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L. M.
Diese Lernkarten behandeln psychologische Grundlagen und Therapieverfahren auf universitärem Niveau, mit Fokus auf Verhalten, Bindung und affektive Dynamiken zwischen Kindern, Eltern und Bezugspersonen. Thematisiert werden kognitive Umstrukturierung, systemische Ansätze wie zirkuläres Fragen oder Rituale sowie verhaltenstherapeutische Methoden wie Expositionsverfahren oder operante Techniken. Studierende der Psychologie profitieren von den vertieften Einblicken in Diagnostik, Salutogenese und therapeutische Techniken, um Entwicklungsprozesse und Interaktionsmuster zu verstehen und gezielt zu beeinflussen.
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Langue
Allemand
Catégorie
Psychologie
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
15.07.2026 / 21.07.2026

Flashcards

Entwicklungsmeilensteine: Motorik

  • Fähigkeit, frei zu laufen bzw. aufrecht ohne Hilfe zu gehen sollte ab 1 1/2 Jahre (18 Monate) funktionieren 

Entwicklungsmeilensteine: Sprache 

  • Sensible Phase des Spracherwerbs zwischen 2.-5. Lj
  • Erste Lallphase auch ohne Hörvermögen
    • Nur weil Kind lallt, heißt es nicht, dass es hören kann

Visuelle & kognitive Perspektivenübernahme mit Experiment 

Visuell

  • Was ein anderer sieht (mit 2 Jahren), wie ein anderer sieht (nach 3. oder 4. Lj)
  • Drei-Berge-Versuch
Kognitiv
  • Das eigene Wissen wird nicht dem anderen unterstellt (zwischen 3 und 5 Lj)
  • False-belief-Aufgabe

Emotionale Perspektivenübernahme

  • Gefühle werden nicht nachempfunden (Empathie), sondern gedanklich erschlossen (zwischen 3 und 5 Lj)

Soziale Perspektivenübernahme entsteht durch...?

  • Simulationstheorie
    • Unmittelbarer Zugang nach innen, per Simulation ist die Perspektive des anderen möglich 
  • Lernen in dyadischen Beziehungen 
    • Affektspiegelung, Affektregulation, Bindung, Mentalisierung und ToM
  • Lernen über Identifizierung in triadischen Situationen: Triangulierung

Affektregulation: wie entwickelt sie sich

  • Wenn Bindungsperson Affekt des Kindes angemessen wahrnimmt und spiegelt, entsteht ein stimmiges selbst

Affektregulation: wie kommt es zum "fremden selbst"?

  • Wenn Spiegelung wiederholt unpassend ist, entsteht ein "fremdes selbst" - verzerrte Selbstrepräsentation, die dem Kind keine psychische Geburt ermöglicht 
  • Nicht Kontingente Repräsentation: das, was zurück gespiegelt wird, passt nicht zum inneren Zustand des Kindes
    • Kind entwickelt innere Bilder über sich, die fremd, verzerrt oder nicht stimmig sind
    • Somit bleibt innere Erregung bestehen oder steigt an - Es kann seine Gefühle nicht regulieren, weil ihm das passende gegenüber fehlt 

Was reduziert den negativen Affekt?

  • Kontingenzentdeckung durch den Säugling
  • Containment durch Bezugsperson
  • Zunehmender repräsentationaler Zugriff auf den Affekt und das selbst (Grundlage der Affekt- und Selbstregulation)

Folgen nicht markierter Spiegelung 

  • Die realistische Version verstärkt den Affekt des Kindes (Mini-Traumatisierung)
  • Ohne Markierung wird der Affekt der Bezugsperson zugeschrieben und nicht dem eigenen Selbst 
    • Erwachsene Menschen können affekte von sich selbst und anderen nicht benennen
  • Keine Entwicklung einer inneren Steuerungsstruktur
  • Langfristige Defizite in der Affektkontrolle und Selbstwahrnehmung 

Folgen inkongruenter Spiegelung 

  • Säugling schreibt falschen Affekt sich selbst zu
  • Aufgrund der Markierung erfolgt referentielle Entkoppelung und der Säugling schreibt sich den Affekt selbst zu
    • --> verzerrte Selbstrepräsentanzen
    • --> langfristig die Entwicklung eines "falschen Selbst"

Keine affektspiegelung - dissoziiert - folgen fehlender Spiegelung 

  • Dissoziiertes oder angsterregendes Verhalten der Bezugsperson
  • Kind lernt, dass es sicherer ist, keine affekte zu zeigen
  • Eigene Affekte sind Gefahrensignale, weil es riskiert, allein gelassen zu werden
    • Kein innerer Zugang zu den eigenen affekten
    • Verinnerlicht das Bild, ein "monströses", nicht liebenswertes Wesen zu sein
    • Desorganisierte Bindung
  • Still Face Experiment

Entwickeln von Bindungsrepräsentationen

  • Vorphase (0-3 Monate):
    • Signale werden personenunspezifisch an soziale Umwelt gerichtet
  • Phase der personenbezogenen Ansprechbarkeit (3-7 Monate)
    • Signale gehen an bestimmte Person
  • Phase der eigentlich Bindung (7-8 Monate)
    • Fremdeln
      • Ängstliches Verhalten ggü Unbekannten
      • Ist gut da es Zeichen dafür ist dass Kind enge Bindung zu Bezugsperson & diese von fremden unterscheiden kann
    • Grundlage: Objektpermanenz und Lokomotion
  • Phase der zielkorrigierten Partnerschaft (ab 3 Jahren)
    • Erkenntnis, dass der andere auch Bedürfnisse hat
    • Möglichkeiten des Aushandelns und Aufschiebens

Bildungsstile

  • Sicher
    • Als erwachsener: sicher (autonom)
    • 58%
  • Unsicher-vermeidend
    • Als erwachsener: Bindungsdistanziert
    • 23%
  • Unsicher-ambivalent
    • Als erwachsener: Bindungsverstrickt
    • 19%
  • Desorganisiert
    • Als erwachsener: Ungelöste Bindungstrauma
    • 18%

Sicher gebundene Kinder haben/sind:

  • Sozial anpassungsfähiger, erfolgreicher in sozialen Beziehungen
  • Reflektierter (Mentalisierung)
  • Weniger anfällig für Psychopathologien
  • Bessere kognitive Fähigkeiten (Gedächtnis)
  • Positiveres Selbstkonzept

Sichere Bindung als Resilienzfaktor & wie muss Bezugsperson dafür reagieren

  • Sichere Bindung fungiert als Schutzfaktor
  • Dazu muss die Bezugsperson prompt, angemessen und feinfühlig reagieren
    • Mind-Mindedness (Psyche des Kindes erkennen können)
    • Mentalisierung (Verhalten bekommt Sinn auf der Grundlage psychischer Befindlichkeiten)

Theory of Mind

  • Enge Definition: Fähigkeit, Bewusstseinsinhalte als Ergebnis mentaler Akte und somit als subjektiv zu erkennen (Metarepräsentation)
    • Rationale Vergegenwärtigung des motivationalen/emotionalen Zustand eines anderen (auch wenn es von eigenen Reaktionen abweicht)
  • Entwickelt sich zwischen 3-5 Lj
  • Kinder aus großen Familien haben Entwicklungsfortschritt
  • Entwicklung der ToM korreliert mit schulischer Anpassung, sozialer Kompetenz und dem Status in der Gruppe der Gleichaltrigen
  • --> False belief Aufgabe 

Mentalisierung

  • Fähigkeit, sich innerpsychische Zustände in sich selbst und anderen Menschen vorzustellen
    • Man kann über sich selbst nachdenken 
  • Zwischen 3-5 Lj
  • Kinder aus großen Familien haben Entwicklungsfortschritt
  • Mentalisierung wird im Gegensatz zu kognitiven Theorien nicht als theoretisches Bewusstsein/Simulationsleistung verstanden, sondern als Art und Weise, wie Bindungsbeziehungen interpretiert werden
    • Mentalisierendes selbst ist erworbene Fähigkeit, die über wiederholte Bedeutungszuweisung d primären Bezugsperson vermittelt wird
  • Man verliert die Fähigkeit zur Mentalisierung in Belastungssituationen

Hypermentalisierung

  • Tendenz, anderen psychische Zustände zuzuschreiben, die über das tatsächlich beobachtbare hinausgehen

Bedeutsamkeit von Mentalisierung

  • Verhalten wird vorhersehbar
  • Unterstützt sichere Bindung ("earned Secure", transgenerational)
  • Realitätsprüfung 
    • Wird durch Mentalisierung unterstützt, "Es gibt Grund dafür dass Person x so gehandelt hat"
  • Ermöglicht zwischenmenschlische Kommunikation 

Entwicklung von Mentalisierung: Modus des "als ob"/Pretend Mode

  • Symbolische Repräsentationen
  • Abkopplung von Repräsentation und Realität
  • Man erkennt fehlende Mentalisierung z.B. an gestörter Spielfähigkeit, "mit Banane kann man doch nicht spielen" 
 

  • Spielunlust vs Spielunfähigkeit

  • Spielunlust vs Spielunfähigkeit
    • Spielunlust = Hauptmerkmal klinischer Depression
    • Spielunfähigkeit = fehlende Mentalisierung 

Triangulierung

  • Beginnt in ödipaler Phase, geht los, wenn dritte Person mitgedacht wird (also quasi schon in Schwangerschaft)
  • Wechselwirkung Kind mit Vater/Mutter/Andere - Kind betrachtet sich selbst und andere als in einer Beziehung 
    • Dreierkonstellatuon wird verstanden und integriert 
      • "Die Beziehung meiner Eltern existiert unabhängig von meiner Beziehung zu meiner Mutter"
    • Triangulierung dient: Bildung von Repräsentanzen

Bildung von Repräsentanzen (Erinnerungsstrukturen von Interaktionen)

  • Triangulierung als Kompetenz der Reflektion (Relativierung und Distanzierung) von Repräsentanzen
    • Es entsteht erstes erleben von Beziehungsdistanzen und -grenzen
  • Triangulierung fördert die Ausgestaltung und Vielseitigkeit von Repräsentanzen
  • Damit Verbesserung von Ich-Funktionen (Affektwahrnehmung, Affektdifferenzierung, Impulskontrolle, Frustrationstoleranz, Konfliktbewältigung

Was entwickelt sich durch Mentalisieren/Triangulation

  • Stärkung von Ich-Funktionen
  • Beziehungen aktiv gestalten (nicht nur Anpassung oder Protest dagegen)
  • In Gegenwart anderer für sich sein können
    • Autonomie
  • Belastungen ("Stress") besser bewältigen (innere Distanz)
  • Ermöglicht Ausstieg auf selbst erlebten Muster über die "Mentalisierung" von Erlebnissen 

Triadifikation

  • Interpersonaler Prozess, eine triade zu bilden
  • Kind wird in Beziehungskonflikt der Eltern hineingezogen
  • Triade ist hier nicht reifend, sondern belastend
  • Typische Formen:
    • Parentifizierung
    • Koalitionsbildung

Triangulation

  • Intrapsychischer Prozess, eine triade zu erfahren (z.B. Eltern denken für 3. Person mit)
    • Gesunde Einbeziehung eines Dritten Elements, das zur Reifung des selbst und der Beziehungen beiträgt
  • Gesellschaftliche Entwicklung fördert dyadische Muster, daher:
    • Den "Dritten" einbeziehen in der Vorstellung
      • Aufgaben von pädagogischen Fachkräften 

Behaviorismus

  • Im Behaviorismus stehen direkt beobachtbare Ereignisse (Reize und Reaktionen) im Mittelpunkt der Forschung 
  • Metapher der "Black Box": kognitive Prozesse sind nicht messbar
  • Idee: Umwelt statt Anlagen ist entscheidend 
    • Vor allem Lernerfahrungen sind von großer Bedeutung 

Behaviorismus: verschiedene Lernformen

  • Klassisches konditionieren 
    • Funktioniert gut bis Grundschulalter
  • Operantes konditionieren 
    • Gut bei Enuresis
  • Beobachtungslernen
    • Soziale Lerntheorie

Klassisches konditionieren 

  • Bereits vorhandene Reiz-Reaktions-Verbindung wird mit neuem Auslösereiz gekoppelt
  • Funktioniert gut bis ins Grundschulalter

Operantes konditionieren 

  • Kind zeigt mehr oder weniger zufälliges Verhalten, das durch entsprechende Reaktionen aus der Umwelt verstärkt wird (z.B. Belohnung)
  • Durch Verstärkung wird Auftrittswahrscheinlichkeit des Verhaltens erhöht 
  • s --> R --> C
    • Stimulus --> Response --> Consequence
    • C wirkt positiv oder negativ Zurück auf R
      • Auftrittswhk für die Abfolge S-R-C dank Belohnung erhöhen oder aufgrund Bestrafung vermeiden 

Positive & negative Konsequenz, hinzufügen/entfernen

  • Positive Konsequenz, hinzufügen
    • Positive Verstärkung 
  • Positive Konsequenz, entfernen
    • Bestrafung II
  • Negative Konsequenz, hinzufügen
    • Bestrafung I
  • Negative Konsequenz, entfernen
    • Negative Verstärkung 

Positive Verstärkung 

Nach dem Verhalten erfolgt als positiv bewertet Konsequenz

Jan darf nach dem quengeln Computer spielen

Negative Verstärkung 

  • Eine als negativ bewertet konsequenz fällt weg
  • Jan muss nach dem Quengeln nicht mehr den Fernseher ausmachen 

Intermittierende Verstärkung 

  • Löschungsresistenter!
  •  Verstärkung nicht nach jedem zeigen des Verhaltens, sondern in zufälligen oder unregelmäßigen Abständen, im Gegensatz zur kontinuierlichen Verstärkung 
    • Dies für zu relativ stabiler Beibehaltung des Verhaltens 

Soziale Lerntheorie

  • Kinder müssen nicht unbedingt eine Erfahrung selbst machen, um daraus zu lernen, sie lernen auch von Erfahrungen anderer
  • Modelle sind für den Verhaltenserwerb entscheidend (Modelllernen oder Beobachtungslernen)
  • Mittlerweile nennt Bandura seine Theorie eine sozial kognitive Theorie und weist dem Kind aktive Rolle bei Auswahl von Modellen zu (Selbstwirksamkeitserwartungen)

Kognitive Theorie Piagets

  • Schwerpunkt liegt auf der kognitiven Entwicklung
  • Piaget geht von vier qualitativ unterschiedlichen Entwicklungsstadien aus
    • Stadien werden universell durchlaufen
    • Können unterschiedlich schnell durchlaufen werden, aber nicht übersprungen 
  • Piaget sieht Kinder als "kleine Wissenschaftler", die intrinsisch motiviert sind, neues Wissen zu erlangen 

Piaget - Stufe 1

Sensumotorische Phase

  • 0-2j
  • Äußere Handlungen werden zunehmend verinnerlicht
  • Kognitive Schemata werden gebildet, die zunehmend unabhängig von Handlung werden
  • Kein Schema für Gegenstand --> dieser ist nicht mehr existent, sobald aus Blickfeld verschwunden
    • Keine Objektpermanenz
  • Im Alter von 4-8 Monaten zeigen sich erste Ansätze von Suchverhalten
  • Experiment: A-Non-B-Suchfehler

Piaget: Stufe 2

Präoperationale Phase

  • 2-6j
  • Denken eng gebunden an konkretes und eigene Handlungen 
  • Weitere Kennzeichen:
    • Egozentrismus der Perspektiven - Kind fällt es schwer, Perspektive andere Person einzunehmen
    • Statisches, wenig prozesshafted Denken - Denken ist auf augenblicklichen Zustand gerichtet
      • Problem der Mengenerhaltung (Experiment mit Glas Orangensaft)
    • Egozentrismus des Denkens - Kind kann Wissen Gegenüber nicht berücksichtigen
    • Unzureichende Beachtung mehrerer Dimensionen 
  • Verwechslung Erscheinung und Realität (z.B. Batmankostüm macht Angst)
  • Fehlen logischer Operationen 
  • Experiment: Drei-Berge-Versuch

Piaget: Stufe 3

Konkret-Operationale Phase 

  • 7-11j
  • Fähigkeit zum mehrdimensionalen Denken wird entwickelt
  • Ablösung der Denkoperationrn von den beobachteten Abläufen 
  • Denkoperationen immer noch auf konkrete Handlungen bezogen
    • Abstraktionsfähigkeit dementsprechend gering
  • Beginnende soziale Perspektivenübernahme
    • Menschen können anders handeln als sie fühlen 

Piaget: Stufe 4

Formal-operationale Phase

  • Ab 12j
  • Zunehmend abstraktes Denken
  • Systematisches Denken nach formal-logischen Regeln
  • Schlussfolgerungen & Urteile nicht mehr nur aufgrund aktuell gegebener Infos, sondern mögliche weitere Infos miteinbezogen, die man zu gewinnen sucht
  • Experiment: der Pendelversuch

Étudier