Biologische Behandlung
Biologische Behandlung Abfallströme Theorie RWTH aachen
Biologische Behandlung Abfallströme Theorie RWTH aachen
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Cartes-fiches
Anaerober Umsatz - Hemmmechanismen
● H2S in höheren Konzentrationen für Methanbakterien giftig
● wichtige Spurenelemente (Ni, Co, Mo, Fe) werden als schwerlösliche Metallsulfide gefällt
● Sulfatreduktive bilden eine Konkurrenzreaktion zur Methanbildung
● wahrscheinlich: Hemmung durch Zusammenwirken aller drei Mechanismen
Hemmung der Methanbildung durch Ammonium-Stickstoff
Hemmung der Methanbildung durch flüchtige Fettsäuren
Hemmung der Methanbildung durch Schwefelwasserstoff
Beurteilung der Abbaubarkeit bei aeroben oder anaeroben Behandlungsverfahren
----- Test- und Untersuchungsverfahren
Normierte Testverfahren für ● Flüssige und feste Stoffe ● Aerobe und anaerobe Verfahren
----->Untersuchung definierter Testsubstanzen und Testgemische
Grundlagen der Testverfahren
anerobe und aerobe Behandlungsverfahren
Physikalisch-chemische Faktoren ● Temperatur, pH-Wert, Korngröße, Porenvolumen, Wassergehalt, Homogenität, Gasaustausch
Substratspezifische Faktoren ● C:N-Verhältnis, biologische Abbaubarkeit der organischen Substanz, Huminstoffe
Biologische Faktoren ● Einsatz von undefinierten Mischkulturen (Kompost oder Klärschlamm) ● Oder Reinkulturen, bzw. Enzympräparate
Physikalisch chemische Faktoren bei aneroben und Aeroben Abbau
Temperaturverlauf bei Kompostierung in 3 Stufen ● Abbauphase, Umbauphase, Aufbauphase
pH-Wert ● Aerob: 7-8 ● Anaerob : z.T. sauer, z.T. leicht alkalisch
Korngröße und Porenvolumen ● Sauerstoffversorgung ● Abführung des gebildeten Kohlendioxid/ Wärme
Wassergehalt ● Zu trocken keine Stoffwechselvorgänge ● Zu feucht Bildung anaerober Zonen ● Fest eingestellter Wassergehalt bei Test (50%)
Gasaustauch ● Bei aeroben Tests wichtig zur Aufrechterhaltung aerober Zustände (Sauerstiffversorgung) ● Ableiten von ● Kohlendioxid ● Ammoniak ● Wärme und Wasser ● Im Test oft künstliche Belüftung (regelbare Druck- oder Saugbelüftung)
Substratspezifische Faktoren (I) aerobe und anerober Abbau Testverfahren
C:N-Verhältnis ● Verfügbarkeit und ausgewogenes Verhältnis wichtig ● 20:1 bis 80:1 im Ausgangsmaterial ● Günstig 25:1 Biologische Abbaubarkeit ● Leicht: Zucker, Stärke, Pektine, Eiweißverbindungen ● Mittelschwer: Hemicellulose, Wachse, Öle ● Schwer: Lignine, Harze ● Nicht/kaum abbaubar: Leder, Gummi, Kunststoffe
Huminstoffe ● Bestehen aus: Huminsäuren und Fulvinsäuren ● Gehalt an Fulvinsäuren nimmt ab ● Gehalt an Huminsäuren steigt ● Als analytische Methode nicht geeigne
Aerobe Testverfahren
Grundsätzliche biologische Abbaubarkeit
Verlauf des Abbaus (Kinetik)
Standardtests Aerobe Testverfahren beispiele
Respirometrische Untersuchungen (Atmungsaktivität)
Selbsterhitzungsversuch
Aerober Abbau genau zusammenfassen
Aerober Abbau ● Verbleib eines reduzierten Organikanteils, Entstehung von H2O, CO2 und Wärme, Verringerung pathogener Keime ● Organismen: Bakterien, Pilze, Metazoen ● Einflussfaktoren für den biologischen Abbau: Wassergehalt, pH-Wert, Temperatur, Nährstoffe und Spurenelemente ● 3-stufiger Abbau von Organik ● Zerlegung großer Moleküle durch Hydrolyse mittels Enzymen ● Oxidation des org. Kohlenstoffs und Wasserstoffentzug ● Oxidation des Wasserstoffs mit externem Oxidationsmittel (z.B. O2 )
anerober Abbau genau zusasmmenfassen
Anaerober Abbau ● Entstehung von CO2 und CH4 , (Wärme, Verbleib eines reduzierten Organikanteils), Verringerung pathogener Keime ● Organismen: obligat anaerobe oder fakultativ anaerobe Mikroorganismen ● 4-stufiger Abbau von Biomasse und Gasbildung ● Zerlegung großer Moleküle durch Hydrolyse mittels Enzymen ● Vergärung/Versäuerung ● Acetogenese, ● Methanbildung ● Hemmende und toxische Einflussgrößen (z.B. H2S, NH3 , Desinfektionsmittel)
Trockenrückstand (TR)
● Der TR beschreibt die Verteilung von Wasser und Feststoff innerhalb der Gesamtmasse (Anteil der Trockenmasse an der gesamten Masse eines Schlammes)
● Rückstand, welcher nach Trocknung einer Probe bei 105 °C verbleibt
● Enthält auch die ursprünglich gelösten Stoffe (z. B. Salze)
● Angabe in kg/kg oder Gewichts-%
Trockensubstanzgehalt (TS)
● Rückstand, welcher nach Filtration im Filter verbleibt und getrocknet wird
● Enthält die ursprünglich gelösten Stoffe nicht
● Angabe in kg/m
Glühverlust (GV)
Verteilung von organischer und anorganischer Trockensubstanz innerhalb der Gesamttrockenmasse
● Massenanteil, der beim Glühen der Trockenmasse eines Schlamms unter festgelegten Bedingungen als Gas entweicht. Er wird auf die Trockenmasse bezogen und in Prozent angegeben.
● Glühverlust organische Substanz abbaubarer Anteil
● enthält auch chemisch gebundenes Wasser und flüchtige anorganische Verbindungen
● wichtig für ● Überwachung des Faulprozesses
● Berechnung der Gasausbeute
● Beurteilung der Belastung eines Faulbehälters
Glührückstand (GR)
Massenanteil des Rückstandes, der nach dem Glühen der Trockenmasse eines Schlamms unter festgelegten Bedingungen in der Schale verbleibt. Er wird auf die Trockenmasse bezogen und in Prozent angegeben.
● Entspricht dem mineralischen Anteil ● Besteht aus Sand, Fällungsprodukten u.ä.
Verfahrensunterschiede Anerobe und Aerobe Behandlung
Anerob :
hohe Biomassebildung (~50%) rest + Energie ung 50%
Aerobe
geringe Biomassebildung (~5-10%) +rest * 90% Energie
Kompostierung
Kompostierung ist ein oxidativer, bakterieller Ab-, Um- und Aufbau organischer Stoffe (biochemische Oxidation) ● Verbrauch von Sauerstoff ● Produktion von Kohlendioxyd (CO2 ) und Wärme ● Material besteht aus H2O, oTS und mTS
Kompostqualität ist nur über vier elementare Steuergrößen beeinflussbar ● Materialmischung der Ausgangsmaterialien ● Steuerung des Wasserhaushaltes ● Sauerstoffversorgung des rottenden Materials ● Steuerung der Rottetemperatur
Umsetzungsvorgänge bei der Kompostierung
Sauerstoff, Wasser , Mikroorganismen , Kompostfauna, ------> Kohlendioxid Wärme Wasser Amoniak
------> Bildung von Humus
Kompostierungsphasen (bzgl. der Temperatur)
Temperatur ist die klassische Steuerungsgröße bei der Kompostierung
Anfangs- oder Initialphase (Abbauphase) ● starke Vermehrung mesophiler Organismen ● Absenkung des pH-Wertes (Ansäuerung)
Thermophile Phase (Abbauphase) ● starke Vermehrung thermophiler Organismen ● hoher Abbaugrad in einem Temperaturbereich von 45 - 55°C ● weiterer Temperaturanstieg bis 75°C; Abnahme der Organismenanzahl (Verlust der mesophilen Organismen) ● Erhöhung des pH-Wertes
Abkühlphase (Umbauphase) ● Temperaturen sinken unter 45°C mesophile Bakterien und Pilzarten werden aktiv ● Je nach Kompostierungsverfahren hält diese Phase mehrere Wochen an.
Reifephase (Aufbauphase) ● Weitere Abkühlung, Besiedlung durch Bodentiere (Zerkleinerung von Pflanzenteilen, Durchmischung und Durchlüftung des Substrates, Stabilisierung der Humusstoffe) ● Bildung von Ton-HumusKomplexen ● Beginn der Mineralisation
Kompostierungsverfahren
Statische Verfahren (ohne Umsetzung) (<5) ● Container-/ Boxenkompostierung ● Mietenrotte ohne Umsetzen ● Zeilen-/ Tunnelverfahren
Quasi-dynamische Verfahren ( >=5) ● Mietenrotte mit Umsetzen ● Klappbodenzellen mit Umsetzen ● Container-/ Boxenkompostierung mit Umsetzen ● Zeilen-/ Tunnelverfahren mit Umsetzen
Dynamische Verfahren (kontinuierliche Bewegung) ● künstlich belüftete Tunnelreaktoren ● künstlich belüftete Rottetrommeln
Mietenkompostierung
älteste und einfachste Form der Kompostierung das am häufigsten eingesetzte Verfahren (50 % der in Deutschland installierten Behandlungskapazität)
Mietenkompostierung Verfahrensmerkmale
großes Oberflächen/Volumen-Verhältnis
● geringe Diffusionswege von Zu- und Abluft zum Mietenrand
● bei ausreichendem Luftporenvolumen ist keine Zwangsbelüftung erforderlich
● hoher Flächenbedarf: 1,5 bis 2 m2 /Mg Kompostrohstoff
● Intensivrottedauer: ● ohne Umsetzen, mit künstlicher Belüftung: 12-16 Wochen ● ohne Umsetzen, ohne künstliche Belüftung: 20-25 Wochen ● mit Umsetzen, mit künstlicher Belüftung: 6-12 Wochen
Zeilen- und Tunnelkompostierung
Rotteprozess erfolgt im gekapselten Raum
i.d.R. Zwangsbelüftung erforderlich
Intensivrottedauer: 4 bis 12 Wochen
Automatische Umsetzung
Dynamische Kompostierung
Intensivrottesysteme ● Verkürzung der Rottezeiten ● Steigerung der Leistung
Rottetrommel ● nur für leicht abbaubare organische Inhaltsstoffe ● kein Ligninabbau ● Sickerwasser zur Befeuchtung der Mieten in Nachrotte ● u.U. bis zu 4 Monaten Nachbehandlung in der Nachrotte
Turmkompostierung ● Temperaturprofil über die Höhe ● 14 Tage im Turm ● 4 Wochen Nachrotte in Mieten
Trockenfermentation
TS > 20%
Vorteile :• geringer Energiebedarf für Erwärmung, da weniger H2O zu erwärmen ist • höhere spezifische Raumbelastung möglich • geringerer Aufwand zur Produktenwässerung
Nachteile:
unvollständige Durchmischung • lokal erhöhte Toxin- und Salzgehalte sowie Stoffwechselzwischenprodukte • erschwerte Diffusion • verminderter Abbaugrad
Nassfermentation
Vergärung
TS bis 10% (15%)
Vorteile: einfachere Betriebsführung • begünstigter Stoffaustausch im flüssigen Medium • Vermeidung lokaler Unterversorgung und lokaler Anreicherung mit Zwischenprodukten und Toxinen • Störstoffe können abgeschieden werden • Homogener Schlamm
Nachteile : höhere Energie notwendig • Im Vergleich zur Trockenfermentation größere Reaktorvolumina
Thermophiler Betrieb
Vergärung
Vorteile : schneller Abbau • kürzere Verweilzeiten • vollständiger Umsatz • höhere Gasproduktion • Hygienisierung
Nachteil :höherer CO2 -Anteil • niedriger CH4 -Anteil • höherer N2 -Anteil • erhöhter Energiebedarf
Mesophiler Betrieb
Vergärung
einfachere Prozessführung • geringerer Energiebedarf zur Aufheizung
größeres Reaktionsvolumen als thermophil • keine gesicherte Hygienisierung
Einstufige Prozessführung Vergärung
Abbau in einem Reaktor; Kompromiss zwischen den verschiedenen Milieubedingungen
Vorteile :• Einfacher Betrieb • Keine zwischengeschaltete Phasenseparation
Nachteile Größeres spezifisches Reaktorvolumen • Geringfügig höherer Energiebedarf
Zweistufenprozess: Vergärung
Hydrolyse und Säurebildung sowie die Schritte der Essigsäure- und Methanbildung in räumlich voneinander getrennten Reaktoren
Weitgehende Trennung der Mikroorganismengesellschaften • Entkopplung der Hydrolyse als geschwindigkeitsbestimmenden Schritt der Methanbildung • Kurze Verweilzeiten im Methanreaktor
Größerer apparatetechnischer Aufwand • Bei kleineren Anlagen nicht geeignet
Vergleich Vergärung / Kompostierung
-Prozessbeschreibung
-geeignetes Ausgansgmaterial
-optimale Substratfeuchte
-Behandlungsdauer
Kompostierung Vergärung
aerob Zugabe von Strukturmaterial exotherm (Selbsterhitzung) anaerob leicht exotherm
strukturreich, ligninhaltig, Wassergehalt < 70 % strukturarm, ligninarm hoher Wassergehalt
40 – 60 % 60 – 95 %
ca. 8 – 12 Wochen ca. 20 Tage (anaerob), zzgl. 4 – 6 Wochen Nachrotte
Vergleich Vergärung / Kompostierung
-Energie
-Platzbedarf
-Emissionen
-Kosten
energieintensiv (Belüftung) energieunabhängig
0,4 – 1,9 m³/Mg 0,1 – 1,2 m²/Mg (geringer Platzbedarf für Vergärung, mit Nachrotte nur geringe Vorteile
Abwasser: gering Geruch: hoch Abwasser: hauptsächlich bei Nassfermentation Geruch: geringer
in Abhängigkeit vom Durchsatz ca. 65 – 100 €/Mg bei Kompost, ca. 65 €/Mg bei Frischkompost
in Abhängigkeit vom Durchsatz ca. 70 – 200 €/Mg (bei mittleren Anlagen vergleichbar mit Kompostierung)
Bioabfallverordnung
– Verwertung von Bioabfällen auf landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich und gärtnerisch genutzten Böden
Erneuerbare-Energien-Gesetz
– zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung der Energieversorgung, Schonung fossiler Energieressourcen und Weiterentwicklung von Technologien zur Stromerzeugung aus EE
Biomasseverordnung
Erzeugung von Strom aus Biomasse (zum EEG)
Düngemittelverordnung
– Inverkehrbringen von Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln
Düngeverordnung
– Anwendung von Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln
welche verschiedenen Genehmigungsverfahren gibt es ?
Genehmigungsverfahren
● Genehmigung nach BauGB (und jeweils geltender Landesbauordnung)
● Genehmigung nach BImSchG (mit 4. BImSchV)
Kompostierungsphasen (bzgl. des Stoffsystems)
Biochemische Initialphase ● Hochpolymere Verbindungen werden durch Hydrolyse und Oxidation enzymatisch gespalten.
Mechanische Zerteilungs- und Mischungsphase ● Vermischung angegriffener Substanzen durch Makro- und Mikrofauna
Mikrobielle Umbauphase ● Enzymatische Spaltung organischer Verbindungen in ihre Grundbausteine CO2 und H2O, Mineralstoffe und Energie (teilweise reaktionsfähige Spaltprodukte)
Temperatur [°C] Rottegrad Kompostart .....
Temperatur [°C] Rottegrad Kompostart
Vorrotte
> 60 I Kompostrohstoff
50 – 60 II Frischkompost
Nachrotte
40 – 50 III Fertigkompost
30 – 40 IV Fertigkompost
20 – 30 V Spezialkompost
Zusammensetzung von Biogas nach Kern
Gas Anteil in Vol.-%
Methan (CH4 ) 50 – 75
Kohlendioxid (CO2) 25 – 50
Stickstoff (N2 ) < 3
Sauerstoff (O2 ) < 1
Wasserstoff (H2 ) < 1
Schwefelwasserstoff (H2S) < 1
Ammoniak (NH3 ) < 1
Durchschnittliche Biogasdichte
Durchschnittliche Biogasdichte: ρBiogas = 1,22 kg/m3 N
Biogas ist vollständig wasserdampfgesättigt