Anatomie des Verdauungsapparates
(für Veterinärmediziner/innen)
(für Veterinärmediziner/innen)
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Flashcards
Psalterdämpfung
Bei Perkussion (durch Beklopfen wird Gewebe in Schwingung versetzt) erscheint, wegen des relativ festen Inhalts im Psalters, rechts hinter der Lunge beim Rind eine „Psalterdämpfung“ von 1-3 Handbreiten.
Schlundrinne/Magenrinne (lat.?)
Funktion?
Verlauf?
Abschnitte?
(Sulcus ventriculi)
Eine Rinne, die seitlich von zwei Schleimhaut- und Muskelfalten begrenzt wird.
• Funktion: Milch beim Kalb unter Umgehung der Vormägen in den Labmagen befördern
• beginnt an der Ösophagusmündung
• endet im Psalterkanal
• hat 3 Abschnitte:
--> Haubenabschnitt (Sulcus reticuli)
= wichtigster Abschnitt, zwei Lippen (aus SH+Musk.) begrenzen, die dachrinnenförmige Struktur;
Schlundrinnenreflex Kalb: Milch im Rachendach --> Schlundrinnenlippen biegen sich zu Rohr auf --> Milch kann direkt über Psalter in Labmagen (nicht Pansen! Hier Fehlgärungen --> Pansentrinker!)
--> Buchmagenabschnitt (Sulcus omasi)
--> Labmagenabschnitt (Sulcus abomasi)
Drüsenmagen der Wiederkäuer
Lage
Befestigung & Verlagerung
= Labmagen/Abomasum
• liegt quer und ventral im Bauch
• zieht von links (Cardia) nach rechts (Pylorus --> liegt auch bei andern Hsgt rechts!)
--> links zwischen Pansen & Haube + rechts zwischen Pansen & Buchmagen gelegen
• lockere Befestigung
--> erlaubt die nicht seltenen Labmagenverlagerungen (Labmagen kann sich nach links zwischen Pansen & Bauchwand oder nach rechts zwischen Bauchwand & dort vom Gekröse umgebenen Därme einschieben)
Bau der Labmagenwand
• Drüsenschleimhaut mit Falten
--> Kardia-, Fundus- & Pylorusdrüsenzone
• Muskelhaut
--> 2schichtig
• Serosa
* im Innern hohe, spiralförmige und nicht verstreichbare Schleimhautfalten (Plicae spirales)
* Fundusdrüsenzone ist auch beim Wdk an ihrer dunklen Farbe zu erkennen
Torus pyloricus
ganz schwacher, kleiner Schliessmuskel am Labmagenausgang
Gekröse des Wiederkäuermagens - Grosses Netz
* Magengekröse ist beim Wdk sehr üppig ausgebildet
* Ursprung: an der dorsalen Bauchwand --> weit nach kaudal ausgezogen + mit Darmgekröse verwachsen
* Erst an der Ventralseite des Duodenum descendens sind die beiden Blätter des grossen Netzes zu erkennen:
--> oberflächliches Blatt (Paries superficialis): geht an inke Längsfurche des Pansens, an grosse Kurvatur des Labmagens + an Kaudalseite der Pars cranialis duodeni
--> tiefes Blatt (Paries profundus): ist hängemattenähnlich ventral ausgezogen + geht an die rechte Längsfurche des Pansens
--> kaudal hinter Pansen gehen die beiden Blätter in einander über --> dazwischen liegt ventraler Pansensack
Gekröse des Wiederkäuermagens - Darmbeutel & kleines Netz
Über dem hängemattenähnlichen tiefen Blatt des grossen Netzes befindet sich der Darmbeutel (Recessus intestinalis) der kranial geschlossen, kaudal aber offen ist.
Das kleine Netz (Omentum minus) zieht von der kleinen Kurvatur des Labmagens, zur Leber.
Auf dem Weg zur Leber bedeckt das kleine Netz den Psalter, so dass dieser „verschleiert“ erscheint.
Darm (lat.?) - Gliederung des Verdauungskanals
(Intestinum)
Kopfdarm
Vorderdarm
--> Oesophagus
--> Gaster
Mitteldarm = Dünndarm = Intestinum tenue
--> Duodenum = Zwölffingerdarm [Pars cranialis/Pars descendens/Pars ascendens]
--> Jejunum = Leerdarm
--> Ileum = Hüftdarm
Enddarm = Dickdarm = Intestinum crassum
--> Caecum Blinddarm
--> Colon = Grimmdarm [ascendens/transversum/descendens]
--> Rectum = Mastdarm
Canalis analis
Primitiver Darm
Primitive Darmschleife
Blutversorgung Magen-Darm-Trakt
Primitiver Darm: lang gestrecktes Rohr mit dorsaler Aufhängung/Mesenterium dorsale
Primitive Darmschleife: entsteht durch starkes Längenwachstum des Darmrohres mit Verlängerung des Gekröses
Blutversorgung Magen-Darm-Trakt = Fixpunkte bei der Drehung von Magen und Darm:
A. mesenterica caud.
A. mesenterica cran.
A. coeliaca
Aorta
Dünndarm (lat.?)
Bau?
Funktion?
Abschnitte?
(Intestinum tenue)
Bau: dünn und lang
Funktion: Abbau und Resorption des grössten Teils der Nahrung --> v.a. leicht verdaulichen Stoffe
Sehr effiziente Wirkung --> rasche Passagedauer.
Die 3 Abschnitte des Dünndarms:
1. Duodenum (Zwölffingerdarm; hat beim Menschen die Länge von "12 Fingerbreiten")
2. Jejunum (Leerdarm, längster Darmabschnitt)
3. Ileum (Hüftdarm)
Dickdarm (lat.?)
Bau?
Funktion?
Abschnitte?
Bau: Lumen ist meist, aber nicht immer, grösser als im Dünndarm
Funktion:
1. Resorption von Wasser (--> Kotbildung) und Elektrolyten
2. Gärkammern (v.a. Ceacum + Colon asc. bei Schw, Pfd, Cun, Cav) zum Abbau von unverdaulichen Nährstoffen mittels Bakterien; Bakterien werden mitverdaut --> Eiweissquelle
Die 3 Abschnitte des Dickdarms:
1. Caecum (Blinddarm)
2. Colon (Grimmdarm)
3. Rectum (Mastdarm)
Übergang Dünn – Dickdarm
Es gibt eine morphologische (= vom Bau her gesehen), wie eine funktionelle Grenze zwischen Dünn- und Dickdarm.
Zudem unterscheidet sich histologisch der Aufbau der Schleimhaut von Dünn- und Dickdarm eindeutig.
Darmlänge der Haussäugetiere
(Flfr/Hd, Schw, Pfd, Rd, Schf/Zge)
Je konzentrierter und biologisch hochwertiger die Nahrung der betreffenden Tierart ist, desto kürzer ist der Darm (vgl. Hund mit Wdk).
Von der gesamten Darmlänge entfallen ca. 20% auf den Dickdarm.
Tierart - Darmlänge absolut (x Körperlänge) - Charakteristika
Flfr/Hd - 2-5m (5x) - kürzester Darm der Hsgt; hochwertige Nahrung
Schw - 25m (15x) - Omnivore, Mittelstellung
Pfd - 35m (10x) - Herbivore mit grossen Gärkammern im Dickdarm; ziemlich langer und stellenweise weiter Darm
Rd - 50m (20x) - sehr langer Darm
Schf/Zge - 30-40m (25x)
Darm - Befestigung
Der Darm ist in der Regel durch ein Gekröse (Mesenterium) an der dorsalen Bauchwand befestigt.
Das Gekröse enthält neben Gefässen und Nerven gerade so viel Bindegewebe wie nötig: So ist eine bewegliche Aufhängung der Organe sichergestellt.
Es kann auch noch (massiv) Fett eingelagert werden.
Duodenum
Beginn?
Verlauf?
ascendens + descendens?
[ein Abschnitt des Dünndarms]
Beginn: immer rechts! (Pylorus liegt rechts - siehe Magendrehung!)
– Pars cranialis: i.d.R. kurz, beim Wdk 50-100cm lang; ist mit der Leber durch das Lig. hepatoduodenale verbunden
– Flexura duodeni cranialis: Mündungsgegend von Gallengang und Pankreasgängen
--> in diesem Bogen ist das Corpus pancreatis (Pankreaskörper) gelegen
– Pars descendens: immer rechts im Bauchraum gelegen
– Flexura duodeni caudalis: verläuft kaudal der A. mesenterica cranialis
– Pars ascendens: auf der linken Seite weiter, durch die Plica duodenocolica mit dem Mesocolon descendens verbunden
ascendens = nach kranial, «hinauf»;
descendens = nach kaudal, «hinab».
!Bei Duodenum und Colon haben wir immer je einen Teil der ascendens und einen der descendens - auf Grund des Verlaufs - benannt wird!
Jejunum
Beginn?
Lage?
[ein Abschnitt des Dünndarms]
(Leerdarm) --> Längster Darmabschnitt: langes Gekröse
Beginn: am Ende der Plica duodenocolica (oder Ende Band = Ende Duodenum)
Lage: tierartlich unterschiedlich, meist sehr beweglicher Darmabschnitt
Flfr: vorwiegend ventral und seitlich im Bauchraum, vom grossen Netz bedeckt
Schw: vorwiegend rechts im Bauchraum
Wdk: ventral und rechts im Bauchraum
--> Jejunum hängt mit seinem Gekröse girlandenartig an der Kolonscheibe = «Kranzdarm»
Pfd: vorwiegend links dorsal im Bauchraum, sowie zwischen den 2 übereinander liegenden hufeisenförmigen Schenkeln des Colon ascendens
Cun: Jejunum liegt, mit langem Gegröse versehen, links dorsal in der Bauchhöhle
Cav: Jejunum liegt rechts ventral in der Bauchhöhle
Ileum
Wie kann es gefunden werden?
Mündung?
Muskelwand?
Cun?
[ein Abschnitt des Dünndarms]
(Hüftdarm)
* Endabschnitt des Dünndarms
* wird durch Aufsuchen der antimesenterial gelegenen Plica ileocaecalis vom Caecum her gefunden
--> Ileum ist so lang wie Plica ileocaecalis
* Ostium ileale: Mündung des Ileums an der Grenze Caecum/Colon
--> bildet zwischen Dünn- und Dickdarm morphologische + funktionelle Grenze im Darmkanal
* Muskelwand des Ileums ist v.a. beim Pfd dicker als die des Jejunums
Cun: Das Ileum ist relativ lang, endet mit einer Erweiterung, der Ampulla ilei / Sacculus rotundus (fälschlicherweise „Zäkaltonsille“ genannt) --> enthält zahlreiche Lymphfollikel im Cecumkopf
Caecum
Form & Lage (tierartliche Unterschiede Flfr, Schw, Wdk)
Wurmfortsatz
[ein Abschnitt des Dickdarms]
(Blinddarm)
Flfr: Hd: korkenzieherförmig; Ktz: kommaförmig, klein
--> liegt bei beiden im U der Duodenalschlinge
Schw («Gekammerter Darm»): 3 Taenien und Poschen
--> Caecum liegt links --> Caecumspitze zeigt nach kaudal (abhängig vom Füllungszustand des Magens) + liegt in der linken Leistengegend
Wdk: Walzenförmig, glatt
--> liegt in halber Höhe des rechten Bauchraumes
--> lange Caecumspitze zeigt normalerweise nach kaudal
Das Caecum der Hsgt hat im Gegensatz zu Mensch, Kaninchen und Hase keinen Wurmfortsatz.
Caecum/Blinddarm - Pfd
(8 Punkte)
• Gekammert
• 4 Taenien/Bandstreifen und Poschen/Haustren/Aussackungen
• Kopf/Basis (Basis caeci) (in rechter Flanke; nach cranial stark überhängend)
• --> Basis mit rechter Niere und Pankreasschenkel/Duodenum verlötet --> bindegewebig verklebt
• Körper/Corpus (Corpus caeci) (liegt rechts caudal, zieht nach cranioventral)
• Spitze/Apex (Apex caeci) (zeigt nach cranial, frei beweglich in Schaufelknorpelgegend)
• bildet zusammen mit dem Colon ascendens die grossen Gärkammern zur Zelluloseverdauung + Eiweissveredelung
• Caecum als Schüttelbecher --> Herunterplätschern hörbar = Einspritzgeräusche
Taenien und Poschen
Taenien: Diese Bandstreifen entstehen durch das Zusammenraffen der Längsmuskulatur
Poschen: Liegen zwischen den Taenien, auch Haustra genannt
Darm-Kanal von Kaninchen & Meerschweinchen
• Dünndarm:
- Ileum: bei Kan am Ende mit Sacculus rotundus („Zäkaltonsille“)
• Dickdarm:
- Blinddarm mit grossen Gärkammern für Protein- und Faserverdauung
- Bildung der Caecotrophe (Protein, Vit. B&K)
- besitzt bei Cun. einen Wurmfortsatz mit lymphatischem Gewebe
- mit Poschen und Haustren bei Cav
• Dickdarm:
- Colon mit Poschen und Haustren bei Cav
- Trennung von Weich- und Hartmaterialien: Transport in Richtung Caecum bzw. Anus
- mit Poschen und Haustren bei Cav
Caecum des Kaninchens
(8 Punkte)
- enthält 40 % des MDK-Inhalts
- ist eine grosse Gärkammer
- besitzt drei Windungen, eine Spirale bildend
- Appendix vermiformis (mit Lymphfollikeln) + Sekretion von Bikarbonatpuffer
- Azetat als Abbauprodukt der Zellulose & Proteinverdauung
- pH morgens alkalisch, abends sauer
- bildet Blinddarmkot (Caecotrophe) aus pastösem, bakteriell aufgeschlossenen Inhalt
- Caecotrophe: viel Vitamine B & K + viele Proteine enthaltend
Colon des Kaninchens (4 Punkte)
Zäkotrophe (2 Punkte)
* proximaler Abschnitt mit zunächst 3 Bandstreifen & Haustren, dann je einen/r und endlich der Kolonspindel (Fusus coli)
* Separationsstrecke für Inhalt:
--> feste unverdauliche werden peristaltisch im Zentrum Richtung Anus transportiert
--> weiche, flüssige Anteile werden peripher in Haustren in Blinddarm rücktransportiert
* distaler Abschnitt: einfaches Darmrohr, Blinddarmkot wird mit Schleim aus Becherzellen überzogen & ausgeschieden
* Hartkot wird Wasser entzogen
Zäkotrophe:
- wird in Magenblase (Fundus) zwischengelagert, Schleimschicht schützt ihn
- wird kontinuierlich in den Dünndarm abgegeben und dort verdaut
Colon - Abschnitte
[ein Abschnitt des Dickdarms]
(Grimmdarm)
Im Colon sind 3 Abschnitte zu unterscheiden:
1. Colon ascendens: !weist sehr grosse tierartliche Unterschiede auf!
2. Colon transversum: verläuft bei allen Hsgt. kranial der vorderen Gekrösewurzel von rechts nach links
3. Colon descendens: zieht auf der linken Seite nach kaudal Richtung Becken
--> Bei allen Hsgt – ausser beim Pfd – ist das Colon descendens ein Darm mit glatter Oberfläche
--> Beim Wdk beschreibt es vor dem Beckeneingang einen S-förmigen Bogen = Colon sigmoideum
--> Beim Pfd ist das Colon descendens ein «gekammerter» Darm mit 2 Taenien («Pferdeäpfel-Fabrik»);
Länge von 3-4m; Gekröse: lang + sehr fettreich
Colon ascendens - Flfr
(3 Punkte)
* kurzer, glatter Darm
* liegt ganz auf der rechten Seite
* zieht, vom Caecum kommend, nach kranial --> ähnlich wie beim Menschen.
Colon ascendens - Schw
(6 Punkte)
* wie das Caecum eine Gärkammer von mittlerer Grösse
* ein bienenkorbähnlicher oder traubenartiger Kolonkegel
* Kegel-Basis dorsal am Eintritt der kranialen Gekrösewurzel befestigt
* Kegel entsteht durch spiraliges Aufrollen von proximalen zentripetalen (aussen) + distalen zentrifugalen (innen) Windungen
* Übergang von aussen nach innen = Flexura centralis
* Spitze des Kegels schaut nach ventral + ist frei beweglich
--> Lage ist abhängig vom Füllungszustand des Magens + kann sowohl in der rechten als auch in der linken
Bauchöhlenhälfte zu finden sein
(Die zentripetalen Windungen gehören zum ersten Teil des Colon ascendens und ziehen Richtung Flexura centralis. Zentrifugal werden sie nach der Flexura centralis, Richtung Colon transversum ziehend, genannt.)
Colon ascendens - Wdk
Grösse?
Verlauf?
* wie das Caecum eine Gärkammer von mittlerer Grösse
* das Colon ascendens bildet vom Blinddarm beginnend zuerst eine S-förmige Schleife (Ansa proximalis coli)
--> danach folgt die Grimmdarmscheibe (Ansa spiralis) mit zentripetalen (aussen) und zentrifugalen (innen) Windungen
--> auf die äusserste zentrifugale Windung der Grimmdarmscheibe folgt - ganz dorsal in der Gekröseplatte - wieder eine S-förmige Schleife (Ansa distalis coli)
(Die zentripetalen Windungen gehören zum ersten Teil des Colon ascendens und ziehen Richtung Flexura centralis. Zentrifugal werden sie nach der Flexura centralis, Richtung Colon transversum ziehend, genannt.)
Colon ascendens - Pfd
(5 Punkte)
* als sehr grosse Gärkammer ausgebildet
* besteht aus 2 übereinander liegenden hufeisenförmigen Lagen
--> die Krümmung schaut nach vorne und deren Schenkel nach hinten
* beginnt mit der ventralen Lage, welche gross und «gekammert» ist
--> verläuft von rechts hinter dem Zwerchfell nach links + kaudal
* Beckenflexur liegt links vor Beckeneingang --> bildet Übergang von der ventralen in die dorsale Lage
--> glatt erscheinende dorsale Lage: beginnt auf der linken Seite zunächst englumig
hinter dem Zwerchfell zieht sie nach rechts + geht in die magenähnliche Erweiterung über --> diese verengt sich an ihrem Übergang ins trichterförmige Colon transversum
* Beachte: freie Beweglichkeit der linken Längslagen des Colon ascendens + seiner Beckenflexur können zu Verlagerungen und Verdrehungen dieses Darmabschnitts führen
Colon ascendens - Cun
Abschnitte (6 Punkte)
* beginnt mit einer Ampulle
* nachfolgende Abschnitt dieses Darmteils besitzt drei (zwei) Tänien + Poschenreihen
* Lumen recht klein
* Darmrohr zieht zunächst nach cran. --> dann nach rechts --> wieder nach caud.
* Tänien + Poschen verlieren sich allmählich --> das Darmrohr hat ein kurzes Stück eine dicke Muskelschicht (Fusus coli)
--> dieser Abschnitt besitzt Schrittmacherfunktion für den Trennmechanismus (findet innerhalb des Colon ascendens proximal des Fusus coli statt --> separiert sofort auszuscheidenden Hart- von Weichkot --> zurück ins Caecum)
* letztlich zieht das Colon ascendens erneut magenwärts
Colon ascendens - Cav
Ausstülpung
Abschnitte
Rinne
* am Beginn eine erbsengrosse Ausstülpung = Ampulla coli
* gliedert sich in 3 Abschnitte:
--> Ansa sinstra coli: ist mit der Plica caecocolica am Blinddarm befestigt, verläuft caudal, wechselt auf die rechte Seite, wo die...
--> Ansa dextra coli: ...nach cranial zieht und sich die...
--> Ansa spiralis coli: ...sich anschliesst; deren Windungen sind mit einem kurzen Gekröse aneinandergeheftet + liegen ventrolateral im rechten cranialen Teil der Bauchhöhle
* Anfangsabschnitt des Colon ascendens bildet mesenterial eine Rinne --> trennt - analog zum Kaninchen über Taenien und Haustren - Hart- und Weichkotbestandteile --> letztere werden in das Caecum zum Eiweiss- und Proteinabbau zurückführt
Rectum
(4 Punkte)
[ein Abschnitt des Dickdarms]
(Mastdarm)
* letzter Teil des Dickdarmes
* sein Verlauf in der Beckenhöhle ist ziemlich gerade (rectus=gerade)
* beginnt am Beckeneingang + endet kaudal am Übergang zum After- oder Analkanal (Canalis analis), der die Verbindung zur Aussenwelt herstellt
* besteht aus:
--> einem kranialen, intraperitonealen Teil: (ca. 2/3 seiner Länge), der dorsal an einem kurzen Gekröse (Mesorectum) befestigt ist, und aus dem kaudalen retroperitonealen Teil
--> der kaudale Teil: ist zur Mastdarmampulle (Ampulla recti) erweitert
After (lat.?)
Verlauf?
Schleimhaut?
Schliessmuskeln?
(Anus)
* der Afterkanal (Canalis analis) beginnt Ende Mastdarm + endet an der Ausgangsöffnung des Darmkanals --> Anus
* Schleimhaut ist im Unterschied zu der des Rektums unregelmässig gebaut
* Afterkanal ist von zwei Schliessmuskeln umgeben:
--> Innen: M. sphincter ani internus (glatte Muskulatur)
--> Aussen: M. sphincter ani externus (quergestreifte Muskulatur)
Repetition - Darm vergleichend
(Flfr, Schw, Wdk, Pfd, Cun)
• Flfr: hochwertige Nahrung => nur kurzer Darm
• Schw: recht grosses Zäkum, Colonkegel
• Wdk: Colonscheibe mit Gyri prox., spirales und distales
• Pfd: grosser Blinddarm und doppelt hufeisenförmiges Colon asc. als Gärkammern
• Cun: riesiger Blinddarm mit Wurmfortsatz (Pufferproduktion), Caecotrophe
Histologie des Darms - Schichten
Die Darmwand gliedert sich in 3 Schichten:
- Tunica mucosa* (Schleimhaut)
- Tunica muscularis (Muskelhaut)
- Tunica serosa
--> Jede Schicht ist nochmals in mehrere Lagen (Laminae) untergliedert. <--
* Zur Vergrösserung der resorptiven Oberfläche des Darms bildet die Tunica mucosa ein besonderes Oberflächenrelief:
--> Dünndarm: Zotten und Krypten
--> Dickdarm: nur Krypten
Histologie des Darms - Lagen (Laminae) der Darmwandschichten
Jede Schicht (mucosa, muscularis, serosa) ist nochmals in mehrere Lagen (Laminae) untergliedert:
Tunica mucosa:
- Lamina epithelialis: * das Epithel kleidet das Darmlumen aus;
durch diese Zellen hindurch müssen die Nährstoffe resorbiert werden
- Lamina propria: Bindegewebe;
enthält viele Blut- und Lymphgefässe
- Lamina muscularis mucosae: dünne Muskelschicht
* zur weiteren Oberfächenvergrösserung tragen Zellen der Lam. epithelialis Mikrovilli auf ihrer apikalen ("die Spitze eines Organs betreffend") Oberfläche
Blutgefässversorgung des Darmes
Wohin gelangt das Blut der Darmabschnitte?
A. coeliaca: versorgt den Anfangsabschnitt des Duodenums bis zur Flexura caudalis
A. mesenterica cranialis (vordere Gekrösearterie): Versorgung ab Flexura caudalis des Duodenums bis und mit Colon transversum
A. mesenterica caudalis (hintere Gekrösearterie): versorgt das Colon descendens und etwa die vordere Hälfte des Rektums
--> der hintere Teil des Rektums wird von paarigen Beckengefässen versorgt
Das Blut aller Darmabschnitte (mit Ausnahme des kaudalen Teils des Rektums) gelangt via Pfortader, (V. portae) zur Leber
--> Diese entsteht durch Zusammenfluss der unpaaren Venen, der V. mesenterica caud. und der V. mesenterica cran.
--> Sie nimmt dabei noch das Blut vom Magen, Duodenumanfang und der Milz auf.
Innervation des Magen-Darmtrakts - Parasympathisch
(3 Punkte)
(efferent)
* die parasympathischen Fasern des N. vagus versorgen den Magen-Darm-Trakt bis +mit Colon transversum
* der kaudale Darmteil wird aus Fasern des sakralen Parasympathicus versorgt
--> bildet seitlich vom Rektum zusammen mit Sympathikus das Beckengeflecht
* Parasympathikus fördert die Motorik + Sekretion
Innervation des Magen-Darmtrakts - Sympathisch
(efferent)
* die sympathischen Fasern kommen aus dem Grenzstrang
--> werden in Ganglien (die an den grossen Gefässen des Magen-Darmtraktes liegen) umgeschaltet
--> verlaufen dann - wie die parasympathischen Fasern - meist entlang der Gefässe zum Erfolgsorgan
* der Sympathikus (Gegenspieler des Parasympathikus) hemmt die Motorik und Sekretion
Innervation des Magen-Darmtrakts - afferente oder sensible Eingeweidefasern
(4 Punkte)
* verlaufen parallel zu den efferenten Fasern
* sehr wichtig, um Dehnungsreize aus dem Magen-Darmtrakt zu registrieren + dem Rückenmark oder Hirn zu melden
* verlaufen zunächst mit den efferenten, oft in Begleitung von Blutgefässen Richtung ZNS
--> ziehen dann in die Spinalganglien seitlich vom Rückenmark oder; falls sie im N. vagus verlaufen, zu dessen sensiblen Ganglien an der Schädelbasis
Innervation des Magen-Darmtrakts - Dehnungsreize der Organe
Schwache Dehnungsreize der Organe werden nicht bewusst.
Starke Dehnungsreize hingegen werden bis zur Grosshirnrinde weitergeleitet
--> werden dann bewusst + bei starker Dehnung auch als heftigen Schmerz empfunden.
Die Schmerzen von inneren Organen sind von den Reizungen der Bauchwand, insbesondere des Bauchfells, zu unterscheiden, die über die sensiblen Fasern der Segmentalnerven des animalen Nervensystems aufgenommen werden.