Ausscheidung 2b
Nierenerkrankungen
Nierenerkrankungen
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Flashcards
Entstehung akutes Nierenversagen
- Die Ursachen werden entsprechend dem Ort der Schädigung in prärenal, renal und postrenal eingeteilt.
- Prärenal (vor der Niere) ist in erster Linie ein vermindertes Blutvolumen (Hypovolämie, z. B. bei Blutung oder Flüssigkeitsmangel) oder ein zu niedriger Blutdruck (kardiorenales Syndrom, Schock, Hepatorenales Syndrom).
- Renale Schädigungen, d. h. in der Niere selbst, können vielfältig sein. Hierzu gehören u. a. akute Glomerulonephritiden und Tubulointerstitielle Nierenerkrankungen aber auch Arzneimittelnebenwirkungen (Röntgenkontrastmittel).
- Postrenal liegt der Auslöser hinter der Niere im ableitenden Harntrakt.
- Als häufiges Beispiel sei der Harnverhalt mit Rückstau des Urins in die Nieren bei der gutartigen Vergrößerung der Prostata genannt.
Typische Symptome beim akuten Nierenversagen
Akutes Nierenversagen: vier Stadien
In den meisten Fällen verläuft ein akutes Nierenversagen in vier Stadien:
- Schädigungsphase (Initialphase): Sie dauert einige Stunden bis Tage.
- Oligo- oder anurische Phase: In diesem Stadium geht die Harnausscheidung deutlich zurück, bis nur noch wenig (Oligourie) oder praktisch gar kein Harn (Anurie) mehr den Körper verlässt. Diese Phase hält im Allgemeinen zehn Tage an.
- Erholungsphase: Wenn sich die Nieren wieder erholen, produzieren sie immer mehr Harn (bis zu fünf Liter und mehr am Tag). Diese Phase dauert etwa drei Wochen.
- Wiederherstellungsphase: Nun werden die Nierenzellen wieder mehr oder weniger funktionsfähig, wobei ein vollständiges Ausheilen der Erkrankung aber nicht immer möglich ist. Dieses letzte Stadium kann bis zu zwei Jahre dauern.
Welche Untersuchungen sind notwendig bzw. welche Untersuchung gibt mir die Sicherheit zur Unterscheidung zwischen chronisch & akut NIERENVERSAGEN?
GFR, Sono, Biopsie
Therapie von akutem Nierenversagen
- Entfernung bzw. Behebung der auslösenden Ursache
- Die Therapie richtet sich nach den Komplikationen und ist symptomatisch.
- Eine zeitweilige Dialyse kann erforderlich werden.
- Im Falle eines prärenal ausgelösten akuten Nierenversagens ist es beispielsweise sinnvoll den Kreislauf möglichst schnell zu stabilisieren. Nur durch Aufhebung der Ursache kann das akute Nierenversagen therapiert werden.
- Zusätzlich können in der Initialphase Diuretika, ANP und Dopamin zur Förderung der Diurese und zur Verbesserung der Nierendurchblutung verabreicht werden.
Prognose bei akutem Nierenversagen
Akutes Nierenversagen ist ein lebensbedrohlicher Zustand. Die akute Niereninsuffizienz tritt vor allem bei Intensivpatienten häufig auf – hier liegt die Sterblichkeit bei 50 bis 80 Prozent.
Wird ein akutes Nierenversagen rechtzeitig behandelt und ist der Patient nicht durch andere Vorerkrankungen sehr geschwächt, kann sich die Nierenfunktion auch wieder erholen. Nur in wenigen Fällen verschlechtert sich die Nierenfunktion im weiteren Verlauf wieder langsam.
Pflegerische Massnahmen bei akutem Nierenversagen
- Bilanz der stdl. Ausscheidungsmengen über mehrere Tage
- Vitalwerte
- Labor
- Katheterpflege
- Beobachtung auf Symptomverschlechterung wie Ödeme, EKG-Veränderungen durch Hyperkaliämie oder Hypokaliämie, Tetanie etc.
Prävention von akutem Nierenversagen
Während und nach großen Operationen werden Blutvolumen, Blutdruck und Flüssigkeitshaushalt intensiv überwacht, um das Risiko für ein akutes Nierenversagen zu senken.
Viele Medikamente können zu Nierenschäden führen und damit ein akutes Nierenversagen auslösen. Dazu zählen auch frei verkäufliche Präparate wie bestimmte Schmerzmittel (z.B. Paracetamol, Ibuprofen, Diclofenac). Daher sollten Sie jede Medikamentenanwendung mit dem Arzt besprechen. Das gilt vor allem für Patienten mit bestehenden Nierenerkrankungen und eingeschränkter Nierenfunktion – sie sind besonders anfällig für ein akutes Nierenversagen
Durch was entsteht eine chron Niereninsuffizienz --> Krankheitsentstehung
Den Begriff „chronische Niereninsuffizienz“ verwenden Mediziner, wenn die Nierenfunktion auf weniger als 60 Prozent abgesunken ist. In Westeuropa entwickeln etwa 10 von 100.000 Menschen pro Jahr eine chronische Niereninsuffizienz. Sie hat gefährliche Auswirkungen auf den Körper.
5 Stadien:
Die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) dient zur Einteilung chronischer Nierenerkrankungen. Unbehandelt durchläuft die chronische Niereninsuffizienz fünf Stadien mit unterschiedlichem Schweregrad:
Ursache chron. Nierenversagen
- Diabetes mellitus: ca. 30-35 %
- Hypertonie: ca. 20 - durch Schädigung der Nierenkörperchen, zum anderen aber auch dessen Folge bei nachlassender Nierenfunktion werden vermehrt blutdrucksteigernde Hormone gebildet.
- Nierenentzündungen:10-20%
- Glomerulonephritis: eine Entzündung der Nierenkörperchen () 8-10%
- interstitielle Nephritis: 8-10% eine Entzündung der Harnkanälchen und des sie umgebenden Raumes (Analgetikanephritis)
- Hereditäre (Erblich) Nierenerkrankungen: ca. 5% z.B. Zystennieren: Bei dieser angeborenen Fehlbildung der Nieren treten zahlreiche flüssigkeitsgefüllte Hohlräume in den Nieren auf, was deren Funktion stark einschränkt.
- Autoimmunerkrankungen (zB. Vaskulitiden) ca. 5%
- Medikamente: Nieren schädigend wirken unter anderem frei verkäufliche Schmerzmittel wie Paracetamol, Ibuprofen oder Diclofenac. Vor allem bei längerer Anwendung können sie eine chronische Niereninsuffizienz verursachen.
- Unbekannter Genese: 8-10%
Symptome chron. Nierenversagen
Erste Anzeichen:
- Polyurie –Nykturie + Durst (Polydipsie)
- Hypertonie
- Ödembildung (Lidödeme)
Fortgeschrittene Symptome:
- Renale Anämie (durch verminderte Hormonbildung – wg.d. Hypertonie)
- Rasche Ermüdbarkeit
- Blässe
- AZ-verschl.
- Veränderter Knochenstoffwechsel (Schmerzen)
- Erhöhte Harnstoff-Werte im Blut
- Neurolog. Symptome (Sensisbilitätsstrg., Konzentrat.strg. verwirrt, Kopfsz., Seh-strg.)
- Juckreiz, Wadenkrämpfe
- Foetor Urämicum, gestörter Menstruationszyklus
- Impotenz
- Übelkeit/Erbrechen/durchfall/Gewichtsverlust
- Lungenödem, Herzbeutelergüsse…
Welche Untersuchungen sind notwendig bzw. welche Untersuchung gibt mir die Sicherheit zur Unterscheidung zwischen chronisch & akut Nierenversagen?
Anamnese, Im Blut wird unter anderem die Konzentration der harnpflichtigen Substanzen Kreatinin und Harnstoff gemessen – sie reichern sich im roten Körpersaft an, wenn ein chronisches Nierenversagen vorliegt. Aussagekräftiger als der Kreatinin-Wert ist die sogenannte Kreatinin-Clearance. Sie erlaubt eine Aussage über die Funktionsfähigkeit der Nieren, denn eine chronische Niereninsuffizienz führt zu einer verringerten Kreatinin-Clearance. Scheidet der Patient Eiweiß mit dem Urin aus, erhärtet dies den Verdacht auf eine Nierenschwäche. Mithilfe eines weiteren Laborwertes (Glomeruläre Filtrationsrate, GFR) kann der Arzt den Schweregrad der Erkrankung feststellen.
Therapie von chron. Nierenversagen?
Eine chronische Niereninsuffizienz wird entsprechend ihrer Ursache und ihrem Schweregrad behandelt. Die Ursache der Nierenschwäche wird nach Möglichkeit beseitigt oder behandelt, damit die chronische Nierenschwäche nicht weiter fortschreitet. Einmal zerstörtes Nierengewebe lässt allerdings sich nicht wiederherstellen.
Folgende Maßnahmen sind für die Niereninsuffizienz-Therapie sowie die Behandlung möglicher Folgekrankheiten wichtig:
- Reichliche Flüssigkeitszufuhr (zwei bis zweieinhalb Liter) und Gabe von harntreibenden Medikamenten (Diuretika)
- Regelmäßige Kontrolle der Blutsalze (Blutelektrolyte) und des Körpergewichts
- Behandlung des Bluthochdrucks mit Medikamenten (vor allem ACE-Hemmer und AT1-Blocker)
- Medikamente, die den Gehalt an Blutfetten senken (Lipidsenker)
- Behandlung der durch die Nierenschwäche bedingten Blutarmut (renalen Anämie)
- Behandlung von Knochenkrankheiten (Vitamin D-Mangel aufgrund der Niereninsuffizienz)
- Richtige Ernährung (mehr dazu lesen Sie im Beitrag Ernährung bei Niereninsuffizienz)
Trotz Behandlung nimmt eine chronische Niereninsuffizienz in vielen
Prognose von chron. Nierenversagen
- Die Prognose richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung
Die Prognose eines Betroffenen mit chronischer Niereninsuffizienz ist in hohem Maße von der zugrunde liegenden Erkrankung abhängig. So bestehen beispielsweise bei einem Patienten mit Diabetes mellitus nicht selten mehrere Risikofaktoren für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Solche Risikofaktoren sind unter anderem erhöhte Blutzuckerspiegel, erhöhte Blutfettwerte, Bluthochdruck, Arteriosklerose und Übergewicht
.
- Komplikationen sind möglich
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Prognose sind eventuell eintretende Komplikationen bzw. Begleiterscheinungen. So tragen Bluthochdruck, Arteriosklerose und Blutarmut wiederum zu einem erhöhten Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei. Wichtig für die Zukunft des betroffenen Patienten ist außerdem eine optimal durchgeführte Dialysebehandlung.
Pflegerische Massnahmen bei chron. Nierenversagen
- medikamentöse Einstellung der Hypertonie
- behandeln von HWI (Harnwegsinfekten)
- Erkrankten auf evtl. Dialyse vorbereiten
- nur maßvoll körperliche Ertüchtigungen
- regelmäßige Vitalzeichenkontrollen (Blutdruck, Puls, Atmung, Temperatur)
Flüssigkeitszufuhr und Trinkmenge bei der Dialysetherapie --> Pflegerische Massnahmen bei chron. Nierenversagen
- täglich wiegen um Gewichtszunahme/-Abnahme selbst zu kontrollieren
- Urinmenge und die Flüssigkeitsverluste täglich bilanzieren
- Die tägliche Gewichtszunahme sollte 0,5-1kg nicht überschreiten
- Neben der Trinkmenge müssen Dialyse Patienten den Wassergehalt in Nahrungsmitteln berücksichtigen wie in Suppen, Obst, Gemüse, Pudding, Jogurt
Ernährung während der Dialysetherapie – Grundregeln bei Patienten die kaum Urin ausscheiden:
- Salz-, phosphat-und kaliumarm
- statt Kochsalz Kräuter und Gewürze verwenden
- eiweißreich (da bei der Dialyse Aminosäuren verloren gehen [Bausteine der Eiweiße])
Prävention von chron. Nierenversagen
Die häufigsten Ursachen für chronische Niereninsuffizienz sind Diabetes mellitus und Bluthochdruck.
Eine gute Einstellung der Blutzucker- und Blutdruckwerte kann einer chronischen Nierenschwäche daher vorbeugen.
Da auch viele Medikamente eine chronische Niereninsuffizienz verursachen können, sollten Sie jede Medikamenteneinnahme mit Ihrem Hausarzt besprechen.
Das gilt auch für frei verkäufliche Medikamente. Liegt bereits eine Nierenschwäche vor, ist zudem häufig eine Dosisanpassung von Medikamenten erforderlich.
Generell sollten Sie die Einnahme von Arzneimitteln bei Nierenfunktionsstörungen wie chronische Niereninsuffizienz eng mit dem Arzt abstimmen