Bewegungsapparat Patophys
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Bandscheibenschäden Prognose:
Insgesamt gut,
spontane Remission möglich,
80 % sind nach Operation beschwerdefrei,
Rezidive bei konservativer Therapie häufiger als nach Op
Bandscheibenschäden Komplikationen:
- Irreversible Neurologie (Zwerchfelllähmung; Konussyndrom mit Reithosenanästhesie, Lähmung der Mm. glutaei und Blasen- und Mastdarmlähmung; Kaudasyndrom mit Neurologie L2-L5; Wurzeltod mit plötzlicher Schmerzfreiheit und gleichzeitigen Sensibilitätsstörungen und Paresen)
- Nach Op: Unbeabsichtigte Gewebe- und Organverletzungen währen Chirurgie, Postdiskektomiesyndrom (failed back surgery syndrome) mit diffusen bilateralen Beschwerden inkl. Neurologie. z.B. verursacht durch Wirbelgelensarthrose
Bandscheibenschädigung: Differenzialdiagnose:
- WS- Arthrose mit Osteophyten
- Plexusläsion oder periphere Nervenläsionen
- Spinalkanalstenose , Facettensyndrom
- Osteoporose
- Tumorraumforderung
- Neurologische oder rheumatische Erkrankung
- Psychogene Rückenschmerzen
Degenerative- entzündliche Gelenkserkrankung
Arthrosis deformans: Synonyme:
- Osteoarthrose
- Osteoarthritis
- Osteoarthrosis
- engl. Osteoarthritis (Arthrose)
Arthrosis deformans: Definition / Pathogenese;
Primär nicht entzündliche, degenerative, progrediente und irreversible Gelenkzerstörung, mit vollständiger Zerstörung des Gelenkknorpels und begleitet von Entzündungsreaktionen.
Der Chronische selbstunterhaltende entzündlich / degenerative Prozess geht vom Knorpelgewebe aus.
Arthrosis deformans:
Ätiologie:
- Primäre idiopathische Arthrose ( 95%)
- Sekundäre Arthrose (5%) bei Fehlstellung, Überbelastung, Trauma, Systemerkrankung( z.B. diabetes mellitus=
Arthrosis deformans: Klinik;
- Gelenkschmerzen:
- Anlauf,- Belastungs-, Bewegungs und Ermüdungsschmerzen
- Schonbewegungen
- Begleitsynovialitis
- Prädilektionsgelenke: w=> Hand und Kniegelenk, M=> Hüftgelenke
Arthrosis deformans: Fachbegriffe:
- Koxarthrose
- Gonarthrose
- Omarthrose
- Cubitalarthrose
- Rhizarthrose ( Daumensattelgelenk = Karpometacarpagelenk l)
- MCP- Arthrose, Metacarpophalangealgelenk = Fingergrundgelenk
- Bouchard Arthrose = PIP-Arthrose, proximales Interphalangealgelenk
- Heberden-Arhrose = DIP-Arthrose, distales Interphalangealgelenk
Arthrosis deformans: Diagnostik
- Anamnese (Schmerzanamnese)
- RX: Gelenkspaltverschmälerung, Osteophyten (Ausziehungen an den Gelenkflächenrändern), subchondrale Sklerosierung, Gelenkverformung
Arthrosis deformans: Therapie:
Konservativ:
- Gelenkentlastung
- Fehlbelastung korrigieren
- Physiotherapie
- Physikalische Therapie
Medikamente:
- NSAR
- Glukokortikoide lokal oder systemisch,
- Infiltration mit Glukokortikoid + Lokalanästhetikum
Operativ:
- Endoprothese
Postoperativ:
- Antiphlogistikum und Thromboseprophylaxe und sofortige Physiotherapie für Muskelaufbau und Rehabilitation
Arthrosis deformans: Prognose:
- Gelenkspezifisch
- Hüftgelenks-TEP hat sehr gute Langzeitprognose mit mittlerer Standzeit von mindestens 15-20J.
Arthrosis deformans: Komplikationen:
- Aktivierte Arthrose (aseptische Entzündung) mit Überwärmung, Druck- und Bewegungsschmerz
- Fortgeschritten und ohne Chirurgie: Muskuläre und kapsuläre Kontrakturen, Gelenkversteifung, Gelenkdeformation mit Fehlstellung, Einbruch der Gelenkflächen
- Postoperativ: Blutverlust, Thrombose, Infektion, Prosthesenlockerung
Rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis)
Definition / Prognose:
Chronische entzündliche, autoimmunologische( es werden Körper eigene Zellen zersört) Gelenkerkrankung mir Synovialitis, Gelenkknoprelzerstörung und schliesslich Gelenkzerstörung (T-Lymphozyten können in Synovialflüssigkeit nachgewiesen werden.)
Rheumatoide Arthritis:
Aetiologie:
Unklar, genetische Disposition
Rheumatioide Arthritis:
Epidemiologie:
- Prävalenz 0.5- 1% in Deutschland, w>m
- Lebenszeitprävalenz 2.5% in Deutschland
- Prädisponiertes Alter : 50-79J.
- Juvenile Polyarthritis bei Kindern <16
Rheumatoide Arthritis:
Klinik:
- Frühsymptome: Schubweise Schwellung und Schmerzen an den kleinen Hand- und Fussgelenken, Bursitiden und Sehnenscheidenentzündungen.
- Im Verlauf: oft schubweise typische, schmerzhafte Morgensteife an den Fingern und Zehengelenken mit Entzündungszeichen (Tumor, Rubor, Calor, Dolor und functio laesa)
- Rheumaknoten: Gelenknahe subukaten Knötchen
- Allgemeinsymptome: Müdigkeit, Schwitzen, Schwächegefühl, Gewichtsabnahme, evtl, subfebrile Temperauren.
- Spätsymptome: Schmerzen und Schwellungen an den grossen Gelenken (Hüfte, Knie, Schulter, Sprunggelenk) , Deformation der Finger- und Zehengelenke, HWS-Beteiligung
- Polyserositis (Entzündung innerer Organe)
Rheumatoide Arthritis:
Diagnose:
- Anamnese: Symptome, Familienanamnese, Autoimmunkrankheiten etc.)
- Klinische Untersuchung: Inspektion der Gelenke, Gangbild etc.
- RX: Periartikuläre Osteopnenie, Gelenkspaltverschmälerung, Gelenkflächenzerstörung, Subluxationen, Knochenzystenbildung, Fehlstellungen an Händen/Fingern resp. Vorfuss/Zehen und evtl. HWS. Radiologische Klassifizierung in Stadien 1(keine knöcherne Destruktion), 2. Osteoporose, 3. Knorpel- und Knochendestruktion und Gelenkdeformation und 4. Gelenkzerstörung und Anyklose (Gelenkversteifung)
- MRT: KM-Gelenkdarstellung für Frühdiagnose und Verlaufskontrolle
- Labor: Entzündungsparameter (BSG,CRP) Diff-BB, Leber- und Nierenwerte, Rheumalabor (auch wichti für Verlaufseinschätzung, Rheumafaktor, antinkleäre antikörper =ANA etc)
- Ophthalmologische Untersuchung: Anteriore Uveitis (Iridozyklitis)
- Kardiologie: Perikarderguss?
- Gelenkpunktion: Ausschluss Empyen
Rheumatoide Arthritis:
Diagnosekriterien:
1. Morgensteifigkeit (mind. 1h während mind. 6 Wochen)
2. Weichteilsschwellung von 3 oder mehr Gelenken > 6 Wochen
3. Arthritis (Schnmerz und Schwellung) Hand- und Fingergelenke > 6 Wochen
4. Symmetrische Arthritis über 6 Wochen
5. Rheimaknoten
6. Rheumafaktoren pos.
7. Rx zeigt mindestens gelenknahe Osteoporose
Rheumatoide Arthritis:
Therapie:
Nach Diagnosestellung sofortiger Therapiebeginn zur ,,Rettung,, der Gelenke
Konservativ: Physiotherapie (dehnen, bewegen und kräftigen) , Kälte währen Schüben, Sport im schmerzfreien Bereich
Medikamentös: Standadtherapie mit Immunsuppressivum + Antiphlogistikum (Glikokortikoid)
Rheumabasistherapeutika: DMARDS = disease Modifying Anti-Rheumatic-Drugs: Methotrexat (MTX), Leflunomid und Sulfasalazin (in schweren Fällen kombiniert eingesetzt)
Alternativen zu DMARDs: Biologika (Anti-Zytokin-Therapeutika), z.B. TNF-a-Inhibitor
Symptomatische Schmerztherapie mit NSAR
Gelenkbestrahlung bei Therapieresistenz: Radiosynoviorthese
Operativ bei Therapieresistenz: Ultimativ bei Therapieresistenz, Synovektomie, Arthrodese, Endoprothese
Rheumatoide Arthritis:
Prognose:
Bei aggressiver Frühtherapie (Mit DMARDs) gut ( hit hard and early)
Rheumatoide Arthritis:
Komplikationen:
- Systemischer Befall innerer Organe (Hepatosplenomegalie, Perikarditis, Pleuritis )
- Uveitis
- Gelenkdeformation
- Atlantoaxiale Instabilität (HWS- Beteiligung)
- Osteoporose
- Unerwünschte Wirkung der Medikation (Infektion, Magenulukus etc.)
Rheumatoide Arthritis:
Differenzialdiagnose:
Viele Krankheiten zeigen Gelenkbefall mit arthritischen Symptomen und müssen ausgeschlossen werden:
- Arthrose
- Gelenkinfektion, Osteomyelitis
- Psoriasis, Lyme-Arthritis
- Bursitis
- Rheumatisches Fieber
- Kollagenosen (Sklerodermie, Lupus erythematodes)
- Sarkoidose
- Vaskulitiden (z.B. M.Behcet)
- Gicht
- M.Bechterew
Rheumatisches Fieber
Definition / Pathogenese / Aetiologie:
Autoimmunologische infektinduzierte Zweiterkrankung (Kreuzreaktion) von Haut, Gelenken, Herz, ZNS meist nach Angina tonsillaris mit Beta-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe A mit genetischer Prädisposition
Rheumatisches Fieber
Epidemiologie:
Häufigkeit < 3 % der (unbehandelten) Infektion mit Beta- hämolysierenden Streptokokken, Prädispositionsalter: 6-13J.
Rheumatisches Fieber:
Klinik:
- Allgemeinsymptome: Fiber, reduzierter AZ, Polyarthritis der grossen Gelenke (abwechselnd verschiedene Gelenke asymmetrisch betroffen von Schmerzen und Überwärmug, keine Gelenkkerosionen)
- Haut: Subkutane Knötchen, Erythema anulare
Rheumatisches Fieber:
Diagnose:
Anamnese: Tonsillitis und klinische Untersuchung
Labor: BSG, CRP, Leukozyten, spez. Antikörper
Rachenabstrich: Streptokokkennachweis
Echokardiographie: Ausschluss eines Klappendefekts durch Endokarditis
Rheumatisches Fieber
Therapie:
- Konservativ: Bettruhe für einige Tage danach Physiotherapie:
- Medikamente: Antiobiose (akut und Langzeitrezidivprophylaxe über Jahre) mit Penicillin, Makrolide (Erythomycin) bei Penicillinallergie
- Bei Karditis zusätzlich Glukokortikoide und Acetylsalicylsäure für 2 resp 4 Wochen.
Rheumatisches Fieber
Prognose:
Bei raschem Therapiebeginn gut
Rheumatisches Fieber
Komplikationen:
Karditis mit Klappenvitien nach Endokarditis (Herzinsuffizienz)
Poststreptokokkenglomerulonephritis
Chorea minor: Hyperkinesien in Gesicht und oberen Extremitäten (Grimassieren und Muskelzuckungen), Ungeschicklichkeit, Affektabilität, Ängstlichkeit; unter Behandlung mit Glukokortikoiden und Sedativa meistens vollständige Ausheilung während Monaten, Rezidive und psychogene Fixierung möglich.
Fibromylagie-Syndrom ( Weichteilrheumatismus)
Definition und Klinik:
Multilokuläres Schmerzsyndrom mit typischen Druckpunkten ( Muskeln, Muskelinsertionen und myotendinöse Übergänge über welchen geringe Berührungen Schmerzen ausgelöst werden als tender points bezeichnet und sind diagnostisch wegweisend) zusätzlich sind folgende Symptome vorhanden:
- Müdigkeit / Schlafstörungen
- Vegetative Symptome wie kalte Akren und trockender Mund sowie psychische Veränderungen.
Fibromyalgie-Syndrom:
Ätiologie:
Die Ursache ist unklar, der Diagnose geht of eine langjährige ,,Psychosomatik,, voraus ( chronsiche Müdigkeit, Schlafstörungen, reduzierte Belastbarkeit, chronische Kopfschmerzen, Ängste, depressive Episoden)
Fibromyalgie- Syndrom:
Epidemiologie:
Betrifft vorwiegend Frauen mit Diagnosestellung zwischen 35 und 55 Jahren.
Fibromyalgie-Syndrom:
Diagnostik:
Positiver tender points ( Druckschmerzpunkte): Subokzipitale Muskelansätze, Querfortsätze c5-c7. M. trapezius, M. supraspinatus etc.
Die Diagnose wird von zusätzlichem Vorhandensein von Morgensteifigkeit, rascher muskulärer Ermüdbarkeit und Schlafstörungen erhärtet.
Fibromyalgie-Syndrom:
Therapie und Prognose:
Die Therapie ist langwierig und schwierig nicht selten kommt es zu einer Invalidisierung. Eingesetzt werden: Physiotherapie, Psychotherapie, analgetika und Antidepressica. Antiphlogistika sind kaum wirksam.
Arthropathia urica (Gicht)
Definiton und Pathogenese:
Bei Hyperurikämie auftretende, meist akute kristallinduzierte Arthritis ( ,, Gichtschub,,)
Die Phagozytose der Harnsäurekristalle im Gelenk löst eine Entzündungsreaktion aus. Gehäuftes Auftreten in Verbindung mit Übergewicht, Hypertonus, Fettstoffwechselstörungen, Insulinresistenz und Atherosklerose.
Arthropathia urica:
Ätiologie:
Fehl- und Überernährung
Primäre Hyperurikämie (gestörter Harnsäurestoffwehsel oder gestörte renale Harnsäuresekretion)
Sekndäre Hyperurikämie bei erhöhter Harnsäurebildung im Rahmen einer Erkrankung oder bei Niereninsuffizienz:
Arthropathia urica:
Klinik:
Gichttiras:
1. Hyperurikämie
2. Akuter Gichtanfall: Stakr schmerzhafte Arthritis peripherer Gelenke, Podagra: Grosszehengrundgelenk(ca 80%), Chiaragra (Daumengrundgelenk)
3. Tophi ( Harnsäurekristallansammlung in Weichteilen wie Bursen, Sehen und Ohrmuschel sowie an Gelenken, Knochen und Haut, nach mehreren Jahren auftretend.)
Arthropathia urica:
Diagnostik:
- Klinik
- Labor (20% ohne Hyperurikämie)
- Gelenkpunktat mit Leukozyten und Kristallen)
- Rx: Gelenkdestruktion bei chronischen Verläufen
Arthropathia urica:
Differenzialdiagnose:
- Pseudogicht (Kalziumkristalle im Gelenk)
- Infektiöse Arthritis
- Andere akute Arthritiden
Arthropathia urica:
Therapie:
Anfalltherapie:
NSAR oder COX 2-Hemmer, Glukokordikoide, Colchizin: Keim harnsäurespiegelsenkende Therapie während des Anfalls!
Dauertherapie:
Urikostatika(Allupurinol), Urikosurika erhöhen die renale Harnsäureausscheidung
Fleischarme Ernährung, Alkoholrestriktion