Manuel

Diese Lernkarten vermitteln klinische Grundlagen zur Beurteilung von Herz und Gefäßen, besonders bei Notfällen wie Schock, Herzinsuffizienz oder ACS. Sie erklären zentrale Zeichen wie Hautfarbe, Bewusstsein, Diurese und EKG-Befunde sowie deren pathophysiologische Zusammenhänge. Ideal für Mediziner, die Notfallsituationen schnell und strukturiert einschätzen müssen.
Karten
104
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
20.08.2026 / 12.09.2026

Flashcards

Welche reversiblen Ursachen von Arrhythmien werden auf der Intensivstation gesucht?

Hypoxämie, Säure-Basen-Störung, Kalium-/Magnesiumstörung, Ischämie, Infektion, Hypovolämie/Überwässerung, Schmerz, Medikamente und Katecholamine sowie endokrine Ursachen.

Welche drei Säulen gehören zur Behandlung von Vorhofflimmern?

Schlaganfall-/Thromboembolieprävention, Frequenz- oder Rhythmuskontrolle und konsequente Behandlung von Risikofaktoren und Begleiterkrankungen.

Was ist ein Pulsdefizit?

Die am Herzen bzw. im EKG gemessene Frequenz ist höher als der peripher tastbare Puls, weil nicht jede Kontraktion ein wirksames Schlagvolumen erzeugt.

Welche lebensbedrohlichen Ursachen müssen bei akutem Thoraxschmerz bedacht werden?

ACS, akutes Aortensyndrom, Lungenembolie, Spannungspneumothorax, Perikardtamponade sowie Ösophagusruptur; je nach Kontext weitere Ursachen.

Welche Red Flags bei Thoraxschmerz erfordern sofortige Eskalation?

Kreislaufinstabilität, Dyspnoe/Hypoxämie, Bewusstseinsstörung/Synkope, neue EKG-Veränderungen, vegetative Zeichen, neurologische Defizite oder abrupt maximaler bzw. reißender Schmerz.

Was ist Dyspnoe?

Das subjektive Gefühl erschwerter oder unangenehmer Atmung. Es muss zusammen mit Atemfrequenz, Atemarbeit, SpO2/BGA, Auskultation, Hämodynamik und Verlauf beurteilt werden.

Welche kardialen Ursachen akuter Dyspnoe sind wichtig?

Akute Linksherzinsuffizienz/Lungenödem, ACS, relevante Arrhythmie, mechanische Klappenkomplikation, Perikardtamponade und Rechtsherzversagen z. B. bei Lungenembolie.

Welche Zeichen sprechen für ein akutes kardiales Lungenödem?

Schwere Dyspnoe/Orthopnoe, Tachypnoe, erhöhte Atemarbeit, diffuse feuchte Rasselgeräusche, Hypoxämie, Angst/Unruhe und ggf. schaumiges Sekret.

Welche pflegerischen Sofortmaßnahmen sind beim akuten Lungenödem wichtig?

ABCDE, aufrechte Position sofern toleriert, enges Monitoring, Sauerstoff bei Hypoxämie, NIV früh vorbereiten/unterstützen wenn geeignet, i.v. Zugang und verordnete vasoaktive/diuretische Therapie; Ursache und Blutdruck bestimmen die Behandlung.

Welche Angaben sind bei Palpitationen wichtig?

Plötzlicher oder schleichender Beginn, regelmäßig oder unregelmäßig, Dauer/Frequenz, Auslöser, Terminierung sowie Thoraxschmerz, Dyspnoe, Schwindel oder Synkope.

Was ist eine Synkope?

Ein kurzzeitiger Bewusstseinsverlust durch vorübergehende globale zerebrale Hypoperfusion mit raschem Beginn, kurzer Dauer und spontaner vollständiger Erholung.

Welche Synkopenmerkmale sprechen für eine mögliche kardiale Ursache?

Synkope bei Belastung oder im Liegen, ohne Prodromi, mit Palpitationen/Thoraxschmerz, auffälligem EKG, struktureller Herzerkrankung oder Familienanamnese plötzlichen Herztods.

Was sind die vier bedrohlichsten kardiovaskulären Notfallsituationen?

Herz-Kreislauf-Stillstand, ACS, akutes Lungenödem/akut dekompensierte Linksherzinsuffizienz und Schock.

Welche klinischen Zeichen sprechen für Schock?

Hypotonie ist häufig, aber nicht zwingend früh vorhanden. Entscheidend sind Hypoperfusion: verändertes Bewusstsein, kalte/marmorierte Haut oder bei distributivem Schock warme Haut, verlängerte Rekapillarisierung, Oligurie, Tachypnoe und Laktatanstieg.

Ein Patient entwickelt plötzlich Dyspnoe, SpO2-Abfall, beidseitige Rasselgeräusche und Hypertonie. Was vermutest du und was erhebst du sofort?

Verdacht auf akutes kardiales Lungenödem. Sofort ABCDE, Atemarbeit/AF/SpO2, Auskultation, Blutdruck/MAP, Rhythmus und 12-Kanal-EKG, Bewusstsein, Perfusion, BGA und Diurese beurteilen; ärztlich eskalieren und NIV sowie verordnete Akuttherapie vorbereiten.

Ein Patient nach Infarkt wird hypotensiv, kaltschweißig und oligurisch. Welche Komplikation ist wahrscheinlich?

Kardiogener Schock bis zum Beweis des Gegenteils. Perfusion, Laktat/BGA, Rhythmus, Stauungszeichen und mögliche mechanische Komplikationen werden sofort abgeklärt.

Ein Patient nach Infarkt entwickelt ein neues systolisches Geräusch und Lungenödem. Was muss bedacht werden?

Vor allem Papillarmuskelruptur mit akuter schwerer Mitralinsuffizienz; auch ein Ventrikelseptumdefekt ist möglich. Das ist ein echokardiographischer und herzchirurgischer Notfall.

Wie unterscheidest du Links- und Rechtsherzdekompensation klinisch?

Links dominieren pulmonale Stauung, Dyspnoe, Orthopnoe und Rasselgeräusche; rechts dominieren Halsvenenstauung, periphere/sakrale Ödeme, Hepatomegalie und Aszites. Häufig besteht eine biventrikuläre Mischform.

Warum ist die Diurese bei kardial instabilen Patienten wichtig?

Sie ist ein Verlaufsmarker der Nierenperfusion und des Flüssigkeitshaushalts. Oligurie kann auf vermindertes Herzzeitvolumen, venöse Nierenstauung, Hypovolämie oder Nierenschädigung hinweisen und muss im Gesamtkontext beurteilt werden.

Ein Patient hat Vorhofflimmern mit 160 pro Minute. Welche Befunde entscheiden über die Dringlichkeit?

Blutdruck/MAP, Bewusstsein, Schockzeichen, Thoraxschmerz/Ischämie, Dyspnoe/Lungenödem, SpO2, Beginn/Dauer, 12-Kanal-EKG und reversible Ursachen. Instabilität verlangt sofortige Notfalltherapie

Wie beurteilst du einen kardial instabilen Patienten in den ersten Minuten?

ABCDE, Monitoring und Defibrillationsbereitschaft; Blutdruck/MAP, Rhythmus/12-Kanal-EKG, Atemarbeit/SpO2, Bewusstsein, Hautperfusion/Rekapillarisierung, Pulse, Diurese und fokussierte Anamnese. Parallel Hilfe alarmieren und Therapie nach Ursache vorbereiten.

Wie werden MAP, Herzfrequenz, Haut, Bewusstsein und Diurese zusammengeführt?

Kein Einzelwert beweist ausreichende Perfusion. Ein scheinbar akzeptabler MAP kann bei kalter Haut, Verwirrtheit, Oligurie oder Laktatanstieg dennoch mit Low Output einhergehen; Verlauf und Organzeichen bestimmen die Gesamtbeurteilung.

Warum können Tachykardien bei eingeschränkter LV-Funktion schlecht toleriert werden?

Sie verkürzen die Diastole, vermindern Füllung und Koronarperfusion, erhöhen den Sauerstoffbedarf und können dadurch Schlagvolumen, Ischämie und Stauung verschlechtern.

Was bedeutet kalte, marmorierte Haut bei sinkendem Blutdruck?

Sie spricht für periphere Vasokonstriktion und unzureichende Gewebeperfusion, häufig bei niedrigem Herzzeitvolumen. Zusammen mit Bewusstsein, Diurese, Laktat und Ursache beurteilen.

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