Biologische Behandlung

Biologische Behandlung Abfallströme Theorie RWTH aachen

Biologische Behandlung Abfallströme Theorie RWTH aachen


A. S.
Diese Lernkarten behandeln auf Universitätsniveau die biologischen Behandlungsverfahren von Abwasser und Biogas, mit Fokus auf Prozesse wie Vergärung, Kompostierung und Abwasserreinigung. Sie decken Themen wie Feststoffabtrennung, Biogasaufbereitung und die Behandlung von Prozesswasser ab, einschließlich der Entfernung von CO2, H2S und anderen Verbindungen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Fachleute, die sich mit der Optimierung von biologischen Behandlungsanlagen und der Einhaltung ökologischer sowie betriebswirtschaftlicher Anforderungen vertraut machen möchten.
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115
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1
Langue
Allemand
Catégorie
Biologie
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
31.07.2016 / 01.08.2016

Lernkarten

Anwendungsfelder der organischen Stoffstrombehandlung

Abfallbehandlung

Landwirtschaft

Energetische Nutzung von NaWaRo

Bioabfälle (gemäß BioAbfV)

● Abfälle tierischer oder pflanzlicher Herkunft zur Verwertung

● Können durch Mikroorganismen, bodenbürtige Lebewesen oder Enzyme abgebaut werden

● Insbesondere die in Anhang 1 Nr. 1 (BioAbfV) genannten Abfälle.

● Pflanzenreste, die auf forst- oder landwirtschaftlich genutzten Flächen anfallen und auf diesen Flächen verbleiben, sind keine Bioabfälle.

Wirtschaftsdünger

● Tierische Ausscheidungen (Gülle, Jauche, Stallmist) sowie Stroh und ähnliche Nebenerzeugnisse aus der landwirtschaftlichen Produktion

Nachwachsende Rohstoffe (NaWaRo)

● Organische Stoffe pflanzlichen oder tierischen Ursprungs

● Werden ganz oder in Teilen als Rohstoffe für die Industrie oder als Energieträger genutzt

● erneuern sie sich jährlich oder in überschaubaren Zeiträumen (im Gegensatz zu fossilen Energieträgern)

Zielsetzung der biologischen Abfallbehandlung

Stabilisierung der org. Abfälle

Hygienisierung der Abfälle

Rückführung nativ-organischer Abfälle als humus-ähnliches Substrat in den natürlichen Stoffkreislauf

Erzeugung eines vermarktbaren Produktes (Kompost)

Zielsetzung der Wirtschaftsdüngerbehandlung

Verbesserung technologischer Eigenschaften wie Konsistenz, Fließ-, Ablauf- und Infiltrationsverhalten

Verbesserung der Nährstoffwirkung und –ausnutzung

Reduktion von gasförmigen und flüssigen Nährstoffverlusten

Minderung der Geruchsproblematik

Biologische Stoffstrombehandlung 

2 grobe Hauptwege

Abbau organischer Substanzen durch verschiedene Mikroorganismen

unter Luftzufuhr -> Kompostierung

unter Luftabschluss .> Vergärung

Reduktion der ursprünglichen organischen Stoffe und ggf. Nutzung der darin enthaltenen Energie

Biomasse (Definition gemäß BiomasseV)

Biomasse: sämtliche Stoffe organischer Herkunft (d. h. kohlenstoffhaltige Materie)

Biomasseentstehung

Biomassebildung durch Photosynthese (direkte Umwandlung von Sonnenlicht in Energie)

Primärreaktion: Umwandlung von CO2 und H2O in Kohlenhydrate (C6H12O6 ) und O2

Frage kommenden Siedlungsabfälle für Biologische Behandlung

Gartenabfälle und Parkabfälle

Marktabfälle

Straßenkehricht

Klärschlämme

Fäkalschlämme

Bestandteile des (häuslichen) Bioabfalls

Grüngut, Obst , Gemüse, Südfrüchte Speisereste > 90 %

Papier 3,7

Feingut < 25mm (kaffe ,nudeln...) 2,1

Störstoffe

 Wovon sind die Schwankungen bei der Zusammensetzung der Bioabfälle in Abhängig ?

der Jahreszeit,

● der Wohn- und Bevölkerungsstruktur,

● der Anschlussdauer des Sammelgebietes,

● der erfolgten (oder nicht erfolgten) Öffentlichkeitsarbeit

● und dem Sammelsystem

Störstoffanteil von Bioabfällen

Störstoffe

● wesentliches Kriterium für die Vermarktung

● Anteil etwa 3 bis 8% der Feuchtmasse

● Störstoffe sind

● Kunststoff

● Eisen- und Nichteisenmetalle

● Papier- und Pappverbunde

● Textilien

● Glas

● Holz

● Knochen 

Parameter zur Charakterisierung von Bioabfällen

Wassergehalt / Trockensubstanz Abbauprozesse

Organische Substanz / Glühverlust Abbauprozesse

Schüttdichte / Porosität Abbauprozesse

C:N-Verhältnis Ideal 20-30:1

Gehalt an Spurenstoffen Düngewirkung

Störstoffanteil Glas, Plastik etc.

Schadstoffgehalt Schwermetalle, AOX, Dioxine etc.

Eignung organischer Reststoffe für die Kompostierung bzw. die Vergärung

 Hoher Wassergehalt und geringe Strucktur ---> kompostierung

 Geringer Wassergehalt und Hohe Strucktur -----> Vergärung

deutschen Anlagen zur Bioabfallvergärung

Derzeit 113 Anlagen in Betrieb mit mind. 5.000 Mg/a Input an Bioabfällen

Wirtschaftsdünger unterteilung

Jauche Gülle Festmist

ist Gülle Abfall?

Gülle = Abfall ---> Behandelet gülle unterliegt Abfall + Düngerecht

- hoher TS-Gehalt bis > 10 % (Festmist bis 25 %)

- Wert des Wasseranteils = 5 % am Gesamtwert der Gülle

- wertgebend: Nährstoffe, Organik

Bedeutung des Stoffstromes Wirtschaftsdünger

Wirtschaftsdünger [Mio. m³]              191

gesammelter Bioabfall [Mio. Mg]      10,7

Klärschlamm (30% TS) [Mio. Mg         6

 

----> mit abstand größter Stoffstrom

Bestandteile von Wirtschaftsdüngern

> 90% Wasser

organische Substanz

Nährstoffe Schadstoffe (N,P,K,Mg)

Schadstoffe (N,P,K,Mg) (Schwermetalle, Arzneimittel, Pestizide, pathogene Keime)

„Störstoffe“/ Mineralisches (Einstreu, Steine, Futtermittelreste)

Einsatz von Arzneimitteln, insbes. Antibiotika ----> Risiken Bei Wirtschaftsdünger

 

 

1. als Tierarzneimittel: Therapie und Prophylaxe (kein Verbot durchsetzbar)

2. als Futterzusatzstoff „Ertragssteigerung“/Wachstumsförderer ---> eigentlich verboten

Wirtschaftsdünger oft erheblich (mg/kg) mit Antibiotika belastet

 

Risiken ● Akkumulation resistenter Erreger in der Gülle ● Eintrag resistenter Keime und persistenter Antibiotika in die Böden und das Grundwasser Übergang auf den Menschen ● geringer Eintrag in Pflanzen Übergang auf den Menschen ● Problematik der Resistenz- und Kreuzresistenzbildung: Mutation/Weitergabe von Informationen zwischen ähnlichen Bakterienstämmen ● Betriebsstörungen in Biogasanlagen

Energiepflanzen zur Biogaserzeugung

Mais und Maissilage ----> höchster Biogaserstrag besteht hs aus Wasser + Stärke

Raps

Grassilage

Roggen

Gerste

Futterrüben

Sudangras

Warum ist Mais die überragende Biogas-Kultur ?

 höchste Biomasseerträge je Hektar höchste Methanerträge

weites Sortenspektrum je nach Standort und Fruchtfolgestellung verfügbar z.B. etwas spätere Sorten für Biogasnutzung empfohlen auch als Zweitfrucht nutzbar

bekannte und optimierte Produktionstechnik mit hoher Schlagkraft verfügbar

gute Verwertbarkeit von Wirtschaftsdüngern

flexible Nutzbarkeit

selbstverträglich

Energie aus Wirtschaftsdüngern warum sinnvoll?

Gülle ist ein organisch hoch belasteter Stoffstrom => Methangewinnung sinnvoll

( Kupfer , Zinn werte überschritten etc... )

Biologische Abfallbehandlung - Einteilung

Aerobe Behandlung Kompostierung oder Rotte Einstufige und mehrstufige Verfahren unter Luftzufuhr

Anaerobe Behandlung Vergärung Einstufige und mehrstufige Verfahren    unter Luftabschluss 

Eignung organischer Reststoffe für die Kompostierung bzw. die Vergärung

Aerober Abbau bzw. Umbau organischer Substanzen

Verbleib eines reduzierten Organikanteils

Entstehung von H2O, CO2 und Wärme

Verringerung des Gehalts an pathogenen Mikroorganismen

Reduktion von Volumen, Gewicht, Geruchspotential und Wassergehalt

Organismen des aeroben Stoffabbaus

Bakterien, Actinomyceten, Pilze, und Metazoen

Mikroorganismen der Kompostierung

Je nach Wachstumsbedingungen wechseln sich verschiedene Populationen ab. Manche Bakterien (z. T. auch Krankheitserreger) sind in der Lage, unter ungünstigen Bedingungen Dauerformen (Endosporen) zu bilden, mit Resistenz gegenüber ● Austrocknung ● Hohen Temperaturen ● Strahlung ● Desinfektion

Einflussfaktoren für den biologischen Abbau (kompostierung aerob

Wassergehalt (40 – 50 % Feuchte)

pH-Wert

Temperatur

Nährstoffe und Spurenelemente

Redoxpotential (Oxidation/Reduktion)

Abwesenheit von Hemmstoffen

Einflussfaktoren – physikalische Bedingungen kompostierung aerob)

pH – Wert: neutraler Bereich optimal ● 6,5-8,5

Belüftung: ausreichende Belüftung muss u.a. durch Umsetzen gewährleistet sein, da Sauerstoff als Reaktionspartner erforderlich ist

Einflussfaktoren - Temperatur

15-50 °C für Bioprozesse optimal ●

Zu niedrige Temperaturen Stoffwechselprozesse verlangsamt

● Temperaturen über 50-60 °C Proteine der meisten Organismen denaturieren

 

Einfluss auf die Temperatur ● Chemische Zusammensetzung ● Wassergehalt (aw -Wert) ● Partikelgröße ● Sauerstoffversorgung ● Umsetzhäufigkeit ● Ableiten von Wärme durch Verdunsten (90%)

Einflussfaktoren – Nährstoffe und Spurenelemente

Hauptbestandteil von Biomüll = Hauptbestandteile von Lebewesen ● C, O, H, N, P, S, Ca, Mg, K ● Spurenelemente: Cl, Na, Fe, Mn, Cu

In Bioabfällen sind größere Mengen an Gerüstsubstanzen (Holz, Cellulose etc.) enthalten Nährstoffe stehen z.T. nicht ausreichend für einen weitgehenden biologischen Abbau zur Verfügung (z.B. zu niedriges C/N-Verhältnis)

Abbau organischer Verbindungen durch Mikroorganismen

warum ?

was nimmt einfluss darrauf?

Endproukte?

Die Triebfeder für den Abbau organischer Verbindungen ist die Energiegewinnung. Energie, die sie zur Vermehrung benötigen. Bis zu welchem Grad der Abbau erfolgt, ist abhängig von ● der Art der abzubauenden Substanz, ● den Organismen, ● den Milieubedingungen. Findet ein vollständiger Abbau der organischen Verbindungen statt (Mineralisation), sind die Endprodukte CO2 , H2O und Mineralsalze.

Abbauvorgänge bei der Kompostierung

welche organisem von bedeutung

Energie /kohlenstoffquelle + Elektronendonator

 Bei der Kompostierung handelt es sich um einen aeroben Prozess

Dabei sind insbesondere chemo-organo-heterotrophe Organismen von Bedeutung

● Energiequelle: organische Verbindungen (gelöster organischer Kohlenstoff) ● Kohlenstoffquelle: organische Verbindungen (gelöster organischer Kohlenstoff) ● Elektronendonator: organische Verbindungen (gelöster organischer Kohlenstoff)

Mineralisation

Der vollständige Abbau organischer Substanzen bis zum CO2 und H2O erfolgt in 3 Stufen:

● Zerlegung großer Moleküle durch Hydrolyse mittels Enzymen

● Oxidation des organischen Kohlenstoffs und Wasserstoffentzug

● Oxidation des Wasserstoffs mit einem externen Oxidationsmittel (z.B. Sauerstoff)

Anaerober Abbau

Anaerobe, energieliefernde Prozesse, bei denen einem organischen Substrat (z.B. Glucose) Elektronen entzogen und auf einen organischen Akzeptor (NAD/NADP) übertragen werden

ATP-Bildung auf Substratkettenphosphorylierung beschränkt

Atmungskette und Zitronensäurezyklus fehlen

anerobe System vergleich zu aeroben System

Substratumsatz von Anaerobiern muss bedeutend größer sein, um adäquate Energiemengen zu erzeugen Biomasseproduktion: anaerobe Systeme << aerobe Systeme

Mehrstufiger Abbau von Biomasse und Gasbildung

1. Stufe Hydrolyse

Zerlegung der Makromoleküle in niedermolekulare Bestandteile durch Enzyme.

2. Stufe Vergärung/Versäuerung

Mono- und Dimere werden von den gleichen Mikroorganismen aufgenommen und weiter abgebaut. Hauptteil der Abbauprodukte sind Acetat, Propionat, Butyrat, Milchsäure, Alkohol, CO2 und H2 . Die Konzentration des intermediär gebildeten H2 bestimmt die Art der Gärprodukte.

3. Stufe Acetogenese

Die gebildeten organischen Säuren und Alkohole werden zu CH3COOH, H2 und CO2 umgewandelt. Die Acetogenese ist der thermodynamisch schwierigste Reaktionsschritt. Die Reaktionen können nur dann exotherm verlaufen, wenn der H2 -Partialdruck sehr niedrig ist. An der Acetogenese sind ausschließlich spezielle obligat anaerobe Mikroorganismen beteiligt.

4. Stufe Methanbildung

Die obligat anaeroben Methanbildner setzen CH3COOH und das CO2 mit molekularem H zu CH4 um. Die Methanbildner sorgen somit für niedrige HPartialdrücke. Es besteht eine enge Symbiose zwischen H-produzierenden und H-verbrauchenden Bakterien.

Gärstoffwechsel

Fakultativ und obligat anaerobe MO

Wichtigste Energie liefernde Reaktion: Glucosespaltung

Nach der Glucosespaltung: Reduzierung des Zwischenprodukts Pyruvat direkt oder nach der Bildung weiterer Intermediärprodukte

Beim Gärstoffwechsel geringer Energiegewinn, Energie liefernde Reaktionen der Atmungskette können nicht durchlaufen werden

Enzyme der Methanbildung

Methylcobalamin --> Übertragung der Methylgruppe bei der Methanbildung aus der Acetatspaltung

Co-Enzym M Mercaptoethansulfonsäure ---> Transport der Methylgruppe bei der reduktiven Methanbildung aus CO2 und H2

Tetrahydrofolsäure (THF) ---> Übertragung von C1 Fragmenten nicht vollständig geklärt

NADP ----> Übertragung des H2 zur Reduzierung der Carboxylgruppe (Methanbaustein aus CO2 und H2 )

Étudier