Betriebswirtschaft, Buchhaltung
Betriebswirtschaftliche Grundlagen und Grundlagen zur Buchhaltung
Betriebswirtschaftliche Grundlagen und Grundlagen zur Buchhaltung
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Lernkarten
Was gehört zum Finanzplanungsprozess?
> Umsatzplanung
> Kostenplanung
> Investitionsplanung
> Kapitalbedarfsplanung
> Planerfolgsrechnung
> Planmittelflussrechnung
> Liquiditätsplanung
> Planbilanz
> Plankennzahlen
Nenne die 10 Einflussgrössen für das Umsatzvolumen.
1. Grundlegende Trends
2. Wirtschaftliche Zyklen
3. Intervenierende Regierungen
4. Saisoneinflüsse
5. Nachfrage nach einer Produktklasse
6. Nachfrage nach einer Produktkategorie
7. Nachfrage nach Ihrem Produkt
8. Nachfrage nach konkurruerenden Produkten
9. Nachfrage nach alternativen Produkten
10. Nachfrage nach anderen, nicht verwandten Produkten
Schriftliche Fixierung der Prognosen (Umsatzplanung)
> Logische Aspekte (liegen der Prognose zu Grunde)
> Empirische Nachweise (gewählte Methoden)
> Einschätzungen begründen
> Erläuterung der Prognosen (Branchentrends, Marketing brücksichtigen)
> Umsatzprognosen demonstrieren (inkl. Herleitung)
> Schlüsselrisiken und alternative Szenarien
>verständlich, prägnant und präzise Prognosen erstellen
Welche Einnahmequellen gibt es ? (Umsatzplanung)
> Verkauf von Wirtschaftsgütern
> Nutzungsgebühren
> Mitgliedsgebühren
> Verleih/Vermietung/Leasing
> Lizenzen
> Maklergebühren
> Werbung
Welche Kosten können anfallen? (Kostenplanung)
> Sachkosten: Maschinen, Geräte, Produktionswerkzeuge
> Technologie: Bereitstellung und Betrieb der Informationstechnologie
> Materialkosten: Rohstoffe/Materialien
> Personalkosten
> Marketing und Vertreib
> Administration: Miete, Leasinggebühren o.Ä.; können nicht dem Produkt zugeordnet werden
> Logistik: Verteilung, Auslieferung des Prod.
> Support: Kundensupport, Instandhaltung, Reparaturen von Maschinen und Geräten
> Schutzrecht: Patente, Lizenzen, Designs
Investitionsarten (Investitionsplanung)
> Sachinvesitionen: Ersatz-Investition, Erweiterungsinvestition, Rationalisierungsinvestiion
> Finanzinvestition: Kauf von Beteiligungen, Kauf von Forderungspapieren, Kauf von Grundstücken/ Immobilien
> Immaterialle Investitionen: Investition in Forschung und Entwicklung, Ausbildungsinvestition, Sozialinvestition
Konkretes Vorgehen bei einer Investitionsplanung
> Erstellen einer Liste mit Investitionsaufwendungen laut Planerfordernissen
> Determinierung des Abschreibungszeitraums und -methode für jede Investition
> Entwicklung eines Abschreibungsschemas
> Aufgrund dessen erfolgt die Entwicklung einer detaillierten Investitionsprognose
Die Kapitalbedarfsplanung
> ist Teil des Finanzplans
> enthält langfristige Planungsinformationen zur Deckung des Kapitalbedarfs zukünftiger Investitionen
> ist von grosser Bedeutung, denn hohe Kapitalbindungsdauer können verheerende Auswirkungen haben
> muss detailliert und realistisch erstellt werden, sonst kann die Liquidität des Unternehmens gefährdet werden
> muss detailliert und realistisch erstellt werden, sonst kann die Liquidität des Unternehmens gefährdet werden.
Konkretes Vorgehen bei der Investitionsplaung (Investitionsplanung)
> Erstellung einer Liste mit Investitionsaufwendungen laut Planerfordernissen
> Determinierung des Abschreibungszeitraums und- methode für jede Investition
> Entwicklung eines Abschreibungsschemas
> Aufgrund dessen erfolgt die Entwicklun einer detaillierten Investitionsprognose
EBIT (Plankennzahlen)
Reingewinn + Zinsen + Steuern
Eigenfinanzierungsgrad (Plankennzahlen)
Eigenkapital x 100 / Gesamtkapital
Umsatz (Plankennzahlen)
Verkaufsmenge x Verkauftpreis
EK- Rentabilität (Plankennzahlen)
Reingewinn x 100 / Eigenkapital
Cashflow (Plankennzahlen)
Fondswirk. Erträge - Fondswirk. Aufwendungen
Cashflow-Marge (Plankennzahlen)
Cashflow x 100 / Nettoumsatz
Liquiditätsgrad 2
Liquide Mittel + Forderungen / Kurzfristiges Fremdkapital
Return on Investment / ROI (Plankennzahlen)
EBIT x 100 / Gesamtkapital
Mittelfestsetzung zur Zielerreichung (Finanzierung)
1. Kapitalvolumen: Wieviel Kapital ist notwendig?
2. Kapitalstruktur: Was für Kapital wird benötigt? Wie viel Eigenkapital und lang- bzw. kurzfristiges Fremdkapital soll vorhanden sein?
Die Zielkonflikte (Finanzierung)
1. Liquidität: Grundsatz der liquiditätsgenügenden Finanzierung
2. Sicherheit: Grundsatz der sicherheitsorientierten Finanzierung
3. Rendite: Grundsatz der renditeoptimalen Finanzierung
> alle stehen im Kreislauf zueinander, nur ein Punkt kann jeweils gewählt werden
Lösung: Zielkonflikte
1. Beziehung zwischen Liquidität und Sicherheit: Die Aufnahme eines Darlehens kann die Liquidität zu Beginn erhöhen, dafür wird die Abhängigkeit gegenüber Kapitalgebern grosser und damit die Sicherheit kleiner.
2. Beziehung zwischen Liquidität und Rendite: Eine hohe Liquidität bewirkt evtl. eine tiefere Rendite, wenn die Kosten für das Kapital (Passivzins) grösser sind als der Ertrag der liquiden Mittel ( z.B. Aktivzins)
3. Beziehung zwischen Sicherheit und Rendite: Ein hohes Eigenkapital (Sicherheit) kann bei niedrigen Fremdkapitalzinsen dazu führen, dass die Rendite verhältnismässig tief ist. EIne Finanzierung mit "billigerem" Fremdkapital wäre vorteilhafter.
Die Finanzierungsarten (Finanzierung)
Fremdfinanzierung > Kreditfinanzierung > Bsp.: Liefernatenkredit, Darlehen
Eigenfinanzierung > Beteiligungsfinanzierung > Bsp.: Eigenkapitaleinzahlung des Eigentümers
Eigenfinanzierung > Selbstfinanzierung > Bsp.: Nicht ausgeschüttete Gewinne
Beispiele von Finanzierungsarten
1. Die Gastro AG erhöht ihr Aktienkapital > Eigenfinanzierung, Beteiligungsfinanzierung
2. Die Kantonalbank gewährt der Gastro AG ein Darlehen > Fremdfinanzierung, Kreditfinanzierung
3. Die Hälfte des Reingewinns behält die Gastro AG im Unternehmen > Eigenfinanzierung, Selbstfinanzierung
Krisen im Unternehmen: Entstehung, Erkennung und Beeinflussung
Enstehung von Unternehmensrisiken:
> zuerst: Strategische Fehler (wird oft zu spät erkannt)
> später: Erfolgskrise (wird oft zu spät erkannt)
> zuletzt: Liquiditätskrise (folgt meist rasch)
(Erkennung von Fehlentwicklungen und Einleitung von Massnahmen)
Welche Finanzierungsformen gibt es?
Fremdfinanzierung: Darlehen, Bürgschaften, Staatliche Unterstützung, Hypotheken, Bankkredite, Leasing, Factoring, Diverse Anleihen
Eigenkapitalfinanzierung: Selbstfinanzierung, Börsengang, Beteiligung von Risikokapitalgebern, Drittunternehmen, Privatpersonen
Der Ablauf des Risikomanagements
1. Risikobewusstsein
2. Gefahrenermittlung
3. Risikoanalyse
4. Risikohandhabung
5. Risikokontrolle
Wie führen Risiken zur Überschuldung?
> Risiken: Strategisch, Operativ, Finanziell
> Folgen: Zusatzkosten, Mindererlöse, Werbeberichtigungen; Gewinneinbruch, Cash Drain, Vermögensverlust; Unternehmenswertverlust, Illiquidität, Überschuldung
> Ursachen: Nichtbeherrschung, Fehleinschätzung, Fehler/Schwächen, Betrug/Veruntreuung
Das Rechnungswesen als Datenverarbeitungssystem (Ablauforganisation)
> Belegerfassung > Datenverarbeitung > Datenaufbereitung, Datenausgabe
Welches sind die Grundlagen und Rahmenbedingungen für die Datenverarbeitung?
> Gesetzliche Vorschriften
> Informationsbedürfnisse der Führungsebenen
> Unterteilt in Finanzbuchhaltung (Aussenbeziehungen, ist gesetzlich Vorgeschrieben) und Betriebsbuchhaltung (Innenbeziehungen, keine gesetzlichen Vorschriften)
Die Hauptbereiche des Rechnungswesen
Finanzbuchhaltung > Vergangenheitsorientiert: Geschäftsbuchhaltung; Zukunftsorientiert: Budgetierung
Betriebsbuchhaltung > Vergangenheitsorientiert: Betriebsabrechnung; Zukunftso.: Kosten-/Ertragsbudget
Kalkulation > Vergangenheitsorientiert: Nachkalkulation; Zukunftso.: Vorkalkulation
Welches sind die Aufgaben des Rechnungswesens?
> Führung der Buchhaltung: Nach gesetzlichen Vorschriften und innerbetrieblichen Weisungen: kontieren, buchen, kontrollieren, abstimmen
> Rechenschaftslegung: Nach gesetzlichen Vorschriften und auf externe Vorschriften ausgerichtet (Steueramt, Aktionäre, Öffentlichkeit)
> Information, Auskunft und Berichterstattung: Informiert über alle finanz- und betriebswirtschaftlichen relevanten Tatbestände und Entwicklungen
> Entscheidungshilfen: Betriebswirts. Daten dienen den Verantwortlichen als Entscheidungsgrundlage
> Planung: Das Rechnungswesen liefert Zahlen und Fakten, welche zur Planungsvorgabe verarbeitet werden
> Kontrolle und Überwachung: Dient dem Soll-ist-Vergleich, der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und der Erhaltung des Vermögens
> Kalkulationsgrundlage: Berechnungsgrundlage der Kosten pro Einheit als Vergleichsgrösse und zur Preisfindung
> Sachbearbeitung: Disponierung der Geldmittel für Liquidität, Rendite und Sicherheit sowie Sicherstellung der finanziellen Beziehungen
Wie sieht eine ordnungsmässige Rechnungslegung aus?
OR: Vollständigkeit und Richtigkeit; Klarheit und Wesentlichkeit; Vorsicht; Fortfürhung der Unternehmenstätigkeit; Stetigkeit der Darstellung und Bewertung; Verrechnungsverbot
Weitere Grundsätze: Periodengerechtigkeit; Dokumentation; Rechtzeitigkeit (Aktualität)
Bewertungsgrundsätze für eine ordnungsgemässe Rechnungslegung:
Wahrheit (true and fair view): Die Bewertung soll ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild abgeben. Sie entspricht entweder den Tatsachen oder basiert auf vernünftigen, willkürfreien Schätzungen.
Vorsicht (Prudence): Das Vorsichtsprinzip verlangt, dass sich die Unternehmung gegenüber anderen nicht reicher und im Zweifel ärmer darstellen soll, als sie in Wirklichkeit ist. Aktien und Erträge sind deshalb eher zu tiel, die Schulden und Aufwände eher zu hoch anzusetzen.
Fortführung (going concern): Die Bewertung der aktiven und Schulden soll normalerweise unter Annahme der Weiterführung der Unternehmenstätigkeit erfolgen.
Stetigkeit (consistency): Die Stetigkeit in Darstellung und Bewertung bedeutet, dass die einmal gewählten Darstellungsformen und Bewertungsgrundsätze über die Jahre hinweg beibehalten werden sollen.
Das Vorsichtprinzip
Realisationsprinzip (Realization rule): Gewinne dürfen erst ausgewiesen werden, wenn sie durch Verkauf erzielt worden sind.
Niederstewertpriznip (Lower of cost or Market): Von mehreren für die Bewertung zur Verfügung stehenden Werten muss der niedrigste genommen werden.
Imparitätsprinzip: Gewinne dürfen erst ausgewiesen werden, wenn sie durch Verkauft erzielt worden sind (=Realisationsprinzip); Verluste müssen dagegen schon gezeigt werden, wenn deren Eintritt möglich ist.
Welche Stillen Reserven gibt es?
Zwangsreserven: entstehen ohne Zutun der Geschäftsleitung automatisch durch Wertsteigerungen, die wegen der gesetzlichen Höchstbewertungsvorschriften nicht ausgewiesen ewrden dürfen.
Ermessensreserven: Ermessens- oder Schätzungsreserven gehen zurück auf übervorsichtige Abschreibungen und Rückstellungen oder eine gerechtfertigte Zurückhaltung beim Aktivieren von Aufwand.
Willkürreserven: Willkür-, Absichts- oder Verwaltungsreserven werden von der Geschäftsleitung bewusst gebildet, in der ABsicht, den Vermögens-und Gewinnausweis zu beeinflussen.
Kontorahmen und Kontogliederung
Kontorahmen: überbetriebliche, systematische Gliederung der Konten
Kontenplan: Unternehmensabhängige systematische Ordnung der Konten, abgeleitet aus dem Kontorahmen
Das System der doppelten Buchaltung
> basiert auf der Überlegung, dass sich jeder finanziell relvante Vorgang jeweils auf zwei Positionen aus Bilanz und/oder Erfolgsrechung auswirkt.
> unterschieden wird zwischen: Aktivaustausch, Passivaustausch, Bilanzverlängerung, Bilanzverkürzung, Erfolgswirksame Vorgänge
> im System der doppelten Buchführung wird jeder Geschäftsvorfall zwiemal verbucht. Bspw. bewirkt der Kauf einer Maschine gegen bar einen: Wertzugang beim Bilanzposten "Maschinen" und einen Wertabgang bei der Pilanzposition " Kasse"
Wie ist die Bilanz gegliedert?
Aktiven (Vermögen, Investitionen):
1. Umlaufvermögen: Flüssige Mittel, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Andere (kurzfristige) Forderungen, Vorräte, Rechnungsabgrenzungen
2. Anlagevermögen: Finanzanlagen (davon Beteiligungen), Sachanlagen, Immaterielle Anlagen, Gründungs-, Kapitalerhöhungs- und Organisationskosten, nicht bezahltes Aktienkapital
Passiven (Schulden, Finanzierung):
1. Fremdkapital: Schulden aus Lieferungen und Leistungen, Andere kurzfristige Verbindlichkeiten, Rechnungsabgrenzungen, Langfristige Verbindlichkeiten, Rückstellungen
2. Eigenkapital: Aktienkapital, Partizipationskapital, Gesetzliche Reserven, Allgemeine Reserven, Aufwertungsreserven, Reserven für eigene Aktien, Andere Reserven (freie Reserve), Bilanzgewinn/Bilanzverlust
Die Bilanzkonten
Was in der Bilanz links steht (Aktivum), kommt auch auf die linke Seite des Kontos (soll).
Was in der Bilanz rechts steht (Passivum, kommt auch auf die rechte Seite des Kontos (haben).
Was ist das Hauptbuch?
> Unter Hauptbuch versteht man die Gesamtheit aller für die Verbuchung der Geschäftsstelle notwendigen Konten. MIt Hilfe des Hauptbuches wird der gesamte Geschäftsverkehr der Unternehmung aufgezeichnet.
> Der Geschäftsgang des Schreibbüros S.Berger kann nun mit Hilfe des Hauptbuches aufgezeichnet werden.
Wo greift das betriebliche Rechnungswesen ein?
> Wo sind Kosten angefallen?
> Wofür sind Kosten angefallen?
> Was kostet ein Produkt (Kalkulation)?
> Wer ist für welche Ergebnisse verantwortlich?
Wer plant, steuert und verandwortet Kosten?