Anatomie Block 3_Mikrobiologie

Anatomie Block 3_Mikrobiologie

Anatomie Block 3_Mikrobiologie


K. H.
Diese Lernkarten befassen sich mit der Mikrobiologie und richten sich an ein fortgeschrittenes Publikum. Sie decken ein breites Spektrum an Erregern wie Bakterien, Viren und Parasiten ab, die verschiedene Infektionen und Krankheiten beim Menschen verursachen. Die Karteikarten behandeln unter anderem die Vermehrung von Mikroorganismen, die Wirkung von Antibiotika und die Rolle von DNA und RNA in der Vermehrung von Viren. Medizinstudenten und Fachleute profitieren von diesem Set, um ihr Verständnis der mikrobiellen Prozesse und deren Auswirkungen auf den menschlichen Körper zu vertiefen.
Karten
67
Lernende
13
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
01.09.2015 / 04.09.2020

Lernkarten

Gramnegative Bakterien

die meisten Stäbchenbakterien (lösen Harnwegs- und Darminfektionen aus, z.B. Escheria coli, Salmonellen)

Gram-negative Bakterien dagegen haben nur eine Schicht Murein, so dass die Farbe wieder herausgewaschen werden kann und sie schliesslich rot erscheinen.

Fortpflanzung von Bakterien

Mitose -> sehr schnell -> alle 20 min (wenn sie ganz Eng zusammenliegen nennt man das Kolonie

Genaustausch von Bakterien

-> Genaustausch kann zu Antibiotikaresistenz führen!

  • spontane Mutation
  • Transformation: Bakterien können nackte DNA aus der umgebung aufnehmen oder die Aufnahme kann künstlich herbeigeführt werden (Genmanipulation)
  • Konjugation: Bakterien tauschen untereinander via Plasmabrücke DNA Stellen aus -> sog. Plasmide mit Resistenzgenen
  • Transduktion: Viren übertragen Gene zwischen Prokaryonten (sog. Bakteriophagen)

Bakteriostatische Antibiotika

Bakterien leben (werden also nicht abgetötet), können sich aber nicht mehr vermehren (stase=gleichbleibend)

Bakterizide Antibiotika

Bakterien werden abgetötet

Warum sind Antibiotika für Menschen vergleichsweise gut verträglich?

Ansatzpunkte sind Strukturen oder Mechanismen der Bakterienzellen, die in tierischen-, resp. menschlichen Zelle nicht vorkommen:

  • Hemmung der Zellwandsynthese (Zellwand bei Bakterien aus Murein, Tiere: keine Zellwand)
  • Proteinsynthese an Ribosomen (Bakterien haben kleinere Ribosomen)
  • Hemmung der DNA Synthese (Bakterien DNA ist ringförmig, Bakterie hat andere Enzyme zur DNA Replikation als der Mensch)

Wie kommt es zur Antibiotikaresistenz?

Durch häufigen Antibioseeinsatz in Medizin und Tierfütterung werden die resistenten Bakterien selektiert und gefördert (die nicht Resistenten werden abgetötet, dadurch haben die Resistenten mehr Platz und Nahrung -> bessere Vermehrung)

  • Bakterien haben viele Mutationen der DNA, dadurch können sie:
    • Enzyme herstellen, welche Antibiotika abbauen können
    • Proteine welche das Eindringen von Antibiotika verhindern
    • Proteine welche die Ausschaffung von Antibiotika aus dem Bakterium fördern
    • Häufiger Antibiotikaeinsatz selektiert resistente Bakterien
  • Reger Ausstausch zwischen Bakterien -> Plasmide -> enthalten Resistenzgene
  • Konjugation
  • Transduktion
  • Transformation

 

Nenne 3 Krankheiten, die durch Bakterien ausgelöst werden

  • Tonsillitis/Angina -> Streptokokken
  • Milzbrand -> Bacillus anthracis
  • Magengeschwür -> Heliobacter pylori
  • Borreliose -> Borrelia burdorferi
  • Cholera -> Vibrio cholerae

Für was steht die Abkürzung MRSA?

Multiresistenter Staphylococcus aureus -> wichtigster Erreger nosokomialer Infektionen

Beschreibe den Aufbau von Viren

  • Erbgut (DNA oder RNA)
  • Proteinhülle (Capsid)
  • einige: noch zusätzliche Hülle

Eigenschaften von Viren

  • Viren werden nicht zu den Lebewesen gezählt, sprechen aber quasi die "Sprache des Lebens", da sie Aminosäuren, Proteine, DNA/RNA enthalten
  • Viren haben keinen Stoffwechsel (keine Nahrung nötig)
  • Viren haben keine eigene Vermehrung
  • Viren können keine Energie aufnehmen/gewinnen, keine Proteinsynthese
  • Viren geben nur Ergut weiter, lassen Wirtszelle arbeiten, geben ihr quasi ein Rezept zur Herstellung des Virus.
  • Viren sind sehr wirtsspezifisch
  • Wirtszelle kann aus "Erschöpfung" sterben oder aber das Virus baut sein Erbgut in der Wirtszelle ein, diese überlebt und gibt das Erbgut des Viraus an ihre Tochterzellen weiter

DNA Virus Replikation

z.B. Erkältungsvirus

  1. Virus heftet sich an Wirtszelle
  2. Injektion des genetischen Materials in die Zelle oder phagozytose des ganzen Virus
  3. wurde das Virus von der Zelle eingeschlossen, verliert es seine Hülle
  4. Replikation der Viralen DNA = Vermehrung des Erbgutes
  5. Transkription und Translation seiner DNA = Herstellung der Virenproteine
  6. Selbstzusammenbau (Selbstassemblierung) der neuen Viruspartikel und verlassen der Wirtszelle

-> dies geschieht mit Bausteinen (Aminosäuren) und Enzymen des Wirtes

RNA Virus Replikation

z.B. Grippevirus (Influenza)

  1. Virus dringt in die Zelle ein
  2. Virus heftet sich an Wirtszelle
  3. Injektion des genetischen Materials in die Zelle oder phagozytose des ganzen Virus
  4. Viren RNA dient als Vorlage für Transkription für neue RNA
  5. Neue RNA hat 2 Funktionen
    1. als mRNA Vorlage für Translation -> Rezept auf RNA um die Proteine des Virus herzustellen
    2. Neues Genom (Erbgut) für neue Viren

      dies geschieht mit Bausteinen (Aminosäuren) und Enzymen des Wirtes

Retro Viren

Retroviren (Reverse Transkriptase Onkoviren) sind einzelsträngige RNA Viren. Anders als bei „normalen“ RNA-Viren aber muss die RNA von Retroviren zunächst einmal mittels reverser Transkription Viren RNA in Viren DNA umschreiben, bevor sie als solches in das Erbgut der Wirtszelle eingebaut und dort aktiv werden kann.

HIV ist ein Retrovirus, der v.a. T-Lymphozyten befällt, das Immunsystem bekämpft sich selber

Nenne 3 Krankheiten, die durch Viren ausgelöst werden

  • Schweinegrippe, Vogelgrippe
  • Influenza
  • Hepatitis
  • Pocken
  • Masern

Was sind Prionen?

Prionen sind infektiöse Proteine -> flasch gefaltete Form (räumlich), das normalerweise in Gehirnzellen vorkommt. Wenn das Prion in eine Zelle gelangt, welche die normale Form des Proteins enthält, wandelt das Prion das normale Protein in die Prion Version um (denaturierung). Auf diese Weise kommt eine Kettenreaktion zu stande.

Welche Krankheiten werden durch Prionen verursacht?

Dies sind degenerative Erkrankungen des Gehirn wie BSE beim Rind (bovine spongioforme Enzephalopathie), diese wird beim Menschen Creuzfeld-Jakob Krankheit genannt.

Scrapie bei Schafen

Kuru in Papua Neuguinea wegen Endokanibalismus

Pilze

 

  • gehören zu den Eukaryonten
  • Einzeller (Hefepilz) oder Vielzeller (Schimmelpilz)
  • besitzen (wie Pflanzen) Zellwände
  • haben Mitochondrien und ein Zellskelett
  • sind Heterotroph -> d.h. sie können keine Photosynthese machen
  • vermehren sich durch Sporen
  • haben ein Fadengeflecht -> Myzel

Bsp. Candida albicans, Mutterkorn (LSD), Fusspilz, Penicillin (hemmt Bakterienwachstum), Soor

Protozoen

  • "Urtierchen"
  • Eukaryonten
  • Echte Einzeller mit Zellkern

Bsp. Amöbenruhr, Malaria (Erreger: Plasmodien) , Toxoplasose (Sporozoon), Schlafkrankheit

Malariazyklus

Plasmodien -> Weibliche Anophelesmücke als Wirt -> Sticht Mensch -> Erreger gelangt in Blutbahn -> Leber -> Wachstum -> infizieren der Erythrocyten -> Erys platzen -> Fieberschübe, Schüttelfrost, ausgeprägtes Schwächegefühl -> wenn nicht behandelt führt dies zum Tod oder der Malariaerreger kann auch über Jahre in Leber oder roten Blutkörperchen überleben und später zum erneuten Aufflackern der Symptome führen.

Junge Mücken sind nicht infiziert, wenn sie aber einen mit Malaria infizierten Menschen stechen, haben sie den Erreger. -> Der Körpergeruch infizierter Menschen macht diese Leute noch verlockender für die Mücken

Der Erreger kann sich im Mensch nicht befruchten, aber in der Mücke schon.

Toxoplasmosezyklus

Verursacher: Toxoplasmen

Sie können alle Warmblütler infizieren und ist weltweit verbreitet. Geschlechtsformen der toxoplasmen einzeller bilden sich nur in Katzen aus -> Katze = Endwirt.

Katze -> Ausscheidung von mit Eiern infiziertem Kot -> Übertragung auf Mensch oder übertragung auf anderen Zwischenwirt (Mäuse, Kuh, Schwein) -> via Maus wieder zu Katze -> via z.B. Schweinefleisch wieder zum Menschen

Die Infektion der Zwischenwirte ist zumeist ohne klinische Erscheinungen. Problematisch ist vor allem die Erstinfektion von Schwangeren, da der Erreger auf das Ungeborene übergehen und schwere Fruchtschäden verursachen kann, sowie von Individuen mit einem gestörten Immunsystem. Der Körper bildet Antikörper, der Erreger kann aber in Zystenform im Körper (oft im Gehirn) bleiben.

Helminthen

= Würmer; Parasitisch lebende Tiere (Eukaryonten)

  • Rinder-, Schweine-, Fuchs- und Hundebandwurm
  • Spulwurm (in USA eingesetzt gegen Allergien)
  • Oxyuren (Madenwürmer)

Oxyuren

= Madenwürmer

50% der Menschen mind einmal befallen

Eier können inhalativ oder oral aufgenommen werden -> im Dünndarm: aus Ei schlüpft Larve -> Paarung im Darm -> Weibchen legt nachts Eier an After ab und geht wieder rein

Hakenwürmer

v.a. in Tropen und Subtropen häufig. Wurm per se für uns nicht gefährlich, aber die Infektionsfolgen (Wurm macht Löcher -> Einstrom von Bakterien, frisst unsere Darmzotten)

Wurm braucht Feuchtigkeit -> Boden. Ausgewachsener Hakenwurm lebt im Darm -> Eier mit Fäkalien raus -> Larve schlüpft/wartet in Boden -> bohrt sich durch die Haut (nicht barfuss in Tropen!) des Menschen -> via Blut zu Lunge-> Bronchien -> hochhusten -> runter schlucken-> Darm-> saugt Blut an Darmzotten -> pflanzt sich fort

Fuchsbandwurm (Normaler Zyklus)

-> Bandwürmer sind Zwitter, die sich durch Selbstbefruchtung (geschlechtliche Fortpflanzung) fortpflanzen

  1. Im Darm des Endwirts (Fuchs) entwickeln sich die mit reifen Eiern angefüllten Gleider des Bandwurms -> Ausscheidung mit dem Kot -> häufig auf Waldbeeren, Pilze etc
  2. Diese Beeren oder kontaminierten Pilze werden vom Zwischenwirt (Maus, Schaf, anderer Nager) gefressen -> Dünndarm des Zwischenwirts
  3. Dort schlüpfen Bandwurmlarven, durchbohren Darmwand und gelangen in Leber
  4. In Leber wächst die Finne (Larve) und durchwuchert das betroffene Organ. Finnenblase beinhaltet mehrere "neue" Bandwürmer.
  5. Die Tochterlarven schnüren sich ab (ungeschlechtliche Vermehrung)
  6. Der Zwischenwirt wird dadurch geschwächt -> leichte Beute für den Fuchs
  7. Fuchs frisst Maus = Parasit wieder in Endwirt, welcher gesundheitlich wenig beeinträchtigt wrid. Aus jeder Bandwurmanlage der Finne entwickelt sich im Endwirt Darm ein Bandwurm.

Die Entwicklung im Endwirt ist nach 6 Wochen abgeschlossen, die Bandwürmer leben nur wenige Monate, die Finnen hingegen können viele Jahre überleben.

Fuchsbandwurm - Mensch

Infektion mit Fuchsbandwurmeiern von infiziertenWaldfrüchten, Pilzen, Fallobst, beim Einatmen und Verschlucken aufgewirbelter Eier oder durch engen Kontakt mit infizierten Endwirten

Für Mensch sehr gefährlich -> Mensch nimmt die Stellung des Fehlwirten ein. Die Finne (Larve) durchsetzt die ganze Leber im Laufe von 5-10 Jahren. Krankheit ist lange symptomlos. Durch den Verfall der betroffeen Organe endet die Krankheit meist tödlich. Wenn im Frühstadium entdeckt -> operative entfernung des Larvengewebes. Bei fortgeschrittenem Befall -> Anthelmintikum in hoher Dosierung

Rinder- und Schweinebandwurm

-> eigentlich sollte es Menschenbandwurm heissen, da der Mensch der Endwirt ist, Rinder und Schweine sind Zwischenwirte!

  1. Die Infektion von Rindern und Schweinen geschieht über die Wurmeiaufnahme. 
  2. Im Darm schlüpfen die Wurmlarven, durchbohren die Darmwand und entwickeln in der Muskulatur Finnen (Zysten mit "neuen" Würmern)
  3. Der Mensch infiziert sich durch die Aufnahme von Finnenhaltigem Fleisch.
  4. Entwicklung des ausgewachsenen zwittirgen Bandwurms im Darm des Menschen. Die Lebensdauer der "Menschenbandwürmer" kann bis zu 25 Jahren betragen! Diese Würmer können 10-20m lang werden.
  5. Der Wurm produziert kontinuierlich mit befruchteten Eiern angefüllte Glieder, die mit dem Kot des Wirts ausgeschieden werden.
  6. Aufnahme der Eier durch gedüngtes Gras wieder zum Tier

Die Behandlung von Menschen mit Bandwürmern erfolgt nur durch die Gabe von Anthelmintika.

 

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