Bio-PHZH | Themenkreis 2: Zelle – Grundbaustein des Lebens
Anforderungen im Fachbereich Biologie für die Aufnahmeprüfung an die PHZH
Anforderungen im Fachbereich Biologie für die Aufnahmeprüfung an die PHZH
-
- 1 / 54
-
Lernkarten
haploid
Als haploid (haplos, gr.: einfach) bezeichnet man Kerne bzw. Zellen mit einem einfachen Chromosomensatz aus n verschiedenen Chromosomen.
Eizelle
Die Eizelle ist der grosse, unbewegliche weibliche Gamet, der bei der geschlechtlichen Fortpflanzung mit dem männlichen Gameten (Spermium) zur Zygote verschmilzt.
Keimzelle (Gamet)
Gameten oder Keimzellen sind die bei der geschlechtlichen Fortpflanzung gebildeten haploiden Zellen. Zwei Gameten vereinigen sich zu einer Zygote, die sich dann zum Nachkommen entwickelt. Meist werden zwei Gametensorten mit unterschiedlichem Geschlecht gebildet: Eizellen und Spermien.
Zygote
Die Zygote (zygotos, gr.: verbunden) entsteht bei der geschlechtlichen Fortpflanzung durch die Verschmelzung von zwei Gameten. Sie ist meist diploid.
Genom
Als Genom oder auch Erbgut eines Lebewesens bezeichnet man die Gesamtheit der vererbbaren Information einer Zelle oder die Gesamtheit der materiellen Träger der vererbbaren Information, also die Gesamtheit der Chromosomen, der Gene oder der Desoxyribonukleinsäure (DNA).
Gen
Ein Gen ist ein Teil der Erbinformation (gennan, gr.: erzeugen). Es ist ein Abschnitt der DNA, der die Information für den Bau eines Eiweisses (bzw. einer RNA) enthält. Ein Gen bestimmt oder beeinflusst ein Merkmal des Lebewesens.
homologe Chromosomen
Diploide Zellen besitzen 2n Chromosomen (beim Menschen als 2 x 23 = 46), von denen je zwei gleich, aussehen und die Gene für die gleichen Merkmale tragen. Man nennt sie homologe Chromosomen.
Diffusion
Diffusion (diffundere, lat.: ausbreiten) ist die Durchmischung von Stoffen durch die ungerichtete Eigenbewegung ihrer Teilchen. Jeder Stoff diffundiert – unabhängig von anderen Stoffen – seinem Konzentrationsgefälle folgend. Die Diffusionsgeschwindigkeit eines Stoffes ist umso höher, je grösser sein Konzentrationsgefälle und je höher die Temperatur ist. Die erleichterte Diffusion ist eine selektive und regelbare Diffusion bestimmter Ionen und hydrophiler Moleküle durch Eiweisstunnel oder Carrier der Membran.
Osmose
Osmose ist die Diffusion von Wasser durch eine selektiv permeable Membran. Das Wasser diffundiert schneller zur Lösung mit der höheren Konzentration gelöster Stoffe, weil seine Konzentration hier tiefer ist. Wie jede Diffusion vermindert auch die Osmose das Konzentrationsgefälle. Das Wasser diffundiert zur Lösung mit der höheren Konzentration gelöster Stoffe. In dieser steigt dadurch der Druck, sie heisst darum hypertonisch (hyper, gr.: über, tonos, gr.: Spannung). Die Lösung mit der tieferen Konzentration nennt man hypotonisch (hypo, gr.: darunter), weil ihr Druck durch die Abgabe von Wasser sinkt. Das Wasser diffundiert schneller von der hypotonischen zur hypertonischen Lösung, weil es hier die tiefere Konzentration hat.
erste Reifeteilung
Die Reduktionsteilung, auch 1. Reifeteilung. – Hier wird der Chromosomensatz der diploiden Zelle reduziert, wobei die Chromosomen auf verschiedene Arten miteinander rekombiniert werden können. Schon nach der Reduktionsteilung weisen die Zellen nur noch einen einzigen Chromosomensatz auf, müssen aber noch eine Teilung durchlaufen. Dies liegt daran, dass die Chromosomen immer noch zwei Chromatiden haben, da sich ja nur der Chromosomensatz, nicht die Chromosomen selbst getrennt haben. So wird nach der Reduktionsteilung auch keine Replikation angestoßen, und nach einer sehr kurzen Interphase folgt die Äquationsteilung
zweite Reifeteilung
Die Äquationsteilung, auch als 2. Reifeteilung bezeichnet. – Diese Phase ähnelt nun einer normalen Mitose, nur dass hier ein haploider Chromosomensatz vorliegt. Ansonsten werden die Chromosomen in den normalen Zellkernteilungsphasen voneinander getrennt. Da die Meiose zwei Teilungsschritte durchläuft und jeder einzelne Schritt meist mit einer abschließenden Zytokinese zwei Tochterzellen entstehen lässt, liegen nach der abgeschlossenen Meiose vier haploide Tochterzellen vor.
Eucyten
Eucyten (eu, gr.: gut, schön, cytus, nlat.: Zelle) sind die Zellen der Eukaryoten. Sie besitzen Organellen, die durch Membranen begrenzt sind (Procyte).
Procyten
Procyten sind kleiner als Eucyten und haben keine membranumhüllten Organellen (pro, lat.: vor, cytus, nlat.: Zelle). Anstelle eines Kerns besitzen sie eine Kernregion. Anstelle von Mitochondrien und PIastiden haben sie Einstülpungen der Zellmembran, welche die Enzyme für die Zellatmung bzw. fur die Fotosynthese tragen. Dictyosomen und ER fehlen. Die Ribosomen liegen alle im Plasma.
Lebewesen mit Procyten heissen Prokaryoten; zu ihnen gehören die Bakterien.
Golgi-Apparat
Der Golgi-Apparat besteht aus den miteinander verbundenen Dictyosomen einer Zelle. Ein Dictyosom ist ein Stapel von membranumhüllten scheibenförmigen Hohlräumen mit wulstigem Rand. Es nimmt ständig Vesikel auf und schnürt neue ab.
Dictyosomen sortieren und lagern die hauptsächlich vom ER angelieferten Stoffe und verschicken sie in neuer Kombination in Golgi-Vesikel verpackt und adressiert zu Zielen in der Zelle oder zur Zelloberfläche. Der Golgi-Apparat stellt auch Stoffe her, v. a. Vielfachzucker z. B. für die MitteIlamelIe der Zellwand und für Schleime.
Lysosomen
Lysosomen sind Vesikel, die Verdauungsenzyme enthalten (lysis, gr.: Auflösung). Sie werden vom Golgi-Apparat gebildet und dienen zur Zerlegung körperfremder Stoffe in Nahrungsvakuolen und zur Entsorgung bzw. Recyclierung überzähliger Zellbestandteile oder Zellen.
Enzym
Enzyme sind Eiweisse, die eine bestimmte biochemische Reaktion katalysieren. Sie senken die aufzuwendende Aktivierungsenergie so stark, dass die Reaktion bei Körpertemperatur abläuft.
Proplastiden
Proplastiden sind teilungsfähige Vorstufen von Plastiden, die sich zu Chloro-, Chromo- oder Leukoplasten differenzieren können.
Prophase I (Meiose)
Chromatinfäden spiralisieren zu Chromosomen
Kemkörperchen und Kernhülle lösen sich auf
Im Cytoplasma wird der Spindelapparat gebildet
Tetraden-Bildung
homologe Chromosomenpaare paaren sich - dabei überkreuzen sich die Chromatiden (Crossing-over)
Metaphase I (Meiose)
Chromosomen Tetraden lagern sich auf der Äquatorialplatte an
Chromosomen werden mittels Centromeren mit dem Spindelapparat verbunden
Anaphase I (Meiose)
die homologen Chromosomen werden getrennt und bewegen sich zu den entgegengesetzten Zellpolen (im Gegensatz zur Mitose, wo sich die Schwesterchromatiden trennen)
Telophase I und Cytokinese (Meiose)
an den Zellpolen bilden sich neue Zellkerne sowie Kernkörperehen
Prophase II (Meiose)
ein neuer Spindelapparat bildet sich
Metaphase II (Meiose)
Chromosomen lagern sich auf der Äquatorialebene an
Chromosomen werden mittels Centromeren mit dem Spindelapparat verbunden
Anaphase II (Meiose)
die Schwesterchromatiden werden getrennt und bewegen sich zu den entgegengesetzten Zellpolen (entspricht der Mitose)
Telophase II und Cytokinese
an den Zellpolen bilden sich neue Zellkerne sowie Kernkörperchen
vier haploide Zellen sind entstanden, welche allesamt genetisch von der Mutterzelle als auch untereinander verschieden sind
G1 (Interphase)
Zellwachstum, Kontrolle: Ist die Zelle gross genug?
Es wird entschieden, ob die Zelle den Zyklus ein weiteres Mal durchläuft, oder ob sie sich in eine Dauerzelle differenziert (G0‐Phase).
S (Interphase)
Synthesephase: Zellwachstum und Verdoppelung der Erbsubstanz
G2 (Interphase)
Zelle wächst weiter und schliesst Vorbereitungen für die Mitose ab.
Kontrolle: Ist die DNA vollständig verdoppelt?
Vegetative Fortpflanzung (auch ungeschlechtliche oder asexuelle Fortpflanzung)
Ein neues Lebewesen entsteht aus einem elterlichen Individuum (bei Einzellern) oder aus Teilen davon (bei Vielzellem). Es sind keine Geschlechtsorgane und Keimzellen involviert.
Die Individuen der Tochtergeneration haben genau die gleichen Erbanlagen wie der mütterliche Organismus; solche Nachkommen nennt·man Klone.
Sexuelle Fortpflanzung (auch geschlechtliche oder generative Fortpflanzung)
Ein neues Lebewesen entsteht durch die Verschmelzung zweier geschlechtlich verschiedener Zellen = Gameten (Pflanzen: Ei und Pollenkorn; Tier: Ei und Spermium), die von zwei verschiedenen Eltern (männlich und weiblich) gebildet wurden. Das Verschmelzungsprodukt ist· eine befruchtete Eizelle = Zygote. Die Verschmelzung der beiden Keimzellen nennt man Befruchtung.
Die Individuen der Tochtergeneration haben Erbanlagen von beiden Eltern; die durch sexuelle Fortpflanzung· entstandenen Nachkommen sind also Kombinationen und deshalb variabel. Durch sexuelle Fortpflanzung kann Neues entstehen (im Gegensatz zur vegetativen Fortpflanzung).