Anatomie Block 3_Mikrobiologie

Anatomie Block 3_Mikrobiologie

Anatomie Block 3_Mikrobiologie


K. H.
Diese Lernkarten befassen sich mit der Mikrobiologie und richten sich an ein fortgeschrittenes Publikum. Sie decken ein breites Spektrum an Erregern wie Bakterien, Viren und Parasiten ab, die verschiedene Infektionen und Krankheiten beim Menschen verursachen. Die Karteikarten behandeln unter anderem die Vermehrung von Mikroorganismen, die Wirkung von Antibiotika und die Rolle von DNA und RNA in der Vermehrung von Viren. Medizinstudenten und Fachleute profitieren von diesem Set, um ihr Verständnis der mikrobiellen Prozesse und deren Auswirkungen auf den menschlichen Körper zu vertiefen.
Karten
67
Lernende
13
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
01.09.2015 / 04.09.2020

Flashcards

Infektion

Übertragung, Anhaften, Eindringen und die Vermehrung von Mikroorganismen im menschlichen Körper. Als Infektion bezeichnet man den Eintritt von Mikroorganismen (beispielsweise Viren, Pilze oder Bakterien) in einen Organismus sowie ihre Absiedlung und Vermehrung.

Infektionskrankheiten

Erkrankungen, die durch Eindringen und Vermehrung von Mikroorganismen im Menschen entstehen

Epidemie

= Seuche

zeitliche und örtliche Häufung einer Infektionskrankheit innerhalb einer menschlichen Population (Bevölkerung). Aus epidemiologischer Sichtweise wird von einer Epidemie gesprochen, wenn in einem bestimmten Zeitraum die Inzidenz (als Anzahl der neuen Erkrankungsfälle) zunimmt. z.B. epidemisches Auftreten von Kinderkrankheiten wie Masern

Endemie

Sogenannte Dauerdurchseuchung einer Gesellschaft weil die Krankheitserreger vorhanden sind und nicht restlos ausgemerzt werden können. Das heisst, jede Person in einem gewissen Gebiet erkrankt mit mehr oder weniger der gleichen Wahrscheinlichkeit. Typisch dafür ist zum Beispiel in den tropischen Ländern die Malaria. Aber auch bei uns gibt es Endemien. Die durch Zecken übertragene FSME zum Beispiel ist in der Schweiz eine Krankheit, die nur in speziellen Gebieten übertragen wird.

Pandemie

Eine Pandemie ist etwas ähnliches wie eine Epidemie, allerdings nicht örtlich beschränkt sondern über Länder und ganze Kontinente verteilt. Krankheiten, welche sich so über die ganze Welt verteilen sind z.B. die Grippe (im Speziellen die Spanische Grippe 1919 mit 20 Mio Toten)

Morbidität

Krankheitshäufigkeit, bezogen auf eine bestimmte Bevölkerungsgruppe, z.B. Zahl der Erkrankten pro 100'000 Einwohner

Mortalität

Sterberate, Anzahl Todesfälle bezogen auf eine Bevölkerungsruppe oder Gesamtzahl. z.B. Zahl der an einer Krankheit Verstrobenen pro 100'000 Einwohner

Letalität

Tödlichkeit einer Krankheit, Verhältnis der Todesfälle pro Anzahl Erkrankter. z.B. Zahl der an einer Krankheit Verstorbener pro 1'000 Erkrankter

Pathogenität

Pathogenität ist die grundsätzliche Fähigkeit eines infektiösen Objekts (z.B. Mikroorganismen), einen bestimmten Organismus krank zu machen (Infektionen hervorzurufen), auch wenn nicht jede Infektion zu einer Krankheit führt

Virulenz

Ausmass der Krankmachenden Eigenschaften (Pathogenität) von Mikroorganismen.

Apparente Infektionen

Eine Erregerübertragung mit deutlichem Ausbruch der Infektionskrankheit (klinisch manifest = in Erscheinung tretend). z.B. mit Fieber oder anderen Krankheitszeichen.

Inapparente Infektion

Die meisten Infektionen verlaufen inapparent (nicht in Erscheinung tretend), das heißt, ohne dem Betroffenen bewußt zu werden und ohne Beschwerden zu verursachen. Dabei wird der Erreger vom Wirt, also dem infizierten Menschen nach der Infektion vollständig beseitigt, nämlich durch eine intakte Immunabwehr.

Lokale Infektion

Die Infektion beschränkt sich auf die Eintrittspforte, z.B. Wundinfektionen, Gastroenteritis mit Durchfall jedoch ohne schwere Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens.

Generalisierte Infektion

Die Infektion dringt via Lymphknoten und Lymphbahnen bis ins Blut vor. z.B. Windpocken, Pfeiffersches Drüsenfieber und die Virushepatitis. Fast alle schwereren Viruserkrankungen verlaufen generalisiert. 

Bakteriämie

Dringen Bakterien nur kurzfristig in die Blutbahn ein (zeitweiliges Vorhandensein von Bakterien im Blut), so bezeichnet man das als Bakteriämie. Dabei kommt es weder zur Vermehrung der Erreger im Blut noch zur Absiedlung in Organen. Zu einer solchen Bakteriensaat kann es im Rahmen eines bakt. Infekts, bei diagnostischen oder therapeutischen Eingriffen (z.B. zahnärztlicher Behandlung) aber auch schon beim Zähneputzen kommen.

Sepsis

Blutvergiftung

Die Sepsis ist eine den ganzen Körper betreffende Infektion, bei der von einem Herd aus (z.B. Wunde) kontinuierlich oder periodisch Erreger in die Blutbahn gestreut werden. Die Erreger (Bakterien, ihre Toxine, Viren, Pilze) vermehren sich oft auch in der Blutbahn und gelangen mit dem Blut in alle Organe des Körpers. Dies kann tödliche Komplikationen haben:

  • Septische Metastasen (infektiöse Absiedlungen) können lebenswichtige Organe (z.B. Gehirn) angreifen
  • das körpereigene Gerinnungssystem kann entgleisen -> lebensgefährliche innere Blutungen
  • septischer Schock, viele im Körper gleichzeitig ablaufende starke Entzündungsreaktionen, die zum Zusammenbruch der Kreislaufregulation führen

Inkubationszeit

Zeitlicher Abstand zwischen Ansteckung und Kranktheitsausbruch. Inkubationszeiten können sehr unterschiedlich sein, die Virusgrippe hat eine Inkubationsheit von nur 1-3 Tagen, Mumps ca. 3 Wochen, AIDS bis zu 10 Jahre und mehr.

Exogene Übertragungswege

Der Erreger stammt von Aussen. 

  • Schmierinfektion (häufigste)
  • Tröpfcheninfektion
  • Staubinfektion
  • Orale Infektion (über Nahrungsmitteo oder häufig bei Kindern: fäkal-orale Infektion)
  • Parenterale Infkektion (Stich mit verunreinigter Kanüle oder Insekten/Zeckenstich)
  • Sexuelle Übertragung

Endogene Übertragungswege

physiologisch im Körper vorkommende Erreger infizieren z.B. aus der Darmflora, Hautflora,  die Lunge, Harnwege oder Wunden. Hier ist ein geschwächtes Immunsystem die Voraussetzung für eine Infektion. oder z.B. Bei Appendektomie gelangen Bakterien aus dem Darm des Patienten in die Wundränder und infizieren die Schnittfläche.

iatrogene Übertragungswege

Infektion, die im Rahmen ärztlicher/pflegerischer Maßnahmen entstanden ist. z.B. durch unsterile Arbeitsweisse.

(nosokominale Infketion weist auf die besonderen Entstehungsbedingungen in der Krankenhausumgebung hin)

Desinfektion

= Keimverminderung 

bezeichnet die gezielte, nicht aber vollständige Keimvernichtung z.B. auf Händen, auf Hautflächen, die durchstochen oder durchschnitten werden müssen, oder auf Materialoberflächen wie Fußböden oder Medizingeräten. 

Sterilisation

= Entkeimung

Es werden grundsätzlich alle Mikroorganismen abgetötet und alle Viren vollständig inaktiviert. ABER nicht Prionen -> Erreger von BSE.

Sterilisation erfordert entweder hohe Temperaturen (120-200°C) evtl. in Kombination mit Druck, Feuchtigkeit oder radioaktiver Strahlung, bzw. aggressive Chemikalien. (z.B. mit Autoklaven)

Kontamination

= Verunreinigung/Verschmutzung

In Medizin generell die Verschmutzung von Personen oder Gegenständen mit chem., biolog. oder radiakt. Material. Medizinisch gesehen auch die Verunreinigung von keimfreien oder keimarmen gegenständen durch Bakterien oder andere Mikroorganisemen

 

Pathogene Mikroorganismen

= krankheitserregend

(fakultativ pathogen oder obligat pathogen)

Apathogene Mikroorganismen

nicht krankmachende Mikroorganismen

z.B. Döderlein Bakterien in Scheide, Darmflora, Mund - und Rachenflora

obligat pathogen

Diese Erreger führen bei praktisch jeden Infizierten zum Ausbruch der entsprechenden Krankheit. Auch beim gesunden, Immunkompetenten Wirt.

z.B. Hepatitisviren, Legionellen

 

fakultativ pathogen

= Opportunisten. Diese Keime führen nur bei allgemeiner oder lokal begrenzter Abwehrschwäche (z.B. Harnblase bei Dauerkatheterisierung, OP Wundgebiet) zu sogenannten opportunistischen Infektionen. z.B. bei älteren oder immunsupprimierten Patienten.

opportunistische Erkrankungen

Opportunistische Infektionen sind dadurch definiert, dass sie nur dann auftreten, wenn das Abwehrsystem schon durch eine andere Erkrankung stark geschwächt ist. Bei intakter Immunabwehr hätten diese Erreger also keine Chance. Opportunistische Erkrankungen werden durch fakultativ pathogene Erreger verursacht.

nosokomialer Infekt

= mit Bezug zum Krankenhaus. Infektionen, die im Krankenhaus oder durch ambulant medizinische Massnahmen erworben werden. Bsp. Beatmungspneumonie, Wundinfektionen

Normalflora

Als Normalflora bezeichnet man Mikroorganismen, die auf der inneren und äusseren Körperoberfläche des menschen leben, normalerweise ohne eine Infekiton und eine Erkrankung hervorzurufen. Bsp. Hautflora (Streptokollen, Staphylokokken etc.), Schleimhautflora, Scheidenflora (Lactobazillen), Darmflora (E. coli).

Funktionen:
Widerstand gegen standortfremde Keime
Platzhalterfunkiton
Abbau von Toxinen/Entgiftungsfunktion
Immunstimulation
Säureproduktion
Stoffwechselleistungen (Vit. D. Prod.)

Nachteile
Ausgang für Infektionen; mögliche Darmperf., Haut- und Schleimhautverletzungen, aufsteigende Harnwegsinfektion

Dispositionsprophylaxe

Die Dispositionsprophylaxe umfasst alle Maßnahmen, die die individuelle Empfänglichkeit für eine Infektionskrankheit vermindern. Im Gegensatz zur Expositionsprophylaxe zielt die Dispositionsprophylaxe nicht auf eine Vermeidung eines Erregerkontaktes, sondern auf den Ausbruch einer Erkrankung bei einem Individuum oder einen weniger schweren Krankheitsverlauf nach Infektion.

Bsp: Hygienemassnahmen, Immunisierung, Impfung, Stärkung des Immunsystems, Einnahme von Antiinfektiva 

Expositionsprophilaxe

alle nicht medikamentösen Vorbeugemassnahmen, mit denen man die Wahrscheinlichkeit senkt, dass ein Mensch oder ein Tier einem Erreger ausgsetzt und damit möglicherweise infiziert wird. z.B. Kondome, Mundschutz, Mückennetze, sterile Spritzen etc.

Chemoprophylaxe

prophylaktische Einnahme eins Antibiotikums ume eine evtl. Infektion bzw. die Verbreitung eines Erregers zu verhindern.

Bsp: vor Operationen, zur Behandlung rezidivierender Infekte, Postexpositionsprophylaxe (Kontaktperson eines Erkrankten mit Antibiotika behandeln)

Nenne 3 Infektionsquellen

Die Erreger einer Infektionskrankheit haben einen natürlichen Lebensraum, in dem sie überleben können. Dieser Lebensraum, in dem sich die Erreger aufhalten, dient als Infektionsquelle.

  • Mensch, der Betroffene braucht dabei nicht apparent krank zu sein (Bsp via Bronchialsekret (TB) Stuhl (Salmonellen), endogene Infektion durch körpereigene Keime hervorgerufen)
  • Tierische Infektionsquellen (z.B. Rinder und Schweine für Bandwurmerkrankungen, Zecke-> Borelliose, Katze -> Toxoplasmose)
  • Mikroorgansimen, welche nicht auf Mensch/Tier als angewiesen sind und auch in unbelebter Umwelt überleben können (Bsp Tetanuserreger im Erdreich oder TB Erreger im Staub)

Nenne 3 Erregerübertragungswege

  • Infektion über Tröpfen und Partikel aus der Luft
  • Kontaktinfektion und Schmierinfektion
  • Infektion über Blut und Gewebe / Parenterale Übertragung
  • Infektion durch kontaminiertes Wasser und Lebensmittel

Nenne 3 Möglichkeiten des Eindringen eines Erregers in den menschlichen Körper

  • Atemwege (Schleimhäute)
  • Wunden, Insektenstiche, Zeckenbisse
  • durch die intakte Haut
  • via Plazenta beim Ungeborenen

Prokaryoten

sind zelluläre Lebewesen, die keinen Zellkern besitzen. Sie sind:

  • Einzellig
  • kein Zellkern sondern DNA frei in Zelle
  • DNA Ringförmig
  • Keine Zellorganellen
  • haben einen eigenen Stoffwechsel
  • betreiben Mitose

Bakterien sind Prokaryoten, Bakterien verändern ihre DNA sehr schnell!

Eukaryoten

alle Lebewesen die einen Zellkern haben. Das Erbmaterial (ChromosomenI ist ein einem Kern zusammengefasst, der durch eine Kernmembran vom Zytoplasma getrennt wird. 

  • ein-, mehr-, oder vielzellige Organismen
  • haben einen Zellkern
  • Zelldifferenzierung
  • asexuelle und sexuelle Vermehrung

Menschen, Tiere, Pflanzen, Protozoen (Einzeller) und Pilze sind Eukaryonten

Grundbauplan eines Bakteriums und dessen Funktionen

  • Zellkernäquivalent ("Kernähnlich" = Nukleoid: Bereich in dem die DNA der Zelle lokalisiert ist (OHNE Membranhülle!!!)
  • Plasmide: DNA Ringe, diese können zwischen Bakterien ausgetauscht werden, häufig sind Resistenzgene drauf
  • Zytoplasma: Ort der Stoffwechselvorgänge
  • Zelllmembran: Membran, die das Zytoplasma einhüllt
  • Zellwand: steife Struktur ausserhalt der Zellmembran, aus Murein (Zuckerart)
  • Kapsel: geleeartige Aussenhülle der Bakterien -> Kapsel kann von Makrophagen nicht phagozytiert werden -> virulenter -> auch Antibiotika kommen weniger gut durch Kapsel
  • Geisseln/Flagellen: Fortbewegungsmittel

Grampositive Bakterien

Staphylokollen, Streptokollen, Pneumokokken

können im Labor violett/blau gefärbt werden -> mehrschichtiges Murein hält die Farbe zurück.

Study