Altprotokolle - Proteine

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Altprotokolle - Proteine


N. K.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Herstellung, Indikation und Wirkmechanismen von verschiedenen Proteinen und Antikörpern, die in der medizinischen Behandlung eingesetzt werden. Sie decken Themen wie die Produktion von Antikörpern, deren Anwendung bei Patienten und die Kombination mit anderen Therapien ab. Besonders nützlich sind sie für Studierende und Fachleute in der Biologie, die sich mit der Entwicklung und Anwendung von Proteinen in der Therapie vertraut machen möchten.
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Langue
Allemand
Catégorie
Biologie
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
12.07.2016 / 02.11.2019

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Vedolizumab

Indikation: mittelschwere bis schwere Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa, wenn konventionelle TNFalpha-Blocker nicht wirken oder nicht vertragen werden

WM: blockiert Adhäsionsmolekül α4ß7-Integrin auf der Oberfläche von aktivierten Lymphozyten  -> verhindert die Anheftung an die MAdCAM-Rezeptoren -> können nicht ins entzündete Gewebe einwandern 

relativ darmspezifisch, da diese MAdCAM hauptsächlich nur im Darm zu finden sind

Gegenüber α4β1-Integrin, das an das vaskuläre Zelladhäsionsmolekül-1 (VCAM-1) bindet, zeigt Vedolizumab keine Wirkung. Dadurch wird die von VCAM-1 Lymphozyten-vermittelte Immunantwort nicht beeinträchtigt.

HWZ: 25 Tage

passiert BHS nicht

laut IQWiG kein Zusatznutzen gegenüber TNF-alpha Blocker, weil es keine vergleichenden Studien gibt

Herstellung: CHO Zellen, humanisiert

Twinrix

  • Hepatitis A Adsorbat Impfstoff (720 ELISA-E pro Milliliter)
  • Hepatitis B Impfstoff, rekombiniert, monovalent (0.02 mg pro Milliliter)
  • Adjuvantien: Aluminiumsalze, Neomycin
  • >16 J.
  • Hepatitis A ist eine Infektionskrankheit, die die Leber betrifft. Die Krankheit wird durch das Hepatitis-A-Virus verursacht. Das Hepatitis-A-Virus kann von Person zu Person durch Nahrungsmittel und Getränke übertragen werden, oder durch Baden in durch Abwässer verunreinigten Gewässern. Erste Anzeichen einer Hepatitis A treten 3 bis 6 Wochen nach Kontakt mit dem Virus auf. Diese äußern sich in Übelkeit (Unwohlsein), Fieber und Schmerzen. Einige Tage später können sich das Augenweiß und die Haut gelb färben (Gelbsucht). Schwere und Art der Krankheitserscheinungen können unterschiedlich ausgeprägt sein. Kleinkinder entwickeln nicht immer eine Gelbsucht. Die meisten erholen sich vollständig, jedoch ist die Erkrankung meist so schwer, dass die Betroffenen für etwa 1 Monat krank sind.
  • Hepatitis B:Hepatitis B wird durch das Hepatitis-B-Virus verursacht. Es bewirkt eine Schwellung (Entzündung) der Leber. Das Virus tritt in Körperflüssigkeiten wie Blut, Samen, Scheidensekreten oder Speichel (Spucke) infizierter Personen auf.

Nivolumab

IgG4-Antikörper

Indikation: maligne Tumore -> Malignes Melanom: Entstanden durch Entartung von epthelialen Zellen bzw. Melanozyten,  Induktion durch UV-Licht, BRAF-Protein ist wichtiger Bestandteil des RAS-RAF-MEK-ERK-(MAPK)-Signalweges, reguliert normales Wachstum und Überleben der Zellen

WM: Checkpoint-Inhibitor -> wirkt nur, wenn durch T-Zellen eine Immunantwort auf den Tumor vorhanden ist, welches verstärkt werden kann

Bindung an PD-1-Rezeptoren (Programmed Death Receptor) auf aktivierten T-Zellen -> Blockade Interaktion zwischen Rezeptor und Liganden PD-L1 oder PD-L2 -> Inhibition sorgt für T-Zell-Aktivitätssteigerung Tumorumgebung
 PD-L1 / PD-L2: exprimiert von Antigen-präsentierenden Zellen oder Tumoren  ->Binden der Liganden hemmt Zell-Proliferation->keine Zytokinausschüttung->keine Immunantwort -> diese Kaskade wird durch Nivolumab verhindert

PDL1 wird auf allen Zellen exprimiert=> bei Tumor Zellen überexprimiert (nur bei einigen Patienten), da gut T Zellen abwehr

Herstellung:

Studie: nur gegen Dacarbazin getestet, obwohl Ipilimumab + Dacarbazin mittlerweile STandard ist

Aflibercept

Fusionsprotein aus extrazellulären Fragmenten des humanen VEGF-Rezeptors Typ 1und2 und Fc-Fragment des humanen IgG1,Produziert in CHO-Zellen
Löslicher Rezeptor (Rezeptorfalle),fängt freien VEGF ab, Blockiert VEGF-A,VEGF-B, PIGF
Anwendung: DMÖ, AMD, Retinaler Venenverschluss, Kolorektalkarzinom

Talimogen Laherparepvec (TVec)

Wirkungsweise: Tumorlyse + Immuninduktion
- modifizierter Herpes-Simplex-Virus (onkolytischer Virus, DNA Virus, eine Art Gentherapie) vom Typ 1 zwei Gene entfernt: ICP34.5 und ICP47
Funktion ICP34.5: Inhibition der Proteinkinase R in virusinfizierten Zellen -> kann also nur bei Tumoren, wo keine Proteinkinase R exprimiert wird eingesetzt werden

Funktion ICP47: Reduktion der Expression von MHC-I-Molekülen zur Verminderung der viralen Pathogenität und Verstärkung der tumorselektiven Replikation
zusätzlich Einbau der codierenden Sequenz für den Granulozyten-MakrophagenKolonie-stimulierenden Faktor (GM-CSF)
führt zur Aktivierung von antigenpräsentierenden Zellen mit nachfolgender Induktion einer tumorspezifischen T-Zell-Antwort des Immunsystems

Mepolizumab

 

Indikation: schweres eosinophiles Asthma (bei Asthma sind Eosinophile im Blut erhöht, aber nicht im Gewebe, Grund ist unbekannt)

T-Zellen werden zur Zytokin-Produktion (v.a. IL-5 und IL-13) angeregt -> IL-5 fördert den Einstrom von eosinophilen Granulozyten in die Lunge -> Zerstörung von Lungengewebe -> chronische Entzündung • meist erst im Erwachsenenalter, mit häufigen Exazerbationen

WM: bindet mit hoher Affinität und Spezifität an IL-5 und verhindert so dessen Bindung an den Rezeptorkomplex auf der Zelloberfläche von Eosinophilen =>Hemmung der IL-5-Signaltransduktion, vermindertes Überleben der Eosinophilen => Reduzierung der Asthmaanfälle

Herstellung: humanisierter monoklonaler Antikörper (IgG1), hergestellt in CHO-Zellen

Sebelipase alfa

orphan drug

Indikation: 

LAL-d (Lysosomal Acid Lipas Deficiency) = Morbus Wolman

• genetisch bedingte, chronische lysosomale Speicherkrankheit, autosomal-rezessiv

• kann zu mehrfachen Organschädigungen und frühzeitigem Tode führen

• extrem seltene Krankheit (von der weniger als 20 Patienten je Million Menschen der Allgemeinbevölkerung betroffen)
• durch genetische Mutationen auf LIPA-Gen für saure Lipase verursacht =>Verlust der LAL-Enzymaktivität in Lysosomen
=> Anreicherung der Cholesterinester in Lysosomen,

Therapie:

• symptomat. durch Gabe von HMG-Co-Reduktasehemmer, Inhibitoren der Cholesterin- und Apolipoprotein-B-Synthese
• hämatopoetische Stammzelltransplantation, Lebertransplantationen

• Enzymersatztherapie: Sebelipase Alfa

WM: Substitution der Lipase

Herstellung: wird aus dem Eiklar von Kammhühnern gewonnen, billiger als Säugetierzellkulturen, WS muss in Lysosom, weshalb dieses Expressionssystem verwendet wird, da Mannose(N-Glykane) endständig bleibt und nicht komplexe Zuckerketten

Gentherapie: ADA-Gen

Kinder leben lebenslang in Bubble in Klinik, in sterilem Zimmer, nach Gentherapie können die Zuhause leben

transduzierte Zellen sind Arzneimittel! nicht der Vektor!

Adenosin-Desaminase-Defizienz
Krankheitsbild seltene Krankheit (1:200.000-1:1.000.000), autosomal-rezessiv vererbt
- Adenosin-Desaminase (ADA) Desaminiert Adenosin zu Inosin bzw. Desoxyadenosin zu Desoxyinosin (Purin Salvage Pathway), bei Kindern hauptsächlich im Thymus
- Bei gestörter Funktion (Mutationen im ADA-Gen) → Gestörte Lymphozytenproliferation (durch Anreicherung von Desoxyadenosin)=> Lymphopenie, SCID (severe combined immunodeficiency) =>Entwicklungsstörungen, Leber-, Knochen- und Nervenschäden => lebensbedrohliche opportunistische Infektionen, oft früher Tod


Therapiemöglichkeiten
1. Knochenmarkspende von HLA-identischem Spender (steht nur für kleinen Anteil d. Patienten zur Verfügung
überleben s Wahrscheinlichkeit >80% NSG 6,5 Jahren)

2. Enzymersatztherapie mit pegyliertem Rinder-ADA (PEG-ADA; Orphan Drug: Adagen®, i.m. 1x wöchentlich, 78% überleben bis 20. Lebensjahr)

3. Gentherapie mit autologen hämatopoetischen Stammzellen, die durch retroviralen Vektor mit humanem ADA-Gen transfektiert wurden (Orphan Drug)
- Unterbrechung vorheriger PEG-ADA-Therapie

- Knochenmarksentnahme und Aufreinigung der CD34-Zellen (hämatopoetische Stammzellen)

- Transduktion der Zellen mit humanem ADA-Gen

- Nonmyeloablative Therapie der Patienten mit Busulfan i.v. Infusion der transduzierten Zellen -> 80% brauchten keine PEG ADA Therapie mehr

Evoluzumab

Indikation: Hyperlipoproteinämie

Störung des Lipidstoffwechsels → Vermehrung einer oder mehreren Lipidproteinfraktionen, Unterscheidung nach der Ursache: - primäre und sekundäre Hyperlipoproteinämie → hoher Risikofaktor für Arteriosklerose -> Besondere Bedeutung von LDL (Kann in die Gefäßwand einwandern und dort oxidiert werden), Ox-LDL wird von Makrophagen phagozytiert → Umwandlung in Schaumzellen  → Kern für arteriosklerotische Ablagerungen an der Gefäßwand (Plaque)

Therapieoptionen der Studie:
Diät

Atorvastatin (Inhibitor der HMG-CoA-Reduktase) -> pleiotrope Effekte,  "CSE Hemmer" sagen Ärzte für Cholesterinspiegel Synthese-Hemmer, ist quatsch, da Isoprensynthesehemmer, weshalb ubichinon Synthese negativ beeinflusst wird

Ezetimib (Inhibitor der Cholesterolabsorption)

Evolocumab (IgG2-Antiköper gegen die Serinprotease PCSK9)

WM: bindet an Protein und bewirkt Hemmung des Abbaus der LDL Rezeptoren -> PCSK9 sitzt auf Zellmembran, bindet allosterisch an LDL Rezeptor, wird zusammen in Zelle abgebaut mit Evo kann LDL wieder abgespalten werden, Recycling Rezeptor=> mehr LDL Aufnahmen aus Blut in Zelle
Proproteinkonvertasen: meist im ER

Idarucizumab

Fab Fragment, humaner Antikörper gegen Dabigatran -> einziges

Herstellung: man muss Dabigatran an Protein koppeln z.B. Albumin da es so zu klein ist und nicht erkannt wird und so dann AK dagegen bilden

- hebt antikoagulatorische Wirkung von Dabigatran innerhalb von Minuten auf langanhaltende Wirkung bis zu 12 Stunden
- direkte Beeinflussung der Gerinnungskaskade findet nicht statt

- bindet im Verhältnis 1:1 spezifisch an Dabigatran und seine Metabolite

- Bindungsaffinität an Dabigatran 300-fach höher als Bindung Dabigatran zu Thrombin neutralisiert freies und an Thrombin gebundenes Dabigatran
Indikation: - bei lebensbedrohlichen oder nicht beherrschbaren Blutungen unter Dabigatran - bei ungeplanten chirurgischen Eingriffen unter Dabigatran

Étudier