Antihypertensiva

Pharmavorlesung zu Antihypertensiva (Vorlesung von Manuel Haschke, MD)

Pharmavorlesung zu Antihypertensiva (Vorlesung von Manuel Haschke, MD)


L. G.
Diese Lernkarten decken das Thema Antihypertensiva auf Universitätsniveau ab. Sie konzentrieren sich auf verschiedene Wirkstoffe wie ACE-Hemmer, Betablocker, Calciumantagonisten und Diuretika, deren Wirkmechanismen, Indikationen und Nebenwirkungen. Besonders hervorgehoben werden die Interaktionen und Kontraindikationen dieser Medikamente, sowie deren Anwendung bei spezifischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Karteikarten sind ideal für Medizinstudenten und Ärzte, die ihr Wissen über die Behandlung von Bluthochdruck und verwandten Zuständen vertiefen möchten.
Karten
141
Lernende
5
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
22.12.2015 / 05.07.2022

Lernkarten

Welche Kontraindikationen bestehen bei lipophilen Betablockern?

Kardial:

  • schwere Bradykardie
  • hochgradiger AV-Bloch (Grad II oder III)
  • unbehandelte Herzinsuffizienz

Pulmonal

  • schweres Asthma

periphere Gefässe

  • schwere periphere Gefässerkrankung
  • aktive Gangrän

metabolisch:

  • schlecht eingestellter Diabethes
  • Diabetes (nur die nicht kardio-selektiven, da diese die Glucosegewinnung durch Glycolyse verhindern)

ZNS

  • schwere Depressionen

Mit welchen Medikamenten Interagieren Betablocker und welche Auswirkungen haben sie?

  • Digoxin --> Überleitungsstörungen, mit verschlimmerung und Einleitung von Blockbilder
  • Amiodaron --> Überleitungsstörungen
  • Verapamil (nicht-dihydropyridiner Ca2+- Antagonist) --> Überleitungsstörungen, Bradykardie, Hypotonie, verschlimmerung einer Herzinsuffizienz
  • Diltiazem (nicht-dihydropyridiner Ca2+-Antagonist) --> Überleitungsstörungen, Bradykardie, Hypotonie, verschlimmerung einer Herzinsuffizinez
  • Insulin --> Hypoglykamie und Verschlechterung der Anzeichen für eine Hypo- oder Hyperglykämie wie Tachykardie, Schwitzen, Tremor ...
  • orale Antidiabethika --> Hypoglykämien und Verschlechterung der Anzeichen für eine Hypo- oder Hyperglykämie wie Tachykardie, Schwitzen, Tremor ...
  • CYP2D6-Hemmer --> erhöhen die Nebenwirkungen bei lipophilen Betablockern

Welche Betablocker werden über CYP2D6 inaktiviert?

Welche Interaktion ist zu erwarten, bei einer Kombination von einer CYP2D6-Hemmer (z.B. Methadon oder Levomepromazin) mit dem Betablocker Propranolol.

Das das Enzym CYP2D6, welches zur inaktivierung des Betablockers gebraucht wird durch den Hemmer in seiner Aktivität vermindert ist, dauert der Abbau des Betablockers länger und es kommt zu einer verstärkten Wirkung!

Welcher der folgenden Aussage zu Betablockern stimmt?

Wie ist der Begriff kardioselektivität bei Betablocker aufzufassen?

Die mit kardioselektiv bezeichneten Betablocker wirken nicht ausschliesslich auf die Beta-1-Rezeptoren, sondern sie sind nur bedeutend affiniert für Beta-1-Rezeptoren und besetzen die Beta-2-Rezeptorendaher nur in geringem Mass und werden erst in hoher Dosierung als Beta-2-Rezeptor-Blocker aktiv.

--> kardioselektiv schliesst eine Beta-2-Rezeptor-Blockerung also nicht aus, sondern diese ist nur geringer als bei nicht selektiven Betablockern.

Welche sind die wichtigsten Calcium-Antagonisten der Gruppe der Dyhydropyridine mit Substenzname und Handelsnamen?

  • Nifedipin (Adalat CR)
  • Amlodipin (Nervasc)

Welches sind die wichtigsten Calcium-Antagonisten die zur Gruppe der Nicht-Dihydropyridine zählen mit Suabstanzname und Handlsname?

  • Verapamil (Isoptin)
  • Diltiazem (Dilzem)

Welche Indikation besteht für einen Calcium-Antagonisten?

arterielle Hypertonie

KHK

Angina pectoris

Raynaud`sche Krankheit

periphäre Gefässkrankheit

Welche zusätzlichen Indikationen bestehen bei Nicht-Dihydropyridinen Calcium-Antagonisten?

supreventrikuläre Tachyarrythmien

(Migräne)

(Buch: Vorhofflimmern und Vorhofflattern können positiv beeinflusst werden, in dem die AV-Überleitung gehemmt wird, wodurch sich die Kammerfrequenz unter Vorhofflimmern/Vorhofflattern tief halten lässt).

Auf welchem Weg werden Calcium-Antagonisten überwiegend metabilisiert und eliminiert und welche Substenzen mach in wiefern eine Ausnahme?

Alle Calcium-Antagonisten werden hepatisch metabolisiert.

Praktisch alle über CYP3A ausser Verapamil wird über diverse Cytochome P metabolisiert und eliminiert.

Welche Dosis ist bei Nifedipin (Adalat) zu wählen und was ist an der Formulierung zu beachten?

120mg

Aber Nifedipin sollte immer als retardiertes Präparat verabreicht werden, da es mit einer Halbwertszeit von 2h so schnell abgebaut wird, das es zu einer Reflextachykardie kommt.

Welche Bioverfügbarkeit zeigt Nifedipin (Adalat)?

50% (hoher First-liver-pass)

Welche Dosis wird bei Amlodipin (Norvasc) gewählt und was ist zu beachten?

5-10mg

es ist auf nichts besonderes zu achten, ausser auf die allgemeinen Besinngungen der Calcium-Antagonisten.

Welche Bioverfügbarkeit hat Amlodipin (Norvasc)?

64-80% (das entspricht einer guten Bioverfügbarkeit)

Welche Dosis ist bei Diltiazem (Dilzem) zu wählen und was ist zu beachten?

480mg, bei gleichzeitiger Einnehme von CYP3A-Hemmer ist eine Retardformulierung 1bis 2x täglich zu wählen.

Welche Halbwärtszeit zeigt Amlodipin (Norvasc)?

35-50h --> muss daher nur einmal täglich eingenommen werden!!

Welche Nebenwirkungen sind bei Calcium-Antagonisten (Dihydropyridinen) zu erwarten und wie sind diese zu erklären?

Kopfschmerzen --> aufgrund der Vasodilatation

Flushing --> aufgrund der Vasodilatation

Schwindel --> aufgrund der Vasodilatation

Hypotonie --> aufgrund der Vasodilatation, und die allgemein gewünste Wirkung

Knöchelödeme --> aufgrund der Vasodilatation

Tachykardie

Angina pectoris, als Reaktion auf eine Reflextachikardie

Obstiation (sollte immer in Kombination mit einem Laxans verschreiben werden)

Selten: Hepatopathie

Selten: Hyperglykämie

Welche Nebenwirkungen treten bei Calcium-Antagonisten (Nichtdihydropyridine) auf und wie können diese erklärt werden?

Kopfschmerzen --> aufgrund der Vasodilatation

Flushing --> aufgrund der Vasodilatation

Schwindel --> aufgrund der Vasodilatation

Hypotonie --> aufgrund der Vasodilatation und allgemein der gewünsten Wirkung der Calcium-Antagonisten

Knöchelödeme --> aufgrund der Vasodilatation

Bradykardie --> Die Calcium-Antagonisierung im Reizleitungssystem wirkt negativ inotrop und kann daher auch zu stark negativ inotrop wirken

AV-Block

Konstipation (Verstopfung) -- nur bei Verapakil!!

(Buch: allergische Hautreaktionen)

(Buch: reversible Leberschäden)

(Buch: Nervoität)

Wo liegt der Unterschied zwischen Dihydropyridinen und Nicht-Dyhydropyridinen abgesehen vom Nicht?

Die Dihydrophyridine wirken nur an den Gefässen. Durch die Verhinderung der Calcium-Bindung können sie eine Vasodilatation erreichen.

Die Nichtdihydrophyridine hingegen zeigen neben der Wirkung an den Gefässen auch am Herz. Man nennt diese Wirkung kardiodepressiv.

Buch: Worauf ist bei einer intravenösen Gabe von Nichtdyhydropyridine zu achten?

Es muss auf ein langsames Verabreichen geachtet werden, da eine zu rasche intravenöse Gabe einen Herzstillstand verursachen kann.

Buch: Welche Kontraindikationen bestehen bei Calcium-Antagonisten (Nichtdyhyropyridine)?

  • Herzinsuffizienz
  • partieller Überleitungsblock
  • ventrikuläre Arrythmien

Wie ist der Wirkmechanismus von Dyhydropyridinen (Calcium-Antagonisten)?

Die Dyhydropyridine blockieren den Calcium-Kanal vom L-Typ in der glatten Muskulatur der peripheren Gefässen   und verhindern dadurch eine durch Calciumausschüttung getriggerte Vasokonstriktion. Diese Vasodilatation mindert den totalen peripheren Wiederstand und der Blutdruck sinkt.

Gleizeitig werden auch die Calcium-Kanäle der glatten Muskulatur der Coronarien blockiert, was zu einer Vasodilatation der Coronarien führt. Entsprechend wird die Durchblutung des Herzens und Angina pectoris verbessert. Insbesondere durch den Mechanismus das das Herz weniger arbeiten muss.

Wie ist der Wirkmachanismus von Nich-Dyhydropyridinen (Calcium-Antagonsten)?

Die Vasodilatierenden Mechanismen für periphere Gefässe und Corarien sind analog der Dyhydropyridinen. (Die Dyhydropyridine blockieren den Calcium-Kanal vom L-Typ in der glatten Muskulatur der peripheren Gefässen   und verhindern dadurch eine durch Calciumausschüttung getriggerte Vasokonstriktion. Diese Vasodilatation mindert den totalen peripheren Wiederstand und der Blutdruck sinkt.

Gleizeitig werden auch die Calcium-Kanäle der glatten Muskulatur der Coronarien blockiert, was zu einer Vasodilatation der Coronarien führt. Entsprechend wird die Durchblutung des Herzens und Angina pectoris verbessert.)

Die Nicht-Dihydropyridine wirken zusätzlich auf die Calcium-Kanäle vom T-Typ des kardialen Reizleitungssystemes und verlangsamen auf diese Weise die Erregungsbildung im Sinusknoten (negativ chronotrop d.h tiefere Schlagfrequenz) und die AV-Überleitung im AV-Knoten (negativ dromotropen d.h. die Überleitung ist verlangsamt).

Durch eine Blockierung der L-Typ-Calciumkanälen in den Ventrikelzellen wird die Calciumausschüttung vermindert und die Kontraktionskraft der Ventrikel nimmt ab (negativ inotrop oder kardiodepressiv).

--> diese kardialen Wirkungen vermindern das HZV und können damit den Blutdruck weiter senken.

Diltiazem (Dilzem) ist ein Nichtdyhydropyridiner Calcium-Antagonist. Zu welcher anderen Arzneimittelkategoie gehört Diltiazem, welche alle eine eine Calcium-Antagonistische Wirkung zeigen?

Benzothiazepine (Benzos!!)

Welchen Antihypertensiva kann man eine Mortalitätssenkende Wirkung tatsächlich bis jetzt nachweisen?

  • ACE-Hemmer
  • Angiotensin II-Rezeptor-Blocker
  • Betablocker tief dosiert
  • Aldosteron-Rezeptor-Blocker

Um welche Arzneimittelgruppe (genau!!) handelt es sich bei Hydrochlorthiazid (Esidrex) und wie wird es Dosiert?

Es handelt sich um ein Thiazid-Duiretikum. Es wird mit 12.5-50mg pro Tag dosiert.

Wobei handelt es sich um Thiazid-Diuretika?

Wie wird Chlothalidon (Hygroton) dosiert?

12.5 -50mg alle 1-2 Tage

Wie wird Metolazon dosiert?

5mg pro Tag

Wie werden Thazid-Diuretika hauptsächlich eliminiert?

fasst vollständig renal (primäre Sekretion und Filtration)

Bei welchen Indikationen kommen Diuretika zum Einsatz?

arterielle Hypertonie

(Buch: Herzinsuffizienz, weil die Thiazide die Vorlast senken und die kardialen Ödeme ausschwemmen)

(Buch: Ödeme bei nephrotischem Syndrom)

(Buch: manchmal zur Behandlung einer positiven Calciumbilanz bzw. zur verminderung einer Hypercalciurie)

 

Wie ist die Wirkdauer von Hydrochlorthiazid?

12-18h

Wie ist die Wirkdauer von Chlorthalidon (Hygroton)?

24-72h

Was versteht man unter Salturetika?

Bei Salturetika handelt es sich um Diuretika, die überwiegend NaCl zur Ausscheidung bringen.

Wie ist der Wirkmechanismus von Thiazid-Diuretiak?

Thiazide blockieren die Na+-Cl- Pumpe zu Beginn des distalen Konvolutes. Dadurch wird weniger Natrium und weniger Chlorid resorbiert.

Im weiteren Verlauf steht dem distalen Nepron mehr Natrium zur Verfügung welches durch Kalium ersetzt werden kann. (Gleichzeitig wird vermehrt Calcium rückresorbiert).

Da die Thiazide zuerst per Sekretion und Filtration in den Urin gelangen und dann von der luminalen Seite her die Natrium-Chlorid-Pumpe beeinflusst verlieren sie ab einer GFR unter 30ml/min ihre Wirkung (Ausnahme: Metolazon).

Die vermehrte Ausscheidung von Kalium und z.T. von Natrium bewirkt eine verminderte Wasserretention und es kommt zur diuretischen Wirkung. Die vermehrte Volumenausscheidung vermindert das Blutvolumen und senkt auf diese Weise den Blutdruck und schwemmt Ödeme aus.

Zusätzlich können, vermutlich durch die verminderte Natriumkonzentration im Extrazellulärraum, Thiazide durch Vasodilatation den peripheren Wiederstand senken. Dieser Effekt stritt aber erst Wochen nach der Thiazid-Therapie auf.

Welche Nebenwirkungen können bei Thiaziden auftretten?

Hyponatriämie --> wegen vermehrter Natriumausscheidung

Hypokaliämie bis hin zur metabolischen Alkalose  --> wegen vermehrter Kaliumausscheidung (Die Alkalose ist vermutlich durch eine vermehrte H-Ausscheidung oder vermehrter HCO3 Resorption zu erklären)

Hypomagnesiämie

Hyperkalziämie --> wegen vermehrter Calcizm-Resorption

reversible Hyperurikämie (kann bei vorbestehender Gicht eine Gichtausfall auslösen, ist sonst aber unbedeutend) --> wegen verminderter Ausscheidung von Harnsäure

Hyperglykämie

Dyslipidämie

(Buch: LDL-Anstieg bei Therapiebeginn, bildet sich aber bei Therapiefortsetzung wieder zurück)

(Buch: Magenbeschwerden, ERbrechen und Durchfälle)

sehr seltene Nebenwirkungen:

  • Knochenmarkssuppression
  • akute Pankreatitis
  • (Buch: Purpura)
  • (Buch: Hyperparathyroidismus)

Aus welchem Grund gehören die Thiazid-Diuretika aus Pharmakologensicht nicht zur First-Line-Therapie der arteriellen Hypertonie?

Die Thiazid-Diuretika können eine Dyslipidämie verursachen und wirken sich damit nicht so kardioprotektiv aus wie andere Antihypertensva.

Welche Interaktionen sind bei Thiazid-Diuretika zu beachten?

Lithium-Medikament --> Die Clearance von Lithium wird vermindert und es kann zu einer Akumulation von Lithium kommen. Deshalb ist auf eine Überwachung des Lithiumspiegels bei Kombination mit Thiazid-Diuretika Wert zu legen.

NSAID --> Da die NSAIDs die Nierendurchlutung vermindern, schwächen sie die Wirkung der Diuretika ab.

Medikamente die ein SAIDH verursachen können (Antiepileptika, Antidepressiva und Antipsychotika)  --> beim vorliegen eines SAIDH besteht ein erhöhtes Risiko für eine Hyponatriämie, welche durch die Verabreichung von Diuretika erhöht wird (oder so ählich stelle ich mir das vor -- habe keine hilfreichen Angaben dazu gefunden.)

Welche der folgenden Aussagen stimmt?

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