Anatomie des Nervensystems

(für Veterinärmediziner/innen) (+ einige Karten zur Histologie des NS)

(für Veterinärmediziner/innen) (+ einige Karten zur Histologie des NS)


R. L.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Anatomie des Nervensystems auf Universitätsniveau. Sie behandeln Strukturen wie das Gehirn, das Rückenmark und den Hirnstamm, sowie Zellen, Fasern und Nerven. Die Karteikarten erklären die Unterschiede zwischen dem zentralen und peripheren Nervensystem, die Funktion von Neuronen und Synapsen, sowie die Organisation des vegetativen Nervensystems. Medizinstudenten und Fachleute profitieren von diesen detaillierten Erklärungen, um ein tiefes Verständnis der komplexen Anatomie und Physiologie des Nervensystems zu erlangen.
Karten
111
Lernende
14
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
20.02.2015 / 02.06.2020

Lernkarten

Nennen Sie die Namen der 12 Hirnnerven

(~ Funktionen?)

I N. olfactorius   (Spezielle Sinnesnerven: Geruch SVA)
II N. opticus   (Spezielle Sinnesnerven: Sehnerv SSA)
III N. oculomotorius   (Augenbeweger Nerven: SE (und GVE: parasympathisch) --> äussere Augenmuskeln)
IV N. trochlearis   (Augenbeweger Nerven: SE --> äussere Augenmuskeln)
V N. trigeminus   (Kiemenbogen Nerven: GSA ((Schleim-)Haut, Zähne, etc.) SVE (Kaumuskeln))
VI N. abducens   (Augenbeweger Nerven: SE --> äussere Augenmuskeln)
VII N. facialis   (Kiemenbogen Nerven: SVE (mimische Muskulatur), GVE (Speicheldrüsen, Tränendrüse))
VIII N. vestibulocochlearis   (Spezielle Sinnesnerven: Gehör & Gleichgewicht SSA)
IX N. glossopharyngeus   (Vagus Gruppe: Vielzahl von Funktionen SVE, GVE, SVA, GVA)
X N. vagus   (Vagus Gruppe: Vielzahl von Funktionen GSA, GVA, SVA, GVE, SVE)
XI N. accessorius   (Vagus Gruppe: Vielzahl von Funktionen SVE, SE)
XII N. hypoglossus   (Unterzungennerv: SE Zunge und einige Zungenbeinmuskeln motorisch)

Modalitäten/Funktion der Gehirnnerven

Sensibel
GSA: generell somato afferent --> Propriozeption (z.B.Muskelstellung), Exterozeption (Schmerz, Berührung,..)
SSA: spezielle somato afferent --> Sehen, Hören, Gleichgewichtssinn
GVA: generell viscero afferent --> Sensorik der Eingeweide (pH, Dehnung, Blutdruck, ...) (unbewusst)
SVA: speziell viscero afferent --> Geruch, Geschmack ("bewusster")
Motorisch
SE: somato efferent --> Skelettmuskulatur
GVE: generell viscero efferent --> glatte Muskulatur, Herzmuskel, Drüsen
SVE: speziell viscero efferent --> Kiemenbogenmuskulatur (bei Embryos oder Fischen vorhanden)

Nervus trigeminus

(V, 1. Kiemenbogennerv)
Teilt sich als stärkster Gehirnnerv in 3 Hauptäste (V)
--> versorgt den grössten Teil des Kopfes sensibel (GSA) und die Kaumuskeln motorisch (SVE)

Nervus facialis

(VII, 2. Kiemenbogennerv)
--> innerviert u.a. die mimische Muskulatur des Kopfes motorisch (SVE) und die Drüsen des Kopfes (exkl. Ohrspeicheldrüse) parasympathisch (GVE)

Ventrikelsystem des Gehirns

Besteht als Hohlraumsystem des Gehirns aus 4 miteinander in Verbindung stehenden Gehirnkammern (Ventriculi)
--> enthält Zerebrospinalflüssigkeit und ist mit dem einschichtigen Ependym ausgekleidet
--> steht beidseits hinter den Kleinhirnstielen mit dem Cavum leptomeningicum von Gehirn und Rückenmark in Verbindung
--> geht kaudal in den Zentralkanal des Rückenmarks über

Ventrikel (lat.?)

(Ventriculi)
--> Seitenventrikel (I. und II.) in den Grosshirnhemisphären --> Foramen interventriculare
--> III. Ventrikel spaltförmig im Zwischenhirn --> Mittelhirnkanal (Aquaeductus mesencephali)
--> IV. Ventrikel grubenförmig im Rautenhirn (Hinterund Nachhirn)

Wo wird der Liquor cerebrospinalis gebildet?

Liquor cerebrospinalis wird in den Plexus choroidei (singular => Plexus choroideus) gebildet.

(Plexus choroidei sind knäuelartig geformte arteriovenöse Gefäßkonvolute in den Hirnventrikeln, die aus spezialisierten Gliazellen bestehen. Sie sind für die Produktion von Liquor, die Bildung der Blut-Liquor-Schranke, sowie die Resorption und Entgiftung des Liquor verantwortlich)

Liquorzirkulation

- Bildung in den Plexus choroidei in allen 4 Ventrikeln
- Abfluss durch die Aperturae ventriculi quarti in den Subarachnoidalraum
- Resorption ins venöse Blut über die Granulationes arachnoidales

VEGETATIVES NERVENSYSTEM (VNS)

Gliederung in das sympathische (Sympathikus) und parasympathische (Parasympathikus) Nervensystem
--> diese Unterscheidung gilt nur für die efferente Bahn
--> alle afferenten Fasern von Eingeweiderezeptoren werden als viszeroafferent (GVA) bezeichnet
--> Beeinflussung der Erfolgsorgane i.d.R. "antagonistisch" --> Sympathikus erregend und Parasympathikus dämpfend

Efferente Bahn des VNS

Setzt sich i.d.R. aus 2 hintereinander geschalteten Neuronen zusammen:
- Präganglionäres Neuron
Perikaryen liegen als Wurzelzellen im Rückenmark und Hirnstamm (ZNS) und die Axone sind myelinisiert
- Postganglionäres Neuron
Perikaryen liegen ausserhalb des ZNS in vegetativen Ganglien (--> Umschaltung) und die Axone sind nicht myelinisiert (marklos)

Afferente Bahn des VNS

Verhält sich wie im somatischen Nervensystem
--> Perikaryen liegen ausserhalb des ZNS in einem Spinalganglion oder in einem Ganglion eines sensiblen Gehirnnerven

Sympathikus

Der Sympathikus ist ein Teil des vegetativen Nervensystems. Durch ihn werden vorwiegend Körperfunktionen innerviert, die den Körper in erhöhte Leistungsbereitschaft versetzen und den Abbau von Energiereserven zur Folge haben. Diese Wirkung bezeichnet man auch als ergotrop. Dabei verhält sich der Sympathikus überwiegend antagonistisch zur Wirkung des Parasympathikus.

Efferente Bahn (GVE) besteht aus präganglionären & postganglionären Neuronen

Präganglionäre Neurone (Sympath. Wurzelzellen)

Perikaryen liegen ausschliesslich in der grauen Substanz (Seitenhorn) von Brust- und Lendenmark (RM)
--> thorakolumbales System
--> myelinisierte präganglionäre Fasern ziehen über die Ventralwurzeln zu den sympathischen Ganglien
--> präganglionäre Fasern bilden mit den Grenzstrangganglien den sympathischen Grenzstrang

Postganglionäre Neurone (Sympathikus)

Perikaryen bilden die sympathischen Ganglien des Grenzstranges (Paravertebralganglien) sowie jene ausserhalb von diesem (Prävertebralganglien)
--> marklose postganglionäre Fasern ziehen aus den Ganglien über Spinal- und Gehirnnerven oder direkt zu den Erfolgsorganen

Grenzstrang (lat.?)

(Truncus sympathicus)
Dünner paariger Nervenstrang mit Ganglien von der Schädelbasis bis in den vorderen Schwanzbereich
--> verläuft ausser im Halsbereich mit segmental angeordneten kleinen Ganglien (Paravertebralganglien) ventrolateral an den Wirbelkörpern
--> präganglionäre Fasern bilden die Grenzstrangabschnitte zwischen den Ganglien
--> `postganglionäre` Perikaryen bilden die Ganglien des Grenzstranges

Umschaltung (prä- auf postganglionäre Neurone)

(1) im entsprechenden segmentalen Grenzstrangganglion --> Spinalnerven für Erfolgsorgane der Körperperipherie (exkl. Kopf)
(2) in einem weiter entfernten Grenzstrangganglion --> Gehirnnerven für Kopforgane und sympathische Nerven(fasern) für die Brustorgane
(3) in Ganglien ausserhalb des Grenzstranges, v.a. Prävertebralganglien --> sympathische Nerven (fasern) für die Bauch- und Beckenorgane

Unipolare Nervenzellen - Vorhandensein

Nur während der Entwicklung vorhanden.

Parasympathikus

Efferente Bahn (GVE)
Aus prä- und postganglionären Neuronen wie beim Sympathikus.

Präganglionäre Neurone (Parasymp. Wurzelzellen)

Perikaryen liegen in der grauen Substanz des Hirnstammes (Kopfteil) und des Kreuzmark (Kreuzteil)
--> kraniosakrales System

Postganglionäre Neurone (Parasympathikus)

Perikaryen bilden die parasympathischen Ganglien (--> Umschaltung)
--> parasympathische Ganglien liegen im Gegensatz zum Sympathikus nahe beim oder im Erfolgsorgan
 

Kopfteil (Parasympathikus)

(Pars cranialis)
Parasympathische Fasern verlassen den Hirnstamm mit bestimmten Gehirnnerven (III, VII, IX, X) für Kopf-, Hals-, Brust- und Bauchorgane.

N. vagus (X)

Besteht hauptsächlich aus parasympathischen Fasern [ efferente und (viszero)afferente ]
--> zieht vom Kopf beidseits der Luftröhre entlang über die Brust- in die Bauchhöhle
--> versorgt als Gehirnnerv mit dem umfangreichsten Innervationsgebiet Hals- und Brustorgane sowie den Grossteil der Bauchorgane parasympathisch

Kreuzteil (Parasympathikus)

(Pars sacralis)
Parasympathische Fasern verlassen das Kreuzmark über die Ventralwurzeln und vereinigen sich zu den parasympathischen Nn. pelvini.

Nn. pelvini

Bilden mit sympathischen Fasern (N. hypogastricus) das grosse vegetative Beckengeflecht (Plexus pelvinus) mit kleinen Ganglien
--> parasympathische Innervation der Beckenorgane und des Colon descendens über den Plexus pelvinus

Afferente Bahn (GVA)

Viszeroafferenzen in parasympathischen Bahnen

Viszeroafferent leitende Neurone verhalten sich als Teil des vegetativen NS wie somatoafferent (GSA) leitende
--> viszeroafferente Fasern in parasympathischen Nervenbahnen vermitteln u.a. Empfindungen wie Hunger, Sättigung (N. vagus) und Harnblasenfüllungszustand (Nn. pelvini)

Dendriten

- ein bis mehrere verzweigte Dendriten leiten Impulse zum Nervenzellkörper (afferent)
- enthalten rER und Golgi-Apparat

histo: Axon (Neurit)

- leitet Erregungen vom Perikaryon weg (efferent)
- kein rER oder Golgi
- beginnt am Axonhügel mit Initialsegment zur Initiierung von Aktionspotentialen

Nervenzellen des PNS

• Perikaryen (Nervenzellkörper)
Bilden die Ganglien des peripheren Nervensystems
- Ganglien von Gehirn- und RM-Nerven
Von pseudounipolaren Perikaryen gebildet
- Vegetative Ganglien
Von multipolaren Perikaryen gebildet

• Axone (Neuriten)
Axone der Nervenzellen des PNS und der Wurzelzellen des ZNS bilden mit ihren Hüllen die Nervenfasern von den Nerven des PNS

Synapsen

- Verbindung zwischen Nervenzellen
(oder Sinneszelle => Nerv
oder Nerv => Muskel / Drüse)

Nennen Sie 3 Synapsen-Typen

- axodendritische Synapse
- axosomatische Synapse
- axoaxonale Synapse

Motorische Endplatte

Die motorische Endplatte ist eine spezialisierte chemische Synapse, die für die Übertragung der Erregung von der Nervenfaser auf die Muskelfaser verantwortlich ist.

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