Anatomie des Verdauungsapparates

(für Veterinärmediziner/innen)

(für Veterinärmediziner/innen)


R. L.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Anatomie des Verdauungsapparates auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf die Struktur und Funktion der Leber, des Magens, der Bauchspeicheldrüse und anderer Teile des Verdauungssystems. Die Karteikarten behandeln auch tierartliche Besonderheiten und die Blutversorgung der Leber. Ideal für Medizinstudenten und Tiermediziner, die sich auf Prüfungen vorbereiten oder ihr Wissen vertiefen möchten.
Cartes-fiches
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Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
20.03.2015 / 21.10.2023

Cartes-fiches

Mündung der Speiseröhre (Wdk)

- praktisch schon in der Bauchhöhle
- dorsal der Hauben- Pansenfalte in den Schleudermagen
- umgeben von Gas bei Ruktus und festflüssigem Inhalt bei Wiederkauen

Speiseröhrenmündung/Mageneingang (Pfd)

• tangentiale Einmündung der Speiseröhre in den Magen
• Starker Schliessmuskel am Mageneingang (Pfd, Cun)
  => Rückfluss von Mageninhalt in Speiseröhre praktisch unmöglich, auch nicht bei Magenüberladung oder Aufgasung infolge von Fehlgärung oder zu starker Gärung

--> schräge Einmündungen in Hohlorgane bauen Druck auf und verhindern so den Rückfluss

Funktion und Bau des Magens

• Funktion:
- Nahrungsspeicher
- chemische/bakterielle Verdauung
• Bau:
- Eingang / Cardia / Ostium cardiacum
- Kuppel /Fundus / Fornix
- Körper / Corpus
- Ausgang / "Pförtner" / Pylorus / Ostium pyloricum --> liegt immer auf der rechten Körperseite

Magentypen

• einfacher einhöhliger Magen (Flfr, Cun & Cav) --> enthält nur Drüsenschleimhaut

• zusammengesetzter einhöhliger Magen (Schw & Pfd) --> enthält Drüsenschleimhaut & eine Zone mit kutaner Schleimhaut = Pars nonglandularis am Mageneingang
  --> Zone beim Schw klein (handflächengross beim Schw von 100 kg)
  --> beim Pfd gross (ein Drittel der Magenschleimhautfläche)
Bei beiden treten in der Pars nonglandularis sehr häufig Magengeschwüre --> grosse Aufmerksamkeit wichtig!

• zusammengesetzter mehrhöhliger Magen (Wdk) --> besteht aus drei Vormagenabteilungen mit kutaner Schleimhaut und dem Drüsenmagen

Die drei Vormägen des Wdk

Kutane Schleimhaut & Resorption

Eigentlicher Magen

1. Pansen = Rumen: eine grosse Gärkammer, die den grössten Teil der linken Bauchhöhle ausfüllt
2. Haube = Netzmagen = Reticulum: liegt links vor dem Pansen, direkt hinter dem Zwerchfell und trennt mit ihrem bienenwaben-ähnlichen Schleimhautrelief grobe von feinen, schon weiter verdauten Futterteilen
3. Blättermagen = Buchmagen = Psalter = Omasum: er hat im Innern zahlreiche Schleimhautblätter  unterschiedlicher Höhe, die dem Nahrungsbrei Wasser entziehen
  --> liegt rechts tief unter dem Rippenbogen

Obwohl die kutane Schleimhaut aller Vormagenabteilungen verhornt ist, ist sie zur Resorption von kleinmolekularen Stoffen fähig (vor allem flüchtige Fettsäuren).

Labmagen = Abomasum --> eigentlicher Magen: enthält nur Drüsenschleimhaut, liegt normalerweise auf der ventralen Bauchwand und erstreckt sich von links nach rechts.

Form & Lage des einhöhligen Magens

(3 Punkte)

* Der sackförmige einhöhlige Magen liegt vor allem im linken intrathorakalen Teil der Bauchhöhle, unmittelbar hinter der Leber, welche direkt dem Zwerchfell anliegt.

* Dem Magen sind kaudal Därme und links die Milz benachbart.

* Der Eingang des Magens - die Cardia - liegt normalerweise ein wenig links der Mittellinie und der Magenausgang - der Pylorus - auf der rechten Seite.

Bau des einhöhligen Magens

• Curvatura major: Grosse Krümmung; konvexer Bogen, zieht von Cardia über links zu ventral zum Pylorus
• Curvatura minor: Kleine Krümmung; konkaver Bogen, verbindet dorsal Cardia + Pylorus
• Angulus ventriculi: Einziehung, Grenze zw. Corpus und Pylorusteil
• Pylorusteil aus Antrum pyloricum (Pylorushöhle) + Canalis pyloricus (von M. sphincter pylori umgeben)
• Torus pyloricus bei Wdk-Labmagen + Schw: Wulst aus BGW, Fett, Musk. --> ergänzt schwachen Sphinkter

Magengekröse & Netze

An den Magenkrümmungen setzen die üppig ausgebildeten, meist lockeren, Magengekröse an.

An der grossen Kurvatur setzt das grosse Netz (Omentum majus) an, das als dorsales Magengekröse von der dorsalen Bauchwand kommend über Umwege zur Curvatur major zieht.

Von der kleinen Kurvatur zieht das kleine Netz zur Leber. --> kommt von ventral und gibt es nur im Magenbereich

Futterbestandteile & Magenrinne

Die Futterbestandteile werden in der Folge wie sie aufgenommen wurden im Magen übereinander geschichtet. Flüssigkeiten „umfassen“ meist den festen Mageninhalt. Sie gelangen vorwiegend entlang der kleinen Kurvatur durch die sogenannte Magenrinne zum Dünndarm.
Diese Magenrinne wird von mässigen Vorwölbungen der Schleimhaut und von Muskulatur begrenzt.

Drüsenzonen der Magenschleimhaut

Cardiadrüsenzone: beige und befindet sich in der Nähe des Mageneingangs
--> bildet ein seröses, alkalisches Sekret das auch eiweissspaltende Enzyme (= Proteasen) enthält

Fundusdrüsenzone: häufig dunkler gefärbt als die anderen Drüsenzonen und ist meist an ihrer rotbraunen Farbe gut zu erkennen
--> funktionell die wichtigste Zone
--> Hauptzellen der Drüsenschläuche bilden Pepsinogen, das durch die Salzsäure - die in den Belegzellen gebildet wird - in das eiweissspaltende Enzym Pepsin umgewandelt wird

Pylorusdrüsenzone: gelb-beige und liegt in Pylorusnähe und hat eine gelb-beige oder gelb-graue Farbe
--> bildet ein schleimiges = muköses Sekret

Magenwand - Schleimhautzonen

Kutane Schleimhaut: nur beim zusammengesetzten Magen (Schw & Pfd) --> die Pars nonglandularis
--> ihre deutliche Grenze zur Drüsenschleimhaut bildet beim Pfd ein gezackter & vorgewölbter Rand (Margo plicatus)

Drüsenschleimhaut: fällt durch ihre glatte schleimbedeckte Oberfläche auf
--> man unterscheidet 3 Zonen von Drüsenschleimhaut (Cardia-, Fundus- & Pylorusdrüsenzone); diese Zonen sind bei den einzelnen Spezies nicht immer deckungsgleich mit den gleichnamigen Abteilungen des Magens

Magen - Oberflächenepithel der Drüsenschleimhaut

* zylindrisch
*  bildet Schleim --> bildet zusammen mit den Schleimen aus den Drüsen der (Cardia-) und Pylorusdrüsenzonen einen wichtigen Schutz vor Selbstverdauung durch die Salzsäure aus den Drüsen der Fundusdrüsenzone
* enthält (im Unterschied zur Darmschleimhaut) keine Becherzellen obwohl es Schleim bildet

Magenwand - Muskelschicht

* enthält ausser den Zirkulär- und Längsfasern noch schräge Fasern, die innen an den Zirkulärfasern liegen und an der Magenrinne sowie an Fundus und Corpus entlang der grossen Kurvatur verlaufen
* Tunica serosa ist glatt
  --> man erkennt unter ihr die durchschimmernden Blutgefässe

Magendrüsenschleimhaut

* Schleimproduktion im Oberflächenepithel des Magens (incl.Magengrübchen)

* spezifische Sekrete in den Drüsen der L. propria

Auf welcher Seite befindet sich der Mageneingang bzw. der Magenausgang?

Von welcher Seite kommt man bei einer Magendrehung an den Magen?

- Mageneingang immer links
- Magenausgang immer rechts

- bei einer Magendrehung kommt man nur von rechts an den Magen heran, weil das grosse Netz (von dorsal kommend) die linke Seite des Magens umgibt --> Drehung: " Rechter-Arm-Regel"

Tierartliche Besonderheiten des einhöhligen Magens - Flfr

(3 Punkte)

* einfacher Drüsenmagen von Hd und Ktz ist im leeren Zustand sehr klein
  --> Schleimhaut ist dann in Falten gelegt
* insbesondere beim Hd ist der Magen sehr erweiterungsfähig
  --> kann sich auf der linken Seite bis in die Mitte der Lendengegend ausdehnen kann
* Magen sehr locker befestigt
  --> deshalb kommt es v.a. bei grossen Hunden immer wieder zu Magendrehungen --> Magen dreht sich dann um die
Längsachse des Oesophagus --> Pylorus kommt dann gegen links + Kardia gegen rechts zu liegen

Tierartliche Besonderheiten des einhöhligen Magens - Schw

(4 Punkte)

* mässig erweiterungsfähig   (--> da Allesfresser eigentlich immer etwas zum Fressen finden)
* hat nur eine kleine Zone mit kutaner Schleimhaut
* Zonen der Drüsenschleimhaut sind je zu einem Drittel in Cardia-, Fundus- und Pylorusdrüsenzone aufgeteilt
* im Bereich der Cardiadrüsenzone hat der Schweinemagen noch ein nach dorsal zeigendes Divertikel/Ausstülpung (daran is er sehr gut zu erkennen) = sogn. "Zwergmütze"

Tierartliche Besonderheiten des einhöhligen Magens - Pfd

(5 Punkte)

* klein --> er fasst nur 8-12, maximal bis 20 l
* Verweildauer der Nahrung nur ca. 2h
* grosse Pars nonglandularis --> darin laufen normalerweise schon Gärvorgänge (Abbau von Stärke) ab
* besitzt am Eingang einen sehr festen Verschluss aus glatter Muskulatur (starker Verschluss auch am Ende)
  --> deshalb bei Überladungen (z.B. primär durch Aufnahme von viel stark gärendem Futter oder durch Rückfluss von Dünndarminhalt) besteht die Gefahr einer Magenruptur
* Oesophagus mündet spitzwinklig in Cardia

Tierartliche Besonderheiten des einhöhligen Magens - Cun

(7 Punkte)

* relativ kleiner einhöhliger Magen des Kaninchens
* nur Drüsenschleimhaut
* dünnwandig
* starker Schliessmuskel sowohl am Eingang als auch am Ausgang
  --> Magen reisst bei Blähungen leicht --> oftmals erst postmortal eintretend
* Schleimhaut am Mageneingang hell gefärbt --> leicht von der nachfolgenden Fundusdrüsenzone unterscheidbar
* enthält Haare (Körperpflege), Futter und Flüssigkeit pH: 1-2 --> Magen mit nahezu sterilem Inhalt
* Haarbälle (Bezoare) sind Zeichen von Dehydratation oder mangelnder Magenmoilität

[Tierartliche Besonderheiten des einhöhligen Magens - Cav

(9 Punkte)]

• Einfacher, einhöhliger Magen - d. h. nur Drüsenschleimhaut
• links cran. im Abdomen gelegen
• Speiseröhre mündet in schiefem Winkel ein
• kleine Curvatur ist sehr kurz
• Fassungsvermögen 20-30ml (Adult)
• Inhalt verbleibt ca. 2 h
• Blinddarmkot wird bis. 200x/d aufgenommen
• schwache Muskulatur --> Nahrungsbrei muss durch nachfolgende Nahrung weitergeschoben werden
(nicht nüchtern vor OP!) (auch Kaninchen)
• können nicht erbrechen!

Bauchhöhle

Die Bauchhöhle ist der vom Bauchfell ausgekleidete Raum kaudal vom Zwerchfell --> reicht bis zur Mitte der Beckenhöhle

Regionen der Bauchwand/-höhle

• Regio abdominis cranialis: Zwerchfell bis letzte Rippe
  --> intrathorakaler Teil der Bauchhöhle: von Rippen bedeckter Anteil
  --> Regio xiphoidea: ventraler Bereich in der Gegend des Schaufelknorpels = das hintere Ende des Brustbeins
• Regio abdominis media: letzte Rippe bis Tuber coxae
  --> Regio umbilicalis: ventrale Nabelgegend
  --> Regio abdominis lateralis: mit der seitlichen Bauchwand = "Flanke''
  --> Hungergrube (Fossa paralumbalis): dorsale Vertiefung in der seitlichen Bauchwand
• Regio abdominis caudalis: Tuber coxae bis Beckeneingang
  --> R. pubica: Schambeingegend, median gelegen
  --> R. inguinalis: Leistengegend, seitlich von R.pubica gelegen

Aus was besteht die Bauchwand?

parietales Blatt?

* besteht aus Haut, Faszien, Muskulatur und ist zu innerst vom Bauchfell = Peritoneum ausgekleidet.

Dieses als parietales Blatt des Bauchfells bezeichnete Peritoneum ist sehr schmerzempfindlich, weshalb z.B.  Bauchfellentzündung (= Peritonitis) oder Schnitte ins Bauchfell sehr schmerzhaft sind.

Bauchfell & Fascia transversalis

Tierartliche Unterschiede?

Das Bauchfell ist einer dem innersten Bauchmuskel (= M. transversus abdominis) anliegenden Faszie = Fascia transversalis benachbart.

Falls das Peritoneum und diese Faszie eng verbunden sind, fühlt sich das Bauchfell derb an (Schw, Wdk)
während beim Pfd das Bauchfell dünn ist und sehr leicht zerreisst, weil hier retroperitoneales Fettgewebe zwischen die beiden Schichten eingeschoben ist.
Beim Schw liegt es dagegen zwischen Faszie und Muskulatur.

Organe mit & ohne Gekröse

Die in der Bauchhöhle intraperitoneal liegenden Organe haben von der Bauchwand (z.B. von dorsal) ein Gekröse ausgezogen.
--> diese Gekröse werden mit dem Vorwort Meso- bezeichnet: z.B. Mesogastrium = Magengekröse, Mesocolon = Grimmdarmgekröse
--> die Organe selbst sind von einem viszeralen Blatt des Peritoneums überzogen, das weniger schmerzempfindlich ist als das parietale Blatt --> reagiert v.a. auf Dehnungsreize
    --> starke Dehnung kann aber auch sehr schmerzhaft sein z.B. bei starker Magen- oder Darmblähung (Kolik)

Organe, die nur oben oder unten dem Peritoneum anliegen und kein Gekröse ausgezogen haben liegen retroperitoneal = "hinter dem Peritoneum"

Magendrehung

• embryonaler Vorgang mit weit reichenden Konsequenzen für die Lage und Befestigung von Magen, Leber und Milz in der Bauchhöhle
• 2. Drehung um senkrechte Achse --> Cd-Ende des Magens geht nach re + ventral

dorsales Magengekröse - Ursprung & Ansatz

kleines Netzt - Verlauf

Blutgefässe im Gekröse

Das Magengekröse ist sehr üppig ausgebildet und macht infolge der während der Entwicklung ablaufenden Magendrehungen die unten erwähnten „Umwege“.
dorsales Magengekröse = grosses Netz (Omentum majus):
* entspringt an der dorsalen Bauchwand unmittelbar hinter der Arterie für Magen, Leber und Milz (A.coeliaca)
* zieht mit einem tiefen Blatt gegen kaudal und geht dann in ein oberflächliches Blatt über, das wieder gegen vorne zieht und an der grossen Kurvatur des Magens ansetzt
* der linke Teil des oberflächlichen Blattes zieht an die Milz und von dort ebenfalls zur grossen Kurvatur des Magens

kleines Netz (Omentum minus):
* zieht von der kleinen Kurvatur des Magens sowie vom Anfangsabschnitt des Zwölffingerdarms wieder als  Doppellamelle zur Kaudalfläche der Leber in die Nähe der Leberpforte

In den Gekrösen verläuft die aus der Aorta entspringende grosse Arterie für Magen, Leber und Milz (A. coeliaca).
Die entsprechenden Venen münden über die Pfortader in die Leber.

Netzbeutelhöhle (lat.?)

(Cavum bursae omentalis)
* liegt zwischen dem tiefen und dem oberflächlichen Blatt des grossen Netzes
* bei allen Tieren - ausser den Wdk - leer
* zwischen der Pfortader und der hinteren Hohlvene befindet sich rechts, caudal der Leber ein schlitzförmiger Zugang zur Netzbeutelhöhle = Foramen epiploicum
  --> durch diesen treten beim Pferd gelegentlich Dünndarmschlingen ein, die dann durch Aufgasen eingeklemmt  werden und operativ „befreit“ werden müssen

Blätter der Magengekröse

Was wird bei den versch.Tierarten jeweils vom grossen Netz bedeckt?

* sind Doppellamellen der Serosa
* bestehend aus zentralem Bindegewebe + beiderseits bedeckendem einschichtigem Plattenepithel
   --> daher an beiden Flächen glatt
* beim Ansetzen an Organ teilt sich Doppellamelle --> betreffendes Organ ist dann beidseitig von Serosa überzogen

* Das grosse Netz des Hundes bedeckt als so genannter Netzbeutel von ventral die Därme
* bei Schwein und Pferd hängt es regellos zwischen den Därmen.
* Bei den Wdk entwickeln sich Haube und Pansen aus der grossen Kurvatur der Magenanlage
  --> beide Vormägen stehen mit grossem Netz in engem Zusammenhang

Segelnetz

(3 Punkte)

• Teil des grossen Netzes
• liegt links im Körper
• verkehrt zwischen Mesocolon descendens und Paries profundus

Wiederkäuermagen (Magen lat.?)

(4 Punkte)

(Gaster, Ventriculus)
• mehrhöhlig bei Wdk.
- Pansen     --> Vormagen
- Haube     --> Vormagen
- Buchmagen     --> Vormagen
- Labmagen
• drüsenfreie Abschnitte
- kutane Schleimhaut, i.d.R. verhornt; zur Resorption fähig
• drüsenhaltige Abschnitte
- 3 Drüsenzonen, Fundusdrüsenzone überwiegt --> Pepsinogen, HCl, Rennin (Kalb)
• Rennin = Labferment zur Dicklegung der Milch

Pansen/Rumen -  Fassungsvermögen, Lage & Ausdehnung

* Der Pansen, Rumen, als grosse Gärkammer fasst beim Rd 60-100 l oder noch mehr, beim kl. Wdk 5-15 l.
* Er reicht im linken Bauchraum vom Zwerchfell bis zum Tuber coxae.
* Er ist nur im vorderen Bereich gut befestigt, da er hier dorsal mit der dorsalen Bauchwand verklebt ist.
  Der hintere Teil des Pansens, meist mehr als die Hälfte, ist frei beweglich.

Pansen/Rumen - Gliederung

(8 Punkte)

• Facies parietalis links
• Facies visceralis rechts
• Curvatura ventralis + dorsalis
• craniale Hälfte mit Bauchwand verklebt, caudale Hälfte frei beweglich
• Durch Furchen (Sulci) + Pfeiler (Pilae) unterteilt in dorsalen + ventralen Pansensack
• Dorsaler + ventraler Kranzpfeiler grenzen caudale Blindsäcke ab
• Schleudermagen=Pansenvorhof=Atrium ruminis: Teil des dorsalen Pansensackes, der cranial vom freien Rand des cranialen Pfeilers liegt
• Plica ruminoreticularis: Grenze zwischen Haube + Pansenvorhof

Schichtung des Panseninhalts

Was resorbieren die Pansenzotten?
Was passiert dabei?

• Dorsal: Gasblase --> kleine oder keine Zotten (fingerförmige Ausstülpungen)
• Mitte: feste Futtermassen
• Ventral: Pansensee = Flüssigkeit mit weit verdauten Futterbestandteilen --> Zotten am grössten

Die Kohlenhydrate- und insbesondere Cellulose-spaltenden Bakterien lassen flüchtige Fettsäuren entstehen, die von den Pansenzotten resorbiert werden. --> Die dabei entstehenden Gase werden durch Rülpsen (= Ruktus) ausgestossen. --> Das grobe Futter wird beim Wiederkauakt noch weiter zerkleinert.

Bau der Pansenwand

• Schleimhaut mit Zotten
  - fehlen über Pfeilern
  - ventral grösser als dorsal
• Muskelhaut
  - 2schichtig
  - aus glatter Muskulatur
• Serosa oder Adventitia

Lage der Haube (lat.?) & Kontraktion

(4 Punkte)

(Haube = Netzmagen = Retikulum)
• grenzt vorne an den Pansen
• liegt zu gleichen Teilen links und rechts der Mittellinie, direkt hinter dem Zwerchfell
  --> in Schaufelknorpelgegend
• bienenwabenähnliches Innenrelief --> erlaubt es, die vom Pansen kommenden Futterbestandteile zu sortieren:
  --> groben Bestandteile bleiben oben auf „Bienenwaben“ liegen
  --> feinen, weit genug verdauten Teile der Nahrung gelangen in Zellen der „Bienenwaben“ -->  werden bei starken Haubenkontraktionen in Psalter gegeben
• starke Kontraktionen der Haube bewirken, dass Fremdkörper (beim Rind durch  grobe Nahrungsaufnahme nicht selten abgeschluckt werden) sich häufig in die Haubenwand einspiessen + auch in die Umgebung (rechts die Leber, kranial das Pericard) eindringen können

(Speiseröhre mündet am Übergang zw. Pansen + Haube)

Facies parietalis & Facies visceralis der Haube

• Facies parietalis:
grenzt ans Zwerchfell und rechts an Leber
• Facies visceralis:
zeigt nach cd; grenzt links an Pansenvorhof + rechts an Psalter + Labmagen

Bau der Haubenwand

• besitzt Schleimhaut mit Waben/Zellen --> Haubenzellen werdene von Haubenleisten umgeben
• sehr starke Muskelhaut --> für Haubenkontraktion benötigt (bei Kontr. werden zuerst die oben sitzende, lockeren Futterbestandteil in den Pansen zurück geschmissen)
• Serosa an Oberfläche

 

Bedeutung der Haube (Repetition)

• Separation von grossen und kleinen Futterbestandteilen
- grosse zurück in den Pansen
- kleine in den Buchmagen (Psalter): bleiben zunächst in den Waben am Grunde liegen, werden dann in Buchmagen transportiert
• Fremdkörper sammeln sich hier an, spitze Fk.perforieren die Wand bei Kontraktion der Haube (stark) und können Herz und Leber verletzen (Herzbeutelentzündung, Leberabszesse)

Psalter

Grösse/Form/Lage
Aufbau
Funktion

(Psalter = Blättermagen = Buchmagen)

• beim Rind fussballgross --> teilweise von Leber bedeckt
  beim kl. Wdk nur faustgross --> von Leber überdeckt + Lunge überlagert
• hat Kugelform
• liegt rechts von Pansen und Haube

• besteht im Innern aus Psalterkanal + Psalterkörper --> hier zahlreiche (~100) Schleimhautblätter verschiedener Grösse vorhanden --> daher Namen!
  --> Blätter tragen verhornte Warzen (Papillen)
  --> kräftige Muskulatur in den Blättern --> sind gut beweglich --> 2schichtig
• besitzt Schleimhaut mit hohen Falten

• saugt Futter aus Haube (gelangen zunächst in Psalterkanal)
• presst Wasser ab (zwischen Pansenblättern)
• resorbiert Flüssigkeit (v.a. Wasser)
• durch Kontraktion des Psalterkörpers --> Futtermassen wieder zum Psalterkanal --> dann in Labmagen

Étudier