Antidepressiva

Antidepressiva

Antidepressiva


N. K.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über Antidepressiva und deren Wirkmechanismen auf Universitätsniveau. Sie behandeln die Rolle von Serotonin, Noradrenalin und Rezeptoren, sowie die Hemmung von MAO und Transportern. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten, die sich mit den verschiedenen Arten von Antidepressiva, ihren Wirkungen und Nebenwirkungen vertraut machen möchten.
Karten
64
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
21.07.2016 / 19.08.2016

Lernkarten

Fluoxetin

SSRI, wirkt antriebssteigernd

• Racemat im Handel
• S-Enantiomer ist 6,5-fach selektiver für den SERT als R-Form
• Monosubstitution in para-Stellung des Phenoxy-Rings: erhöht Selektivität für SERT
• Monosubstitution in ortho-Stellung des Phenoxy-Rings: erhöht Selektivität für NET

Phenylether

HZW 72h!

Paroxetin

SSRI

• 4-Phenyl-piperidin
• 3S,4R-trans-(-)-Enantiomer wird therap. genutzt.
• geringere antriebssteigernde Wirkung als Fluoxetin

Citalopram

SSRI, obwohl es ein ringoffenes TCA ist

Racemat, S-Enantiomer: Escitalopram, ist Eutomer, gibt es auch als solches auf dem Markt

hat ein Benzotetrahydrofuran
• hochselektiv für SERT

• Cyano- und Fluorsubstituenten sind essentiell

Sertralin

SSRI

hochspezifisch für SERT, geringe Wirkung am NET

Fluvoxamin

SSRI

E wirksamer als Z-Form

Dapoxetin

SSRI

kein Halogensubstituent -> schnelle Metabolisierung durch Hydroxylierung etc.

=>sehr kurze Halbwertszeit: 90 min
• S-Enantiomer wirksamer
• bei Ejaculatio präcox

Was sind SNRI?

Selektive Noradrenalin Wiederaufnahmehemmer

Reboxetin

SNRI

 

Atomoxetin

SNRI

Indikation: ADHS

Venlafaxin

SSNRI

O-Desmethyl-Metabolit ist aktiv

1. Molekül aus der besprochenen Reihe, dass polare OH Gruppe hat abgesehen vom Amin => HWZ, PPB, BV verändert

im GGS zu anderen Antidepressiva geringe PPB -> 27% nur, wg OH Gruppe

BV nur 13% wegen hoher Lipophilie durhc Cyclohexanring

Duloxetin

SSNRI

Indikation: Depressionen und diabetische Polyneuropathie, bei Frauen mit Belastungsinkontinenz

Mirtazapin

NaSSa (noradrenerge und spezifisch serotonerge Antidepressiva)

• Pyridyl-Analogon des Mianserins
• Hemmt präsynaptische α2-Rezeptoren: höhere Konz. an Serotonin und Noradrenalin im synaptischen Spalt.
• Hemmt postsynaptische 5-HT2 und 5-HT3-Rezeptoren => wg. 5HT3-Hemmung Einsatz bei serotoninvermitteltem Erbrechen
• Blockiert keine α1-Rezeptoren (keine Blutdruckprobleme) -> bei Mianserin besteht dieses Problem
• Kaum Wirkung auf Wiederaufnahme biogener Amine => hemmt DAT/SERT/NAT NICHT!
• Racemat i.H.
• S-Enantiomer stärker wirksam auf α2-Rezeptoren
R-Enantiomer stärker wirksam auf 5HT3-Rezeptor

Trazodon

Dual-serotonerges Antidepressivum

einziges aus der Reihe

• strukturell verwandt mit Anxiolytikum Buspiron
• hemmt präsynaptische Serotonin-Wiederaufnahme
• Antagonist an postsynaptischen 5HT2A-Rezeptoren
• sedierende Wirkung: starker Antagonismus an α1-Rezeptoren und schwachem Antagonismus am H1-Rezeptor

Monoaminoxidasen: Lokalisation, Funktion, Subtypen und deren Lokalisation, welcher Cofaktor wird benötigt

Lokalisation: der äußeren Mitochondrienmembran neuronaler (präsynaptisch) und nichtneuronaler Zellen


Funktion:metabolisiert monaminerge Neurotransmitter (Dopamin, Noradrenalin), Adrenalin und andere Monoamine

=> relativ unspezifisch

Subtypen: MAO-A (Leber, Lunge, Dünndarm, auch im ZNS aber wenig, metabolisiert v.a. NA und Serotonin), MAO-B (Leber, Lunge, Gehirn, metabolisiert v.a. Dopamin)


•benötigt FAD als Co-Faktor, kovalent über Thioetherbindung an Cystein des
MAO-Enzyms gebunden.

MAO-Inhibitoren: a) kompetitiv und reversibel vs. b) irreversibel

Welche Auswirkung hat eine MAO-A/ MAO-B- Hemmung auf die jweiligen Konzentrationen d. NT

a) reversible: Strukturähnlichkeit mit den Substraten der MAO.
b) irreversible: „Suizid“-Inhibitoren, binden kovalent an FAD, sehr lange Wirkzeit (Neusynthese des Enzyms), z.B. Selegilin, Trancylpromin


• Hemmung der MAO-A: Adrenalin, Noradrenalin und Serotonin erhöht!
• Hemmung der MAO-B: Dopamin erhöht (Anti-Parkinsonmittel)

Tranylcypromin

MAO-Inhibitor, unselektiv und irreversibel

• Reservearzneistoff; trans-Form
• irreversibler MAO-Hemmer (unselektiv)
• strukturell verwandt mit Amphetamin, "Geschlossenes" Amphetamin wg. Cyclopropanring
• Nahrungsmittelinteraktionen -> mit Käse, da da viel Tyramin drin ist  "Cheese Effect"=> Tyramin wird eigentlich durch MAO abgebaut, aber wenn beide MAO blockiert sind, so kann kein Abbau stattfinden => Tyramin bewirkt durch TAAR1-Rezeptoragonismus ein Noradrenalin-Freisetzung => Blutdruck steigt enorm, passiert nicht bei selektiven Hemmern, da ein MAO ausreicht, bei unselektiven ist jedoch unbedingt eine tyraminarme Diät einzuhalten

hohe Tyrosinaufnahme kann einen ähnlichen Effekt auslösen, da dieses im Körper zu Tyramin umgewandelt wird 

Moclobemid

reversibler MAO-A-Hemmer (selektiv)


• verwandt mit Sulpirid u. Metoclopramid

Flibanserin

ursprünglich Antidepressivum

• zur Behandlung des FHSDD („female sexual desire disorder“) -> ausnutzen der ursprünglichen NW nun als Therapie -> bei geringer Libido
• ursprünglich als schnell einsetzendes Antidepressivum
• wirkt an 5HT1A als Agonist, an 5HT2A als Antagonist

Trazodon Analogon

Übersicht UAW durch Blockade von Neurorezeptoren

Antidepressive: Pharmakokinetik, Metabolismus und Interaktionen allgemein

Bioverfügbarkeit:
gute BV, lipophile Basen -> erst gut protonierbar und gut wasserlöslich im Darm dann unprotoniert und gut resorbierbar, meist zwischen 50-90% (Ausnahme Venlafaxin: 13%)

HWZ:
meist zwischen 5-30 Std., Fluoxetin bis 72 Std.


Plasmaproteinbindung:
meist recht hoch: 80-95% (Ausnahme Reboxetin, Venlafaxin: 27) 

Metabolismus:
• viele Antidepressiva werden über div. CYP-Enyzme (1A2, 2D6, 2C19, 3A4) abgebaut und hemmen diese auch!
• Imipramin besonders intensiver Metabolismus, stark interindividuell unterschiedlich, gut untersucht.

Imipramin Metabolismus

Paroxetin Metabolismus

TCAs: Dibenzoheptadien-Derivate

Tricyclische Antidepressiva: Grundstruktur Imipramin-Derivate

Dibenzazepin-Derivat, was an Stickstoff mit Aminopropyl-Derivat substituiert ist 

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