Bewegungsapparat Patophys
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Definition Osteoporose:
- Knochenschwund mit Abnahme der Knochenmasse ca. ab dem 30. Lebensjahr. Die trabekuläre Knochenmasse von Frauen nimmt in 20 Jahren nach der Menopause um ca. 50% ab.
Altersosteopenie:
Allgemeiner physiologischer Knochenschwund ab dem 35. Lebensjahr von ca. 0.5% pro Jahr. Postmenopausale Frauen: 1-2% pro Jahr.
Ätiologie / Risikofaktoren Osteoporose:
- Familiäre Disposition ( Genetik, geringe peak bone mass)
- Oestrogenmangel, postmenopausal, St.n. Ovarektomie
- Endokrine Störungen: Cushing-Syndrom, Hyperparathyroidismus
- Enterale Malabsorption, M-Crohn, Colitis ulcerosa
- Fehl-/Mangelernährung: Kalzium, Vit-D-Hormonmangel, Proteinmangel
- Bewegungsmangel, Immobilisation,
- Anorexie
- Alkohol- und Nikotinabusus
- Langzeittherapie mit Glukokortikoiden
Epidemiologie Osteoporose:
Jede 3. postmenopausale Frau leidet an Osteoporose. Tendenz steigend
Einteilung Osteoporose:
- Primäre Osteoporose 95%: Postmenopausal/senil oder idiopathisch
- Sekundäre Osteoporose: Organische Erkrankung oder phramakologisch bedingt.
Klinik Osteoporose:
- Allgemein eingeschränkte Mobilität bei Rücken- oder Gliederschmerzen
- WS-Deformierung als Folge von Wirbelkörperdeformierung (Rundrückn)
- Pathologische osteoporotische Frakturen: Wirbelkörper, Obeschenkel, distaler Radius, proximaler Humerus, Backenring, Rippen
- Parodonataler Zahnverlust
Diagnose Osteoporose:
- Anamnese (pathol. Frakturen, Medikamente)
- Klinische Untersuchung: Haltung, Grösse, Gewicht, Beweglichkeit, Neurologie
- Labor: Kalzium, Phosphat, V-D-H,TSH, Kreatinin
- RX: Wirbelkörperdeformitäten, Keilwirbel, Knochentransparanz etc.
- Osteodensitometrie: Radiologische oder sonographische Knochendichtenmessung und Einteilung in Grad 0-3 WHO
Therapie Osteoporose:
- Basistherapie: Risikofaktorenoptimierung (Bewegung und Ernährung)
- Bisphosphonate während ca. 5. Jahren p.os oder i.v. (Conpliance), hemmen die Osteoklasten.
- Mögliche NW: Kieferosteonekrose und Niereninsuffizienz.
Prognose Osteoporose:
Chronische progredienter Verlauf, frühe Prophylaxe möglich und wirksam
Prophylaxe Osteoporose:
- Bewegung
- Ernährung , Kalzium ca. 1g/d evtl. V-D-H Substitution, Unterernährung meiden)
- Sonnenlichtexposition
Merke: Substitution von Kalzium und V-D-H alleine vermindert Frakturrisiko nicht!
Differenzialdiagnose Osteoporose:
Knochenmetatstasen
Skoliose Definition/Pathogenese:
Fixierte seitliche Wirbelsäuleverbiegung (<19°)mit Wirbelrotation (Torsion) im Krümmungsbereich, welche nicht durh die Muskulatur begradigt werden kann. In der Frontalebene
Skoliose Äthiologie:
- 85% idiopathisch
- Statisch bei Beinlängendifferenz >1cm
- Posttraumatisch ( Wirbelkörper-, Beckenfraktur)
- Entzündlich (Spindylitis, osteopathisch, myopathisch, neuropathisch)
Skoliose Epidemiologie:
- Prävalenz: 0.5 % ( w>>m)
- Prädisponiertes Alter: Pupertät
Skoliose Einteilung:
Infantile (>3 J.), juvenile (4.-10.J.) und Adolszentenskoliose (11-17. J.)
Weitere Einteilung nach Ausprägung und Schwäregrad
Skoliose Klinik:
- Bildung eines Rippenbuckels und/oder Ledenwulstes
- Schmerzsymptomatik wenig ausgeprägt bis nicht vorhanden und nicht korreliet mit Schweregrad der Skoliose
Skoliose Diagnose:
- Anamnese
- Bildgebung (MRT,RX)
- Lungenfunktionstests bei schweren Formen
Skoliose Therapie:
- Konservativ: Physiotherapie und Korsett-Therapie
- Operativ ( Falls konservative Möglichkeiten erfolglos ausgeschöpft) : Stabsysteme, Spondylodese (Wirbelkörperfixierung)
Skoliose Prognose:
Je früher Skoliose auftritt desto schlechter, kritische Zeit für Progression der Skoliose ist die Pupertät, operative Korrektur in ca. 50-60% erfolgreich
Skoliose Komplikationen:
- Lungenfunktionseinschränkungen (reduzierte Vitalkapazität)
- Progression bei unbehandelten Sloliosen
- Druckstellen und Hautaffektionen bei Korsett-Therapie
- Chirurgische Risiken ( Materialbruch, Infektionen, Pneumothorax, Pleuraerguss, neurologische Schäden)
Skoliose Komplikationen:
- Lungenfunktionseinschränkungen (reduzierte Vitalkapazität)
- Progression bei unbehandelten Sloliosen
- Druckstellen und Hautaffektionen bei Korsett-Therapie
- Chirurgische Risiken ( Materialbruch, Infektionen, Pneumothorax, Pleuraerguss, neurologische Schäden)
Skoliose Prophylaxe:
- Früherkennung
- Vermeidung von longitudinalen Belastungen
Morbus Scheuermann Synonyme:
Scheuermann Krankheit
Adolszentenkyphose
Juvenile Osteochondrose
Osteochondrosis deformans juvenilis dorsi
Kyphosis juvenilis deformans
Morbus Scheuermann Definition & Pathogenese:
- Wachstumsstörung der knoperligen Grund- und Deckplatten der Wirbelkörper (Osteochondrodysplasie) und der ventralen Vorderkante
=> Verknöcherungsstörung mit Keilwirbelbildung
=> Verschmälerung des Bandscheibensraumes und Kyphosierung
( BWS => Rundrücken => Typ l => selten LWS => Typ ll)
Morbus Scheuermann Ätiologie:
Unklar
Ossifikationsstörung,
Fehlbelastung,
schwache Muskulatur,
endokrine Störung,
Fehlernährung
Morbus Scheuermann Epidemiologie:
- 1-8% der Bevölkerung betroffen
- häufigst WS-Erkrankung bei Jugendlichen
- Prädisp. Alter: Beginn 8.-12 Lj., Progredienz 12-16 Lj. M>>w
Morbus Scheuermann Klinik:
- Hyperkyphotisch deformierte BWS verursacht zunehmend und belastungsabhängig Rückenschmerzen
- Kompensatorische LWS-Hyperlordose und Skoliose möglich
- Muskuläre Dysbalance und Bewegungseisnchränkung
Morbus Scheuermann Diagnose:
- Anamnese und klinische Untersuchung
- RX und MRT (u.a. Schmorl- Knötchen)
Morbus Scheurmann Therapie:
- Konservativ: gute Haltung, Schwimmen, Physiotherapie ( Rumpfmuskulatur), Korsett
- Medikamente: NSAR
- Operativ: Dorsale Spondylodese, evtl. zus. ventrale Lösung, nach Wachstumsabschluss bei therapieresistenzen Schmrzen
Morbus Scheuermann Prognose:
Gut, keine Progressin nach Wachstumstabschluss, bei ausgeprägter Kysphose sekundäre Verschlechterung im Erwachsenenalter möglich.
Morbus Scheuermann Komplikationen:
- Thorkale Bandscheibenvorfälle mit Neurologie
- Kardiopulmonale Einschränkungen
- Degenerative Osteochondrose durch Fehlstatik
- Chirurgische Komplikationen bei operativer Therapie
Morbus Scheuermann Differenzialdiagnose:
- Haltungsschwäche
- Kongenitale Kyphose
- Osteochondrodystropien
- Rachitis
- M. Bechterew
Bandscheibenschäden Synonyme:
- Bandscheibenvorfall
- Spinales radikuläres Syndrom
- Bandscheibenprotrusion
- Nucleus-Pulposus-Prolaps
- Diskusprolaps
- Diskushernie
- Hernie nuclei pulopsi
Bandscheibenschäden Definition / Pathogenese:
- Dorsale / laterale Vorwölbung oder Vorfall der Bandscheibe mit einengung des Spinalkanals oder des Foramen intervertebrale
- 90 % lumbal
- 10% zervikal
- 0.2 % thorkal
Bandscheibenschäden Ätiologie:
- Degenerativ ( begünstigt durch Fehlhaltung und Bewegungsmangel)
- Traumatisch
- Metastasierende Neoplasie
Banscheibenschäden Epidemiologie:
- Ca. 33% der 30 jährigen Bevölkerung zeigt mehrheitlich beschwerdefreie Diskushernien.
- Häufiger operativer WS-Eingriff
- Prädisponisiertes Alter: 30-50J.
Bandscheibenschäden Einteilung:
Medialer, mediolateraler und lateraler Prolaps mit Myelopathie( Kaudasyndrom resp. Radikulopathie
Bandscheibenschäden Klinik:
- Rückenschmerzen: Lumbalgie = Lumbago = low back pain (LWS), Nackenschmerzen (HWS)
- Neurologie: LWS => Lumboischialgie (neurogener Schmerz in Gesäss und Oberschenkel) sowie Parästhesien, Hypäthesien, Hypalgesie) und Paresen (motorische Störungen)
Bandscheibenschäden Diagnose:
- Anamnese (Trauma, neurologische Symptome )
- Klinische Untersuchung: Myogelosen ( Muskelverspannung durch Schmerz-Kontraktion-Spirale), Fehlhaltung, Kennmuskelschwäche, Reflexabschwächung, Sensibilitätsstörung, Laségue-Zeichen
- Bildgebung: RX und MRT ( Vorsicht: Vorfallgrösse und Symptome müssen nicht korrelieren)
- Neurologische Untersuchung: EMG ( Elektromyographie) und NLG ( Nervenleitgeschwindigkeit)
Bandscheibenschäden Therapie:
- Konservativ:
Analgetika /NSAR
Neuraltherapie mit Injektion von Lokalanästhetikum + Kortisol
Wärmetherapie
Entspannungsübungen
Rumpfmuskeltraining (in der nicht akuten Phase)
keine Bettruhe
Stufenbett
- Operativ:
Indikation von Neurologie abhängig
offene Mikrodiskektomie oder endoskopische perkutane Nukleotomie (LWS)
Bandscheibenprothese
Laminektomie bei Spinalkanalstenose ( Entfernung eines Teils des Wirbelbogens)
- Spondylodese bei Instabilität ( Kompression