Altprotokolle - Proteine
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Cartes-fiches
Anakinra, r-metHuIL-1ra (Kineret®)
Interleukin-1-Rezeptorantagonist (IL1)
- Indikation:
• Anwendung: zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis (Colitis ulcerosa, Psoriasis, Morbus Crohn) in Kombination mit Methotrexat (damit weniger AK gegen Biologicals entstehen)
• Applikation 100 mg (!) pro 0,67 ml 1x tägl. s.c.
• Bioverfügbarkeit 95%
- Wirkmechanismus: : r-metHuIL-1ra neutralisiert die biologische Aktivität von IL-1α und IL-1β durch kompetititve
Inhibition am IL-1R
- Herstellung: hergestellt in E. coli
Abatacept
- Indikation: Immunsuppressivum
o zur Behandlung der Rheumatoiden Arthritis in Kombination mit Methotrexat bei Patienten, die auf andere DMARDs inkl. Methotrexat und andere TNFα-Inhibitoren nicht ansprechen
o Polyartikuläre juvenile idiopathische Arthritis (in Kombination mit Methotrexat)
• alle 4 Wochen Applikation ca 10 mg/kg KG als Infusion über 30 Minuten (Durchstechflaschen mit 250 mg Abatacept zur Rekonstitution einer Infusionslösung)
- Wirkmechanismus: Fusionsprotein aus der extrazellulären Domäne des cytotoxischen T- Lymphozyten-Antigens-4 (CTLA-4) mit dem FC-Teil eines IgG1-Antikörpers -> lösliches CTLA-4 => bindet an B7-Moleküle auf Antigen-präsentierenden Zellen und blockiert deren Interaktion mit CD28 => verringert die Aktivierung von T-Zellen
- Herstellung: hergestellt in CHO-Zellen
Adalimumab
- Indikation: Immunsuppressivum
• eine Fertigspritze enthält 40 mg Adalimumab in 0,8 ml Lösung
• Anwendung:
o Behandlung der mäßigen bis schweren aktiven rheumatoiden Arthritis bei erwachsenen Patienten, die nur unzureichend auf krankheitsmodifizierende Antirheumatika einschließlich Methotrexat angesprochen haben
o Morbus Crohn
• Kombination (Weiterführung der Therapie) mit Methotrexat wird empfohlen
• Dosierung: alle 2 Wochen 40 mg s.c.
• 2 Fertigspritzen 2.093,75 € = 25.125 € pro Jahr
- Wirkmechanismus: TNF-α-Antikörper -> bindet und neutralisiert dessen Wirkung (TNFα aktiviert NFκB, welches proinflammatroische Gene aktiviert)
- Herstellung: produziert in CHO-Zellen -> humaner AK
lim: Immunsystem
u: Mensch
mab: monokl. Antikörper
Belatacept
Immunsuppressivum
Indikation: nach Organtransplantationen (insb. Nierentransplantation) zusammen mit IL-2 Antagonisten wie Mycophenolat oder GCs
WM: unterscheidet sich von Abatacept nur in 2 Aminosäuren -> Fusionsprotein: modifizierte extrazelluläre Domäne von CTLA 4 fusioniert mit Fc Teil des IgG1-Antikörpers , bindet selektiv an CD 80/ CD 86 Moleküle auf APC, wodurch CD28 der T-Zellen nicht mehr daran binden können -> Inhibierung der T-Lymphozyten-Stimulation. Hat also eine analoge Wirkung zu dem inhibierenden CTLA4
Herstellung: CHO Zellen
Beta-Galactosidase
spaltet endständige beta-Galactose von galactosidischen Makromolekülen
Anwendung in Biotechnik:
In der Mikro- und Molekularbiologie wird das aus dem gramnegativen Bakterium Escherichia coli stammende Gen für die β-Galactosidase, genannt lacZ, als Reportergen verwendet. In mit Gentechnik veränderten Bakterien (z. B. Blau-Weiß-Selektion von Kolonien), Hefen (z. B. Hefe-Zwei-Hybrid-System) oder auch höheren Organismen (z. B. Knockout-Maus) zeigt die Hydrolyse von X-Gal (5-Brom-4-chlor-3-indoxyl-β-D-galactopyranosid) zu Galactose und einem blauen, wasserunlöslichen Indigo-Farbstoff, die Genexpression von lacZ an. Durch Hydrolyse von ONPG (o-Nitrophenyl-β-D-galactopyranosid) kann die Aktivität der β-Galactosidase quantitativ bestimmt werden. Industriell wird β-Galactosidase intensiv in der Milchindustrie eingesetzt, so zum Beispiel bei der Produktion von laktosefreier Milch oder bei der Behandlung von Molke.
Bevacizumab
- Indikation:
o in Kombination mit 5-Fluorouracil-basierter Chemotherapie als First-line-Therapie des metastasiertem Kolon- und Rektumkarzinom
o in Kombination mit Paclitaxel als First-line-Therapie des metastasiertem Mammakarzinom
o zusätzlich zu Cisplatin als First-line-Therapie des inoperablen, fortgeschrittenen, metastasierten, rezidivierendem nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom
o in Kombination mit Interferon-alfa-2a als First-line-Therapie des fortgeschrittenen und/oder metastasierten Nierenzellkarzinoms
off label: bei diabetischem Makulaödem, da viel günstiger
DMÖ: durch Blutzucker ↑ werden Netzhautgefäße beschädigt -> diabethische Rethinopathie -> durch VEGF werden Neubildung von Gefäßen gefördert -> wächst in den Glaskörper ein -> Exsudate -> Makulaschädigung
• Dosierung:
o als 60-90-minütige i.v.-Infusion mit 5-15 mg/m2 KO Bevacizumab alle 2-3 Wochen je nach therapierter Krankheit
- Wirkmechanismus: monoklonaler, humanisierter IgG1-Antikörper gegen VEGF -> bindet an lösl. VEGF und verhindert die Bindugn von VEGF an seine Rezeptoren auf der Oberfläche der Endothelzellen
- Herstellung: produziert in CHO-Zellen
ci: kardiovaskulär
zu: humanisiert
Calcitonin
- 32 AS-Polypeptid der Schilddrüse
- hemmt Protonenpumpe der Osteoklasten (akute Inaktivierung) -> verhindert Knochenabbau
- analgetische Wirkung (Mechanismus unklar): günstig zur Schmerzbehandlung akuter Frakturen
- Speciesunterschiede (physiologische Produktion):
- Lachs: 2500 IE/mg, sehr ähnlich dem Menschlichen, Faktor 10 wirksamer als menschliches Calcitonin
- Human: 150-200 IE/mg (Produktion in den C-Zellen der Schilddrüse)
Canakinumab
Immunsuppressivum: IgG1kappa AK gegen IL 1 beta
Indikation:
WM: bindet an IL1-beta, wichtiges proinflammatorische Zytokin, der bei vielen entzündlichen Erkrankungen eine zentrale Rolle zugeschrieben sind und blockiert die IL-1-Aktivität, bindet aber auch den endogenen IL1-Rezeptorantagonisten (IL-1Ra) mit einer geringeren Affinität
Anwendung bei cryopyrin-assoziiertem periodischem Syndrom (genetische Erkrankung, IL-1b Überproduktion -> systemische Entzündung, 1-2 Fälle /1 Mio. Einwohner, speziell FCAS familiäre Kälteurtikaria und weitere) weiterentwickelt wurde -> Zulassung dafür 2009 unter Orphan Drug Status
Herstellung: Hybridoma, humaner MAK, wurde in transgener Maus (HuMab) entwickelt
Certolizumab pegol
- Indikation: Immunsuppressivum
Morbus Crohn
• für subcutane Applikation
- Wirkmechanismus: pegyliertes Fab-Fragment eines humanisierten TNFα-Antikörpers ->
- Herstellung: hergestellt in E. coli
li: Immunsystem
zu: humanisiert
Cetuximab (Erbitux®)
Angiogenesehemmer
- Indikation:o in Kombination mit Irinotecan bei EGFR-überexprimierendem, metastasiertem Dickdarmkrebs bei Patienten, die gegen Monotherapie mit Irinotecan refraktär sind
o als Monotherapie bei EGFR-überexprimierendem, metastasiertem Dickdarmkrebs bei Patienten, die eine Behandlung mit Irinotecan/Oxaliplatin nicht vertragen
• Dosierung:
o initial 400 mg/m2 KO als 2-stündige Infusion
o wöchentliche Erhaltungsdosen von 250 mg/m2 KO über 1 Stunde
o Vorbehandlung mit einem H1-Antihistaminikum wird empfohlen
NW: Hautausschläge -> Die, die Hautausschläge haben, da wirkt die Therapie meist auch gut -> Korrelation
nur 15% der Kolonkarzinom-Erkrankten sprechen auf Cetuximab an, da ca. 40% eine RAS-Mutation vorweisen und die anderen wahrscheinlich andere Mutationen wie z.B. Raf => insgesamt 85% Non-Responder
- Wirkmechanismus:
• chimärer monoklonaler IgG1-Antikörper gegen EGFR (HER1)
• kompetiert um Bindung von EGF oder TGFα am EGFR
• verminderte Aktivität des Rezeptors; führt zu vermindertem Wachstum und vermehrter Apoptose; außerdem auch Verminderung der Expression von Matrix-Metalloproteinasen und VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor)
- Herstellung:
tu: tumor
xi: chimär
Conestat alfa
- Indikation: bei akuten Angioödem-Anfällen bei der Erbkrankheit hereditäres Angioödem => C1-Inhibitoren fehlen => überaktives Komplementsystem=> überall spontane Ödembildung
- Wirkmechanismus: rekombinanter C1-Esterase-Inhibitor => Supplemenation
- Herstellung:
• Testung auf IgE-Antikörper gegen Kaninchenepithel (Hautschuppen) wird empfohlen
• hergestellt in der Milch transgener Kaninchen
Corifollitropin alfa
rekombinantes humanes FSH (Follikelstimulierendes Hormon) mit längerer HWZ
Indikation: assistierte Reproduktion -> 1 sc Injektion -> Wachstum mehrerer Follikel angeregt und über die ganze Woche weiterstimuliert -> ähnelt somit mehr der natürlichen FSH Freisetzung -> Überstimulation der Eierstöcke durch Gabe hoher FSH Mengen, damit keine Inhibition der Follikelreifung durch Inhibin B und Estradiol erfolgen kann, Gabe so lange weiter fortführen, bis gewünschte Oozytenreifung erfolgt ist
WM: bindet an FSH Rezeptoren
Herstellung: CHO Zellen -> an Beta-UE wurde auf DNA Ebene das carboxyterminale Peptid (CTP) des humanen Choriongonadotropin (hCG) fusioniert, Glykosiliert, von 33 auf 68 h verlängert
Darbepoetin
? Ja, rekombinantes EPO. Was ist das, wie wirkt es? Glykosylierung sehr wichtig für längere Wirkdauer und nicht für höhere Affinität am Rezeptor (hatte ich geraten). Ja und was wurde nun beim Darbepoetin verändert? Wusste ich nicht, hab eben Änderung der AmS-sequenz gesagt. Ja und was noch? Hmm??? Wie viele Glykosylierungsstellen hat denn EPO? Hmm, 5??? Nein, 5 sind es beim Darbepoetin. Ahja Und wie kann man das beeinflussen, dass man nun 5 statt 3 N-Glykosylierungen erhält? Ich hatte keine Ahnung. Man könnte die AmS tauschen oder einführen die viele Ns haben, welche könnte das sein? Arginin Genau, die Zeit ist auch rum
- Indikation:
o Behandlung der Anämie infolge chronischer Nierenerkrankung (renale Anämie) bei Dialysepatienten
o Behandlung der symptomatischen renalen Anämie bei noch nicht dialysepflichtigen Patienten
o Vorbeugung und Behandlung der Anämie bei erwachsenen Patienten mit soliden Tumoren, die eine Platin-haltige Chemotherapie erhalten, die häufig eine Anämie verursacht (Cisplatin: 75 mg/m2/Zyklus, Carboplatin: 350 mg/m2/Zyklus)
o Behandl. der Anämie bei erwachsenen Patienten mit multiplem Myelom, niedrig-malignem Non-Hodgkin-Lymphom oder chronisch- lymphatischer Leukämie, die einen relativen Erythropoetinmangel aufweisen und eine antitumorale Therie erhalten.
o Steigerung der Menge an Eigenblut bei Patienten in einem Eigenblutspendeprogramm
• Halbwertszeit 21 h
• geliefert in Fertigspritzen, subkutan appliziert
- Wirkmechanismus: Erythropoetin mit 5 statt 3 N-Glycane, NESP = Novel Erythropoiesis Stimulating Protein
- Herstellung: hergestellt in CHO-Zellen wegen der Glykosylierungen
Efalizumab
selektives Immunsuppressivum -> bindet an CD11a UE von Leukocyte function antigen1 (LFA1) von Leukozyten, welches sonst an ICAM binden würde -> Verhinderung der Adhäsion von T-Lymphozyten an endotheliale Zellen
Indikation: mittelschwere bis schwere Psoriasis vom Plaque Typ
2004 zugelassen, 2009 Rücknahme der Zulassung wg. PML (progressive multifokale Enzephalopathie)
Denosumab
Osteoporose: IgG2-Anti-RANKL-Antikörper -> imiertiert Osteoprotegerin (OPG) Funktion, das zur Modulation der Osteoklasten-Aktivierung als „Abfang“-Rezeptor agiert. OPG bindet an RANKL, hindert ihn dadurch, mit RANK zu interagieren und steuert so Intensität und Dauer der RANKL-induzierten Osteoklastenfunktion.
RANKL wird von Osteoblasten gebildet, der als Signalüberträger von Osteoblasten zu Osteoklasten fungiert, RANK ist auf Präosteoklast und vom Rezeptortyp Teil der Tumornekrosefaktoren-Rezeptor-Superfamilie -> durch Binden von RANKL wird es zum Osteoklasten aktiviert
Eptacog alfa (NovoSeven®)
- Indikation:
• Anwendung:
o Behandlung und Prophylaxe von Blutungen in Zusammenhang mit chirurgischen oder invasiven Eingriffen bei
bei Patienten mit Hemmkörpern gegen FVIII oder FIX
bei Patienten mit angeborenem FVII-Mangel
• Applikation i.v. als Bolus 90 µg/kg KG
• Therapie konkreter Blutungen über mehrere Stunden oder Tage
- Wirkmechanismus: vollständiger, aktivierter FVII (FVIIa) -> Faktor VII aktiviert extrinsischen Blutgerinnungsweg
- Herstellung: hergestellt in BHK-Zellen (Baby Hamster Kidney Cells)
• Fermentation in FCS (fetales Kalbserum), aber ohne Zusatz von humanen Serumkomponenten
• proteolytische Aktivierung (Spaltung in die Zweikettenform) während der Produktreinigung
Erythropoetin
- Indikation:
o Behandlung der Anämie bei chronischem Nierenversagen bei Kindern und Erwachsenen unter Hämodialysebehandlung
o Behandlung der schweren symptomatischen renalen Anämie bei Erwachsenen mit Niereninsuffizienz, die noch nicht dialysepflichtig sind.
o Behandlung der Anämie und Reduktion des Transfusionsbedarfs bei Erwachsenen mit soliden Tumoren, malignen Lymphomen und multiplem Myelom, die eine Chemotherapie erhalten und bei denen das Risiko einer Transfusion aufgrund des Allgemeinzustandes besteht.
o Zur Steigerung der autologen Blutgewinnung bei Patienten, die an einem Spendeprogramm zur Vermeidung von Fremdblutkonserven teilnehmen
o Zur Reduktion von Fremdblut kann ERYPO vor einem großen orthopädischen Eingriff bei Erwachsenen ohne Eisenmangel angewendet werden, bei denen ein hohes Risiko von Transfusionskomplikationen zu erwarten ist.
o i.v. nur bei Dialysepatienten (Kurzzeit-Infusion)
o bei anderen Patienten ist s.c.-Applikation zu bevorzugen
o Ziel der Therapie ist ein Anstieg des Hämatokrit um ca. 0,5% pro Woche
o (auf ~110 g/l Hämoglobin) (Korrekturphase), danach Erhaltungsphase
o FDA-Warnung: Hämoglobin-Werte von 100-120 g/l sollten nicht überschritten werden (Gefahr kardiovaskulärer Komplikationen)
- Wirkmechanismus: fördert die Erythrozyten-Bildung
- Herstellung: hergestellt in CHO-Zellen: wegen der N- und O-Glykosylierungen
Etanercept
- Indikation:
• 25 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
• Anwendungen:
Rheumatoide Arthritis (als Monotherapie oder in Kombination mit Methotrexat)
progressive Psoriasis-Arthritis
Plaque-Psoriasis
Morbus Bechterew
• Halbwertszeit 115 Stunden
• Applikation zweimal wöchentlich s.c.
• im allgemeinen gut verträglich, aber einige Fälle schwerwiegender
Infektionen und Sepsis
- Wirkmechanismus: Rekombinantes TNFα-Rezeptor-Fusionsprotein: Kunstprotein; Dimer eines chimären Proteins aus einem Molekül des löslichen TNFα-Rezeptors (p75) und einem Molekül IgG1-Fc => "fängt" TNFα ab, damit es nicht an seinen endogenen Rezeptor binden und seine Wirkung entfalten kann -> antizytokine, antiinflammatorische Wirkung
- Herstellung: hergestellt in CHO-Zellen
Gardasil
Impfstoff gegen humane Papillomviren
Serotypen: HPV 16,18 6 und 11
Hergestellt in: Hefezellen
Adjuvanz: Alaun (Aluminiumsulfat)
Indikation: anogenitale Karzinome (Cervix-, Vulva-, Vaginal und Analkarzinome) und mit ihnen assoziierte Läsionen, im ggs. zu Cervarix auch gegen Genitalwarzen und Laryngopapillome
mind. 5 Jahre geschützt
drei Intramuskuläre Injektionen nach 0,2 und 6 Monaten
Empfohlene Altersgruppe: 9-26 J.
ca. 100€ pro Dosis
Hirudin
Protein aus dem Blutegel Hirudo medicinalis
• Therapie kontrolliert über aPTT: aktivierte partielle Thromboplastinzeit (Für den Test wird im Labor zuvor ungerinnbar gemachtes Citratblut verwendet. Die Blutgerinnung wird durch Zugabe von Phospholipiden (sog. partielle Thromboplastine), Calciumionen und oberflächenaktiven Substanzen (Aktivatoren, z. B. Kaolin) in Gang gesetzt und die Zeit bis zum Eintreten der Gerinnselbildung gemessen)
• kein bekannter Hirudin-Inhibitor verfügbar
• bildet 1:1 Komplex mit Thrombin (direkter Thrombin-Antagonist)
• keine Affinität zu Faktor Xa
• Wirkung unabhängig von ATIII
• Thrombin aktiviert auch FV, FVII, FVIII, FXI. FXIII (verstärkt dadurch die Gerinnungskaskade)
Ipilimumab (Yervoy®)
- Indikation: zur Behandlung von fortgeschrittenen (nicht resezierbaren oder metastasierten) Melanomen bei Erwachsenen, die bereits zuvor eine Therapie erhalten haben -> nur 10-15% der Melanompatienten sprechen an, davon sind aber 50% Langzeitüberlebende (über 4 Jahre!)
• 5 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung Induktionstherapie(8700€) 4 Dosen als Infusion alle 3 Wochen (abhängig von Verträglichkeit)
• schwere immunversmittelte (gastrointestinale) Nebenwirkungen
- Wirkmechanismus: Checkpoint-Inhibitor, humaner, monoklonaler IgG1-Antikörper gegen CTLA-4 -> fährt Immunsystem indirekt hoch, indem es das inhibierende CTLA4, welches mit CD28 konkurriert hochfährt -> die T-Zell Aktivität gegen Tumorabstoßungsantigene wird erhöht.
- Herstellung: in CHO-Zellen hergestellt
lim: Immunsystem
u: human
Ixekizumab
Kennen Sie TH17-Zellen? T-Helferzellen die IL-17 produzieren, stimulieren
Keratinozytenproliferation (Plaques-Psoriasis),
IgG4-Antikörper, ist glykosiliert,
indikation: mittelschwere bis schwere Plaque Psoriasis
Wirkmechanismus: bindet an IL17a und blockiert es -> bei Psoriasis stimulieren erhöhte IL17a Konzentrationen in der Haut die Proliferation und Aktivierung von Keratinozyten, aktiviert auch andere Zytokine und Prostaglandine und ist an der Aktivierung von CD4 positiven Zellen beteiligt
Herstellung: in CHO Zellen, humanisiert
Lactase
Enyzm, dass Lactose in Glucose und Galactose spaltet
Substitution bei Laktoseintoleranz
aus E.Coli, Pilze, Hefen
oral verfügbar, wird natürlich im Menschen auch in Dünndarm produziert
Lebrikizumab
humanisierter AK, ist noch in Entwicklung
Indikation: nicht mit GC kontrollierbarer Asthma
WM: IL13 Blocker -> IL 13 wird von TH2-Zellen gebildet und stimuliert die Bildung von Periostin durch epitheliale Zellen des Bronchialapparats -> Periostin soll an Asthma Entstehung beteiligt sein u.a. an Entzündung, Aktivierung von Fibroblasten etc.
Herstellung:
Liraglutid (Victoza®)
- Indikation:
in Kombination mit Metformin und/oder Sulfonylharnstoffen bei Typ-2-Diabetikern, die mit der maximalen Dosis oraler Antidiabetika nur unzureichend eingestellt werden können
• Fertigpen mit 18 mg Liraglutid/3 ml Injektionslösung
• s.c.-Applikation in Fertigpen 1x täglich
• zunächst 0,6 mg, nach einer Woche auf 1,2 mg erhöhen
• langsame Resorption aus der Subcutis, Halbwertszeit ~13 h
• Ausscheidung über Nieren, kein Abbau über DPP-4
• UAW: Übelkeit, Erbrechen, Hypoglykämie (in Kombination mit Sulfonylharnstoffen)
• geringe Gewichtsreduktion
- Wirkmechanismus: 97% Sequenzidentität mit humanem GLP-1 => stimuliert in den β-Zellen der Bauchspeicheldrüse die Insulin-Ausschüttung. Reduktion der Ausschüttung des Insulin- Gegenspielers Glucagon, unmittelbar blutzuckersenkend. Es wird im Körper langsamer abgebaut als humanes GLP-1 und ist deshalb länger wirksam.
- Herstellung: rekombinant hergestellt in S. cerevisiae
Natalizumab (Tysabri®)
- Indikation: zugelassen zur Behandlung der hochaktiven, schubförmig remittierend verlaufenden Multiplen Sklerose bei Patienten die,
o eine hohe Krankheitsaktivität trotz Behandlung mit Interferon-beta haben
o die eine rasch fortschreitende schubförmig remittierende MS haben
• Applikation als Infusion alle 4 Wochen
• Nebenwirkungen:
o Überempfindlichkeitsreaktionen
o Infektionen
• Gegenanzeigen:
o Progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML)
o Patienten mit erhöhtem Risiko für opportunistische Infektionen
o Kombination mit Interferon-beta oder Glatirameracetat
- Wirkmechanismus: bindet an die α4-Untereinheiten von Integrinen (α4β1, α4β7), verringert die Einwanderung von T-Zellen in das ZNS über die Blut-Hirn-Schranke
- Herstellung: in einer murinen Zelllinie produziert
li: Immunsystem
zu: humanisiert
Octacog alfa (Recombinate)
rekombinanter Blutgerinnungsfaktor : Faktor VIII, fertiges Produkt enthält auch Albumin vom Menschen, Macrogol etc.
Indikation: bei Hämophilie A (Faktor VIII Mangel)
WM: in Blutgerinnung: Faktor VIII ist inaktiv, an von-Willebrand-Faktor gebunden, wird durch Thrombin aktiviert -> Faktor VIIIa bildet zusammen mit IXa und Ca2+ und Phospholipiden einen Komplex in der intrinsischen Aktivierung -> dieser Komplex aktiviert FX in FXa -> Komplex aus FXa, FVa, Calcium und Phospholipid aktiviert Prothrombin zu Thrombin -> dieses aktiviert Faktoren V, VIII, IX, X und XI und die Umsetzung von Fibrinogen in Fibrin und aktiviert auch den Fibrin-stabilisierenden Faktor XIII und zudem fördert es die Thrombozytenaggregation
Herstellung: in CHO Zellen
Octeotridacetat: Sandostatin® (Novartis)
- Indikation:
• zur symptomatischen Behandlung bestimmter endokrin aktiver Tumoren des Gastrointestinaltraktes
• zur Symptombehandlung und Senkung der hGH und IGF-1-Plasmaspiegel bei Patienten mit Akromegalie
• Dosisanpassungen anhand der hGH- und IGF-1-Spiegel, klinischen Symptome und Verträglichkeit
• Nebenwirkung: Störungen des Blutzuckerspiegels, Appetitlosigkeit, Übelkeit
• Sandostatin® 1500 µg/3 ml für Pen
• gleiche pharmakologische Eigenschaften wie Somatostatin, aber längere Halbwertszeit (100 min)
• Applikation: 2-3x tägl. s.c. => Dosisanpassungen anhand der hGH & IGF-1 Spiegel, klinischer symptome und Verträglichkeit
- Wirkmechanismus: synthetisches Somatostatin-Analogon, Somatostatin besteht aus zwei Ketten mit 14 bzw. mit 28 Aminosäuren.
Es hemmt die Ausschüttung der folgenden Hormone: Somatotropin, Gastrin, Cholecystokinin, Sekretin, Motilin , GLP, Insulin, Glukagon, TSH, Cortisol. Außerdem hemmt Somatostatin die Magensäuresekretion, die exokrine Sekretion von Pankreasenzymen und die Peristaltik des Magens und der oberen Darmabschnitte.
- Herstellung:
Omalizumab
- Indikation: Zulassung zur Therapie des mittelschweren bis schweren Asthma bronchiale
- Wirkmechanismus: AK, bindet an lösliche IgE-Antikörper > veringert die Zahl von IgE-Antikörpern auf Mastzellen und basophilen Granulozyten um ca. 80-90%
- Herstellung:
Panitumumab (Vectibix®)
- Indikation:
• Monotherapie des EGFR-exprimierenden kolorektalen Karzinoms mit nicht- mutiertem (Wildtyp) KRAS-Gen bei Patienten, bei denen Fluoropyrimidin-, Oxaliplatin- und Irinotecan-haltige Therapien versagt haben
• Dosierung:
• Durchstechflaschen mit Konzentrat 20 mg/ml
• Infusionslösung in 0,9% NaCl ≤ 10 mg/ml Wirkstoff
• als Infusion 6 mg/kg KG über 60 Minuten
• einmal alle zwei Wochen
• Nebenwirkung: Hautreaktionen (bei 90% der Patienten), Diarrhoe
• Zulassung durch EMEA Dezember 2007
- Wirkmechanismus: auch AK gegen EGFR -> Wachstumshemmung
- Herstellung: hergestellt durch XenoMouse®-Technologie, produziert in CHO-Zellen -> humaner, monoklonaler IgG2-Antikörper
tum: Tumor
u: Mensch
Parathormon
Parathormon (PTH)
Parathroid/Teriparatid vorhanden
- Indikation: manifeste Osteoporose bei postmenopausalen Frauen und Männer mit erhöhtem Frakturrisiko, Langzeitglucocorticoidtherapie-assoziierte Osteoporose
- Wirkmechanismus: PTH bindet an Osteoblasten, welche dann proliferieren, wodurch Osteoklasten weniger produziert werden durch die negative Rückkopplung -> weniger Knochenabbau
- Herstellung: E.Coli
Pegsunercept
PEGylierte Version von Etanercept also lösliches Fusionsprotein -> TNFalpha Blocker, ist in Entwicklung noch
Ranibizumab
- Indikation: Altersbedingte Feuchte Makuladegeneration
- Wirkmechanismus: VEGF-Inhibitor: humanisiertes Fab-Fragment, hat bis auf 4 AS gleiche Sequenz wie Bevacizumab, welches in vollständiger IgG-AK ist, ist aber viel teurer (548 €/mg vs 5€/mg)
- Herstellung: Phage Display
zu: humanisiert
Rasburicase
Uricase (Uratoxidase, UOX)
- Indikation: akute Hyperurikämie ->akutes Nierenversagen durch hämatologische Malignome
- Wirkmechanismus: baut Harnsäure zu Allantoin ab, was leichter ausscheidbar ist -> bei zu rascher Tumorlyse kann Tumorlysesyndrom auftreten, wobei massenweise intrazelluläre Stoffe wie Nukleinsäuren freigesetzt werden, wobei es dann vermehrt zu Harnsäurekristallisationen in der Niere etc. kommen kann, weshalb es dann zu einem akuten Nierenversagen führen kann -> durch Abbau der Harnsäure wird das verhidnert
- Herstellung: Hefezellen
ist Aspergillus-Uricase
Rilonacept
Immunsuppressivum: dimeres Fusionsprotein aus den ligandenbindenden Domänen der extrazellulären Anteile des humanen Interleukin-1-Rezeptors Typ I (IL-1RI) und des IL-1-Rezeptor-akzessorischen Proteins (IL-1RAcP) und einem gekoppelten Fc-Teil eines menschlichen IgG1-Moleküls
Indikation:
WM: bindet sowohl an IL1-beta als auch IL1-alpha, wichtige proinflammatorische Zytokine, denen bei vielen entzündlichen Erkrankungen eine zentrale Rolle zugeschrieben sind und blockiert die IL-1-Aktivität, bindet aber auch den endogenen IL1-Rezeptorantagonisten (IL-1Ra) mit einer geringeren Affinität
ursprünglich als Alternative zu Anakinra bei Rheumatoider Arthritis, hat aber längere HZW: nur 1x wöchentlich s.c. im ggs. zu 1x täglich bei Anakinra, hat aber geringere Wirksamkeit als der TNF-alpha Blocker in einer Phase II Studie, deshalb Entwicklung abgebrochen bis es für die Anwendung bei cryopyrin-assoziiertem periodischem Syndrom (genetische Erkrankung, IL-1b Überproduktion -> systemische Entzündung, 1-2 Fälle /1 Mio. Einwohner, speziell FCAS familiäre Kälteurtikaria und weitere) weiterentwickelt wurde -> Zulassung dafür 2009 unter Orphan Drug Status, Canakinumab ist weitere Behandlungsmöglichkeit dieser Krankheit, ist nur ein Antikörper gegen IL1-beta, aus murinen Hybridomazellen produziert
Herstellung:
Rituximab
- Indikation: Immunsuppressivum
o Chemotherapie-resistentes follikuläres Lymphom (Stadium III-IV)
o Erstbehandlung des follikulären Lymphoms (Stadium III-IV) in Kombination mit CVP(Cyclophosphamid, Vincristin, Prednisolon)-Chemotherapie
o CD20-positives Non-Hodgkin-Lymphom in Kombination mit CHOP-Chemotherapie (Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin, Prednisolon)
o Rheumatoide Arthritis in Kombination mit Methotrexat, die auf DMARDs oder Anti-TNFα-Therapien nicht ansprechen oder sie nicht vertragen
- Wirkmechanismus:
• bindet spezifisch an CD20-Antigen von reifen und späten Vorstufen von normalen B-Zellen und B-Zell-Lymphomen
• induziert komplementvermittelte (CDC) und NK-Zellen vermittelte Lyse der Tumorzellen (ADCC), aber auch alle normalen reifen B-Zellen
- Herstellung: hergestellt in CHO-Zellen, monoklonaler, chimärer Antikörper
tu: Tumor
xi: chimär
Secukinumab
- Indikation: Immunsuppressivum
- bei schwerer Plaque Psoriasis bei systemischer Therapie (auch als First Line möglich)
- s.c. 0,1,2,3,4. Woche und dann Erhaltungsdosis alle 4 Wochen
- pro Vial 150 mg Pulver zur Herstelllung von Injektionslösungen
- laut iQWiG kein Zusatznutzen
- Wirkmechanismus: Antikörper gegen IL-17 -> hemmt die IL-17 vermittelte (von TH1-Zellen vom Subtyp TH17 ausgeschüttet) Induktion von Endothelzellen und die Stimulation der Keratinozyten zur Proliferation -> keine Bildung proinflammatorischer Zytokine
- Herstellung: in CHO-Zellen, rein humaner Antikörper
kin: Interleukine
u: Mensch
Tocilizumab
humanisierter, monoklonaler Antikörper gegen den Interleukin-6 (IL-6)-Rezeptor zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis (RA) und der schwersten Form des kindlichen Rheumas, der systemischen juvenilen idiopathischen Arthritis
- Indikation:
• zur Behandlung der Rheumatoiden Arthritis in Kombination
• mit Methotrexat bei Patienten, die auf andere DMARDs inkl. Methotrexat und andere TNFα-Inhibitoren nicht ansprechen
• auch als Monotherapie bei Methotrexat- Unversträglichkeit
• Applikation 8 mg/kg KG (aber nicht weniger als 480 mg, aus Konzentrat 20 mg/ml zur Herstellung einer Infusionslösung) alle 4 Wochen als Infusion über 1 Stunde
• Vorsicht bei bestehenden oder latenten Infektionen
- Wirkmechanismus: humanisierter IgG1-Antikörper gegen den IL-6-Rezeptor -> verhindert das der Komplex aus IL6 und IL6 Rezeptor mit dem Membranprotein gp130 interagiert, dessen Homodimerisierung induziert und somit einen Tyrosinkinase vermittelten Signaltransduktionsweg aktiviert
- Herstellung: hergestellt in CHO-Zellen, humanisiert
Trastuzumab (Herceptin®)
- Indikation: bei metastasierende Mammakarzinomen (MBC)
o MBC: metastasiertes Mammakarzinom bei nachgewiesener HER2- Überexpression
- als Monotherapie von Patienten, die mindestens zwei Chemotherapien erhalten haben (dabei mindestens ein Anthrazyklin und ein Taxan)
- in Kombination mit Paclitaxel oder Docetaxel bei Patienten, die noch keine Chemotherapie hatten und für die Anthrazykline ungeeignet sind
o EBC(Early Breast Cancer): Patienten im Frühstadium bei nachgewiesener HER2- Überexpression nach Operation und adjuvanter Chemotherapie oder Strahlentherapie
• Durchstichflasche mit 150 mg Trastuzumab (zur Herstellung einer
Infusionslösung)
• Applikation wöchentlich als i.v.-Infusion über 90 min.
• ggf. Gabe von Taxanen unmittelbar nach der Infusion
• Überwachung auf Infusionssymptome wie Fieber und Schüttelfrost
• häufigste Nebenwirkungen: Dyspnoe, Hypoxie, Bronchospasmen, Tachykardie
• CAVE: kardiotoxisches Potenzial ! Um Faktor 5 erhöht
• nicht in Kombination mit Anthrazyklinen, weil diese auch kardiotoxisches Potential haben -> Gefahr der Herzinsuffizienz
- HWZ: 4-5 Wochen
- Wirkmechanismus: hemmt die Aktivität von HER2:
o bindet an ein Epitop der Subdomäne IV von HER2
o verhindert Spaltung der extrazellulären Domäne von HER2
o induziert ADCC HER2-exprimierender Zellen
o inhibiert ligandunabhängige Signalisierung durch HER2
o hemmt die Proliferation HER2-überexprimierender Tumorzellen
- Herstellung: in CHO-Zellen produziert
inkompatibel mit 5% Glukoselösung
Ustekinumab
- Indikation:
• Indikation: mittelschwere bis schwere Plaque-Psoriasis bei Patienten, die unzureichend andere systemische Therapien (einschließlich Methotrexat, Ciclosporin und PUVA) ansprechen,
- bei Psoriasis-Arthritis: bei PSA keine Rheumafaktoren im Blut, bei RA aber bei 70-80% d. Patienten) wenn mit DMARDs austherapiert durch Indikationserweiterung -> Schuppenflechte der Haut → Überaktivität von Immunzellen → vermehrte Zytokinausschüttung → Keratinozytenproliferation ↑ dadurch Aktivierung von Immunzellen -> progressive Gelenkzerstörung
• für subcutane Applikation
• initial 45 mg in Woche 0 und 4, danach
• Erhaltungsdosis 45 mg s.c. alle 12 Wochen
• UAWs: erhöhtes Risiko für Infektionen (Bakterien, Pilze, Viren), evtl. Reaktivierung latenter Infektionen
- Wirkmechanismus: rein humaner IgG1-Antikörper, bindet an die gemeinsame p40-Untereinheit von IL-12 und IL-23 (erster AK dieser Klasse)
- Herstellung: hergestellt in der Myelom-Zelllinie SP2/0, hat Glykosilierungsstelle
- kin: Interleukine
- u: Mensch