4 - Lernen und Gedächtnis

Lernprozesse und Gedächtnis

Lernprozesse und Gedächtnis


N. E.
Diese Lernkarten behandeln die Grundlagen des Lernens und Gedächtnisses auf einem fortgeschrittenen Niveau. Sie konzentrieren sich auf verschiedene Arten des Lernens, wie klassische und operante Konditionierung, sowie auf die neurobiologischen Grundlagen und die verschiedenen Gedächtnissysteme. Die Karteikarten erklären auch, wie Reize und Reaktionen im Gedächtnis verarbeitet werden und welche Rolle Verstärkung spielt. Diese Lernkarten sind besonders nützlich für Studierende und Forscher in der Biologie, die ihr Verständnis über die Mechanismen des Lernens und Gedächtnisses vertiefen möchten.
Flashcards
59
Students
15
Language
German
Category
Biology
Level
Other
Created / Updated
17.09.2013 / 29.07.2021

Lernkarten

Definition von Lernen?

Verhaltensänderung aufgrund von Erfahrung.

1 - Möglichkeiten und Grenzen des Lernens

Wodurch wird ein negativer Verstärker charakterisiert?

Indem er mit einer unangenehmen Erfahrung verbunden ist, die durch ein bestimmtes Verhalten vermieden werden kann.

1 - Möglichkeiten und Grenzen des Lernens

Was sollte beachtet werden, damit bestimmte Verhaltensweisen gelernt werden können?

  • Training muss an natürliche Verhaltensweisen der Tiere anschliessen
  • der motivationale Kontext muss das Auftreten der gewünschten Verhaltensweise begünstigen.

2 - Verschiedene Lernprozesse

Nennung der 12 Lernformen.

  1. Habituation
  2. Sensitivierung
  3. Klassische Konditionierung
  4. Operante Konditionierung
  5. Geschmacksvermeidelernen
  6. Furchtkonditionierung
  7. Unterscheidungslernen
  8. Prägung
  9. Raumlernen
  10. Zeitlernen
  11. Soziales Lernen
  12. Lernen durch Einsicht

2.1 Habituation

Was hat die Habituation für eine Funktion?

Reaktionsbereitschaft eines Oraganismus sinnvoll auf die Bedeutung von Umweltreizen abzustimmen. Bei wiederholter Gabe des gleichen Reizes nimmt die Reizintensität ab, der Organismus reagiert zunehmend schwächer.

2.1 Habituation

Inwiefern kann Habituationslernen als sinnvolle Anpassung verstanden werden?

Dass nicht unnötig Energie und Zeit durch ständiges Reagieren auf irrelevante Stimuli verbraucht werden.

2.1 Habituation

Wann tritt Dishabituation auf?

Bei veränderter Reizsituation (z.B. ein anderer Gegenstand wird zum Reizen verwendet) ist die Reaktion wieder verstärkt. Reaktionsbereitschaft ist teilweise wieder hergestellt.

2.1 Habituation

Was kann passieren, wenn zwischen Habituation und dem Auftreten desselben Reizes ein längeres Zeitintervall liegt?

Es kann zur spontanen Erhohlung kommen - wieder höhere Reaktionsbereitschaft.

2.1 Habituation

Inwiefern kann der Lernprozess Habituation genutzt werden?

Um zu untersuchen, inwiefern Reize und Situationen bekannt sind oder unterschieden werden können.

2.2 Sensitivierung

Definition?

Verstärkung der Reaktionsbereitschaft, Reizung ist von einem anderen relevanten Reiz (z.B. Schmerz) begleitet.

2.2 Sensitivierung

Was ist ein Open-Field Test?

Messung des Explorationsverhaltens, indem man das Tier für einen definierten Zeitraum in eine Arena setzt.

Die gelaufene Strecke oder Zahl der durchlaufenen Quadrante sind ein geeignetes Mass für die Explorationsneigung.

Mass für Ängstlichkeit: verbrachte Zeit an Wänden

Mass für entspannte Erkundung: sich-aufrichten etc.

2.3 Klassische Konditionierung

Definition?

Es wird eine neue Verbindung zwischen einem Reiz und einer Reaktion, bzw. zwischen einem Reiz und einem anderen Reiz, hergestellt.

Form des assoziativen Lernens.

2.3 Klassische Konditionierung

Was ist eine Konditionierung höherer Ordnung?

Ein weiterer zuvor neutraler Reiz kann die Reaktion auslösen, wenn der erste CS (conditioned stimulus) mehrere Male mit dem weiteren zuvor neutralen Reiz (CS2) gepaart wurde.

2.3 Klassische Konditionierung

Wann ist das Lernen äusserst effizient?

Wenn ein Reiz kurz vor einem anderen beginnt und zeitlich diesen leicht überlappt.

2.3 Klassische Konditionierung

Wann wird immer noch gut gelernt?

Wenn der Abstand zwischen Beginn des ersten Reizes und Beginn des unkonditionierten Reizes etwas länger ist.

2.3 Klassische Konditionierung

Was versteht man unter Rückwärtskonditionierung?

Wenn der neutrale Reiz erst nach dem unkonditionierten Reiz geboten wird.

2.3 Klassische Konditionierung

Was versteht man unter Generalisierung?

Das Übertragen des erlernten Reizes auf ähnliche Situationen.

2.3 Klassische Konditionierung

Was ist der Generalisationsgradient?

Die Funktion, nach der die Reaktion mit der Ähnlichkeit abnimmt.

2.3 Klassische Konditionierung

Was nennt man "Sign-Tracking"?

Tendenz, einem angekündigten Reiz zu folgen.

2.3 Klassische Konditionierung

Was versteht man unter Extinktion?

Wenn nach erfolgtem Lernen der US/CS Kombi diese wiederholt geboten werden, ohne dass ein regelmässiger Zusammenhang gegeben ist, nimmt die Reaktionsbereitschaft auf den CS ab.

2.4 Operante Konditionierung

Definition Operante Konditionierung?

Veränderung der Verhaltenshäufigkeit.

1) Verhalten wird spontan ausgeführt

2) Verhalten hat relevante Konsequenzen

3) Verhaltenshäufigkeit ändert sich als Folge dieser Rückwirkung.

Wird das Verhalten häufiger, spricht man von Verstärkung (Reinforcement).

2.4 Operante Konditionierung

Was passiert bei der Immerverstärkung (continous reinforcement)?

Verstärkung nach jedem Auftreten des gewünschten Verhaltens.

2.4 Operante Konditionierung

Was ist die regelmässige Quotenverstärkung (fixed ratio)?

Verstärkung jeder n-te Reaktion (Verhältnis ist völlig konstant, z.B. jede 7. Reaktion) 

2.4 Operante Konditionierung

Was ist die variable Quotenverstärkung?

Häufigkeit im Mittel konstant, Verstärkung von Fall zu Fall 3., 8., oder 11. Reaktion

2.4 Operante Konditionierung

Was ist die Regelmässige Intervallverstärkung?

Verstärkung des Verhaltens innerhalb eines bestimmten Zeitraumes (z.B. alle 2 Minuten, sofern das Tier in der Zwischenzeit das gewünschte Verhalten gezeigt hat)

2.4 Operante Konditionierung

Was ist die Variable Intervallverstärkung?

Ein bestimmtes Intervall (z.B. alle 2 Minuten) IM MITTEL eingehalten, einzelne Zeitintervalle varieren aber, z.B. zwischen einer halben und dreieinhalb Minuten.

2.4 Operante Konditionierung

Welche drei Verstärker gibt es grundsätzlich, und wie wirken sie sich auf das Verhalten aus?

  1. Positive Verstärkung (positive reinforcement) - Erhöhung der Verhaltenshäufigkeit durch Belohnung
  2. Negative Verstärkung (negative reinforcment) - Erhöhung der Verhaltenshäufigkeit durch Vermeidung negativen Reizes
  3. Bestrafung (punishment) - Verhaltenshäufigkeit wird reduziert

2.6 Furchtkonditionierung

Furchtkonditionierung kann wie erklärt werden?

Oftmals mit klassischer Konditionierung. Neutraler Reiz tritt in einer Situation auf, die über einen unkonditionierten Reiz Furcht auslöst.

2.7 Unterscheidungslernen

Was versteht man darunter?

Natürliche Prädisposition der Art beim Lernen von Unterscheidungen auf spezifische Aspekte der Reizsituation zu achten und selektiv darauf zu reagieren.

Beispielsweise kann man Tauben trainieren, bei einem grünen Licht Reaktion A zu zeigen und dafür eine Verstärkung zu erhalten und bei einem blauen Licht Reaktion B zu zeigen und verstärkt zu werden.

2.8 Prägung und prägungsähnliche Lernvorgänge

Wann ist bei Hunden die günstigste Zeit für prägungsähnliches soziales Lernen?

3 bis 10 Wochen nach der Geburt.

2.8 Prägung und prägungsähnliche Lernvorgänge

Nenne drei Arten der Prägung

  1. Nachfolgeprägung: Jungen folgen bewegten Objekten, die sie sehen können (i.d.R. Elterntier). Lernen der individuellen Eigenschaften des Prägeobjekts in der sensiblen Phase.
  2. Habitatprägung: Erlernen bestimmter Eigenschaften der physischen Umwelt. (DIES IST EIGENTLICH EIN PRÄGUNGSÄHNLICHER LERNVORGANG).
  3. Sexuelle Prägung: Erlernen genereller Charakteristika von Mitgliedern der eigenen Art

2.8 Prägung und prägungsähnliche Lernvorgänge

Was ist der Unterschied zwischen der Nachfolgeprägung und der sexuellen Prägung?

Bei der sexuellen Prägung ist der Zeitintervall gross, bis das erlernte Verhalten in Aktion tritt (Sexualverhalten tritt bei Adulttieren auf).

2.9 Raumlernen

Prinzip der Pfadintegration?

Ein Tier bestimmt ständig seine Position aufgrund der vorangegangenen Bewegungen und kann dann gezielt zu einem Punkt (meist Ausgangspunkt) zurückkehren. Selbst bei sehr komplexen Wegen braucht immer nur ein einziger Vektor gespeichert zu werden.

2.9 Raumlernen

Welche zwei Prinzipien der Landmarkorientierung gibt es?

  1. Pilotieren: Ansteuern von verschiedenen Landmarken als Zwischenstationen auf einem Weg
  2. Landmarken werden als Konfiguration genutzt um einen Ort oder Richtung zu bestimmen.

2.9 Raumlernen

Was versteht man unter einer kognitiven Landkarte?

Komplexe kartenartige Repräsentation. Kann unabhängig von der Position des Beobachters genutzt werden. z.B. Finden von Abkürzungen.

2.11 Soziales Lernen

Was versteht man unter der Ortsverstärkung?

Lernprozess. Das Treiben von Artgenossen an einem bestimmten Ort wirkt attraktiv auf Mitglieder der Spezies (die dann ebenfalls diesen Ort aufsuchen).

2.11 Soziales Lernen

Was ist der Unterschied zwischen der Ortsverstärkung und der Reizverstärkung?

Bei der Reizverstärkung - ebenfalls in Anwesenheit von Artgenossen - wird die Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Objekt gelenkt.

2.11 Soziales Lernen

Was versteht man unter Emulationslernen?

Form des sozialen Lernens. Ort, Gegenstand einer relevanten Handlung und Ziel werden übernommen. Genaues Vorgehen muss vom Lernenden selbst herausgefunden werden.

3 - Soziale Intelligenz und Theory of mind

Was ist mit dem Begriff "Theory of Mind" gemeint?

Fähigkeit, Annahme über Bewusstseinsvorgänge in anderen Personen vorzunehmen und diese in der eigenen Person zu erkennen (Gefühle, Bedürfnisse, Ideen, Absichten, Erwartungen und Meinungen zu vermuten).

3 - Soziale Intelligenz und Theory of mind

Welches ist die aktuell häufig eingesetzte Testmethode zur "Theory of mind" Theorie, und wie funktioniert sie?

"False-Belief" Aufgaben. Versuchsperson /-Tier wird ein Objekt gezeigt, welches in eine von zwei Boxen gelegt wird. Weitere Person ist anwesend. Beobachter wird aus dem Raum gebracht. Dann wird der Ort, in dem sich das Objekt befindet, getauscht. Versuchsperson wird gefragt, wo sich das Objekt nun befindet.

Kinder bis 4 Jahre: nennen alter Ort, verstehen nicht, dass sich was getan haben könnte

Ältere Kinder: geben korrekte Antwort, haben theory of mind

Tests bei Tieren verlief bislang negativ.

Étudier