bhv M 4.4 Ethologie des Hundes

Verhaltensforschung des Hundes

Verhaltensforschung des Hundes


Andreas Bär
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Ethologie des Hundes, insbesondere für Studierende. Sie behandeln zentrale Themen wie das Verhalten von Hunden, ihre Entwicklung und die Interaktion mit Menschen und anderen Tieren. Die Karteikarten beleuchten auch die Dominanztheorie, Sozialisation und die Bedeutung von Umweltfaktoren für die Verhaltensentwicklung. Ideal für Tiermediziner, Biologen und Hundetrainer, die ein tiefes Verständnis der hundlichen Verhaltensweisen und deren Ursachen erlangen möchten.
Cartes-fiches
34
Utilisateurs
23
Langue
Allemand
Catégorie
Biologie
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
26.05.2014 / 16.03.2025

Cartes-fiches

Neugeborenenphase

Welpen sind blind und taub

Suchen nach Milchquelle ( ! erste Belohnungserfahrung durch Erfolge)

Welpen nicht an Zitzen anlegen

Keine Körpertemperaturregelung - Bewegung bis wärmender Kontakt (Mutter Geschwister)

Entwicklung Geruchs-, Geschmacks- Tast- und Temperatur- und Gleichgewichts- Sinn

Übergangsphase

13ter Tag bis 3te Woche

Öffnen der Augen und des Gehörgangs

Mehr Infos über Umwelt an Gehirn

Regelung Körpertemperatur

Entwicklung Fortbewegung

Beginnende Neugierde & Reaktion (auf Wurfgeschwister)

Entwicklung Nervensystem

Wichtig: Welpen oft berühren, in andere Lagen bringen, viel Menschenkontakt,

Sozialisierungsphase Sensible Phase

3te Woche - 3 Monate 3te Woche - 2 Monate

Mehrfachsozialisation
Hunde haben die Fähigkeit mit mehreren Arten zu sozialisieren, wenn sie genügend Kontakte in der Sozialisierungsphase haben (nicht so andere Tiere z.B. handaufgezogenes Reh schaut später andere Wildtiere/Rehe)

Sozialisierung mit Hunden
Das Erkennen der Signale anderer Hunde ist nicht angeboren
! Ausdrucksformen verschiedener Rassen (Boxer Pekinese)
Welpe lernt im Spiel mit Mutter & Geschwistern
Dieses Lernen muß nach 8 Wochen fortgesetzt werden (Welpengruppe)
Erlernen der Beißhemmung
Der Hund lernt durch die Konsequezen/Antworten der anderen

Sozialisation mit Menschen
Ab der 3ten Woche nähern sich Welpen dem Menschen
Neugier steigt bis zur 5ten Woche & fällt dann wieder ab
Ab der 5ten Woche beginnt die Entwicklung von Angst ggü Unbekanntem
- also Gewöhnung an Geräusche etc. vorher
Ab der 14ten Woche ist die Sozialisierung mit Menschen nicht mehr möglich
Hunde müssen Ihr Bild vom Menschen generalisieren (alles was möglich ist bis hin zum Blinden Skater Gehstock)
- am besten in der Sensiblen Phase

Sozialisation mit anderen Tieren
Vorbeugen vor Angst
Vorbeugen von Jagdverhalten
Gewöhnung an Kaninchen Rehe (Kuschelzoo mit Hundeerlaubnis)
! Katzen
- muß im Junghundealter fortgesetzt werden

 

Welpen beim Züchter

Es ist sehr wichtig einen erfahrenen und belehrten Züchter zu finden,
der um die Lernphasen der Hunde weiß
und die Verantwortung übernimmt dem Welpen schon so viel wie möglich bekannt zu machen
- später immer schwieriger
- P: Zeitaufwand
 

Habituation

= Gewöhnung

an
Umwelt
Eindrücke Geräusche Autofahren Busfahren.....
- muß im Junghundealter fortgesetzt werden

Sozialisierung Juvenile Phase

Ab der 12-16ten Woche finden nur noch "normale" Lernprozesse statt

Ab der 12ten Woche beginnt der dann juvenile Hund bestimmte Menschen Umweltsituationen zu meiden

Auch in dieser Zeit gemachte Erfahrungen haben noch tiefgreifende Auswirkungen

Erlernen von Strategien zur Konfliktlösung

Kämpfen Fliehen Erstarren Beschwichtigen

Fight Flight Freeze Appease (Fiddle about)
- Appease !!!
- Fluchtverhalten kann sich nicht ausbilden wenn es keine Rückzugsmöglichkeiten gibt

Stress

Reaktion des Organismus auf äußere oder innere Bedrohung
und die Konzentration der Kräfte & Energie, die Gefahrensituation zu bewältigen

siehe 4 F's (Fight Flight Freeze Appease (Fiddle about))

 

Eustress Distress

positiver Stress negativer Stress

Deprivation

Entbehrung Entzug Verlust Isolierung
(Zwingerzucht, Welpenindustrie, Wild lebende Hunde (bezüglich Mensch)

Das Gehirn entwickelt sich durch Sinnesreize
zu wenig Reize (nicht gebrauchte Nervenbahnen werden abgebaut)
Reduzierung der Vernetzung
Abbau flexibler Reaktionen
mehr Ängstlichkeit
Stressanfälligkeit
Neigung zu stereotypem Verhalten (anomale Verhaltensweisen - Weben mit Kopf (Pferd) Fixieren von "Schatten")
bei Aufregung
Oftmals hyperaktiv, da sich hemmende Bereiche im Gehirn nicht entwickeln konnten)

! Nicht reversibel (weder Training noch Habituation)
- Stresssystem permanent aktiv - Tierschutzrelevanz !
 

Hund Wolf

Caniden Verwandte

Anpassung an unterschiedliche Nischen (Mensch Wildnis)
und darum sehr unterschiedliche Verhaltens-weisen und -entwicklungen

Dominanztheorie

Die Dominanztheorie wurde entwickelt,
um die Beziehung zwischen Mitgliedern von organisierten Tiergesellschaften
beschreiben und vorhersagen zu können

!! Dominanz ist keine Eigenschaft

Sie wurde aus der Hackordnung der Hühner entwickelt
und auf andere Tiergruppen als "Prinzip" übertragen

Das dominante "alpha"-Tier wurde sobald es Schwächen Zeigte vom "beta"-Tier abgelöst

Im "Rudel" herrscht ständiger Kampf um die Machtposition

Es gibt auch "omega"-Tiere


 

Dominanztheorie & Hund

Aufgrund der früheren Gehegeforschungsergebnisse bei Wölfen,
kam man zu der Annahme daß sich diese ebenso gemäß der Dominanztheorie verhalten.

Die ist nach der heutigen Forschung im Freiland nicht mehr haltbar.

Genauso wenig wie die Übertragung auf Hunde !

Bei "altgeprägten" Hundetrainern existieren immer noch Aussagen wie:
"Die Führung ist zu schwach"
"Sie müssen der "alpha" sein"
"Er will Sie dominieren"
"Sie müssen der Chef sein"

Die Unterstellung hierbei ist: Hunde wollen sozial aufsteigen

 

Knurren & Fletschen

Knurren wird als selbstsichere Herausforderung beim Kampf angesehen.
= aber auch Beschwichtigung und Furcht Signal
Also oftmals mangelndes Vertrauen denn mangelnder Respekt (! aber der "Rüpel")

- Vertrauen schaffen, statt Situation eskalieren lassen

 

Rangordnungsproblem !?

Es gibt keines

da es keine Rangordnung gibt !!

Also:

Ängstlichkeit
- Vertrauen schaffen (Der Halter räumt die Angstsituationen aus dem Weg - übernimmt die Verantwortung
   Schützend Vorstellen - Aus dem Weg gehen...)

Pöbelei
- Aus dem Weg gehen - ngar nicht erst die Möglichkeit geben "SCHADE SCHADE"

Ressource Holding Potential RHP

ist die bessere Beschreibung des Kräfteverhältnisses der Tiere in der Gruppe
Es beschreibt die Fähigkeit, eine Ressource zu halten !

Ressource kann vieles sein:
Futter - Genügend Bewegungsfreiheit - Territorium - Spielzeug - Halter/Eifersucht - Sexualpartner 

Kosten-Nutzen-Abwägung
deshalb wird oftmals eher taktiert, gedroht, geblufft

Besitzer verteidigt meist verbissener als der der die Ressource haben will
 

Literatur

James O'Heare "Die Dominanztheorie bei Hunden"

Barry Eaton "Dominanz Tatsache oder fixe Idee"

Anders Hallgren "Das Alpha-Syndrom"

Étudier