufend abtransportiert werden, wenn also ein Nettowassertransport in die Tiefe stattfindet. Humides Klima begünstigt chemische Verwitterung. Wichtige Agenzien sind Wasser und seine dissoziierte Spezies, Sauerstoff und organische und anorganische Säuren.

Verbraunung

Protolyse von Silikate, Dieser Prozess ist nur bei pH<7 (d.h. auf kalkfreien oder entkalkten Böden) von Bedeutung, H+ greifen die Silikatstrukturen an und verwittern diese, dabei erden Mg, Ca, K, Na, Fe(II), Mn und andere Elemente freigesetzt, Fe(II) oxidiert und fällt aus braunes Fe-Hydroxid aus

Verlehmung

Protolyse von Carbonaten, Carbonate werden aufgelöst und ausgewaschen, der Boden entkalkt, (vgl. Entcarbonatisierung) dieser Prozess stabilisiert den Boden-pH im neutralen bis alkalischen Bereich. Verwitterung der primären Silikate aus der Sand- und Schlufffraktion, Entstehung sekundärer Tonmineralien => Anstieg des Tonanteils, Geht oft einher mit der Verbraunung, Geschieht verstärkt nach der Entcarbonatisierung und der damit verbundenen Bodenversauerung

Tonverlagerung

Im pH-Bereich zwischen 5.0 und 7.0 werden Tonpartikel mit dem Sickerwasser nach unten verlagert (Auswaschungshorizont E-Horizont) und in tieferen Bodenhorizonten angereichert (Tonanreicherungshorizon it-Horitonz). Einlagerung von Ton sinkt die Wasserleitfähigkeit im It-Horizont=Stausnässe (Braunerde wird zu Parapranerde

Podsolierung

Sinkt der pH unter 5 werden gelöste organische Substanzen mit Fe und Al komplexe nach unten verlagert. oben ein Auswschungshorizont (E-Horizont) und unten zwei Anreicherungshorizonte (organische substanzen=Ich-Horizont und Fe/al=Ife-Horizont). Vorraussetzung sind niedriger pH-Wert, gehemmter Abbau organischer Substanzen und Niederschlag.

Redoxymorphose

Bei der Redoxymorphose kommt es zu einer Rostfleckenung der Marmorierung des Bodens. Diese entsteht durch die kleinräumige Umverteilung von Fe und Mn infolge von Sauerstoffmangel. In sauerstoffarmen Zonen werden Fe und Mn reduziert, in dieser Form sind sie gut wasserlöslich und werden verlagerbar. Gelangen sie in sauerstoffreichere Zonen werden sie wieder oxidiert und fallen als Hydroxide aus. Mn=schwarz und Fe=rostrot -> Fleckenmuster

Ursachen sind Vergleyung (permanente Vernässung durch Grundwasser) und Pseudovergleyung (zeitweise Vernässung durch Stauwasser).

?

Braunerde

organische auflagehorizon sehr dünn, besteht aus Streuschicht=Mull als Humus

daraus kann auf gute Abbaubedingungen und aktive Bodenfauna schliessen

Oberboden mit sehr viel Humusgehalt=darum sehr braun

verwitterter B Horizont (Eisen wurde oxidiert, darum typische Farbe erhalten)

C-Horizont=Ausgangsgestein

?

Parabraunerde:

mineralischer Oberboden mir erhöhtem Gehalt an organischen Materialen.

E/It=auswaschungs/Einwaschungshorizont

t= höherer Tongehalt=Tonverlagerung

Diese Tonverlagerung führte zu Verdichtung und verringerte Leitfähigkeit=Stauwasser

(falls dieses eintrifft, besteht die Möglichkeit, dass der Boden zu einem Pseudogley weiter entwickelt.

?

weit entwickelter Boden mit stark fortgeschrittener Versauernung.

sobald pH unter 5.0-> Huminstoffe/Eisen ausgewaschen und lagern sich im unteren Teil ab.

E=bleicher Auswaschungshorizont

Ih=dunkle (huminstoffe) Einwaschung

Ife=rötliche (Eisen) Einwaschung

 

Grund für Bildung:

saures Silikatgestein, kühl-feuchtes Klima, schlecht abbaubare Streu,, fortgeschrittenes Alter

?

Bodenwasser beeinflusster Boden

dauernd hochstehenden Wasserstand, der bis zum Ah-Horizont reichen kann.

Durch Sauserstoffmangel bilden sich Rostflecken (Reduzierung,wieder Oxidierung)

?

Pseudogley:

durch Staunässe geprägten Boden

Oberboden: Reduktion und Bleichung

bei trockener Zeit fallen die Fe und Mn als Rostflecken oder Konkretionen aus

oft aus Parabraunerde bildend

geringe Humusschicht, wenig aktives Bodenleben

 

durch Menschen aber lässt sich diesen Boden verbessern

?

Pseudogley:

durch Staunässe geprägten Boden

Oberboden: Reduktion und Bleichung

bei trockener Zeit fallen die Fe und Mn als Rostflecken oder Konkretionen aus

oft aus Parabraunerde bildend

geringe Humusschicht, wenig aktives Bodenleben

 

durch Menschen aber lässt sich diesen Boden verbessern

Spatenprobe

Vorteile:          

  • Zeit und platzsparend
  • gute und schlechte Probe können gleich direkt verglichen werden

 für einfache Fragen ist die Spatenprobe geeignet

 

Nachteile:     

  •   punktuelle Methode (Bodenstruktur ändert sich aber von Ort zu Ort)

für gewisse Untersuchungen (pflanzennutzbare Gründigkeit) zu geringmächtig

Edelmannbohrer

Vorteile:         

  •  Zeit und platzsparend
  • kräfteschonend
  • geeignet für alle Bodentypen

Nachteile:      

  • Steine im Weg sind, geht es nicht weiter, muss von vorne begonnen werden
  • punktuelle Methode (Bodenstruktur ändert sich aber von Ort zu Ort)
  •   Sehr kleine Messmenge

Ihr kennt die „Würstchenmethode“ zur Bestimmung der Bodenart und wisst

Das ist die sogenannte Fühlprobe. Die Bestimmung der Bodenart erlaub eine Einstufung des Bodens hinsichtlich Bearbeitbarkeit (leichte, mittelschwere und schwere Böden) sowie eine Beurteilung des Luft- und Waserhaushaltes (Druchlässigkeit, Durchlüftung, Speicherfähigkeit) und der Strukturstabilität (Verschlämmungs- und Verdichtungsgefahr).

1. Die Probe muss feucht genug sein, d.h. sie darf beim Befeuchten nicht nachdunkeln.

2. Probe zu einem walnussgrossen Klumpen zusammenrollen.

3. Ist die Probe bleisiftdick ausrollbar?

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