Anatomie
allgemein
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Hyperhidrose
- unphysiologisch starke Schweißbildung
Synovitis
- Entzündung der Gelenkschleimhaut (membrana synovialis) der Gelenkkapsel
Karpaltunnelsyndrom
- Nervus medianus wird unterhalb des Ligamentum carpi transverum abgedrückt
Krepitation
- hör- und fühlbares Knistergeräusch bei Reibung von Knochenfragmenten
- artikulär —> Gelenk
- tenosynovitisch —> Sehnenscheide
Tenosynovitis
- Entzündliche Veränderung der Sehnenscheide bei chronischer Überlastung
Einteilung in Funktionsklassen (Steinbrocker)
I ohne Einschränkung
II Trotz Schmerzen und Bewegungseinschränkungen zu normaler Aktivität fähig
III Erhebliche Schwierigkeiten, auf fremde Hilfe angewiesen (50-100% AU)
IV Vollständig von fremder Hilfe abhängig, 100% AU
Unterteilung in 4 Stadien der Deformität (Seyfried, Gruber)
I Korrektur aktiv durch Patient möglich
II Korrektur passiv möglich, kann aktiv gehalten werden
III Korrektur passiv möglich, aktiv nicht haltbar
IV Stellung der Deformität kontrakt (steif), nicht veränderbar
Therapiekonsequenzen Rheuma nach der Unterteilung in Stadien der Deformität und in Funktionsklassen
I Gelenkschutz, Funktionsübungen, Schienen sollen physiologische Bewegungsabläufe unterstützen und
pathologische Kräfte ausschalten
II Schienen und Hilfsmittel vermindern die noch passiv zu korrigierende Fehlstellung (eventuell neue
Schienen)
III können passive Maßnahmen eine Verschlechterung des Zustandes verhindern?
IV “, es kommen vermehrt substituierende (ersetzende) Hilfsmittel zum Einsatz
Ziele d. ET-Behandlung bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises
- Erreichen größtmöglicher Unabhängigkeit und Zufriedenheit in allen Lebensbereichen
- Vermeidung von Gelenk- und Sehnenscheidendestruktionen
- Beseitigen bzw Mindern von entzündungsbedingten Schmerzen, Schwellungen und Funktionseinschränkungen an Gelenken und Sehnenscheiden
- Entwicklung bzw Erhalt der Bewegungsfähigkeit und eines schmerzfreien Bewegungsablaufs
- Beseitigen bzw. Mindern der psychosozialen Folgen (unangenehm vor anderen: braucht oft Hilfe, Hände in Öffentlichkeit, Isolation durch Schmerzen)
- Unterstützen im Prozess „Annehmen der Krankheit“
Grundlagen d. ET-Behandlung bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises
- Gelenkschutz, Arbeitsmaterialien, Geräte, Techniken und Übungen anpassen
- Um Kontrakturen und Funktionsverlust zu vermeiden, wird die Therapie während eines Schubes unter Berücksichtigung der Schmerzgrenze fortgeführt
- Einzeltherapie, weil Individualität des Verlaufs; aber sinnvoll Kontakt zu Mitbetroffenen für Austausch aufzubauen
- lebenslange Durchführung: Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen
- soziales Umfeld (Familie, Freunde) = wichtigste Stütze des Patienten, aber zur Vermeidung eines Abhängigkeitsverhältnisses sollen Betroffene nur so viel Hilfe wie nötig erhalten
ET Befunderhebung bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises
- Schmerz, Schubsituation
- Greif und Muskelfunktion
- Gelenkbeweglichkeit
- Schwellungen
- Deformitäten
- Kraft, Ausdauer und Belastbarkeit
- Krankheitsverarbeitung
- Fähigkeiten Selbstversorgung, Beruf, Freizeit
- Medikamente, OP’s
Gelenkschutz allgemein bei Rheuma
- kraftsparender Einsatz des Körpersin einem Arbeitsablauf auf der Grundlage achsengerechter Gelenkbewegungen, um Gelenkfehlstellungen zu vermeiden oder hinauszuzögern
Zu viel Ruhe:
- geringe Beweglichkeit, wenig Kraft, Fehlstellungen, Unselbstständigkeit
Zu viel Belastung:
- Schmerzen, Ermüdungm Überlastung, vermehrte Entzündung, Fehlstellungen
==> Gleichgewicht zwischen Ruhe und Belastung finden, reduzierte Belastbarkeit akzeptieren
folgende Belastungen vermeiden/ gering halten:
- statische Belastungen (schreiben, häkeln, Buch halten, Tasche tragen,..)
- Belastung durch Druck (Abstützen der Hände beim Aufstehen, Schraubgläser öffnen,..)
- Belastung durch Schlag und Stoß (Hämmern, manuelle Schreibmaschine,…)
Gelenkschutz Schneiden-Essen-Trinken
Rheuma
- große Faustschlüsse = ungünstige Wirkung auf gesamte Hand, große Faust vermeiden, Kraftaufwand verringern
- Griffe von Besteckteilen, kleinen Messern, Schälmessern mit Moosgummischlauch überziehen, um den Griff dick und weich zu gestalten
- veränderte Handhaltung beim Essen: Zeigefinger in die Mittelgelenk-Überstreckung und die drei anderen Langfinger in die Ulnardevination drücken —> Achsengerecht
- Tassen, Gläser,… mit beiden Händen halten, um die Belastung auf möglichst viele Gelenke zu verteilen
- Küchenhelfer: Brotmaschine, Dosenöffner
- Öffnen von Flaschen oder Verpackungen —> Gummi Hut bei Flaschen mit Drehverschluss; bei Kippverschlüssen: Öffner mit langem Handgriff; Flasche auf einer rutschfesten Folie fixieren
- Schraubgläser nie ohne Hilfsmittel!!
Gelenkschutz bei Körperhygiene
Rheuma
- Auswringen von Waschlappen: Hände übereinandergehalten und Daumen zeigt nach oben —> d.h. in Nullstellung des Handgelenkes, den Lappen relativ nah an den Körper nehmen und durch schwungvolles Strecken der Ellenbogen auswringen
- Kämmen: keine Hilfsmittel, da Bewegung erhalten werden soll —> erkrankten Arm mit der anderen Hand abstützen und nach oben führen
- Ausdrücken einer Zahnpastatube: Tube am Waschbeckenrand ablegen und mit allem Fingern drauf drücken
- Zahnbürste, Nagelfeile und Rasiermesser mit Moosgummi überziehen
- Schneiden von Zehen und Fingernägeln —> Rheumaschere
- Waschen und Duschen auf Duschhocker um untere Extremität zu entlasten
- beim Baden: Badewannenlift zum Ein- und Aussteigen, Haltegriffe und Gleitschutz in der Badewanne zur Sicherheit
- Toilette: Hinsetzen und Aufstehen durch WC-Aufsatz vereinfachen + zusätzliche Haltegriffe
Gelenkschutz bei sonstigen Alltagsverrichtungen
Rheuma
- Tragen von Taschen —> am Ellenbogen einhängen statt Hand, überkreuztes Tragen über der Schulter
- Heben und Tragen von Gegenständen immer körpernah und mit beiden Händen
- Aufschütteln von Kissen, Decken und Kleidungsstücken: Handgelenke steif halten
- Im Sitzen eine Buchstütze verwenden, Buch nicht in Händen halten (oder verstellbaren Lesetisch im Liegen benutzen)
- Beim Schreiben: Verwendung eines Schreib-Dreiecks oder Moosgummi
- Stricken —> Häkeln oder Sticken, da Haltegriff mit Moosgummi verdickt werden kann und dynamischer ist (kein kraftvoller Spitzgrill erforderlich)
- beim Anziehen: Knöpfhilfe zum Öffnen und Schließen von Knöpfen und Schlüsselring an Reißverschluss anbringen zur Erleichterung
Gelenkschutz beim Liegen
Rheuma
- Unterstützung der HWS durch anatomisch geformtes Schaumstoffkissen
- leichte Abduktionsstellung der Schultern in Rückenlage
- Leichte Flexionsstellung der Ellenbogengelenke
- Handgelenke in Nullstellung, Fingergelenke in leichter Flexion
- Extension von Hüfte und Kniegelenken
- Aufstehen aus dem Bett über die Seite —> möglichst nah an Bettkante, Beine aus dem Bett strecken und gleichzeitig aufsetzen (möglichst ohne die Hände zu belasten)
Gelenkschutz beim Sitzen
Rheuma
- Oberschenkel und Oberkörper sollten sich in einem Winkel von 100-110° befinden
- auf Keilkissen setzen für physiologische Aufrichtung der Wirbelsäule
- beim Sitzen den Kopf nicht mit den Händen abstützen
Gelenkschutz beim Aufstehen
Rheuma
- Gewichtsverlagerung: einen Fuß etwas zurücksetzen, den anderen etwas vor, Gewicht des Oberkörpers so weit wie möglich nach vorne verlagern und nach vorn aufrichten; Hände nur zum leichten Abstützen auf den Knien
Schienenversorgung bei Rheuma
konservative Schienenversorgung:
- Reduktion von Schmerzen durch Ruhigstellung entzündeter Gelenke
- Stabilisierung von bandgeführten Gelenken
- Vermeidung eines Fortschreitens von Fehlstellungen
- Dehnung von Kontrakturen
Postoperative Schienenversorgung
- Verhinderung unerwünschter Bewegungen durch Stabilistation und Fixierung
- Schutz der Sehnen vor Überdehnung oder Ruptur der Naht
- Training eines oder mehrerer Gelenke unter Korrektur der Bewegungsachse
- Dehnung von Kontrakturen
Mobilisation der Hand- und Fingergelenke bei Rheuma
- Zur Schmerzlinderung
- Kapseldehnung
- generellen Mobilisation
- wie beweglich ist ein Gelenk? Schmerzen bei Verkürzungen (Dehnungsschmerzen) oder lokaler Schmerz im Gelenk (—> Vorsicht, Gicht)?, wie sehen die Strukturen aus?
- Traktion: immer ab Handgelenk. dann Finger (Proximal—> distal), dehnt vorher schon den Muskel
- passiv daran arbeiten um Bewegungsausmaß zu vergrößern
- Spiele zur Mobilisation: Memory (Pro- und Supination)
Was ist Degeneration?
= funktionelle und/ oder morphologische (die Gestalt betreffende) Veränderungen einer Zelle, eines Gewebes oder eines Gesamtorganismus, die im Vergleich zur vollen physiologischen Leistungsfähigkeit eine Verschlechterung darstellen
==> Erkrankungen oder Zeichen der Alterung
Was sind Bradytrophe Gewebe?
bradytroph = mit langsamen Stoffwechsel
—> werden durch Diffusion ernährt und weisen
nur wenige oder keine Kapillaren (= Verästelungen der Blutgefäße) auf
= Bänder, Knorpel, Menisken, Sehnen
Definition von Arthrose?
Degenerative Gelenkerkrankung, die im Gegensatz zur Arthritis primär nicht entzündlich ist. Klinische Symptome entstehen erst, wenn zu den morphologischen Veränderungen von Knorpel und Knochen eine Synovitis (= Entzündung der Gelenkkapsel) hinzukommt. Abnutzung bradytr. Gew.
—> entsteht durch langjährige Überlastung und zeichnet sich durch eine progrediente (fortschreitende) Veränderung der Knorpel- und Knochenstruktur aus, die zur Gelenkdeformierung führen kann. Verläuft wellenförmig.
Welche Arten der Arthrose gibt es?
- Coxarthrose (Hüftgelenk)
- Gonarthrose (Kniegelenk)
- Spondylarthrose (Wirbelgelenk)
- Herberden Polyarthrose (DIP)
- Bouchard Arthrose (PIP)
- Rhizarthrose (MCP)
- Radiocarpalarthrose (Handgelenk/ CMC)
- Iliosakralgelenksarthrose (Kreuz-Darmbeingelenk)
- Omarthrose (Schultergelenk)
Pathogenese der Arthrose?
—> Knorpelüberbelastung
—> Knorpelabnutzung, Gelenkspaltverschmälerung
—> entzündliche Veränderungen
—> Sklerosierung (Strukturverdichtung)
—> Osteophyten (Knochenneubildungen)
—> Inkongruenz (Nichtübereinstimmung), Subluxation (Teilverrenkung), Deformität (Fehlbildung), Luxation
(Verrenkung)
—> Bewegungseinschränkung und Fehlbelastung
—> Geröllzysten (Beschädigungen bis in Markraum)
—> Ankylosierung (Versteifung des Gelenks)
Symptome der Arthrose?
- belastungsabhängige Schmerzen, reflektorische Muskelverspannungen
- Anlaufschmerz nach langer Ruhe
- eingeschränkte Gelenkfunktion
- bewegungsabhängige Schmerzen, zunehmende Muskelverspannungen, Muskelverhärtungen mit dem
Endstadium Kontrakturen
- Ruheschmerz, Entzündung der gelenkumgebenden Weichteile
Wo ist der Unterschied zwischen der primären und der sekundären Arthrose?
Wer erkrankt am häufigsten?
häufigste Erkrankung des Bewegungsapparates (ab 30 J. = 50%, ü60 J. = 80%; w>m)
Primäre Arthrose:
ohne ersichtlichen Auslöser, keine Grundkrankheit. Risikofaktoren: Geschlecht, zunehmendes Alter, Übergewicht, Arbeit/ Hobby
Sekundäre Arthrose:
Bei Vorschädigungen. Angeborene oder erworbene Gelenkfehlstellung (wenn Arthrose bei jungen Leuten), frühere operative Eingriffe
Prophylaxe für die Arthrose?
- Hemmung entzündlicher Veränderungen
- Schmerzlinderung
- Förderung der Durchblutung
- Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit
- Verhinderung von Kontrakturen
Therapiemöglichkeiten bei Arthrose?
- Ausschaltung von Faktoren, die den artbritischen Prozess verschlimmern (Gewichtsabnahme, Reduktion v.
körperl. Belastung und längeren körperl. Anstrengungen)
- mäßige, aber regelmäßige Bewegung mit geringer Belastung (wandern)
- Behandlung mit Schmerz- und entzündungshemmenden Mitteln (zB. NSAR)
- Ergo und Physio
- orth. Hilfsmittel: Handstock, Schienen
- Operativ: Arthrodese (Gelenkversteifung), Korrektur von Fehlstellungen, Endoprothese (Implantate)
Was ist die Coxarthrose?
= degenerative, langsam fortschreitende, primär nicht entzündliche Gelenkerkrankung eines oder beider
Hüftgelenke
Prävalenz: 50 % sekundäre (zw. 30-50 J.) / 50 % primäre Arthrose (zw. 50-60 J.)
Präarthrosen zB: Prostrusio acetabulli, coxa valga, Oberschenkelfraktur, M. Perthes, Epiphyseolysen, Dysplasien)
Was ist die Gonarthrose?
= degenerative, langsam fortschreitende, primär nicht entzündliche Gelenkerkrankung des Kniegelenks
Prävalenz: ü60 J. zw. 30-60 %/ meistens sekundäre, wenig primäre Arthrosen
durch Achsenfehler, Gelenkschäden nach Fraktur, Meniskusschäden, Genu varum
Was ist eine Dysplasie?
= sichtbare Missbildung oder Fehlbildung eines Organismus, Körperteils, Organs oder Gewebes
Was ist die Definition von Morbus Perthes?
- im Kindesalter auftretende aseptische Knochennekrose (Sammelbegriff für den Tod der Zellen von Knochen)
des Caput femoris (Oberschenkelknochens)
- Prävalenz: Junge 4:1 Mädchen, zw. 4-9 J.
- meistens einseitig, doppelseitige Erkrankung 20 % der Betroffenen
- Schmerzen in Hüfte + Knie, Betroffene hinken und ermüden schnell beim Gehen
Wie lautet die Kurzdefinition von einer Epiphyseolysis capitis femoris?
= Lageänderung des Oberschenkelknochens
Symptome: Schmerzen im Knie und Vorderseite des Oberschenkels, Schmerzen in der Leiste
Wie lautet die Kurzdefinition von Protrusio acetabuli?
= Verwölbung von Hüftpfanne und -kopf in das kleine Becken
auch: Otto-Chrobak-Becken
Was ist eine Coxa valga?
Achsenfehlstellung des Oberschenkelhalses
Was ist ein genu varum?
Ober- und Unterschenkel medialer Winkel am Knie ist kleiner als normal —> O-Knie
Was bedeutet pes varum?
Abknickung des Fußes im Sprunggelenk nach innen
Was ist die Epidemiologie?
Verbreitung von übertragbaren sowie nicht übertragbaren Krankheiten und ihren Folgen in der Bevölkerung.
Statistische Methoden, Demographie (Entwicklung der Bevölkerung) und klinische Medizin werden zusammengeführt
—> Morbidität, Mortalität, Letalität
Was sagt die Mobilität aus?
Anzahl der Personen, die an einer Krankheit erkrankt sind, bezogen auf 100.000 Einwohner in einem bestimmten Zeitraum (zB. pro Jahr).
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Lernkarten
Mobilisation der Hand- und Fingergelenke bei Rheuma
- Zur Schmerzlinderung
- Kapseldehnung
- generellen Mobilisation
- wie beweglich ist ein Gelenk? Schmerzen bei Verkürzungen (Dehnungsschmerzen) oder lokaler Schmerz im Gelenk (—> Vorsicht, Gicht)?, wie sehen die Strukturen aus?
- Traktion: immer ab Handgelenk. dann Finger (Proximal—> distal), dehnt vorher schon den Muskel
- passiv daran arbeiten um Bewegungsausmaß zu vergrößern
- Spiele zur Mobilisation: Memory (Pro- und Supination)