01 APPP


D. S.
Diese Lernkarten behandeln pathologische Zustände des Bewegungsapparats auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf Erkrankungen wie Osteoporose, Arthritis, Arthrose und Meniskusverletzungen, wobei Themen wie Pathogenese, Diagnose, Therapie und Prognose behandelt werden. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten und Ärzte, die ihr Wissen über die Behandlung und Diagnose von Gelenk- und Knochenerkrankungen vertiefen möchten.
Karten
118
Lernende
5
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
21.01.2016 / 28.06.2020

Lernkarten

Bandscheibenschäden Prognose: 

Insgesamt gut,
spontane Remission möglich,
80 % sind nach Operation beschwerdefrei,
Rezidive bei konservativer Therapie häufiger als nach Op 

Bandscheibenschäden Komplikationen: 

- Irreversible Neurologie (Zwerchfelllähmung; Konussyndrom mit Reithosenanästhesie, Lähmung der Mm. glutaei und Blasen- und Mastdarmlähmung; Kaudasyndrom mit Neurologie L2-L5; Wurzeltod mit plötzlicher Schmerzfreiheit und gleichzeitigen Sensibilitätsstörungen und Paresen)

- Nach Op: Unbeabsichtigte Gewebe- und Organverletzungen währen Chirurgie, Postdiskektomiesyndrom (failed back surgery syndrome) mit diffusen bilateralen Beschwerden inkl. Neurologie. z.B. verursacht durch Wirbelgelensarthrose 

Bandscheibenschädigung: Differenzialdiagnose: 

- WS- Arthrose mit Osteophyten
- Plexusläsion oder periphere Nervenläsionen
- Spinalkanalstenose , Facettensyndrom
- Osteoporose
- Tumorraumforderung
- Neurologische oder rheumatische Erkrankung
- Psychogene Rückenschmerzen 

Degenerative- entzündliche Gelenkserkrankung
Arthrosis deformans: Synonyme: 

- Osteoarthrose 
- Osteoarthritis
- Osteoarthrosis
- engl. Osteoarthritis (Arthrose) 

Arthrosis deformans: Definition / Pathogenese; 

Primär nicht entzündliche, degenerative, progrediente und irreversible Gelenkzerstörung, mit vollständiger Zerstörung des Gelenkknorpels und begleitet von Entzündungsreaktionen. 
Der Chronische selbstunterhaltende entzündlich / degenerative Prozess geht vom Knorpelgewebe aus. 

Arthrosis deformans: 
Ätiologie: 

- Primäre idiopathische Arthrose ( 95%)
- Sekundäre Arthrose (5%) bei Fehlstellung, Überbelastung, Trauma, Systemerkrankung( z.B. diabetes mellitus= 

Arthrosis deformans: Klinik; 

- Gelenkschmerzen:
- Anlauf,- Belastungs-, Bewegungs und Ermüdungsschmerzen 
- Schonbewegungen
- Begleitsynovialitis
- Prädilektionsgelenke: w=> Hand und Kniegelenk, M=> Hüftgelenke 

Arthrosis deformans: Fachbegriffe: 

- Koxarthrose
- Gonarthrose
- Omarthrose
- Cubitalarthrose
- Rhizarthrose ( Daumensattelgelenk = Karpometacarpagelenk l)
- MCP- Arthrose, Metacarpophalangealgelenk = Fingergrundgelenk
- Bouchard Arthrose = PIP-Arthrose, proximales Interphalangealgelenk 
- Heberden-Arhrose = DIP-Arthrose, distales Interphalangealgelenk 

Arthrosis deformans: Diagnostik 

- Anamnese (Schmerzanamnese)
- RX: Gelenkspaltverschmälerung, Osteophyten (Ausziehungen an den Gelenkflächenrändern), subchondrale Sklerosierung, Gelenkverformung 

Arthrosis deformans: Therapie: 

Konservativ:
- Gelenkentlastung
- Fehlbelastung korrigieren
- Physiotherapie
- Physikalische Therapie

Medikamente:
- NSAR
- Glukokortikoide lokal oder systemisch,
- Infiltration mit Glukokortikoid + Lokalanästhetikum

Operativ:
- Endoprothese

Postoperativ:
- Antiphlogistikum und Thromboseprophylaxe und sofortige Physiotherapie für Muskelaufbau und Rehabilitation 

Arthrosis deformans: Prognose: 

- Gelenkspezifisch
- Hüftgelenks-TEP hat sehr gute Langzeitprognose mit mittlerer Standzeit von mindestens 15-20J.
 

Arthrosis deformans: Komplikationen: 

- Aktivierte Arthrose (aseptische Entzündung) mit Überwärmung, Druck- und Bewegungsschmerz
- Fortgeschritten und ohne Chirurgie: Muskuläre und kapsuläre Kontrakturen, Gelenkversteifung, Gelenkdeformation mit Fehlstellung, Einbruch der Gelenkflächen
- Postoperativ: Blutverlust, Thrombose, Infektion, Prosthesenlockerung 

Rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis)
Definition / Prognose: 

Chronische entzündliche, autoimmunologische( es werden Körper eigene Zellen zersört)  Gelenkerkrankung mir Synovialitis, Gelenkknoprelzerstörung und schliesslich Gelenkzerstörung (T-Lymphozyten können in Synovialflüssigkeit nachgewiesen werden.) 

Rheumatoide Arthritis: 
Aetiologie: 

Unklar, genetische Disposition 

Rheumatioide Arthritis:
Epidemiologie: 

- Prävalenz 0.5- 1% in Deutschland, w>m
- Lebenszeitprävalenz 2.5% in Deutschland
- Prädisponiertes Alter : 50-79J.
- Juvenile Polyarthritis bei Kindern <16 

Rheumatoide Arthritis: 
Klinik: 

- Frühsymptome: Schubweise Schwellung und Schmerzen an den kleinen Hand- und Fussgelenken, Bursitiden und Sehnenscheidenentzündungen.

- Im Verlauf: oft schubweise typische, schmerzhafte Morgensteife an den Fingern und Zehengelenken mit Entzündungszeichen (Tumor, Rubor, Calor, Dolor und functio laesa)

- Rheumaknoten: Gelenknahe subukaten Knötchen

- Allgemeinsymptome: Müdigkeit, Schwitzen, Schwächegefühl, Gewichtsabnahme, evtl, subfebrile Temperauren.

- Spätsymptome: Schmerzen und Schwellungen an den grossen Gelenken (Hüfte, Knie, Schulter, Sprunggelenk) , Deformation der Finger- und Zehengelenke, HWS-Beteiligung

- Polyserositis (Entzündung innerer Organe)
 

Rheumatoide Arthritis:
Diagnose: 

- Anamnese: Symptome, Familienanamnese, Autoimmunkrankheiten etc.)

- Klinische Untersuchung: Inspektion der Gelenke, Gangbild etc.

- RX: Periartikuläre Osteopnenie, Gelenkspaltverschmälerung, Gelenkflächenzerstörung, Subluxationen, Knochenzystenbildung, Fehlstellungen an Händen/Fingern resp. Vorfuss/Zehen und evtl. HWS. Radiologische Klassifizierung in Stadien 1(keine knöcherne Destruktion), 2. Osteoporose, 3. Knorpel- und Knochendestruktion und Gelenkdeformation und 4. Gelenkzerstörung und Anyklose (Gelenkversteifung) 

- MRT: KM-Gelenkdarstellung für Frühdiagnose und Verlaufskontrolle

- Labor: Entzündungsparameter (BSG,CRP) Diff-BB, Leber- und Nierenwerte, Rheumalabor (auch wichti für Verlaufseinschätzung, Rheumafaktor, antinkleäre antikörper =ANA etc)

- Ophthalmologische Untersuchung: Anteriore Uveitis (Iridozyklitis)

- Kardiologie: Perikarderguss?
 

- Gelenkpunktion: Ausschluss Empyen 

Rheumatoide Arthritis:
Diagnosekriterien: 

1. Morgensteifigkeit (mind. 1h während mind. 6 Wochen)
2. Weichteilsschwellung von 3 oder mehr Gelenken > 6 Wochen
3. Arthritis (Schnmerz und Schwellung) Hand- und Fingergelenke > 6 Wochen
4. Symmetrische Arthritis über 6 Wochen
5. Rheimaknoten
6. Rheumafaktoren pos.
7. Rx zeigt mindestens gelenknahe Osteoporose 

Rheumatoide Arthritis:
Therapie: 

Nach Diagnosestellung sofortiger Therapiebeginn zur ,,Rettung,, der Gelenke

Konservativ: Physiotherapie (dehnen, bewegen und kräftigen) , Kälte währen Schüben, Sport im schmerzfreien Bereich

Medikamentös: Standadtherapie mit Immunsuppressivum + Antiphlogistikum (Glikokortikoid)

Rheumabasistherapeutika: DMARDS = disease Modifying Anti-Rheumatic-Drugs: Methotrexat (MTX), Leflunomid und Sulfasalazin (in schweren Fällen kombiniert eingesetzt)

Alternativen zu DMARDs: Biologika (Anti-Zytokin-Therapeutika), z.B. TNF-a-Inhibitor

Symptomatische Schmerztherapie mit NSAR 

Gelenkbestrahlung bei Therapieresistenz: Radiosynoviorthese 

Operativ bei Therapieresistenz: Ultimativ bei Therapieresistenz, Synovektomie, Arthrodese, Endoprothese 

Rheumatoide Arthritis: 
Prognose: 

Bei aggressiver Frühtherapie (Mit DMARDs) gut ( hit hard and early)

Rheumatoide Arthritis:
Komplikationen:

- Systemischer Befall innerer Organe (Hepatosplenomegalie, Perikarditis, Pleuritis ) 
- Uveitis
- Gelenkdeformation
- Atlantoaxiale Instabilität (HWS- Beteiligung)
- Osteoporose
- Unerwünschte Wirkung der Medikation (Infektion, Magenulukus etc.)
 

Rheumatoide Arthritis:
Differenzialdiagnose:  

Viele Krankheiten zeigen Gelenkbefall mit arthritischen Symptomen und müssen ausgeschlossen werden:
- Arthrose
- Gelenkinfektion, Osteomyelitis
- Psoriasis, Lyme-Arthritis
- Bursitis
- Rheumatisches Fieber
- Kollagenosen (Sklerodermie, Lupus erythematodes)
- Sarkoidose
- Vaskulitiden (z.B. M.Behcet)
- Gicht
- M.Bechterew

Rheumatisches Fieber 
Definition / Pathogenese / Aetiologie: 

Autoimmunologische infektinduzierte Zweiterkrankung (Kreuzreaktion) von Haut, Gelenken, Herz, ZNS  meist nach Angina tonsillaris mit Beta-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe A mit genetischer Prädisposition

Rheumatisches Fieber
Epidemiologie: 

Häufigkeit < 3 % der (unbehandelten) Infektion mit Beta- hämolysierenden Streptokokken, Prädispositionsalter: 6-13J.

Rheumatisches Fieber:
Klinik: 

- Allgemeinsymptome: Fiber, reduzierter AZ, Polyarthritis der grossen Gelenke (abwechselnd verschiedene Gelenke asymmetrisch betroffen von Schmerzen und Überwärmug, keine Gelenkkerosionen)

- Haut: Subkutane Knötchen, Erythema anulare 

Rheumatisches Fieber:
Diagnose: 

Anamnese: Tonsillitis und klinische Untersuchung

Labor: BSG, CRP, Leukozyten, spez. Antikörper

Rachenabstrich: Streptokokkennachweis

Echokardiographie: Ausschluss eines Klappendefekts durch Endokarditis 

Rheumatisches Fieber
Therapie: 

- Konservativ: Bettruhe für einige Tage danach Physiotherapie:

- Medikamente: Antiobiose (akut und Langzeitrezidivprophylaxe über Jahre) mit Penicillin, Makrolide (Erythomycin) bei Penicillinallergie

- Bei Karditis zusätzlich Glukokortikoide und Acetylsalicylsäure für 2 resp 4 Wochen. 

Rheumatisches Fieber 
Prognose: 

Bei raschem Therapiebeginn gut 

Rheumatisches Fieber
Komplikationen: 

Karditis mit Klappenvitien nach Endokarditis (Herzinsuffizienz) 

Poststreptokokkenglomerulonephritis
 

Chorea minor: Hyperkinesien in Gesicht und oberen Extremitäten (Grimassieren und Muskelzuckungen), Ungeschicklichkeit, Affektabilität, Ängstlichkeit; unter Behandlung mit Glukokortikoiden und Sedativa meistens vollständige Ausheilung während Monaten, Rezidive und psychogene Fixierung möglich. 

Fibromylagie-Syndrom ( Weichteilrheumatismus)
Definition und Klinik: 

Multilokuläres Schmerzsyndrom mit typischen Druckpunkten ( Muskeln, Muskelinsertionen und myotendinöse Übergänge über welchen geringe Berührungen Schmerzen ausgelöst werden als tender points bezeichnet und sind diagnostisch wegweisend) zusätzlich sind folgende Symptome vorhanden:
- Müdigkeit / Schlafstörungen
- Vegetative Symptome wie kalte Akren und trockender Mund sowie psychische Veränderungen. 

Fibromyalgie-Syndrom: 
Ätiologie: 

Die Ursache ist unklar, der Diagnose geht of eine langjährige ,,Psychosomatik,, voraus ( chronsiche Müdigkeit, Schlafstörungen, reduzierte Belastbarkeit, chronische Kopfschmerzen, Ängste, depressive Episoden) 

Fibromyalgie- Syndrom:
Epidemiologie: 

Betrifft vorwiegend Frauen mit Diagnosestellung zwischen 35 und 55 Jahren. 

Fibromyalgie-Syndrom:
Diagnostik: 

Positiver tender points ( Druckschmerzpunkte): Subokzipitale Muskelansätze, Querfortsätze c5-c7. M. trapezius, M. supraspinatus etc.

Die Diagnose wird von zusätzlichem Vorhandensein von Morgensteifigkeit, rascher muskulärer Ermüdbarkeit und Schlafstörungen erhärtet. 

Fibromyalgie-Syndrom:
Therapie und Prognose: 

Die Therapie ist langwierig und schwierig nicht selten kommt es zu einer Invalidisierung. Eingesetzt werden: Physiotherapie, Psychotherapie, analgetika und Antidepressica. Antiphlogistika sind kaum wirksam. 

Arthropathia urica (Gicht)
Definiton und Pathogenese: 

Bei Hyperurikämie auftretende, meist akute kristallinduzierte Arthritis ( ,, Gichtschub,,)
Die Phagozytose der Harnsäurekristalle im Gelenk löst eine Entzündungsreaktion aus. Gehäuftes Auftreten in Verbindung mit Übergewicht, Hypertonus, Fettstoffwechselstörungen, Insulinresistenz und Atherosklerose. 

Arthropathia urica:
Ätiologie: 

Fehl- und Überernährung
Primäre Hyperurikämie (gestörter Harnsäurestoffwehsel oder gestörte renale Harnsäuresekretion)
Sekndäre Hyperurikämie bei erhöhter Harnsäurebildung im Rahmen einer Erkrankung oder bei Niereninsuffizienz: 

Arthropathia urica:
Klinik: 

Gichttiras:
1. Hyperurikämie
2. Akuter Gichtanfall: Stakr schmerzhafte Arthritis peripherer Gelenke, Podagra: Grosszehengrundgelenk(ca 80%), Chiaragra (Daumengrundgelenk)
3. Tophi ( Harnsäurekristallansammlung in Weichteilen wie Bursen, Sehen und Ohrmuschel sowie an Gelenken, Knochen und Haut, nach mehreren Jahren auftretend.) 

Arthropathia urica: 
Diagnostik: 

- Klinik
- Labor (20% ohne Hyperurikämie)
- Gelenkpunktat mit Leukozyten und Kristallen)
- Rx: Gelenkdestruktion bei chronischen Verläufen

Arthropathia urica: 
Differenzialdiagnose: 

- Pseudogicht (Kalziumkristalle im Gelenk)
- Infektiöse Arthritis
- Andere akute Arthritiden 

Arthropathia urica:
Therapie: 

Anfalltherapie:
NSAR oder COX 2-Hemmer, Glukokordikoide, Colchizin: Keim harnsäurespiegelsenkende Therapie während des Anfalls!

Dauertherapie:
Urikostatika(Allupurinol), Urikosurika erhöhen die renale Harnsäureausscheidung

Fleischarme Ernährung, Alkoholrestriktion 

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