Anatomie Innere Klausur 18.01.16
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2. Welche Risikofaktoren gibt es? Nennen Sie fünf.
zunehmendes Alter
Immobilisation
Operationen
schwere Verletzungen
Übergewicht
Schwangerschaft
Zufuhr weiblicher Hormone (hormonelle Verhütung, Hormonersatztherapie)
Krebserkrankungen
Herzleiden z.B. Herzinsuffizienz
bereits früher erlittene Venenthrombose oder Lungenembolie
Um welche Art des Embolus handelt es sich meist und woher kommt er?
Thrombus , der sich bei einer TVT (= Tiefen Venenthrombose) gelöst hat, meist
aus den tiefen Beinvenen
1. Was versteht man unter einer Lungenembolie?
= Gefäßverschluss einer Lungenarterie durch einen Embolus
Bei welcher Personengruppe sollte Prävention beginnen und warum?
Bei Kindern und dabei die Eltern und das Umfeld einbeziehen!!(von 0-99 Jahren)
Weil Kinder ihr Leben noch vor sich haben und eine nicht behandelte Adipositas die Lebenserwartung durch Auftreten von lebensgefährlichen Folgeerkrankungen stark senkt
und dadurch auch die Lebensqualität stark beeinträchtigt ist.
11. Erläutern Sie anhand der Adipositas primäre, sekundäre und tertiäre Präventionen.
Nennen Sie dabei konkrete Beispiele.
primär:
alle Menschen sollten sich viel bewegen und gesund Ernährung, damit es nicht entsteht
--> Aufklärung und Anreize schaffen, schon in Schulen und Kindergärten aber auch in Betrieben
sekundär: Menschen mit hohem Risiko(z.B. Kinder übergewichtiger Eltern) gezielt motivieren,
z.B. bei Untersuchungen durch Kinderarzt, Eltern eingehend aufklären, Kind anregen Sport im Verein zu machenà positives Umfeld
tertiär: der Patient war/ ist adipös , ein Rückfall ist möglich
--> weiterhin motivieren, für erreichte Ziele loben
--> regelmäßige Untersuchungen und ggf. Therapie von Folgeerkrankungen
Wie würden Sie das Therapieziel formulieren?
sich der Situation bewusst werden
Ablenkungsmöglichkeiten finden z.B. Nähen vor dem TV, keine Chips
kleine Etappen schaffen anhand eines Plans
z.B. heute auf Lebensmittel X verzichten, heute die Treppe nehmen
10. Welchen Betrag könnte die Ergotherapie zum Erreichen eines zufriedenstellenden
Therapiezieles leisten?
Motivation zur Veränderung von Gewohnheiten:
- Spaß am gesunden Kochen und Bewegung vermitteln
- mehr Bewegung in den Alltag einbauen
- bewusste Ernährung zu bestimmten Zeitenà Tages- und Essenspläne erarbeiten
9. Warum ist aus Ihrer Sicht die Therapie der Adipositas langfristig so schwierig?
YoYo- Effekt nach kurzeitigen Diäten
man ändert nicht die Lebenseinstellung
kann nur mit Bewegung und Veränderung der Gewohnheiten funktionieren
Frustrationsphase zu überwinden ist sehr schwierig
7. Welche grundsätzlichen Therapieoptionen gibt es und für welche Patienten sind sie empfohlen?
alle Menschen mit Übergewicht /Adipositas:
Essverhalten nachhaltig = dauerhaft verändern
Bewegungsverhalten nachhaltig verändern
Verhaltensänderung : Selbstbeobachtung , Stressbewältigung (ohne Essen)
einbeziehen der Partner, Familie und des Umfeldes
Patienten mit Essstörungen oder bei sonst erfolglosen Therapieversuchen bei Adipositas zusätzlich:
Psychotherapie
Selbsthilfegruppe
Patienten mit BMI >30 oder Begleiterkrankungen bei sonst erfolglosen Therapieversuchen zusätzlich:
Medikamentös
Patienten mit BMI >40 oder Begleiterkrankungen bei sonst erfolglosen Therapieversuchen zusätzlich:
OP z.B. Magenband, Schlauchmagen, Magenbypass
4. Welche Folgeschäden/Erkrankungen können sich entwickeln?
Arthrose und andere orthopädische Erkrankungen
Bluthochdruck
Koronare Herzkrankheit (KHK), (am gefährlichsten)
Typ 2 Diabetes
Krebserkrankung, z. B. Brust,- Gebärmutter- und Eierstockkrebs, Darm- und Prostatakrebs
Psychosoziales Leiden ( Depressionen, Ängste, niedriger Selbstwert)
Weitere Folgeerkrankungen :
Stoffwechselstörungen, z.B. Hyperlipidämie, Hyperurikämie à Gicht
Gallensteine
Schlaganfall, Demenz
Störung der Potenz, Unfruchtbarkeit
3. Welche Symptome haben Personen mit Adipositas?
Optisch/Aussehen
Kurzatmigkeit
Starkes schwitzen
Fehlende Ausdauer, schnelles Ermüden
Allgemein eingeschränkte Beweglichkeit
Wer hat langfristig die meisten gesundheitlichen Risiken?
Risikogruppe: Kinder
Warum werden immer mehr Menschen übergewichtig?
falscher Lebensstil zu viel Kohlenhydrate in den Lebensmittel, zu wenig Bewegung.
1. Wie definiert die WHO Adipositas, wie wird sie eingeteilt?
WHO Definition: bei einem Body-Mass-Index von über 30 (kg/m²) wird von einer Fettleibigkeit = Adipositas gesprochen.
Untergewicht = BMI unter 18.5
Normalgewicht = BMI zwischen 18.5 und 24.9
Übergewicht = BMI zwischen 25 und 29.9
Adipositas Grad 1 = BMI ab 30
Adipositas Grad 2 = BMI ab 35
Adipositas Grad 3 = BMI ab 40
Warum bleibt nach überstandenem Herzinfarkt häufig eine Herzinsuffizienz zurück?
Durch den Herzinfarkt stirbt Herzmuskelgewebe ab (Nekrose), dies führt zu einer verminderten Pumpkraft des Herzens und somit zur Herzinsuffizienz.
Was ist die häufigste Ursache für einen Herzinfarkt?
- Verschluß einer Koronararterie bei Arteriosklerose der Herzkranzgefäße
- = KHK (Koronare Herzkrankheit)
Was ist ein Infarkt? (Definition)
Gewebsuntergang (Nekrose) aufgrund einer Durchblutungsstörung (Ischämie), die zu Hypoxie/Sauerstoffmangel führt.
= Ein Infarkt ist eine ischämische Nekrose.
5. Welche generellen Therapieempfehlungen gibt es?
(bzgl. Lebensführung, Medikamente sowohl allgemein, als auch beim akuten Gichtanfall)
Im asymptomatischen Stadium:
purinarme Kost zu sich nehmen (kein Kaffee, wenig und dann nur helles Fleisch essen)
normales Gewicht anstreben
(aber keine Blitzdiäten, diese können nämlich einen Gichtanfall auslösen!)
viel trinken, mindestens 1, 5 Liter pro Tag (keinen Alkohol àerhöht Harnsäure!)
Beim akuten Gichtanfall:
Gabe von Schmerzmitteln (NSAR) ggf. Colchizin
Ruhigstellung und Kühlung des betroffenen Gelenkes
Bei Gicht zusätzlich zu den Allgemeinmaßnahmen:
Gabe von Urikostatika (Medikamente, die die Harnsäurebildung hemmen)
z.B. Allopuriol (nicht beim akuten Gichtanfall, da es Symptome verschlimmert!)
ggf. Gabe von Urikosurika (Medikamente, die die Harnsäureausscheidung fördern)
Welche Probleme können bei chron. Gicht entstehen?
irreversible Gelenkdestruktion
Nierenschäden (Uratnephropathie)bis Niereninsuffizienz
4. Wie und wo zeigt sich ein akuter Gichtanfall?
zu 60% im Großzehengrundgelenk (Podagra). Der Patient hat alle klassischen Entzündungszeichen und leitet unter starken Schmerzen.
Bei welchen vier weiteren Umständen kann es zu krankhaft erhöhten Werten kommen?
Chemo-/Strahlentherapie bei Leukämie
chronischen Nierenerkrankungen
hoher Alkoholspiegel
manche Arzneimittel
Azidosen (Übersäuerung des Blutes) durch Diabetes mellitus
Fasten
nach Extremsport
3. Was ist die häufigste Ursache für erhöhte Harnsäurespiegel?
Meistens genetisch bedingt und verläuft chronisch.
manifestiert sich bei purinreicher Ernährung (Fleisch, Linsen und Innereien).
2. Wer ist hauptsächlich davon betroffen?
Welches Syndrom haben viele dieser Patienten?
.
Hauptsächlich sind Männer von der Gicht betroffen. Frauen sind durch das Östrogen davor geschützt.
Viele der Patienten haben das metabolische Syndrom, dass sich aus folgenden Erkrankungen zusammensetzt: Adipositas, Hypertonie, Hyperlipidämie, Diabetes mellitus.
1. Was versteht man unter Hyperurikämie und was ist Gicht?
Hyperurikämie = eine Purinstoffwechselstörung mit Erhöhung des Harnsäurespiegels im Blut.
Gicht = Ablagerung von Harnsäurekristallen (Urate) mit Entzündungsreaktionen in den Gelenken oder in der Niere.
Welche Interventionellen (OP) Therapiemethoden in Stadium 3 und 4 gibt es?
Welche Therapie ist die Ultima Ratio im Stadium 4?
minimal- Invasiv: Thrombendarteriektomie, Angioplastie
operativ: Bypass-Operation, Interponate (Ersatz von Gefäßabschnitten), Sympathektomie
Amputationen
Warum wird ab Stadium 2 die Einnahme eines Thrombozytenaggregationshemmers
empfohlen? pAVK
Diese Medikamente verhindern das Zusammenballen von Blutplättchen (Thrombozyten). So
verbessern sie die Fließeigenschaften des Blutes und erleichtern es dem Blut, durch die verengten
Gefäße zu gelangen und Vermindern die Gefahr von Gefäßverschluss durch Thromben.
6. Welche Therapie ist im Stadium 1 und 2 der pAVK am wichtigsten?
Ergotherapie (Gehtraining) Ziel: die Gehstrecke zu verbessern durch Bildung von Umgehungskreisläufen und damit die Beschwerden des Patienten zu vermindern
Welche erweiterten diagnostischen Verfahren gibt es? 3 Untersuchungen. pAVK
• Ultraschall-Doppler Methode
• Duplex-Sonographie
• Angiographie
5. Wie kann man ohne technische Geräte eine pAVK erkennen? 4 Symptome
- Schmerzen in Ruhe oder nach nur sehr kurzer Belastung (wenige Meter) àGehstreckentest
- Kein arterieller Puls tastbar unterhalb der Stenose
- Blässe der Extremität
- Kühlere Hauttemperatur im Vergleich zur gegenüberliegenden Körperseite
- weniger oder fehlende Behaarung der betroffenen Extremität
4. Nennen Sie die Stadieneinteilung der pAVK nach Fontain-Ratschow.
Stadium 1: Symptomfrei, meist klinischer Zufallsbefund (z.B. fehlende periphere Pulse)
Stadium 2: Claudicatio intermittens (Schmerzen unter Belastung)
2a beschwerdefreie Gehstrecke > 200m
2b beschwerdefreie Gehstrecke < 200m
Stadium 3: Ruheschmerz
Stadium 4: Trophische Störungen (Nekrosen, Ulzera, Gangrän)
Was ist das Leitsymptom der pAVK?
Schmerzen bei Belastung der minderversorgten Extremität:
ein kribbelnder, ziehender oder stechender Schmerz mit zeitweisem Hinken, zwingt zum Stehenbleiben = Schaufensterkrankheit.
Dieser entsteht durch die Ischämie der Wadenmuskulatur, Symptombesserung nach kurzer Gehpause à Sauerstoffdefizit wird ausgeglichen und der Schmerz lässt nach, ein Weitergehen ist wieder möglich
In welchen Körperregionen tritt sie meistens auf? pAVK
Meistens tritt diese Erkrankung in den Beinen auf, sehr selten in den Armen.
Welche Personen sind davon betroffen? pAVK
Betroffen sind meist ältere Menschen, mehr Männer als Frauen mit den Hauptrisikofaktoren für eine Arteriosklerose:
• Rauchen
• Diabetes mellitus („Zuckerkrankheit“)
• Bluthochdruck (Arterielle Hypertonie)
• Erhöhte Blutfettwerte (vor allem erhöhte Cholesterinwerte / LDL-Werte)
2. Was ist die Hauptursache für eine pAVK?
Die Ursache einer PAVK ist in den allermeisten Fällen eine Arteriosklerose („Gefäßverkalkung“)
1. Was versteht man unter dem Begriff pAVK?
unter welchen drei anderen Begriffen ist diese Erkrankung in der Bevölkerung bekannt?
Die Abkürzung pAVK steht für die "periphere arterielle Verschlusskrankheit",
Durchblutungsstörungen der Extremitäten (der Beinarterien) durch Arterisklorse
auch "Schaufensterkrankheit", „Claudicatio intermittens“ oder „Raucherbein“ genannt.
Welche Veränderungen an den Gefässwänden treten dabei auf? (Pathophysiologie)
Plaques und Thromben
- Bildung von Plaques (Ablagerungen) zwischen Intima und Media der Arterien
- Arteriendurchmesser wird enger à Minderdurchblutung mit evtl. Gewebeschädigung
- bei hohem Druck reißt Intima über dem Plaque auf (wie ein Pickel)
- Thrombozyten lagern sich an à Thrombozytenpfropf entsteht
- Blutgerinnsel verstopft Arterien à Durchblutung stoppt à Infarkt
4. Welche Erkrankungen (Komplikationen) sind typische Folgen einer Arteriosklerose?
- Gefäßverschluss und Infarkt
- koronare Herzerkrankung = KHK bis zum Herzinfarkt
- Schlaganfall = Apoplex
- Arteriosklerotisches Aneurysma, Aortendissektion
- akute oder chronische arterielle Verschlüsse (v.a. Bauch-, Nieren- und Darmarterien)
- pAVK = periphere arterielle Verschlusskrankheit (in Becken- und Beinarterien)
Zusatz: Behandlungsmöglichkeit:
Stent zur Aufdehnung des Lumens
!2. Welche Risikofaktoren der Arteriosklerose kann man beeinflussen, welche nicht?!
beeinflussbar
- Rauchen
- Hoher Cholesterinspiegel
- Hypertonie
- Bewegungsmangel
- Übergewicht
- Diabetes mellitus
- Stress
- Gerinnungsstörungen
nicht beeinflussbar
- Alter
- Geschlecht (männlich)
- Familiäre Vorgeschichte
- Genetik
- Welches sind die Hauptursachen, die zur Arteriosklerose führen können?
- Fettstoffwechselstörungen
- Rauchen
- Hypertonie
- Bewegungsmangel
- Übergewicht
- Diabetes mellitus
- Stress
- Alter
- männliches Geschlecht
- familiäre Vorgeschichte
- Genetik
- bakterielle Infektionen