SKL - Innere Medizin
SKL - Pulmologie, Kardiologie, Angiologie, Gastro, Hämatologie und Onkologie und Rheuma
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Nennen Sie eine wichtige Nebenwirkung von Nitro-Präparaten.
Wichtige Nebenwirkung von Nitro-Präparaten:
- Hypotonie → Sturzgefahr ↑↑↑
Erläutern Sie die Verfahren zur Revaskularisation der Herzkranzgefäße bei KHK.
Verfahren zur Revaskularisation bei koronarer Herzkrankheit:
- Herzkatheter mit Intervention --> Aufdehnung und Stent
- PTCA (perkutane transluminale Koronarangioplastie)
- auch PCI (percutaneous coronary intervention) genannt (Ballondilatation und Stent)
- PTCA (perkutane transluminale Koronarangioplastie)
- Bypass-Operation
- IMA-Bypass (internal mammary artery; innere Brustwandarterie)
- ACVB (Aortokoronarer Venenbypass)
Erläutern Sie, von welchen Faktoren die Prognose der KHK abhängt.
Prognostische Faktoren der KHK:
- Stenose-Lokalisation (z.B. Hauptstammstenose oder weit in der Peripherie)
- Anzahl der betroffenen Herzkranzgefäße: 1-, 2- oder 3-Gefäßerkrankung
- Ausmaß der Herzschädigung, Vorliegen einer Herzinsuffizienz?
- Umstellung der Lebensweise erfolgt?
Definieren Sie den Begriff akutes Koronarsyndrom.
Definition akutes Koronarsyndrom:
Das akute Koronarsyndrom (ACS) ist ein Sammelbegriff für die Krankheitsbilder:
- instabile Angina pectoris (IAP) und Herzinfarkt
Man fasst die beiden Krankheitsbilder zusammen, da sie sich anhand der Symptome (Brustschmerzen) nicht unterscheiden lassen. Ein ACS entsteht meist auf dem Boden einer koronaren Herzkrankheit.
Definieren Sie den Begriff Myokardinfarkt.
Definition Myokardinfarkt:
- akuter Verschluss einer Koronararterie mit nachfolgender ischämisch bedingter Myokardnekrose
Merke: Bei einem Herzinfarkt stirbt Herzgewebe aufgrund mangelnder Blutversorgung ab.
Nennen Sie die Ursache des Myokardinfarkts und den Pathomechanismus.
Ursache Myokardinfarkt und Pathomechanismus:
- In den Koronararterien bestehen arteriosklerotische Plaques:
- Plaqueruptur
- Plaqueaufbruch eines Arteriosklerose-Plaques im Herzkranzgefäß
- Thrombozyten sind aktiviert
- Dies führt zur Thrombusbildung (Blutgerinnsel) auf der Plaque
- Unterbrechung der Blutversorgung
- Der Thrombus verschließt ganz oder teilweise das Gefäß --> akute Minderdurchblutung (Ischämie)
- Herzinfarkt
- Die dahinterliegenden Herzmuskelzellen werden nicht mehr mit Sauerstoff versorgt, sie sterben ab → Herzmuskelnekrose
- Plaqueruptur
Nennen Sie die Kardinalsymptome (Leitsymptome) des Myokardinfarkts.
- Kardinalsymptome Myokardinfarkt:
- Plötzlich heftige Thoraxschmerz hinter dem Brustbein (retrosternal) mit Ausstrahlung häufig in den linken Arm, Hals, Unterkiefer und Epigastrium
- Schmerz reagiert nicht auf Nitrospray oder Ruhe
- Todesangst, Unruhe
- vegetative Symptomatik: Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbruch
Was ist der Unterschied zwischen stabiler und instabiler Angina pectoris, was die Symptome betrifft?
Der Herzinfarkt grenzt sich hinsichtlich der Symptomatik von der stabilien Angina pectoris durch:
- eine länger anhaltende (> 20 Min.)
- nitrorefraktäre (bzw. nicht auf Nitro reagieren)
- oder in Ruhe auftretend
Nennen Sie die Patientengruppen, bei denen der akute Brustschmerz fehlen kann.
Der akute Thoraxschmerz kann fehlen („stumme Ischämie“) bei:
- Diabetikern (wegen der Polyneuropathie)
- Frauen
- älteren Menschen (ab 75 Jahren)
- Herzoperierten/Herztransplantierten
Außerdem kann eine vegatative Symptomatik (Übelkeit, Erbrechen, Schwäche, Schwindel, Schweißausbruch) im Vordergrund stehen.
Wie kann ein Myokardinfarkt diagnostiziert werden?
Diagnose Myokardinfarkt:
- Klinik
- EKG
- Der Infarkt kann sich mit einer ST-Hebung zeigen:
- STEMI = Myokardinfarkt mit ST-Strecken-Hebung im EKG oder
- NSTEMI = Myokardinfarkt ohne ST-Streckenhebung, aber Troponinanstieg
- Der Infarkt kann sich mit einer ST-Hebung zeigen:
- Laborwerte
- Troponin TnT, I
- CK-MB
- LDH
- Herzultrashall
- Herzkatheter
Erläutern Sie die Notfall-, Reperfusions- und Dauertherapie eines Myokardinfarkts.
Therapie Myokardinfarkt:
- Notfalltherapie:
- Time is muscle!
- Oberkörperhochlagerung um 30°
- kontinuierliches EKG-Monitoring und Defibrillationsbereitschaft
- Medikamente:
- ASS (Thrombozytenaggregationshemmung)
- „Nitrospray (entlastet das Herz, senkt Sauerstoffbedarf des Herzmuskels → lindert dadurch den Thoraxschmerz)
- Morphin (Sedierung lindert den Thoraxschmerz)
- Heparin (Gerinnungshemmung)
- Reperfusionstherapie:
- Ballondilatation mit Stent PCI/PTCA (Therapie der Wahl)
- Lysetherapie, wenn PTCA nicht möglich
- selten: Notfall-Bypass-Operation
- Dauertherapie/Prävention:
- Beratung und Ausschaltung von Risikofaktoren:
- Gewichtsnormalisierung, mediterrane Ernährung, Rauchverbot, Behandlung einer arteriellen Hypertonie, Hypercholesterinämie oder eines Diabetes mellitus, körperliche Aktivität
- Dauermedikation:
- ASS 100 mg/d (Thrombozytenaggregationshemmer)
- ggf. Betablocker oder ACE-Hemmer
- Cholesterinsenker (Statine)
- Beratung und Ausschaltung von Risikofaktoren:
Nennen Sie die akuten und chronischen Komplikationen eines Myokardinfarkts.
Akute und chronische Komplikationen eines Myokardinfarkts:
- Frühkomplikationen (innerhalb der ersten Tage):
- Herzrhythmusstörungen
- Kammerflimmern, Asystolie, AV-Block, ventrikuläre Tachykardie
- Linksherzinsuffizienz / Lungenödem
- Herz pumpt zu schwach --> Blut staut sich in die Lunge --> Atemnot, Rasselgeräusch
- Kardiogener Schock
- Schwerste Pumpversagen --> Blutdruchabfall, Organe unterversorgt
- Re-Infarkt
- erneuter Herzinfarkt, weiteres Absterben von Herzmuskelgewebe aufgrund einer neuen Minderdurchblutung
- Herzwandruptur (freie Wand, Septum, Papillarmuskel)
- Nekrotisches Gewebe reißt --> Herzbeuteltamponade, Ventrikelseptumdefekt oder Mitralklappeninsuffizienz
- Perikardtamponade
- Blut sammelt sich im Herzbeutel nach Ruptur --> Herz kann sich nicht mehr füllen
- Thromboembolien
- Durch Blutgerinnsel aus dem Herzen --> Schlaganfall, Embolien in andere Organe
- Akutes Lungenödem
- Folge der Herzschwäche: Flüssigkeit tritt in Lunge über
- Herzrhythmusstörungen
- Spätkomplikationen (Tage bis Wochen später)
- Herzinsuffizienz (chronisch)
- Dauerhafte Herzschwäche durch Narbenbildung im Herzmuskel
- Aneurysma des linken Ventrikels
- Ausbuchtung der geschädigten Wand --> Risiko für Thromben, Rhythmusstörungen
- Perikarditis epistenocardica (Dressler-Syndrom)
- Autoimmunreaktion Wochen nach Infarkt --> Entzündung des Herzbeutels
- Herzrhythmusstörungen (Spätform)
- Durch Narbengewebe im Myokard --> ventrikuläre Tachykardien
- Re-Infarkt
- erneuter Herzinfarkt, weiteres Absterben von Herzmuskelgewebe aufgrund einer neuen Minderdurchblutung
- Herzinsuffizienz (chronisch)
Definieren Sie den Begriff Herzrhythmusstörung.
Definition Herzrhythmusstörung:
- Herzrhythmusstörungen zeigen sich in einer gestörten Herzfrequenz und/oder Unregelmäßigkeit des Herzschlags
- die Ursache liegt in einer Störung des Reizbildungs-/Reizleitungssystems des Herzens
Erläutern Sie die Einteilung der Herzrhythmusstörungen nach der Frequenz.
Einteilung der Herzrhythmusstörungen nach Frequenz:
- Normofrequent
- = normale Herzfrequenz
- Bradykardie
- = zu niedrige Herzfrequenz (< 60/min), aber rhythmisch
- Tachykardie
- = zu hohe Frequenz (> 100/min), aber rhythmisch
- Bradyarrhythmie
- = zu niedrige Frequenz + arrhythmisch
- Tachyarrhythmie
- = zu hohe Frequenz + arrhythmisch
- Extrasystolen (ventrikuläre/supraventrikuläre)
- = zusätzliche Erregung aus der Kammer/aus dem Vorhof
Merke: Außerdem wird der Rhythmus der Herzaktionen beschriebe:
- regelmäßig
- regelmäßig mit eingestreuten Unregelmäßigkeiten
- völlig unregelmäßig
Erläutern Sie die Benennung der Herzrhythmusstörungen.
Benennung der Herzrhythmusstörungen:
- Die Namen enthalten Informationen zum Ort der Entstehung (Ursprung): z.B.:
- Sinusknotensyndrom = Entstehung im Sinusknoten
- Vorhofflimmern = Entstehung im Vorhof
- atrioventrikuläre Blockierung = Blockierung zwischen Atrium und Ventrikel
Nennen Sie die Risikofaktoren des Vorhofflimmern und den Pathomechanismus.
Merksatz: "Vorhofflimmern ist besonders eine Erkrankung des älteren Herzens." --> häufigste Herzrhythmusstörung: Etwa 2-4% der Gesamtbevölkerung sind betroffen
- Risikofactoren:
- Bei Menshen über 70 Jahre steigt die Häufigkeit auf 10% und mehr
- Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen
- Das Risiko steigt mit Alter, Bluthochdruck, Arteriosklerose, Diabetes, Übergewicht und Alkoholkonsum
- Pathomechanismus:
- "Die Vorhöfe zittern statt zu pumpen"
- Die Vorhöfe schlagen nicht mehr geordnet
- Statt eines regelmäßigen Impulses entstehen viele kleine, chaotische elektrische Impulse
- Die Vorhöfe flimmern bzw. zucken, anstatt gleichmäßig zu arbeiten
- "Die Vorhöfe zittern statt zu pumpen"
Nennen Sie die Ursachen von Herzrhythmusstörungen.
Ursachen Herzrhythmusstörungen:
Sie können sowohl im Herzen (kardial) als auch außerhalb des Herzens (extrakardial) liegen:
- kardiale Ursachen:
- KHK, Herzinfarkt, Herzmuskelerkrankungen oder Herzklappenfehler
- extrakardiale Ursachen:
- Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion
- Stresshormone wie Adrenalin
- Medikamente: Antiarrhythmisch wirksame Medikamente können paradoxerweise selbst andere Rhythmusstörungen hervorrufen
- Störungen im Elektrolythaushalt, z.B. Kalium- oder Kalziummangel
- exzessiver Genuss von Alkohol, Kaffee oder Nikotin
Nennen Sie die Symptome von Herzrhythmusstörungen.
Symptome von Herzrhythmusstörungen:
- Viele Rhythmusstörungen bleiben unbemerkt
- Palpitationen („Herzstolpern“) oder Herzrasen
- Schwindel, Synkope (bei hämodynamisch relevanten Rhythmusstörungen)
- verminderte Leistungsfähigkeit, Atemnot
Erläutern Sie die Komplikationen der Herzrhythmusstörungen.
Komplikationen Herzrhythmusstörungen
Viele Patienten haben aber kaum Beschwerden, deshalb bleibt Vorhofflimmern oft lange unentdeckt.
- Das gefährlichste Problem:
- Das Risiko für einen Schlaganfall ist deutlich erhöht
- Kardiale Thrombembolien v.a. bei Vorhofflimmern → Schlaganfall
- Das Risiko für einen Schlaganfall ist deutlich erhöht
- Das gröste Risiko beim Vorhofflimmern ist Blutgerinnsel
- Blutgerinnsel --> Herzinfarkt --> Plötzlicher Herztod
Nennen Sie die Symptome von Vorhofflimmern.
Symptome Vorhofflimmern:
- individuell kann sehr unterschiedlich wahrgenommen werden:
- Häufige Symptome:
- Herzrasen
- unregelmäßiger Puls ("stolpernder Herzschlag")
- Brustdruck
- schnelle Ermüdigkeit
- Luftnot
- Schwindel
- Häufige Symptome:
Erläutern Sie die Therapie von Vorhofflimmern.
Therapie Vorhofflimmern
- Die wichtigsten Ziele bei der Therapie des VHF sind:
- die Vermeidung von Thromboembolien
- Antikoagulation zur Schlaganfallprophylaxe
- die Kontrolle der Herzfrequenz
- mit Medikamenten, Kardioversion, evtl. Katheterablation
- Wiederherstellung des normalen Rhythmus
- Elektrische Kardioversion
- Medikamente --> Antiarrhythmika
- Katheterablation
- die Vermeidung von Thromboembolien
Erläutern Sie die Veränderungen der elektrishen Impulse in den Muskelzellen des Vorhofs, wenn sich ein "Reentry-Kreise" entsteht. Was sind die Folge?
Die Vorhofmuskelzellen sind elektrisch "reizbarer" geworden. Durch Alterung, Bluthochdruck, Entzündung oder Dehnung des Vorhofs, wird das Gewebe elektrisch instabil. Remodeling im die Struktur der Vorhöfe auch verandert sich. Das elektrische Signal breitet sich nicht mehr gleichmäßig aus, sondern springt, bricht ab oder kreist im Kreis.
Wenn sich einen "Reentry Kreise" bildet, ein Elektrischer Impuls läuft im Kreis statt geordnet nach unten zum AV-Knoten. Dieser Kreis erzeugt ständig neue, schnelle Impulse.
- Normalerweise gibt der Sinusknoten 60-80 klare Impulse pro Minute.
- Dadurch zucken und flimmern die Vorhöfe mit 350-600 kleinen "Minischlagen" pro Minute.
- Sie pumpen nicht mehr richtig!
- Der AV-Knoten (Tor zur Herzkammer) filtert zwar viele Signale herous, aber es kommen unregelmäßige Impulse bei den Kammer an.
- Der Herzschlag wird unregelmäßig und oft schneller.
- Weil die Vorhöfe nicht mehr kräftig pumpen, kann sich Blut in ihnen stauen.
- Besonders, im linken Vorhofohr kann sich ein Gerinnsel (Thrombus) bilden.
- Ein solches Gerinnsel kann in den Blutkreislauf gelangen = Schlaganfallgefahr!!
Definieren Sie den Begriff Kammerflimmern.
Kammerflimmern ist eine Lebensgefährlich Herzrhythmusstörungen.
- Merksatz: "Kammerflimmern ist ein absoluter Notfall - die Herzkammern pumpen nicht mehr, und ohne sofortige Defibrillation ist es tödlich."
- Was passiert?
- Die Herzkammern geraten in ein elektrisches Chaos
- Sie flimmern schnell und völlig ungeordnet, mit über 300 Zuckungen pro Minute.
- Dadurch können sie kein Blut mehr pumpen.
- Ohne Pumpfunktion kommt kein Blut mehr zu Gehirn und Organen.
- Das führt in wenigen Sekunden zu Bewusstlosigkeit und zum plötzlichen Herztod.
Warum kommt es im Herzen zu Kammerflimmern und was sind die Ursachen dafür?
Kammerflimmern entsteht wenn die elektrische Erregung in den Herzkammern völlig außer Kontrolle gerät.
- Warum entsteht Kammerflimmern?
- Statt eines geordneten Signals lösen die Herzmuskelzellen viele schnelle, kreisende und chaotische Impulse aus.
- Diese überlagern sich gegenseitig - die Kammern können nicht mehr gemeinsam kontrahieren, sondern, "flimmern" nur noch.
- Dadurch kommt kein wirksamer Herzschlag mehr zustande und das Blut wird nicht mehr gepumpt. --> Lebensgefährlich!
- Ursachen:
- Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße (häufigster Grund)
- Bei einem Myokardinfarkt order schweren Durchblutungsstörungen wird Herzmuskelgewebe elektrisch instabil. Es enstehen "Kurzschluss-Kreise" (Reentry). Das ist die häufigste Ursache für plötzlichen Herztod.
- Narbengewebe im Herz
- Nach Herzinfarkt, Operationen order Entzündungen entstehen Narben, die die elektrische Leitung brechen. An den Rändern der Narbe können Impulse kreisen.
- Schwerer Sauerstoffmangel
- Bei Atemstillstand, Lungenembolie order starkem Kreislaufversagen werden Zellen werden "reizbar", sie feuern unregelmäßig und chaotisch
- Elektrolytenstörungen
- Zu wenig order zu viel von: Kalium, Magnesium, Calcium kann die elektrische Stabilität stark stören
- Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße (häufigster Grund)
Unterschiede im EKG bei Kammerflimmern und Kammerflattern?
- Im EKG bei Kammerflimmern und Kammerflattern:
- Kammerflimmern
- zeigt im Oberflächen-EKG ungeordnete, um die isoelektrische Linie undulierende niedrigamplitudige Potenziale
- Kammerflattern
- ist gezeichnet durch eine sehr hochfrequente, aber noch regelmäßige Folge von elektrischen Erregungen, bei denen eine Abgrenzung von QRS- Komplexen vond der Repolarisation nicht möglich ist
- Kammerflimmern
Erläutern Sie die Therapie von Kammerflattern und Kammerflimmern.
Therapie von Kammerflattern und Kammerflimmern:
- Sofortige Reanimation mit Defibrillation!
- Die Arrhythmie führt innerhalb von ca. 5 Minuten zu irreversiblen zerebralen Schäden und noch 10-15 Minuten zum Tod!
- Implantierbarer Kardioverter-Defibrillator
- sekundärpräventiv (nach stattgehabten VT- order Kammerflimmerepisoden bzw. überlebtem plötzlichem Herztod), zunehmend aber auch primärpräventiv eingesetzt
Definieren Sie den Begriff infektiöse Endokarditis. Wer ist am häufigsten betroffen?
Definition infektiöse Endokarditis:
- Bei der infektiösen Endokarditis handelt es sich um eine bakterielle Entzündung der Herzinnenhaut (Endokard)
- die Entzündung ist v.a. an den Herzklappen lokalisiert
Wer ist am häufigsten betroffen?:
- ältere Menschen
- Patienten mit künstlichen Herzklappen
- Menschen mit angeborenen Herzfehlern
- i.v.-Drogenkonsumierende
Nennen Sie die Ursache und die Folge der infektiösen Endokarditis. Was sind die Auslöser?
- Ursache infektiöse Endokarditis:
- Bakterien (häufigste Erreger):
- Staphylococcus aureus (häufigster, aggressivster Erreger)
- Streptpkokken (v.a. Viridans-Streptokokken, aus dem Mundraum)
- Enterokokken (Darmflora)
- Bakterien (häufigste Erreger):
- Auslöser:
- Zahneingriffe
- Infektionen
- Hautverletzungen
- Katheter
Nennen Sie prädisponierende Faktoren der infektiösen Endokarditis.
Prädisponierende Faktoren infektiöse Endokarditis:
- vorbestehende Klappenschäden oder bereits implantierte Ersatzklappen
- angeborene Herzfehler
- längere Zeit liegende intravenöse Zugänge, i.v. Drogenabusus
Wie läuft die Pathogenese einer infektiöse Endokarditis ab?
Pathogenese einer infektiöse Endokarditis:
- Bakterien gelangen ins Blut --> heften sich an vorgeschädigte oder künstliche Herzklappen
- Sie bilden kleine Vegetationen = kleine Bakterienklumpen (Bakterien + Fibrin + Thrombozyten)
- Diese zerstören die Klappe und können sich ablösen --> Embolien
Nennen Sie Symptome der infektiösen Endokarditis.
Symptome infektiöse Endokarditis:
- Fieber, Schüttelfrost
- Herzgeräusch (neu oder verändert)
- Müdigkeit, Nachtschweiß
- Petechien (punktförmige Blutungen)
- Leistungsknick
- Tachykardie
- linsengroße schmerzhafte rötliche Knötchen vor allem an Fingern und Zehen
Die am meisten gefürchteten Komplikationen sind:
- Septische Embolien (die zu Schlaganfällen führen können)
- Herzklappenfehler
Erläutern Sie die Therapie der infektiösen Endokarditis.
Therapie infektiöse Endokarditis:
- Antibiotika
- Antibiotika für mindestens 4–6 Wochen sofort nach Abnahme der Blutkulturen (hochdosierte i.v.-Antibiotika)
- Merke: Trotz einer intensiver antibiotischer Therapie über 4-6 Wochen versterben fast 30% der Patienten
- Antibiotika für mindestens 4–6 Wochen sofort nach Abnahme der Blutkulturen (hochdosierte i.v.-Antibiotika)
- Bei schwerem Klappenschaden:
- Rekonstruktion oder Ersatz der entzündeten Klappe
Wie kann eine infektiöse Endokarditis diagnostiziert werden?
Diagnose infektiöse Endokarditis:
- Klinik: unklares Fieber mit Schüttelfrost und auskultatorisch neu aufgetretene oder veränderte Herzgeräusche
- Blutkultur vor der Gabe von Antibiotika (Erregernachweis im Blut)
- Echokardiografie (Nachweis von zerstörten Klappen oder Vegetationen auf den Klappen)
- Duke-Kriterien (Haupt- und Nebenkriterien)
Erläutern Sie die Prophylaxe einer infektiösen Endokarditis.
Prophylaxe infektiöse Endokarditis:
- Eine Endokarditisprophylaxe mit Antibiotika sollte vor Eingriffen, z.B. zahnärztliche Eingriffe und Operationen bei Hochrisikopatienten: z.B. Patienten mit Klappenprothesen, einschließlich Transkatheter-Klappen (z.B. TAVI), erfolgen
- Manche Patienten haben einen „Herzpass“, in dem Informationen zu finden sind
Definieren Sie den Begriff Myokarditis.
Definition Myokarditis:
- Eine Myokarditis ist eine Entzündung des Herzmuskelgewebes (Myokard)
- Epidemiologie:
- Häufiger als Endokarditis
- Viele Fälle bleiben unerkannt, weil Symptome unspezifisch sind
- Betrifft oft jüngere Erwachsene
- Epidemiologie:
Nennen Sie die Ursache der Myokarditis.
Ursache Myokarditis:
- zumeist Viren (oft nach einem Infekt der oberen Atemwege)
- Coxsackie B (Enteroviren), Adenoviren, Parvovirus B19, Influenza-Viren, SARS-CoV-2HHV-6
- Andere Ursachen:
- Bakterien (selten, z.B. Borrelien)
- Autoimmunerkrankungen
- Medikamente, Drogen (z.B. Kokain)
- Nach Bestrahlung
Wie läuft die Pathogenese einer Myokarditis ab?
- Pathogenese von Myokarditis
- Viren infizieren Herzmuskelzellen --> Zellen gehen kaputt
- Immunzellen greifen das infizierte Gewebe an --> Entzündung
- Das Herz pumpt schlechter
- Die gereizten Zellen können Herzrhythmusstörungen verursachen
Welche Auswirkung hat Sport auf die Myokarditis?
Was hat Sport mit Myokarditis zu tun?
- Sport versärkt Prozesse, die Myokarditis wahrscheinlicher oder gefährlicher machen:
- Unterdrückung der Immunabwehr während Belastung
- Intensiver körperliche Belastung führen kurzfristig zu:
- Abfall von Immunzellen im Blutveränderter Zytokin-Antwort
- Ansteig von Stresshormonen (Adrenalin, Cortisol)
- --> Das Immunsystem reagiert schlechter auf die Infektion, und Viren können sich stärker vermehren, auch im Herzmuskel
- Intensiver körperliche Belastung führen kurzfristig zu:
- Unterdrückung der Immunabwehr während Belastung
- Der Herzmuskel unter Belastung ist anfälliger für Schäden
- Wenn der Herzmuskel bereits subklinisch entzúndet ist (also noch ohne klare Symptome), passiert Folgendes:
- Beim Sport steigt die Herzfrequenz --> mehr Sauerstoffbedarf
- Der entzündete Muskel ist weniger belastbar
- Die elektrischen Eigenschaften des Herzmuskels verändern sich
- Rhythmusstörungen treten leichter auf
- --> Deshalb kann Sport während einer unbemerkten Myokarditis gefährliche Rhythmusstörungen auslösen.
- Wenn der Herzmuskel bereits subklinisch entzúndet ist (also noch ohne klare Symptome), passiert Folgendes:
Erläutern Sie die Therapie der Myokarditis.
Therapie Myokarditis:
- Körperliche Schonung (Sportverbot!)
- Behandlung der Infektion (wenn möglich)
- Entzündungshemmende Therapie
- Herzmedikamente bei Pumpstörung
- Intensive Überwachung bei schweren Fällen
Nennen Sie die Symptome der Myokarditis.
Symptome Myokarditis:
- Am häufigsten verläuft die Erkrankung asymptomatisch oder mild
- Bei symptomatischen Verläufen:
- Herzinsuffizienzzeichen (v.a. Leistungsabfall, Ödeme)
- Brustschmerzen (durch Reizung des Perikards)
- Dyspnoe
- Herzstolpern (Palpitationen) aufgrund von Herzrhythmusstörungen
- u.U. plötzlicher Herztod