Unternehmensführung

Vorbereitung Technischer Fachwirt Unternehmensführung

Vorbereitung Technischer Fachwirt Unternehmensführung

Diese Lernkarten vermitteln grundlegende bis fortgeschrittene Konzepte der Unternehmensführung, von der Gründung über Finanzwesen bis zu rechtlichen Rahmenbedingungen. Sie behandeln zentrale Themen wie Kosten, Gewinne, Marktforschung, Marketing-Mix und betriebliche Funktionen sowie wichtige Unterschiede zwischen Eigen- und Fremdkapital oder externem und internem Rechnungswesen. Ideal für Studierende, Gründer oder Fachkräfte, die ihr Wissen strukturiert vertiefen und praxisnah anwenden möchten.
Karten
102
Lernende
3
Sprache
Deutsch
Kategorie
BWL
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
08.08.2026 / 30.09.2026

Lernkarten

Wann gerät ein Schuldner in Verzug?

Grundsätzlich bei:

  1. fälliger Leistung
  2. Nichtleistung
  3. Mahnung nach Eintritt der Fälligkeit
  4. Schuldner hat die Verzögerung zu vertreten

Eine Mahnung kann entbehrlich sein, z. B. wenn ein konkreter Zahlungstermin vereinbart wurde.

Merksatz: Fällig + nicht geleistet + Mahnung = Verzug

Was ist der Unterschied zwischen Liquidität und Rentabilität?

Liquidität: Fähigkeit eines Unternehmens, seine fälligen Zahlungsverpflichtungen rechtzeitig erfüllen zu können.

Rentabilität: Zeigt, wie erfolgreich bzw. gewinnbringend das eingesetzte Kapital oder der Umsatz genutzt wird.

Beispiele:

  • Eigenkapitalrentabilität → Gewinn im Verhältnis zum Eigenkapital
  • Umsatzrentabilität → Gewinn im Verhältnis zum Umsatz

Liquidität = Kann ich bezahlen? Rentabilität = Lohnt sich mein eingesetztes Kapital?

Was ist der Unterschied zwischen direkten und indirekten Steuern?

Direkte Steuer: Steuerschuldner und wirtschaftlich Belasteter sind grundsätzlich dieselbe Person.
Beispiel: Einkommensteuer

Indirekte Steuer: Die Steuer wird von einer Person abgeführt, wirtschaftlich aber von einer anderen getragen.
Beispiel: Umsatzsteuer – Unternehmer führt sie ab, Endverbraucher trägt sie.

Merksatz: Direkt = selbst zahlen und tragen Indirekt = Steuer wird weitergegeben

Was ist der Unterschied zwischen Aufbauorganisation und Ablauforganisation?

Aufbauorganisation: Regelt die Struktur des Unternehmens, z. B. Stellen, Abteilungen, Hierarchien und Zuständigkeiten.

Ablauforganisation: Regelt die Arbeits- und Informationsabläufe im Unternehmen, also wer macht was, wann, wo und in welcher Reihenfolge.

Merksatz: Aufbauorganisation = Wer ist wo zuständig? Ablauforganisation = Wie läuft die Arbeit ab?

Was ist der Unterschied zwischen Anderskosten und Zusatzkosten?

Anderskosten: Aufwand ist in der FiBu vorhanden, wird in der KLR aber mit einem anderen Betrag angesetzt.
Beispiel: kalkulatorische Abschreibung.

Zusatzkosten: Kosten entstehen nur in der KLR, ohne entsprechenden Aufwand in der FiBu.
Beispiele: kalkulatorischer Unternehmerlohn, kalkulatorische Miete, kalkulatorische Zinsen.

Merksatz: Anderskosten = Aufwand da, aber anders bewertet Zusatzkosten = zusätzlich nur in der KLR

Was versteht man unter Deflation und welche Folgen kann sie haben? 

Deflation: Anhaltender Rückgang des allgemeinen Preisniveaus. Dadurch steigt die Kaufkraft des Geldes.

Mögliche Folgen:

  • Verbraucher verschieben Käufe
  • Nachfrage sinkt
  • Unternehmensumsätze sinken
  • Kapazitätsauslastung und Investitionen können zurückgehen
  • Arbeitslosigkeit kann steigen

Merksatz: Deflation = Preise runter → Kaufkraft rauf → Konsum kann zurückgehen

Was ist der Unterschied zwischen Finanzierung und Investition?

Finanzierung: Beschaffung von finanziellen Mitteln für das Unternehmen.

Investition: Verwendung dieser finanziellen Mittel im Unternehmen.

Beispiele:
Finanzierung → Kredit, Gesellschaftereinlage
Investition → Maschine, Anlage, Erweiterung

Merksatz: Finanzierung = Woher kommt das Geld? Investition = Wofür wird das Geld eingesetzt?

Was versteht man unter einer Bürgschaft?

Durch den Bürgschaftsvertrag verpflichtet sich der Bürge gegenüber dem Gläubiger eines Dritten, für die Erfüllung der Verbindlichkeit des Dritten einzustehen.

Merksatz: Zahlt der Hauptschuldner nicht, kann der Bürge für die Schuld einstehen müssen.

Was ist der Unterschied zwischen neutralem Aufwand und Zweckaufwand?

Neutraler Aufwand: Aufwand in der FiBu, der nicht zum eigentlichen Betriebszweck gehört und deshalb nicht in die KLR übernommen wird.
Beispiele: Spenden, Brandschäden, periodenfremde Steuernachzahlungen.

Zweckaufwand: Aufwand, der durch den normalen Betriebszweck entsteht und als Grundkosten in die KLR übernommen wird.
Beispiele: Materialverbrauch, Löhne.

Merksatz: Neutraler Aufwand = FiBu ja, KLR nein Zweckaufwand = FiBu ja, KLR ja

Was ist der Unterschied zwischen Zentralisation und Dezentralisation?

Zentralisation: Aufgaben bzw. Entscheidungskompetenzen werden an einer zentralen Stelle gebündelt.

Dezentralisation: Aufgaben bzw. Entscheidungskompetenzen werden auf mehrere Bereiche oder Standorte verteilt.

Zentral = einer entscheidet für viele Dezentral = mehrere Bereiche entscheiden selbst

Was ist der Unterschied zwischen nominalem und realem BIP?

Nominales BIP: Bewertung zu aktuellen Preisen → Preisänderungen/Inflation sind enthalten.

Reales BIP: preisbereinigtes BIP → Preisänderungen werden herausgerechnet; zeigt die tatsächliche Veränderung der Wirtschaftsleistung.

Nominal = mit Preisen Real = preisbereinigt

Was versteht man unter dem Deckungsbeitrag?

Der Deckungsbeitrag ist der Betrag, der vom Verkaufserlös nach Abzug der variablen Kosten übrig bleibt.

Er dient zur Deckung der Fixkosten. Sind die Fixkosten gedeckt, entsteht Gewinn.

Verkaufserlös − variable Kosten = Deckungsbeitrag DB → deckt zuerst die Fixkosten.

Was ist der Unterschied zwischen Top-down-, Bottom-up- und Gegenstromplanung?

Top-down: Ziele von oben nach unten.
Bottom-up: Planung von unten nach oben.
Gegenstrom: Beide Richtungen werden miteinander abgestimmt.

Top-down = Chef beginnt Bottom-up = Basis beginnt Gegenstrom = beide einigen sich

Welche vier Felder hat die BCG-Matrix?

Question Marks, Stars, Cash Cows, Poor Dogs.
Bewertung nach Marktwachstum und relativem Marktanteil.

Was ist bei einem Star in der BCG-Matrix typisch: eher hoher oder niedriger Marktanteil und eher hohes oder niedriges Marktwachstum?

Star = wächst stark und ist stark im Markt.
Cash Cow = wächst kaum noch, bringt aber viel Geld.

Wie werden die vier Felder der BCG-Matrix eingeordnet?

Question Marks: Wachstum hoch, Marktanteil niedrig
Stars: Wachstum hoch, Marktanteil hoch
Cash Cows: Wachstum niedrig, Marktanteil hoch
Poor Dogs: Wachstum niedrig, Marktanteil niedrig

Welche fünf Phasen hat der Produktlebenszyklus?

  1. Einführung
  2. Wachstum
  3. Reife
  4. Sättigung
  5. Rückgang

Wie lassen sich BCG-Matrix und Produktlebenszyklus grob verbinden?

Question Marks: Einführung
Stars: Wachstum
Cash Cows: Reife/Sättigung
Poor Dogs: Rückgang

Was ist der Unterschied zwischen autoritärem und kooperativem Führungsstil?

Autoritär: Führungskraft entscheidet allein und gibt konkrete Anweisungen.
Kooperativ: Mitarbeiter werden beteiligt und erhalten mehr Verantwortung.

Was versteht man unter situativem Führen?

Der Führungsstil wird an Situation, Aufgabe, Zeit und Reifegrad der Mitarbeiter angepasst.

Was versteht man unter Management by Delegation?

Aufgaben sowie notwendige Kompetenzen, Entscheidungsbefugnisse und Verantwortung werden an Mitarbeiter übertragen.

Was ist der Unterschied zwischen Handlungs- und Führungsverantwortung?

Handlungsverantwortung: Mitarbeiter verantwortet die ordnungsgemäße Aufgabenerledigung.
Führungsverantwortung: Führungskraft verantwortet Auswahl, Einsatz, Entwicklung und Kontrolle der Mitarbeiter.

Merksatz: Mitarbeiter verantwortet die Handlung – Führungskraft die Führung.

Was bedeuten Mission, Vision und Werte im Unternehmensleitbild?

Mission = Auftrag des Unternehmens
Vision = angestrebte Zukunft
Werte = Grundsätze, für die das Unternehmen steht

Welche drei Kernelemente gehören zur Corporate Identity?

Corporate Behaviour = Verhalten
Corporate Design = Erscheinungsbild
Corporate Communication = Kommunikation

Was versteht man unter einer Matrixorganisation?

Organisation mit zwei sich kreuzenden Ebenen, z. B. Funktion und Produkt. Mitarbeiter können mehreren Leitungsbereichen zugeordnet sein.

Was versteht man unter Kontrolle im betrieblichen Sinn?

Vergleich von Soll- und Ist-Zustand. Bei Abweichungen werden Ursachen analysiert und Korrekturmaßnahmen festgelegt.

Was ist der Unterschied zwischen Brutto- und Nettopersonalbedarf?

Bruttopersonalbedarf = insgesamt benötigtes Personal.
Nettopersonalbedarf = zusätzlich benötigtes Personal nach Berücksichtigung des vorhandenen Personalbestands sowie Zu- und Abgängen.

Was versteht man unter einer Potenzialanalyse in der Personalentwicklung?

Bei der Potenzialanalyse werden vorhandene und entwickelbare Fähigkeiten eines Mitarbeiters untersucht, z. B. Fachkenntnisse, Fähigkeiten/Fertigkeiten, Motivation und Bereitschaft zu eigenverantwortlichem Handeln. Sie dient dazu, Entwicklungsbedarf und Eignung für zukünftige Aufgaben festzustellen.

Welche Schritte folgen nach der Potenzialanalyse im Wirkungskreislauf der Personalentwicklung?

Ziele festlegen → Maßnahmen planen → Maßnahmen durchführen → Erfolg kontrollieren → Transfer sichern.

Was ist der Unterschied zwischen Personalbeurteilung und Potenzialanalyse?

Personalbeurteilung = aktuelle Leistung und Verhalten beurteilen.
Potenzialanalyse = zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten und Potenziale erkennen.

Was ist der Unterschied zwischen Stellenplan und Stellenbesetzungsplan?

Stellenplan = zeigt alle vorgesehenen Stellen des Unternehmens (Soll).
Stellenbesetzungsplan = zeigt, welche Stellen tatsächlich mit welchen Mitarbeitern besetzt sind (Ist).

Was versteht man unter einer Personalstatistik?

Zusammenfassung wichtiger Kennzahlen über das vorhandene Personal, z. B. Altersstruktur, Fehlzeitenquote, Fluktuationsrate und Personalkosten.

Was ist der Unterschied zwischen unbeschränkter und beschränkter Einkommensteuerpflicht?

Unbeschränkt = Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland → Welteinkommen wird versteuert.
Beschränkt = kein Wohnsitz/gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland, aber inländische Einkünfte → nur inländisches Einkommen wird versteuert.

Was ist der Unterschied zwischen Steuerpflichtigem und Steuerschuldner?

Steuerpflichtiger: Jeder, der eine durch Steuergesetze auferlegte Verpflichtung erfüllen muss.
Steuerschuldner: Derjenige, der den gesetzlichen Tatbestand erfüllt, an den die konkrete Steuerzahlungspflicht geknüpft ist.

Merksatz: Steuerpflichtiger = weiter Begriff, Steuerschuldner = schuldet konkret die Steuer.

Definiere die Begriffe: Person, natürliche Person, Verbraucher, Unternehmer, juristische Person und Sachen.

Person = Träger von Rechten und Pflichten.
Natürliche Person = jeder Mensch.
Verbraucher = natürliche Person, die überwiegend privat handelt.
Unternehmer = handelt gewerblich oder selbstständig beruflich.
Juristische Person = rechtlich selbstständige Organisation, z. B. GmbH oder AG.
Sachen = körperliche Gegenstände.

Welche Angaben muss der Arbeitgeber innerhalb von 7 Kalendertagen nachweisen?

Beginn des Arbeitsverhältnisses, Befristung/Enddatum bzw. Dauer, Arbeitsort, Tätigkeitsbeschreibung, Probezeit sowie ggf. Arbeit auf Abruf und Möglichkeit von Überstunden.

Merker: 7 Tage = die wichtigsten Eckdaten des Jobs.

Was wird bei einer Insolvenz vor der Verteilung an die Insolvenzgläubiger aus der Insolvenzmasse berücksichtigt?

  • Aussonderungen (§ 47 InsO) – fremde Gegenstände werden herausgegeben.
  • Absonderungen (§ 50 InsO) – gesicherte Gläubiger werden bevorzugt befriedigt.
  • Verfahrenskosten (§ 54 InsO) – z. B. Gericht und Insolvenzverwalter.
  • Sonstige Masseverbindlichkeiten (§ 55 InsO).

Erst der verbleibende Betrag wird nach der Insolvenzquote an die Insolvenzgläubiger verteilt.

Welche Voraussetzungen müssen für die wirksame Anfechtung einer Willenserklärung vorliegen?

  • Anfechtungsgrund: Irrtum (§ 119), falsche Übermittlung (§ 120), Täuschung/Drohung (§ 123)
  • Anfechtung erklären gegenüber dem Anfechtungsgegner (§ 143)
  • Frist beachten: §§ 119/120 unverzüglich (§ 121), § 123 innerhalb 1 Jahres (§ 124)
  • Rechtsfolge: Rechtsgeschäft gilt von Anfang an als nichtig (§ 142)

Merksatz: Grund – Erklärung – Frist – von Anfang an nichtig.

Welche Merkmale hat ein Gewerbebetrieb?

  • nach außen gerichtet ist
  • selbstständig ausgeübt wird
  • planmäßig und auf Dauer angelegt ist
  • mit Gewinnerzielungsabsicht erfolgt
  • keine Land- und Forstwirtschaft und kein freier Beruf ist.

Merksatz: außen – selbstständig – dauerhaft – Gewinn – kein freier Beruf.

Wie wird der Begriff Firma nach § 17 HGB definiert?

Die Firma ist der Name eines Kaufmanns, unter dem er seine Geschäfte betreibt und seine Unterschrift abgibt (§ 17 HGB)

Merksatz: Firma = Name des Kaufmanns, nicht das Unternehmen selbst.

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