Biometrie
Biometrie
Biometrie
-
- 1 / 62
-
Cartes-fiches
Was ist Biometrie?
"1.Std"
angewandte Mathematik und Statistik zur Beschreibung, Modellierung und Beurteilung biologisch-naturwissenschaftlicher (und damit auch medizinischer) Phänomene
Was ist Epidemologie?
"1.Std"
beschäftigt sich mit der Untersuchung der Verteilung von Krankheiten, physiologischen Variablen und Krankheitsfolgen in Populationen und Beständen sowie mit den Faktoren, die diese Verteilung beeinflussen.
Was ist Statistik?
"1.Std"
Statistik ist eine wissenschaftliche Disziplin, deren Gegenstand die Entwicklung und Anwendung von Methoden zur Datenerhebung, -beschreibung und -analyse sowie der Beurteilung der Ergebnisse ist. Dabei unterscheidet man:
1. Deskriptive Statistik: Methode zur Auswertung und übersichtlichen Darstellung von Daten
2. Induktive Statistik: Methode zum Treffen von vernünftigen Entscheidungen im Falle von Unsicherheit bzw. Risiko; "den Zufall in den Griff bekommen", "Sicherheit über Unsicherheit gewinnen".
Wie ist Biometrie in der Veterinärmedizin relevant?
"1.Std"
Sicherheit vom Ergebnis eines Diagnosetests zur Bestimmung einer Erkrankung
Anzahl von Tieren, die in einer Untersuchung zur Prüfung der Wirksamkeit eines Medikaments eigesetzt werden
Das Risiko einer Allergie-Erkrankung bei Retrievern in Abhängigkeit von unterschiedlichen Fütterungsbedingungen
Wie ist die Epidemologie in der Veterinärmedizin relevant?
"1.Std"
Untersuchung der Verteilung von:
. Krankheiten (auch Infektionen etc)
. physiologischen Variablen
. Krankheitsfolgen
. Leistungsmerkmalen und
. ökonomischen Faktoren
(allgemein: Zielvariable, Outcome) in definierten Tierpopulationen bzw. Beständen sowie mit den Faktoren, welche diese Verteilung beenflussen
Definition modifiziert nach WHO (World Health Organization)
Was ist Veterinary Public Health?
"1.Std"
VPH ist die Summe aller Beiträge zum körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefinden der Menschen durch das Verständnis und die Anwendung der Veterinämedizin.
WHO
Wie unterscheiden sich Individuelle und Populations-Medizin?
"1.Std"
Individuelle Medizin: (der kurativ tätige Arzt)
Untersuchung des spezifischen Falles
Diagnose-> Behandlung
Populations-Medizin: (der präventiv tätige Arzt)
Untersuchung von vielen Fällen
Risikobewertung-> Vorsorge
Was bedeutet Grundgesamtheit/Zielpopulation und Stichprobe/Untersuchungspopulation?
"1.Std"
Grundgesamtheit/Zielpopulation = Gesamtmenge der statistischen Einheiten, für die das Ergebnis der Erhebung gültig sein soll
Stichprobe/Untersuchungspopulation = Teilpopulation der Grundgesamtheit, welche in der Verteilung der untersuchungsrelevanten Merkmale mit der Grundgesamtheit übereinstimmen soll und an der die Untersuchung durchgeführt wird
Was ist die Charakterisierung einer empirischen Studie?
"1.Std"
. Stichproben-Daten sind die Konsequenz eines zufälligen Auswahlprozesses
. bei Wiederholung der Studie erhält man andere Daten und somit Resultate
. Stichproben-Resultat entstammt einer Verteilung aller möglichen Ergebnisse
. Stichproben-Resultat ist unser "bester Schätzer" für die Realität
Wie ist die statistische Schlussweise (inferencia) angewendet?
"1.Std"
. Schätzen der unbekannten Parameter der Grundgesamtheit "Finde eine Größe aus den Daten der Stichproben, die "möglichst nah" an der unbekannten Wirklichkeit ist."
. Angabe von Kofidenzintervallen (Vertrauensbereichen) "Gebe basierend auf den Daten der Stichproben ein Intervall an, das den wahren Wert (Populations-Parameter) mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit überdeckt."
. Entscheiden mittels eines statistischen Tests, ob anhand der Daten der Stichprobe eine Aussage über einen Parameter der Grundgesamtheit (bspw. Unterschied eines Mittelwertes zwischen Gruppen) wahr oder falsch ist
Wie unterscheidet man die Erhebung (Sammlung) von Daten?
"1.Std"
Befragungen, Beobachtungen/Messungen, Experimente
Was bedeutet "Untersuchungseinheiten"?
"1.Std"
Individuen, die einer Erhebung/Untersuchung zu Grunde ligen, d.h. an/von denen Daten gesammelt werden, bezeichnet man als Untersuchungseinheiten = statistische Einheit = Merkmalsträger
Was bedeuten Merkmale in der Biometrie?
"1.Std"
Die Eigenschfaten, die hinsichtlich des Untersuchungsziel an der statistischen Einheit untersucht werden, heißen Merkmale.
Was sind Merkmalswerte? Was stellen sie dar?
"1.Std"
Die gemessene, erfragten oder beobachteten Ausprägungen des Merkmals sind die Merkmalswerte. Sie stellen die Daten der Erhebung dar.
Wie sind Merkmale charakterisierte?
"1.Std"
quantitative Merkmale: Untersuchungseinheiten unterscheiden sich im absoluten (Zahlen-) Wert - (Alter, Gewicht, etc)
qualitative Merkmale: Unterschiedungseinheiten unterscheiden sich in ihrer Ausprägung (Art) - (Geschlecht, Name, Rasse, etc)
Was ist die Skalierung von Merkmalen?
"1.Std"
metrische (quantitative) Skala: die Werte unterliegen einer Reihenfolge und die Abstände zwischen den Werten der Skala lassen sich interpretieren - (Gewicht, Keimzahlen, Betriebsgröße, etc)
ordinale (qualitativ oder semiquantitative) Skala: die Werte unterliegen einer Rangfolge, aber die Abstände zwischen den Werten der Skala lassen sich nicht interpretieren - (Bewertung: Bonituren, Noten; Gesundheitszustand, etc)
nominale (qualitative) Skala: die Werte unterliegen keiner Rangfolge und sind nicht vergleichbar - (Name, Geschlecht, Therapieform, Haltungsform, etc)
Was bedeutet die Codierung von Skalen?
"1.Std"
Nicht jede Zahl ist eine Zahl!
Häufig werden Daten verschlüsselt, um die anschließende Datenverarbeitung zu erleichtern.
Zusammenfassung: Merkmale
"1.Std"
Qualitativ: Nominal (nur namentlich unterscheidbar - Geschlecht m, w, Tierarten Ktz, Hnd), Ordinal (Sortierbar, innere Ordnung - Appetit, kein, mittel, normal, Hygiene gut, mittel, schlecht)
Quantitativ: Diskret (Zahlenwerte ohne Zwischenwerte - Anzahl der Boxen 1,2,3), Stetig (Zahlenwerte beliebig fein messbar - Alter in Jahren, Gewicht in kg, g, Temperatur in Grad)
Arithmetischer Mittelwert: Eigenschaften I
"2.Std."
Berechnung ergibt nur Sinn, wenn eine echte metrische Skala vorliegt
Bei numersicher Kodierung von kategoriellen Merkmalen (Klassen) ist das nicht sinnvoll
Was ist die formale Definition von "Median"?
"2.Std."
Ordnet man die Daten der Größe nach (->RÄNGE), so ist der Median (auch Zentralwert, mittelster Wert) derjenige, für den 50% der Beobachtungen größer und 50% der Beobachtungen kleiner diesem Wert sind
Beispiel: Für die Werte 4, 1, 37, 2, 1 ist die Zahl 2 der Median, nämlich die mittlere Zahl in 1, 1, 2, 4, 37
Welche sind die Eigenschaften von Medianwerten?
"2.Std."
. ist schwierig zu formalisieren, aber leicht (durch abzählen) zu bestimmen
. kann sowohl be metrischen wie auch bei ordinalen (semi-quantitaven) Skalen eingesetzt werden
. ist robust gegenüber Extremwerten
Was ist die Definition von gama-Quantile?
"2.Std."
Die Charakterisierung eines bestimmten Prozentsatz der Daten
Bsp. 50% n.gama=Gesamtanzahl x 0,5
80% n . gama= Gesamtanzahl x 0,8
Welche sind die am häufigsten benutzte Quantile?
"2.Std."
Median: 0,5 Quantil
Quartile: 0,25, 0,5, 0,75 Quantil
Quintile: 0,2, 0,4 ... 0,8 Quantil
Dezile: 0,1, 0,2, 0,3 ... 0,9 Quantil
Perzentile: 0,01, 0,02, 0,03 ... 0,09 Quantil
Wie ist die Lagemaße bei unterschiedlichen Verteilungen vergleichbar?
"2.Std."
. bei symmetrischen Verteilungen sind arithmetischer Mittelwert und Median identisch
. bei schiefen Verteilungen gilt: rechtsschief -> AM>Median
linksscheif -> AM<Median
Was bedeutet Modus?
"2.Std."
Der Modus oder Modalwert ist bei einer empirischen Häufigkeitsverteilung der häufigste Wert, bei einer diskreten Zufallsvariable die Ausprägung mit der größten Wahrscheilichkeit und bei einer stetigen Zufallsvariable die Maximumstelle (Scheitelpunkt) der Dichtefunktion
Was bedeutet Range?
"2.Std."
Spannweite
Wie ergibt sich einen Quartilsabstand?
"2.Std."
Betrachtet man die Streuung "in der Mitte der Daten", d.h. der mittleren 50%, so heißt die Differenz zwischen dem 75%- und dem 25%-Quantil
Der Quartilsabstand - oberes Quartil minus unteres Quartil
Was ist ein Boxplot?
"2.Std."
Der Boxplot (auch Box-Whisker-Plot oder deutsch Kastengrafik) ist ein Diagramm, das zur grafischen Darstellung der Verteilung kardinalskalierter Daten verwendet wird. Es fasst dabei verschiedene robuste Streuungs- und Lagemaße in einer Darstellung zusammen. Ein Boxplot soll schnell einen Eindruck darüber vermitteln, in welchem Bereich die Daten liegen und wie sie sich über diesen Bereich verteilen. Deshalb werden alle Werte der sogenannten Fünf-Punkte-Zusammenfassung, also der Median, die zwei Quartile und die beiden Extremwerte, dargestellt.
Was bedeutet Varianz?
"2.Std."
Die mittlere quadratische Abweichung aller Einzelmesswerte vom arithmetischen Mittelwert heißt Varianz.
Varianz wird durch Extremwerte stark beeinflusst!
Gesamtvarianz = Summe von quadrierten Abständen
Mittlere Varianz = Gesamtvarianz/n
Was bedeutet Standardabweichung?
"2.Std."
Die Dimension der Varianz ist quadratisch (z.B. cm2, °C2, etc). Da dies schwierig zu interpretieren ist, betrachtet man oft die Quadratwurzel der Varianz und bezeichnet diese Größe als Standardabweichung (oft als SD für "standard deviation" abgekürzt). Diese ist in der gleichen Dimension angesiedelt wie die Messwerte und der arithmetische Mittelwert.
Lage und Streuung: Zusammenfassung
"2.Std."
Zentrale Lage und Streuung sind die wichtigsten Deskriptoren von metrischen Daten. Sie sind Bestandteil JEDER BIOMETRISCHEN AUSWERTUNG
Grundbegriffe Koordinatensystem: Was bedeutet Abszisse und Ordinate?
"3.Std."
Abszisse: X-Achse, Messgröße und Einheiten
Ordinate: Y-Achse, Messgröße und Einheiten
Was ist ein Kreisdiagramm (ein Merkmal)?
"3.Std."
Ein Kreisdiagramm ordnet den relativen Häufigkeiten der Merkmalsausprägungen Kreissektoren zu, so dass die Sektorenflächen proportional zu den relativen Häufigketien sind.
Bemerkunge:
- kann bei allen Skalen verwendet werden
- ist nur aussagekräftig bei wenigen Kategorien
- ist bei Rangskalen und metrischen Skala unübersichtlich
Was ist ein Blockdiagramm?
"3.Std."
Ein Blockdiagramm ordnet den relativen Häufigkeiten der Merkmalausprägungen Flächensegmente zu, die proportional zu den relativen Häufigkeiten sind.
Bemerkungen:
- ist besser bei Vergleichen zu benutzen als ein Kreisdiagramm
- ist nur aussagekräftig bei wenigen Kategorien
Was ist ein Säulendiagramm?
"3.Std."
Ein Säulendiagramm trägt in einem Koordinatensystem über jeder Ausprägung auf der Abszisse die zugehörigen absoluten bzw. relativen Häufigkeiten als senkrecht Stäbe ab.
Bemerkungen:
- Achtung bei metrischen Skalen und unbesetzten Merkmalskategorien
Wie funktioniert die Kategorisierung stetiger Merkmale?
"3.Std."
werden stetige Merkmale (z.B. das Alter) in Tabellen oder Abbildungen kategorisiert, so ist die folgende Bezeichnung/Regel des statistischen Bundesamt üblich:
. von ... bis unter ...
. [a,b]
. a<=x<b
Beispiel: 5-10, 10-20, etc und nicht 5-9,99, 10-19,99, etc
Was ist ein Histogramm?
"3.Std."
Bei einem Histogramm trägt in einem Koordinatensystem über jeder Ausprägung auf der X-Achse die zugehörigen relativen Häufigkeiten als Flächen ab.
Je Kasten=Höhe*Breite
Bemerkungen:
- die Gesamtfläche unter dem Histogramm ist 1 (100%)
- das Histogramm kann nur bei metrischen Skalne verwendet werden
- das Histogramm ist kein Säulendiagramm, da die Fläche und nicht die Höhe proportional zur relativen Häufigkeit ist
->Ausnahme: bei gleichen BREITEN der Kategorien
- das Histogramm ist nicht Bestandteil der meisten Grafikprogramme, obwohl oft so bezeichnet
Die stetige Variante des Histogramms heißt Dichtefunktion.