3GM03 - Palliative Care

Karteikarten zu 3GM03 - Lebensprozesse - Palliative Care

Karteikarten zu 3GM03 - Lebensprozesse - Palliative Care


Moritz Rolli
Diese Lernkarten vermitteln Grundlagen und vertiefte Aspekte der Palliativversorgung für Menschen mit unheilbaren Erkrankungen sowie deren Angehörige. Im Fokus stehen Definitionen, Prinzipien und praktische Maßnahmen wie Symptomlinderung, Entscheidungsfindung und Trauerbegleitung, aber auch Herausforderungen im Umgang mit Sterben und Tod. Besonders relevant sind die Unterschiede zwischen allgemeiner und spezialisierter Palliative Care sowie die strukturierte Umsetzung im Gesundheitswesen. Studierende und Fachkräfte der Pflege profitieren von diesem Wissen, um eine ganzheitliche, würdevolle Begleitung bis zum Lebensende zu gewährleisten.
Flashcards
49
Students
86
Language
German
Category
Care
Level
University
Created / Updated
31.10.2016 / 11.05.2026

Flashcards

Sollte der Patient Flüssigkeit per Vene erhalten, in der Palliativen Phase?

Nein, wenn nicht zwingend notwendig nicht, da dies zu Ödemen (Lunge), Bronchialsekret führen kann. 

Definiere den Begriff Xerostomie.

Xerostomie wird als Trockenheit der Mundhöhle bezeichnet, welches verschiedene Ursachen haben kann. 

Nenne mögliche Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten einer Xerostomie.

Ursachen: 

  • Medikamente
  • Lokale Strahlentherapie
  • Reduzierte Ernährung
  • Sauerstoffgabe
  • Dehydratation
  • Mundatmung

Behandlung:

  • 1-2Std. Befeuchtung der Mundschleimhaut
  • Lippenpflege
  • Korrektur Auslösende Faktoren (Medianpassung)
  • Aromatherapie

 

Nach welchen Kriterien sollte die Mundschleimhaut Beurteilt werden. 

  • Beurteilung der Mundschleimhaut (Backentaschen, harter & weicher Gaumen, Rachen)
  • Beurteilung der Zunge
  • Beurteilung der Lippen¨Beurteilung des Speichels
  • Schmerzempfindlichkeit durch Kälte, Wärme, Nahrung. 

Definiere den Begriff Dyspnoe.

Subjektive Wahrnehmung von Atembeschwerden unterschiedlicher Empfindung und unterschiedlicher Intensität. Ausgelöst durch das Missverständnis zwischen Atmungsbedarf und Atmungsleistung. 

Ein Leitsymptom der Palliativsituation ist die Angst. Nenne geeignete Pflegeinterventionen gegen die Angst. 

  • So wenig MEdikamente wie möglich abgeben
    • Niedrige Anfangsdosis, Langsame Dosierungssteigerung, Grössere Pausen der Umstellung
  • Mögliche Medikamente
    • Benzo's, Antidepressiva, Neuroleptika
  • Nichtmedikamentöse Massnahmen
    • Vertrauensvoller Beziehungsaufbau
    • Ruhe bewahren, objektiv bleiben, respektvoller Umgang nund Verständndis zeigen
    • Angehörige miteinbeziehen
      • Weitere Berufsgruppen miteinbeziehen
      • Seelsorger, Psychotherapeut, Physiotherapeut, Freiwilligendienste

Definiere den Begriff DBS (Durchbruchschmerz) im Bezug auf die Palliative Care.

Durchbruchschmerz ist ein vorübergehender, starker Schmerzanstieg bei sonst gut kontrolliertem Basisschmerz. 

Was ist die sogenannte Palliative Sedierung?

Die Palliative Sedierung ist eine Form der Symptomkontrolle auf dem Weg einer Bewusstseinsdämpfung durch die Verabreichung schlafanstossender Medikamente. Sie kann in Extremsituationen unerträglichen Leidens am Lebensende Erleichterung schaffen. 

Was bedeutet "Total Pain"?

Auseinandersetzung des Schwerkranken mit der Trauer und sein baldiges Sterben und den nahenden Tod. 

  • totaler umfassender Schmerz
  • Menschen leiden nicht nur unter körperplichen Schmerzen
  • Menschen leiden ander gesammten Situation

Total Pain ist die Trauer über das Niemehr und das Niewieder. Ist die auseinandersetzung des Sterbenden mit dem bevorstehenden Tod. Ist Trennungsarbeit und Lebensende

Erkläre folgenden Begriff und seine Gesetzliche Verankerung: Direkte aktive Sterbehilfe

Gezielte Tötung zur Verkürzung der Leiden eines anderen Menschen. Der Arzt oder ein Dritter verabreicht dem Pat. absichtlich eine Spritze, die direkt zum Tod führt. 

Diese Form ist nach Art. 111, 114,113 StGB strafbar. 

Erkläre folgenden Begriff und seine Gesetzliche Verankerung: Indirekte aktive Sterbehilfe.

Zur Linderung von Leiden werden Mittel (z.B. Morphin) eingesetzt, die als BW die Lebensdauer herabsetzen können. Der möglicherweise früher eintretende Tod wird in Kauf genommen. 

Ist im StGB nicht ausdrücklich geregelt, gilt aber grundsätzlich als erlaubt. 

Erkläre folgenden Begriff und seine Gesetzliche Verankerung: Passive Sterbehilfe.

Verzicht auf die Aufnahme oder den Abbruch von lebenserhaltenden Massnahmen. (Bsp: Ein Sauerstoffgerät wird abgestellt). 

Nicht ausdrücklich gesetzlich geregelt, wird aber als erlaubt angesehen. 

Erkläre folgenden Begriff und seine Gesetzliche Verankerung: Beihilfe zum Selbstmord (Suizidhilfe)

Bei der Suizidhilfe geht es darum, dem Pat. die tödliche Substanz zu vermitteln, die der Suizidwillige ohne Fremdeinwirkung einnimmt. <-- Exit leistet Suizidhilfe, kann jedoch nicht belangt werden, solange keine selbstsüchtigen Motive vorhanden sind. 

Nur wer "aus sst. Beweggründen" jemandem zum Selbstmord Hilfe leistet (z.B. durch Beschaffung einer tödl. Substanz), wird nach StGB mit Freiheitsstrafe bestraft. 

Erkläre folgenden Begriff und seine Gesetzliche Verankerung: Palliativ-medizinische Betreuungsmassnahmen

Palliative Medizin und Betreuung umfassen medizinische Behandlungen, körperliche Pflege, aber auch psychologische, soziale und seelsorgerische Unterstützung des Patienten sowie seiner Angehörigen.

Sie können die Lebensqualität Schwerkranker und Sterbender deutlich erhöhen und damit auch Sterbewünsche verhindern. 

Was ist das sogenannte SAMW?

Schweizerische Akademi der Medizinischen Sterbehilfe.

Definiere den Begriff "Spiritualität" und "Religion". Worin besteht der Unterschied. 
 

Spiritualität: Die Beziehung eines Menschen zu dem, was sein Leben trägt, inspiriert und nährt. Es ist nicht besonders Fassbar.

Religion: Ein organisiertes System von Glauben, Praxis und Symbolen, das helfen soll, einer höheren Macht näherzukommen. Es ist eher Fassbar.

Nenne die vier miteinander verbundenen Kerndimensionen der spirituellen Bedürfnisse. 

  • Verbundenheit
    • Liebe
    • Zugehörigkeit
  • Friede
    • innerer Friede, Hoffnung, Ausgeglichenheit, Vergebung
  • Sinn/Bedeutung
    • Lebenssinn, Selbstverwirklichung
  • Transzendenz
    • spirituelle Ressourcen, Beziehung zu Gott

nenne die drei Grundsätze zur Förderung von Palliative Care in der CH, basierend auf der Nationale Strategie Palliative Care.

  1. Palliative Care (PC)-Leistungen sollen angeboten werden
  2. PC-Leistungen sollen für alle zugänglich sein
  3. Die Qualität der PC-Leistungen soll professionellen Standards entsprechen. 

Nenne Strukturkriterien für die Palliative Care im stationären Akut-Bereich. 

  • Verankertes PC-Konuept in dern Institution
  • Erkennen von Palliativen Situationen mittels Instrumenten
  • Abrufbare Ressourcenperson mit spezialisierten PC-Kompetenzen
  • multidimensionale Assessments
  • angemessene Informaiton von Pat. sowie geregelter Umgang mit PV.
  • Geregelte interprofessionelle Zusammenarbeit.
  • Aus- und Weiterbidlungskonzept für alle Mitarbeitenden

Nenne die drei Unterschiedlichen Krankheitsverläufe, welche in der PC formuliert werden mit je einem Bsp. 

  • Stabiler Krankheitsverlauf mit kurzer Sterbephase
    • vor allem bei Krebs
  • Krankheitsverlauf mit akuten Phasen der Verschlechterung und nachfolgender Stabilisierung
    • vor allem beim Lungen- und Herz-Kreislauferkrankungen, COPD
  • Krankheitsverlauf mit kontinuierlicher, langsamer Verschlechterung
    • v.a. bei Demenz & Gebrechlichkeit. 

Nenne Herausforderungen der allgemeinen Palliative Care.

  • fortschreitender Anstieg der Anzahl Menschen, die an chronischen Krankheiten mit begrenzter Lebenserwartung leiden.
  • steigender Bedarf an medizinisch-pflegerischer Betreuung

Wer ist die Zielgruppe der Palliative Care in der Grundversorgung?

Pat. in der allgemeinen PC sind Personen, die sich aufgrund des Verlauf ihrer unheilbaren und/oder fortschreitenden Erkrankung mit dem Lebensende vorausschauend auseinandersetzen oder sich in der letzen Phase des Lebens befinden. Im Vordergrund ist nicht die Diagnose, sondern die Bedürfnisse & Sorgen des betroffenen Menschen & seiner Angehörigen. 

Was sind die 6 Kernleistungen der allgemeinen Palliative Care und wie werden diese erreicht?

  • Symptome erfassen, behandeln und Lindern
    • Information über Möglichkeiten der Schmerzlinderung
      • Symptome regelmässig erfassen, behandeln und lindern
  • Gestaltung der letzen Lebensphase
    • Bedürfnisse ansprechen, Infos zu Beratungsangeboten
      • Ziele und Prioritäten für die verbleibende Zeit definieren, organisatorische Fragen klären
  • Entscheidungsfindung & Verlaufsplanung
    • Pat.verfügung vorausschauende Diskussion des Verlaufs
      • Notfallplanerstellung, Vorausplanung von Verschlechterungen und akut bedrohlichen Situationen
  • Netzwerk bilden & koordinieren
    • Ermitteln der Vorhandenen Ressourcen
      • Netzwerk bilden und koordinieren (Rundtischgespräche, gemeinsamer Betreuungsplan)
  • Unterstützung der Angehörigen
    • Information über Möglichkeiten und Unterstützung
      • Unterstützung der Angehörigen durch Freiwillige, Beratungsdienste
  • Trauerbegleitung
    • Begleitung in der Trauerphase

 

Erkennen der palliativ Situation ist das A&O. 

Wann liegt eine Palliative Situation vor?

Wenn - im Zusammenhang mit einer unheilbar, chronisch-fortschreitenden Krankheit oder altersbedingter Gebrechlichkeit - eines der folgenden Bedürfnisse vordringlich wird oder zwei Bedürfnisse latent auftreten.

  • Linderung von belastenden Symptomen
  • Auseinandersetzung mit Sterben & Tod
  • Selbstbestimmung, Autonomie, Sst.
  • Gestaltung der letzten Lebensphase
  • Sterbewünsche
  • Unterstützung schwierieger Entscheidungen
  • Koordination und vorausplanung
  • Einbezug der Angehörigen

 

Definiere den Begriff "Palliative Care" nach dem BAG. 

Die Palliative Care umfasst die Betreuung und die Behand- lung von Menschen mit unheilbaren, lebensbedrohlichen und/oder chronisch fortschreitenden Krankheiten. Sie wird vorausschauend miteinbezogen, ihr Schwerpunkt liegt aber in der Zeit, in der die Kuration der Krankheit als nicht mehr möglich erachtet wird und kein primäres Ziel mehr darstellt. Patientinnen und Patienten wird eine ihrer Situation ange- passte optimale Lebensqualität bis zum Tode gewährleistet und die nahestehenden Bezugspersonen werden angemessen unterstützt. Die Palliative Care beugt Leiden und Komplika- tionen vor. Sie schliesst medizinische Behandlungen, p e- gerische Interventionen sowie psychologische, soziale und spirituelle Unterstützung mit ein. 

Nenne die Grundwerte der Palliative Care nach dem BAG.

Selbstbestimmung, Würde und die Akzeptanz von Krankheit, Sterben und Tod als Bestandteile des Lebens sind Grund- werte, die bei der Erbringung der Palliative Care – so wie bei jedem p egerischen und ärztlichen Handeln – umfassend geachtet werden. 

Nenne die Prinzipien der Einbringung der Leitlinen bei der Palliative Care nach dem BAG. 

Bei der Erbringung der Palliative Care sind die folgenden Prinzipien zu befolgen:

  • Gleichbehandlung aller Menschen

  • Interprofessionelle Vernetzung und Kontinuität

  • Offene und angemessene Kommunikation

  • Unterstützung bei Entscheidungsprozessen

  • Einbezug des persönlichen Umfelds

  • Multidimensionalität 

Was ist der unterschied zwischen allgemeiner und spezialisierter Palliative Care?

Die allgemeine Palliative Care befasst sich mit der Gruppe Patienten, welche aufgrund des Verlaufs ihrer unheilbarer, lebensbedrohlichen und chronisch fortschreitender Erkrankung mit dem Lebensende auseinandersetzen oder sich in dieser Phase befindet. 

Die spezialisierte PC ist für die Pat., welche aufgrund instabiler krankheitssituation spezialisiertes Personal brauchen. 

Im Bezug auf Sterbehilfe. Was sollen Pflegende laut SBK tun, wenn ein Pat. den aktiven Sterbewunsch äussert?

  • Dem Pat. aufmerksam zuhören und sich dafür einsetzen, dass alles, was möglich ist, für ihn getan wird, um seine körperlichen und seelischen Leiden zu lindern bzw. sich zu versichern, das dies getan wurde
  • Mit Kollegen über die eigenen Gefühle sprechen und Unterstützung suchen
  • Zusammen mit dem Pat. und im Team nach Möglichkeiten suchen, wie er seinen Wunsch nach Selbsttötung realisieren könnte
  • Angehörigen Begleiten
  • Falls die Verantwortung für die Pflege des Pat. zu schwer wiegt, bitten, von ihr befreit zu werden
  • Dem Pat. in seinen letzen Minuten beistehen, falls er oder Angehörigen dies wünschen. 

Nenne Indirekte Faktoren, welche auf der Arbeit dazu führen können, dass der Umgang mit Tod und Sterben belastend werden kann. 

  • mangelndes Einverständnnis zwischen Ärzten, Pflegenden und anderen Berufsgruppen bez. der Entscheidungsfindung
  • Wiederstrebende/unklare Wünsche zwischen Pat. und Angehörigen.
  • Unsicherheit hinsichtlich der Prognose
  • Tod bei Kindern und Jungendlichen, unerwarteter Tod eines Pat. 
  • Eigener Verlust, Trauer, Angst vor Krankheit oder Tod
  • Gefühle von professioneller Unzulänglichkeit und/oder Versargen
  • fehlende Kommunikative oder fachliche Kompetenz. 

Nenne die drei möglichen grundlegenden Belastungsreaktionen und Symptome. 

  • Streit
  • Ablehnung
  • Rückzug
  • Überredseligkeit
  • Sprachlosigkeit
  • Spannungen zwischen den Berufsgruppen
  • Zynismus
  • Ablehnung von Ritualen
  • Keine Unterstützung annehmen. 

Nenne mögliche Schutzfaktoren gegen eine Belastung, beispielsweise auf einer PC - Station.

  • Humor
  • Offene Kommunikation, Austausch im Team
  • Autonomie
  • Rollenklarheit
  • Respekt & Wertschätzung
  • Konstruktive Struktur
  • sich entlasten
  • Sinnfragen stellen und eigene Rituale entwickeln
  • Bewusste Bejahung des Lebens. 
  • Achtsamer Umgang mit den eigenen Grenzen. 

Wie zeigt sich Mitgefühl?

  • Aufmerksam zuhören
  • Sensibles Beobachten und Wahrnehmen der verbalen und nonverbalen Signale Botschaften
  • Interessen am Menschen
  • Vermeidung von vorschnellen Beurteilen
  • Bereitschaft, Wahrnehmung und Interpretationsfehler zu korrigieren
  • Eigenen Gefühle wahrnehmen und verbalisieren können
  • Berührtsein zulassen

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