Antidepressiva

Antidepressiva

Antidepressiva


N. K.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über Antidepressiva und deren Wirkmechanismen auf Universitätsniveau. Sie behandeln die Rolle von Serotonin, Noradrenalin und Rezeptoren, sowie die Hemmung von MAO und Transportern. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten, die sich mit den verschiedenen Arten von Antidepressiva, ihren Wirkungen und Nebenwirkungen vertraut machen möchten.
Karten
64
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
21.07.2016 / 19.08.2016

Lernkarten

Depression: Symptome

  • depressive Verstimmung
  • verlust von Interesse und Freude
  • verminderter Antrieb, Ermüdbarkeit und Aktivitätseinschränkung
  • verminderte Konzentration
  • Suizidgedanken

psychomotorische Störung: Stupor, Akinese (komplette Körperstarre)

somatische Symptome: frühmorgendliches Erwachen, Appetitstörung etc.

Depression: molekularchemische Pathogenese, wie nennt man eine dieser Theorie?

Monoaminhypothese: Funktioneller Mangel an Serotonin, Noradrenalin und Dopamin im synaptischen Spalt durch:

- verminderte Synthese der Vorstufe

- vermehrte Transporterbildung in der Präsynapse, sodass mehr Wiederaufnahme erfolgt

- Abbau durch Monoaminooxidase (MAO)

- veränderte Rezeptoren

neuroendokrinologische Störungshypothese:

- Störungen in der HHN-Achse (Hypothalamus-Hypophyse-Nebennierenrinde)

- Störungen der Schilddrüsenfunktionen

Wie werden Serotonin-Rezeptoren abgekürzt?

5-HT

Wieviele verschiedene Serotonin-Rezeptoren gibt es insgesamt?

14!

Welche Serotonin-Rezeptoren sind pharmakologisch interessant?

5-HT4,5,6 und 7

Noradrenerge Signaltransduktion

serotonerge Signaltransduktion

Was ist SERT?

Serotonin-Transporter

Was ist NET?

Noradrenalin-Transporter

Was ist DAT?

Dopamin-Transporter

Was ist die Funktion von Neurotransmitter-Transportern in der Präsynapse?

regulieren die Wiederaufnahme von Neurotransmittern aus dem synaptischen Spalt in das präsynaptische Neuron

Welcher Transporter-Familie gehören DAT, NET und SERT an?

Glutamat-Transporter-Familie, NaCl-abhängige Monoamin-Transporter-Familie (SLC6)

Bei welchen Krankheitsbildern werden Inhibitoren von SERT und/oder NET verwendet?

bei Depressionen (60-70% der Antidepressiva), Panikattacken,Zwangsstörungen

Bei welchen Krankheitsbildern werden Inhibitoren von NET und DAT verwendet?

bei ADHS

Wofür steht das H in ADHS?

hyperkinetisch

Was wird durch Kokain gehemmt?

Monoamintransporter

Welche Ionen sind für die Serotonin-bindugn an SERT essentiell?

Na+ und Cl- => unterstützen die Beförderung des Serotonin ins Zellinnere

K+ wiederum fördert die Reorientierung des Serotonins in den Extrazellularraum, wirkt also als Gegenspieler Natriums

Angriff der Antidepressiva an der Synapse: Bild mit Überblick, welche Transporter?

TCA's (Tricyclische Antidepressiva) greifen an SERT, DAT und NAT an,

SSRI (Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer) jedoch nur an SERT

Pharmakologische Interventionsmöglichkeiten bei Depressionen:

a) Hemmung der Wiederaufnahme von Serotonin bzw. Noradrenalin in präsynaptische Neuron => längere Interaktion der Neurotransmitter mit Rezeptoren.
(Wirklatenz von 2-4 Wochen!) 


b) Hemmung des abbauenden Enzyms = Monoaminoxidase (MAO)-A (insgesamt gibt es 2, hier nur A relevant)
Wichtiger biochemischer Effekt von Antidepressiva:
Aktivierung der Funktion von CREB (cAMP-responsive element binding protein, ist Transkriptionsfaktor auf einem Promotor an Gen, wird durch cAMP aktiviert), welches die Expression von Proteinen reguliert die wiederum die Plastizität, Kognition und Zelltod von Neuronen steuern.

Welche Klassen an Antidepressiva gibt es? Welche wirken wo?

1. trizyklische Antidepressiva (TCA, sind die ältesten, noch 8-10 aufm Markt)
2. tetracyclische Antidepressiva
3. selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI, R steht für englisches Reuptake)
4. selektive Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI)
5. selektive Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI)
6. noradrenerge und spezifisch serotonerge Antidepressiva (NaSSA, nur 1 Substanz)
7. dual-serotonerge Antidepressiva

8. Hemmstoffe der Monoaminoxidase (MAO-Inhibitoren)

 

  • kursiv: direkt an Rezeptor
  • unterstrichen: direkt an Enzym
  • Rest: an Rezeptoren

Welcher Arzneistoff ist der einzige Vertreter der NaSSA (noradrenerge udn spezifisch serotonerge Antidepressiva)?

Mirtazapin

Übersicht Antidepressiva, deren Klasse und Target

TCA: Gemeinsamer Wirkmechanismus: Wirkung und Nebenwirkungen, akute Effekte und adaptive Veränderungen

- Hemmung der Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin => antidepressive Wirkung
- teilweise direkter Angriff als Antagonisten an Neurotransmitterrezeptoren => Nebenwirkungen:
• Histamin (Sedierung, Gewichtszunahme)
• Muscarin (Mundtrockenheit, Akkomodationsstörungen, Tachykardie, Obstipation, Miktionsstörungen, Gedächtnisstörungen) => anticholinerge Wirkung
• α1- und α2- Rezeptoren (α1: Orthostase, Reflextachykardie)
• Serotonin (5-HT2)-Rezeptoren (Appetit- und Gewichtszunahme)

TCA: gemeinsames Strukturmerkmal der Imipramin-Analoga

Dibenzazepin-Derivat, was an Stickstoff mit Aminopropyl-Derivat substituiert ist 

Imipramin

Tricyclisches Antidepressivum: Dibenzazepin-Derivat

Erstes TCA

NAT/SERT, viele andere 

Desipramin

Tricyclisches Antidepressivum: Dibenzazepin-Derivat

Clomipramin

Tricyclisches Antidepressivum: : Dibenzazepin-Derivat

Strukturell mit Chlorpromazin verwandt -> Schwefel durch Ethylgruppe ausgetauscht, sodass es Azepin wird 

Trimipramin

Tricyclisches Antidepressivum: : Dibenzazepin-Derivat

Dopaminantagonist!, hat eine stark sedierende Wirkung, weshalb es nicht bei "normaler" Depression verwendet wird, sondern nur, wenn Patient depressiv, aber auch überaktiv ist, bzw. bei Schlafstörungen

Opipramol

Tricyclisches Antidepressivum: Dibenzazepin-Derivat

Anxiolytikum, bei leichten depressiven Verstimmungen

Strukturelle Verwandtschaft zum Neuroleptikum Perphenazin -> Schwefel durch Ethen ausgetauscht

Lofepramin

Tricyclisches Antidepressivum : Dibenzazepin-Derivat

Amitryptilin

TCA: Dibenzocycloheptadien-Derivat

• häufig eingesetzt
• anxiolytisch, sedierend,schlafanstoßend (da starker H1-Antagonismus)
•starke anticholinerge Wirkung -> viele NW

Nortriptylin

TCA: Dibenzocycloheptadien-Derivat auch wenn die Struktur eig. ein Dibenzocycloheptan ist.. naja all diese Fehler

antriebssteigernd -> Anwendung in Gerontopsychiatrie

Doxepin

TCA: Dibenzoxepin-Derivat

• Indikation: Depression, chronische Schmerzen, Entzugssymptomatik, z.T. auch bei  Schlafstörungen, wenn mit Schmerzen verbunden                                                      

• H1-Antagonist, stark sedierend
• Wirkstoff als Gemisch, ca.15% Z-Isomer

Dosulepin

TCA: Dibenzothiepin-Derivat

Dibenzepin

TCA: Dibenzodiazepin

vergleichbares klinisches Wirkspektrum wie Imipramin

Vorteil von Tetracyclischen Antidepressiva geg. TCAs?

geringere anticholinerge NW

Maprotilin

Tetracyclisches Antidepressivum

• überbrücktes Dihydroanthracen
• v.a. Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer
• geringere anticholinerge NW als bei TCAs

Mianserin

Tetracyclisches Antidepressivum

• Dibenzoazepinring mit ankondensiertem Piperazinring
• Hauptwirkung durch Blockade präsynaptischer α2-Rezeptoren  -> verstärkte NA Wirkung
• Antidepressive Eigenschaften: S-Enantiomer ist Eutomer und wesentlich besser wirksam als R-Enantiomer
• Sedierende Wirkung: Racemat (S- und R-Form sind äquipotent) -> wahrscheinlich durch H1-Antagonismus

NW: Blockiert α1-Rezeptoren -> Blutdruckprobleme

Desipramin in AS-Bindungstasche des Leucin-Transporters, der sehr ähnlich zu SERT ist

Bindung von Desipramin: Salzbrücke zwischen Arg30 und Asp404, dadurch ist Helix TM1 räumlich fixiert => Umklappen der Helix und damit ist die Freigabe des Substrates (Leucin bzw. Serotonin) gehemmt!

SSRIs(Selektive Serotonin Wiederaufnahmehemmer: Wirkort, Eigenschaften, Nebenwirkungen

= selektive Inhibitoren des Serotonin-Transporters


• strukturell unterschiedlich, aber immer ein basischer Stickstoff, meist sek. o. tertiär, zwei aromatische Systeme, oft Phenolether/Ether
• sehr homogene Wirkung
• schwach sedierend
• NW (aufgrund der erhöhten Konz. an Serotonin): Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe, Unruhe
• NW: verzögerte Ejakulation
=> Dapoxetin zum Einsatz des Ejaculatio präcox

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