Psychiatrie

Wü SoSe26

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E. S.
Diese Lernkarten decken psychiatrische Erkrankungen und Störungen wie ADHS, Depressionen, Intelligenzminderung und Autismus-Spektrum-Störungen ab und richtet sich an Studierende der Psychologie. Im Fokus stehen Symptome, Diagnostik, Therapien, Ätiologie sowie epidemiologische Daten zu Prävalenz, Risikofaktoren und Komorbiditäten. Ideal für Mediziner und Psychologen, die sich fundiert mit diesen Themen auseinandersetzen möchten.
Karten
96
Lernende
3
Sprache
Deutsch
Kategorie
Psychologie
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
04.07.2026 / 17.07.2026

Lernkarten

Welche Aussage zu schizophrenen Psychosen trifft nicht zu?

Welche der folgenden Aussagen zu Drogen und Abhängigkeitserkrankungen sind richtig?

Welche Aussagen zur Therapie von Abhängigkeitserkrankungen treffen zu? (3)

Klinische Kriterien für die behaviorale Variante der Frontotemporalen Demenz sind: 

Ein dementielles Syndrom ist gekennzeichnet durch:

Welche Aussage zu Demenzerkrankungen ist richtig?

Welche Aussage zur Behandlung von therapieresistentn affektiven Erkrankungen trifft zu?

Welche Aussagen zur Epidemiologie psychischer Erkrankungen treffen zu? (2)

Welche Aussagen zur Epidemiologie psychischer Erkrankungen treffen zu? (1)

Im Aufnahmegespräch werden Anamnese und psychopathologischer Befund erhoben. Welcher der folgenden Bereiche wird im psychopathologischen Befund erfasst?

Wie ist die Prävalenz von ADHS?

- epidemiologische Prävalenz stabil um 5%

- M: 10%; W: 4% (Mädchen stark unterdiagnostiziert!)

- nimmt über Lebensalter ab (Kinder: 6%; Adoleszenz: 3%) 

Was sind die beiden häufigsten Komorbiditäten bei ADHS im KiJu-Alter?

oppositionelle & affektive Störung

Welche ätiologischen Faktoren stehen beim biopsychosozialen Modell bei ADHS im Vordergrund?

  • 70-80% der Symptomatik genetisch, viele Gene beteiligt
  • Umweltfaktoren während Schwangerschaft oder Perinatalzeit 
  • Familiäre Umwelteinflüsse können Ausprägungsgrad beeinflussen 

Was sind Umweltrisiken für die Ätiologie von ADHS?

  • Rauchen & Alkohol während Schwangerschaft
  • Frühgeburtlichkeit & geringes Geburtsgewicht
  • Belastung durch Stress & Trauma
  • Umwelttoxine (Blei oder Quecksilber) 

Wie sieht die Neurobiologie bei ADHS aus?

  • best. Hirnregionen sind involviert (z.B. PFC) 
  • Dysfunktion in Regelkreisen (Exekutiv- & Belohnungsnetzwerk) 
  • Störung von Neurotransmittersystemen (Dopamin, Noradrenalin) 

Wie sieht die Symptomatik der SSV aus?

  • wdh. & anhaltendes dissoziales, aggressives, aufsässiges Verhalten
  • mind. 6 Monate
  • grundlegende Rechte anderer & altersentsprechende soziale Erwartungen werden verletzt

Welche Formen der SSV gibt es? Was sind altersspezifische Unterschiede?

  • hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens (Mischung SSV & ADHS) 
  • oppositionell aufsässiges Verhalten → eher bei Kindern
  • delinquentes, aggressives, dissoziales Verhalten → eher bei Jugendlichen

Wie sieht die Epidemiologie bei SSV aus?

  • eine der häufigsten Ursachen für Inanspruchnahme der KJPPP
  • Prävalenz 1-1% in Europa
  • Jungen:Mädchen 3-5:1

Wie sieht Pharmakotherapie bei ADHS aus?

  • Stimulanzien: Methyphenidat, Amphetamin, Dexamphetamin
  • Nicht-Stimulanzien: Atomoxetin, Guancfacin ret.

Wie sieht die Prognose von ADHS & SSV aus?

  • ADHS persistiert zu etwa 50% ins Erwachsenenalter („verwächst“ sich bei 50%)
  • SSV: schlechtere Prognose bei frühem Beginn; je älter, desto größere Rolle spielt Peer Group, je jünger v.a. Familie 
  • Protektive Faktoren SSV: gute Beziehung zu mind. einem wichtigen Erwachsenen, hoher IQ, weiblich, gute Beziehungsfähigkeit zu anderen, gutes Arbeitsverhalten in Schule, hohe Kompetenz in nicht-schulischen Bereichen, multimodale Therapie

Was gehört zur Autismus-Spektrums-Störung? Wie ist die Prävalenz und das Geschlechterverhältnis?

frühkindlicher Autismus, Asperger-Syndrom, atypischer Autismus

Prävalenz gut 1%

m:w = 2-3:1

Aus welchen beiden Bereichen setzt sich die Kernsymptomatik der ASS zusammen?

  1. Kommunikations- und Interaktionsstörung
  2. stereotype Verhaltensweisen und Interessen

Wie sieht es mit der Genetik bei Autismus aus?

  • Hohe Erblichkeit: 40 – 80 %
  • syndromale Formen des Autismus (10-15%) mit klarer ätiologischer Zuordnung
  • “idiopathischer Autismus”: Erblichkeit ca. 90%

Was sind assoziierte Umweltfaktoren für Autismus?

  • höheres Alter von Vater und Mutter, Typ 2-/Gestations- Diabetes Mutter, evtl. Maßnahmen der assistierten Reproduktion
  • Medikamente
  • Vitamin D-/ Folsäure-Mangel
  • Schwermetalle wie anorg. Quecksilber und Blei aus Umwelt
  •  Feinstaubbelastung
  • Virusinfektionen: wie Rötelninfektion
  • starke Frühgeburtlichkeit 
  • Maternale Immigration 

Was sind pathophysiologische und neuropsychologische Korrelate der ASS?

Neuropathologisch:

  • Makrozephalie
  • veränderte Konnektivität
  • Auffälligkeiten Gesichtererkennung

Neuropsychologisch:

  • detailorientierte Wahrnehmung oder Defizit der zentralen Kohärenz 
  •  Theory of Mind Defizit

 

Wie sieht die Diagnostik bei ASS aus?

  • körperlich-neurologisch (inkl. Hör-/Seh-Testung; ggf. Stoffwechsel, Genetik, cMRT)
  • psychiatrisch-psychologische: Entwicklung, IQ, Komorbidität, autismusspezifisch (Screening-Fragebögen, ADOS, ADI)

Ab welchem IQ redet man von Intelligenzminderung?

IQ von 70

Was sind Syndrom in Zusammenhang mit Intelligenzminderung? Was sind Kernsymptome?

  • Down-Syndrom: Intelligenzminderung; Hyperaktivität, Trotzverhalten, Antriebsminderung, Depression, Demenz
  • Fragiles-X-Syndrom: Epilepsie (20%), ADHS (bis 60%), Autismus-Spektrum (35%) 
  • Prader-Willi-Syndrom: Psychose, bipolare Störung, Depression, ASS (knapp 30%)
  • Angelman-Syndrom: Intelligenzminderung, Hyperaktivität, Konzentrationsstörungen, keine regelrechte Sprachentwicklung, Faszination für Wasser, Spiegelungen
  • Williams-Beuren-Syndrom: kognitive Einschränkung, auffälliges distanzgemindertes Sozialverhalten, gute verbale Fähigkeiten, vergleichsweise wenige psychiatrische Probleme
  • Lesch-Nyhan-Syndrom: Intelligenzminderung, impulsiv-aggressives Verhalten,  repetitive Sprache mit Koprolalie

Sind Kinder & Jugendliche mit Intelligenzminderung anfällig für psychische Störungen?

  • 30 % bis 70% aller Kinder und Jugendlicher mit Intelligenzminderung leiden unter einer psychischen Störung (4-5-fach erhöhtes Risiko)
  • häufig Hyperaktivität, Autismus, Aggressionen, Stereotypien, Selbstverletzungen, emotionale Störungen

Welche Pharmaka sind je nach Symptomen bei Intelligenzminderung indiziert?

  • Antipsychotika: (Auto-)Aggression, Impulsivität
  • SSRI/ Antidepressiva: Depression, zwanghaftes Verhalten, Ängstlichkeit
  • Stimulantien: Hyperaktivität
  • Antiepileptika: Epilepsie, bipolare Störung, phasische Stimmungsschwankungen
  • Tranquilizer und Anxiolytika: akute Erregungszustände, Angst, Suizidalität 

Wie ist die Prävalenz und Geschlechterverteilung von ADHS?

Prävalenz:

  • Kindheit ca. 8 %
  • Erwachsenenalter weltweit ca. 3 %

Geschlechterverteilung:

  • Kindheit m:w = 4:1
  • Erwachsenenalter m:w = ca. 2:1, ADS = 1:1 

Wie ist die Prognose/der Verlauf von ADHS über das Lebensalter?

  • Zwei Drittel der Patienten mit kindlicher ADHS sind auch noch im Erwachsenenalter durch ADHS Symptome beeinträchtigt
  • Die motorische Hyperaktivität geht im Verlauf typischerweise stärker zurück als die Unaufmerksamkeit
  • ADHS ist eine „Trait“ Erkrankung, d.h. ohne phasenhaften Erkrankungsverlauf, sondern Extremausprägung von Verhaltensmerkmalen, die grundsätzlich auch bei Gesunden auftreten können

Wie hoch ist die Erblichkeit von ADHS?

circa 75%

Was kann man zu den Entstehungsbedingungen von ADHS sagen?

  • ADHS ist eine stark erblich bedingte, multikausale Erkrankung
  • Es wurden genomweit-signifikant assoziierte Genvarianten identifiziert
  • Risikogenvarianten betreffen überdurchschnittlich häufig Gene, die die neuronale Entwicklung beeinflussen
  • Einzelne Genvarianten haben aber nur kleine Effekte

Was sind häufige Komorbiditäten von ADHS?

  • Affektive Störungen
  • Angst-Störungen
  • Substanzmissbrauch
  • Abhängigkeit
  • Persönlichkeitsstörungen

Wie schaut der Zusammenhang von AHDS und Adipositas aus?

  • die Prävalenz von Adipositas ist bei Erwachsenen mit ADHS 70% höher als in der Allgemeinbevölkerung
  • Kein erhöhtes Risiko für Adipositas bei Patienten, deren ADHS medikamentös behandelt wurde!
  • Dysregulation in dopaminergem Belohnungsnetzwerk als möglicher gemeinsamer Nenner

Was ist hinsichtlich Beeinträchtigungen der ADHS im Erwachsenenalter besonders zu beachten?

  • Neben den 3 Kernsymptomen sind im Erwachsenenalter v.a. emotionale Überempfindlichkeit und Stimmungsschwankungen beeinträchtigend
  • Im Erwachsenenalter stehen häufig die psychischen Begleiterkrankungen im Vordergrund des klinischen Bildes:
    • > 70 % der Patienten leiden unter mind. 1 psychischen Komorbidität
    • > 40 % der Patienten leiden unter Depression

Was ist wichtig bei der Behandlung/Therapie von ADHS?

  •  Behandlung erfolgt multimodal
  • Psychoedukation ist wichtiger Bestandteil der Behandlung
  • Psychostimulanzien sind die medikamentöse Therapie der Wahl
  • Psychostimulanzien erhöhen die synaptische Dopamin Verfügbarkeit
  • Verhaltenstherapie kann ergänzend eingesetzt werden
  • Für die Wirksamkeit stimulativer Verfahren liegt noch keine ausreichende Evidenz vor 

Wie sehen die ICD-11 Kriterien der depressiven Episode aus?

  • affektive Symptome
  • neurovegetative Symtpome
  • kognitive Symptome

Welches ist kein Element der Therapie bei Autismus-Spektrum-Störung? (1)

Study