BZ-Pflege


D. S.
Diese Lernkarten bieten einen Überblick über Tumore der Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse, geeignet für den Mittelschulbereich. Sie behandeln Symptome, Diagnostik und Therapie von Lebermetastasen, Pankreaskarzinomen und anderen Tumoren, einschließlich neuroendokriner Tumore und deren spezifischen Syndromen. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten und Fachkräfte, die sich auf die Diagnose und Behandlung von Tumoren in diesen Organen spezialisieren möchten.
Karten
46
Lernende
11
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Mittelschule
Erstellt / Aktualisiert
07.06.2016 / 29.10.2019

Lernkarten

maligne Lebertumore

  • Die häufigsten malignen Lebertumore sind Metastasen: – Bronchialkarzinom, Mammakarzinom

  • Das hepatozelluläre Karzinom ist der häufigste primäre maligne Lebertumor

  • Seltenere maligne Lebertumore sind:

    – Cholangiokarzinom

    – Hämangiokarzinom

    – Hepatoblastom (embryonaler Tumor, häufiger Tumor im Kindesalter) 

Definition hepatozellulären Karzinom

  • Kurz HCC
  • Unter dem hepatozellulären Karzinom versteht man ein von den Leberzellen ausgehendes Karzinom
  • Synonym: Primäres Leberzellkarzinom

Wer erkrankt häufiger an einem Lebertumor? männer oder frauen?

4x mehr Männer

Hauptmanifestation von Lebertumoren

Wann?

5.-6. Lebensjahrzehnt 

Ursache Lebertumor

  • Entstehen meist auf dem Boden einer Leberzirrhose, verursacht durch: 

– Alkohol, ca. 80% 

– Hepatitis B oder C 

– Hämochromatose (Erhöhte Eisenaufnahme: führt zur Leberzyrose)

  • Weitere mögliche Ursachen:

--Aflatoxine des Aspergillus niger(Schimmelpilz auf Erdnüssen, Getreide) 

– Pyrrolizidin-Derivate: Huflattich, Pestwurz

– α1-Antitrypsin-Mangel (körpereigener Stoff...baut Giftstoffe ab)
– nach einer Methotrexat-Behandlung (bei Autoimmunerkrankungen eingesetzt oder beim Einsatz von Zytostatikatherapie)

  • Bei über 60% wird das Tumorsupressorgen P53 gestört + erhöht (Dieser Faktor ist für Zellzyklus und selbstzerstörung der Zelle= wenn er erhöht ist heisst es dass ein Tumor vorhanden ist)

Inzidenz

Anzahl der Neuerkrankungen

Prävalenz

Anzahl einer Krankheit zu einem bestimmten Zeitpunkt

Pathogenese von Lebertumoren

  • Entwickelt sich häufig multizentrisch (mehrere Tumorherde an verschiedenen Orten in der Leber)

  • Histologisch ist eine unterschiedliche Differenzierung zu beobachten

  • Frühzeitige Metastasierung in: – Lymphknoten– Knochen– Lungen – Nebennieren– Zentralnervensystem – Peritoneum 

Symptome des Lebertumors

  • Druck im rechten Oberbauch

  • Subfebrile Temperaturen – Fieber

  • Gewichtsabnahme - Tumorkachexie (Stoffwechselstöhrung und somit Auszerrung+Abmagerung des Krebserkrankten)

  • Paraneoplasitsche Symptome (Immunreaktion, Hormone Zytokine) durch ektop gebildete Hormone (Symptome die durch die veränderung des Leberzellgewebes verursacht werden-Sekretisierung des Tumors)

    – Hyperkalzämie
    – Hypoglykämie
    – Hypercholesterinämie
    – Hypertriglyzeridämie
    – Erythrozytose(-Polyglobulie)

  • Symptome möglicher Metastasen und symptome  die wir in der Allgemeinen Tumorlehre gehabt haben

Was ist eine Leberzyrose?

 

Zellen werden umgewandelt in Bindegewebe (vernarbung) =Durchblutungsstörungen ect.

Diagnostik (allgemein) bei Lebertumor

  •   Anamnese: Leberzirrhose, Hepatitis B oder C?

  • Labor: Tumormarker: Alpha-1-Fetoprotein ↑ (Cave: auch bei Hodentumoren erhöht)
  • Bildgebende Verfahren: Farbduplex- und Kontrastmittel- Sonographie, MRI-und CT-Verfahren
  • Keine Feinnadelpunktion!: Gefahr der Implantationsmetastasen (Streuung bestehender Krebszellen) 

Differentialdiagnosen bei Lebertumoren

  • − Lebermetastasen
  • − Benigne Lebertumore
  • − Leberzysten
  • − Leberabszess 

Therapie bei Lebertumoren

  • Eine kurative Therapie ist selten möglich!

  • Ist der Tumor klein und lokal: Leberteilresektion

  • Ist eine Resektion nicht möglich, der Tumor aber auf die Leber beschränkt: Lebertransplantation

  • Systemische Chemotherapie: Multi-Tyrosinkinaseinhibitoren ‡ Sunitinib® und Sorafenib®

  • Lokale ablative Therapieverfahren:

– Indikationen: Kleine Tumorherde, Überbrückung bis zur Transplantation und Palliative Therapie:

  • Perkutane Äthanolinjektionen =PEI (95%iges Ethanol – Nekrotisierung) Direkt in den Tumor wird Ethanol gespritzt um den Tumor zu nekrotisieren)

  • Radiofrequenzablation = RFA (Ablation durch Koagulationsnekrose)

  • Transarterielle Chemoembolisation = TACE

  • MRI-gesteuerte Kryotherapie (Kälte)

  • Laserinduzierte Thermotherapie = LITT (Hitze durch Laserlicht)

  • Magnetic Drug Targeting = MDT (Zytostatika werden an magnetische Nanopartikel gebunden und unter Einwirkung von Magnetfelder an bestimmten Orten angereichert)

  • Selective Internal Radiation Therapiy = SIRT (intraarterielle Injektion von radioaktiven

    Mikrosphären an den Ort des Tumors)

  • Cyberknife (Roboter-gesteuerte sehr exakt lokalisierte Strahlentherapie) 

Verlauf/ Prognose des Lebertumors

  • Die meisten Pat. versterben rasch an der Tumorkachexie, Leberkoma oder Ösophagusvarizenblutung

  • Die Überlebenszeit beträgt wenige Wochen bis Monate

  • Bei 80% der Fälle ist der Tumor bei der Diagnosestellung inoperabel!

  • Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt <5% 

Definition Lebermetastasen

„Darunter versteht man Tumorzellen, welche sich im Rahmen einer extrahepatischen, malignen Tumorerkrankung in der Leber abgelegt haben – häufigste Form der malignen Lebertumoren.“ 

Ursachen und Pathogenese von Lebermetastasen

  • Am häufigsten auf Magen-Darm-Bronchial- und Prostatakarzinome ,Mamma- und Uteruskarzinome zurückzuführen

  • −  Lebermetastasen können solitär oder multipel auftreten

  • −  Werden gewöhnlich bei Ultraschalluntersuchungen als

    rundliche Knoten erkannt

Symptome von Lebermetastasen

  • Symptome des Primärtumors

  • Symptome des hepatozellulären Karzinoms 

Komplikationen von Lebermetastasen

Gleich wie bei Primärtumor

Diagnostik von Lebermetastasen

  • Sonographie: echoreich oder echoarm, evtl. zentrale Echoverstärkung‡„bulls eye“

  • Kontrastmittelsonographie

  • CT oder MRI 

Therapie der Lebermetastasen

  • Einzelne Lebermetastasen können operativ entfernt werden (falls Primärtumor behandelt ist)
  • Verschiedene ablative Therapieverfahren 

Verlauf & Prognose bei Lebermetastasen

Ist mitabhängig vom Primärtumor

Benigne Tumore der Leber

  • Sind insgesamt sehr selten
  • − Sind meist symptomlos und stellen oft einen Zufallsbefund dar −

Man unterscheidet:

− Leberzelladenom

  • −  Orale Kontrazeptiva ‡ begünstigen den

    Wachstum

  • −  Wegen Entartungsrisiko stets operative Entfernung (primäre Prävention)

  • −  Komplikation: Ruptur mit Blutung

Fokalenoduläre Hyperplasie (=lokal, begrenzte, knotenförmige Leberzellhyperplasie)

− Orale Kontrazeptiva ‡ begünstigen den Wachstum − Operative Entfernung nur bei Beschwerden

Leberhämangiom(=Leberblutgefässtumor)
− Operative Entfernung nur bei rasch zunehmender

Grösse und Beschwerden − Komplikation: Blutung 

Maligne Tumore der Gallenblase und Gallenwege 

häufig oder nicht?

sind selten

Gallenblasenkarzinome Definition

Darunter versteht man eine bösartige Tumorerkrankung, meist Adenokarzinom, der Gallenblase.

Wer ist mehr ab Gallenblasenkarzinomen betroffen und in welchem Lebensjahr?

mehr Frauen

über dem 70. Lj

Was ist das Synonym vom Gallengangskarzinom?

  • CholangiozelluläresKarzinom
  • Cholangiokarzinom 

Adenokarzinom

börsartiger Tumor der aus Drüsengewebe hervorgegangen ist.

Was ist ein Klatskin-Tumor?

Sonderform des Gallengangskarzinoms (bösartig)

Tumore des Pankreas

  • maligne oder benigne häufiger?
  • Lokalisation
  • Wer ist mehr betroffen? m/f
  • Wann ca tritt es auf?

  • maligne sind häufiger
  • Pankreaskopf
  • männer sind mehr betroffen
  • 68-70 jahre

Definition Pankreaskarzinom

Darunter versteht man einen bösartigen Tumor der Bauchspeicheldrüse, bei dem es sich meist um ein Adenokarzinom mit schlechter Prognose handelt. 

Ursache und Pathogenese von Pankreaskarzinomen

  • −  Die Ursachen sind unbekannt!

  • −  Eine genetische Veranlagung spielt eine Rolle

  • −  Risikofaktoren wie Rauchen, Alkohol, Diabetes mellitus, Adipositas, chron. Pankreatitis werden diskutiert, sind aber nicht gesichert!

  • −  Die Tumorentstehung wird durch eine Akkumulation von verschiedener Genmutationen hervorgerufen

    − Tumorsupressorgene: P53, P16 und DPC4 − Aktivierung des Onkogens: K-ras (Gen für

    Signalübermittlung im Zytoplasma)

  • Meist sind es Adenokarzinome, die am häufigsten den Pankreaskopf betreffen: >70% der Fälle 

  • Ausgangspunkt in >90% ist das Epithel der Pankreasgänge, in 10% das Azinusepithel

  • Frühe lymphogene und hämatogene Metastasierung in: − Leber

    − Lymphknoten − Lunge
    − Knochen

  • Das Pankreaskarzinom zeichnet sich aus durch: − Eine schwierige Diagnose
    − Eine schwierige Therapie
    − Eine schlechte Prognose 

Symptome Pankreaskarzinom

  • −  Es fehlen Frühsymptome ‡schwierige Diagnose!

  • −  Appetitverlust und Übelkeit

  • −  Unspezifische Oberbauchschmerzen

  • −  Gewichtsverlust

  • −  Symptome einer Begleitpankreatitis

  • −  Evtl. Ikterus – bei Pankreaskopfkarzinom

    − Courvoisier-Zeichen

  • −  Rezidivierende Thrombosen (wie bei anderen malignen Tumoren auch)

  • −  Symptome des Diabetes mellitus

  • −  Symptome möglicher Metastasen

    • −  Rückenschmerzen sind oft ein erstes Zeichen! (viele Pat. sind deshalb orthopädisch vorbehandelt)

    • −  Vgl. Sie oben

Komplikationen des Pankreaskarzinoms

  • −  Gallengangsverschluss mit Ikterus

  • −  Hyperglykämien bzw. Glukosestoffwechselentgleisungen

  • −  Magenausgangsstenosen 

Diagnostik von Pankreaskarzinom

  •   Sonographie

  • −  MRI, CT und oder PET

  • −  Labor: Tumormarker CA19-9 und CA50 (Keine Frühdiagnose, sondern eher Kontrollverlauf, CA 19-9 sind auch bei Cholestase und entzündlichen Erkrankungen des M-D-Traktes erhöht!)

  • −  Zytologie des Pankreassaftes, evtl. Bestimmung des K-ras

  • −  Keine Feinnadelpunktion!: Gefahr der Implantationsmetastasen 

Therapie bei einem Pankreaskarzinom

  • Kurative chirurgische Behandlung: subtotale Duodeno-Pankreatektomie mit Lymphadenektomie (=pyloruserhaltende Whipple-Operation)‡wegen später Diagnosestellung nur bei sehr wenigen Pat. möglich!

    • −  Adjuvante Zytosatikatherapie verlängert das Überleben

    • −  Neoadjuvante Radiochemotherapie zum „Down-sizing“ vor der

      Operation

  • −  Palliative Therapie

    • −  Systemische Zytostatikatherapie zum „Down-sizing“

    • −  Bei Ikterus: Stenteinlage zum Offenhalten des D. choledochus

    • −  Bei Magenausgangsstenose: Stenteinlage ins Duodenum oder Anlage einer Gastroenterostomie

    • −  Bei Tumorschmerzen:
      − grosszügige Umsetzung des WHO-Stufenschema --Blockade des Ganglion coeliacum --epidurale Analgesie

Verlauf/Prognose bei Pankreaskarzinom

  • 5-Jahres-Überlebensrateliegtunter1%
  • − 5-Jahres-Überlebensratebeieiner„kurativen“ Resektion liegt unter 5% 

Insulin wird beim Tumor zu? Führt zu?

Wo ist der Tumor?

Insulinom.= Hypoglykämie

Vorderdarm

Gastrin wird zu? Führt zu? 

Was ist Gastrin?

Wo ist der Tumor?

Gastrinom =Peptische Ulzera, Diarrhoe

Ist ein Gewebshormon das die Produktion von Magensäure anregt

Vorderdarm

Glukagon wird zu? Führt zuwelchen Symptomen?

Wo ist der Tumor?

Glukagonom= Diabetes mellitus

Vorderdarm

Somatostatin

wird zu? Symptome?

Wo sitzt der Tumor? 

Somatostatinom

Diabetes mellitus, Gallensteine

Vorderdarm-Tumore

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