SS26


A. K.
Diese Lernkarten widmen sich zentralen Konzepten der differentiellen Psychologie, Testtheorie und empirischen Forschung. Sie behandeln Variablen, Prozesse und Methoden wie Operationalisierung, Hypothesenbildung, Skalenniveaus sowie Vor- und Nachteile psychologischer Messverfahren. Studierende profitieren von diesem Überblick, um empirische Studien kritisch zu bewerten und eigene Forschungsfragen präzise zu formulieren.
Flashcards
111
Students
1
Language
German
Category
Psychology
Level
University
Created / Updated
09.06.2026 / 10.06.2026

Flashcards

Nach welchen Kriterien kann man Variablen unterscheiden?

Qualitativ (z.B Geschlecht), quantitativ (z.b Größe),

beobachtungsnah, beobachtungsfern (z.B Intelligenz -> bedürfen Operationalisierung),

Moderator, Mediator 

 

Moderator vs. Mediator 

Moderator: beeinflusst Stärke des ZH zw. UV u. AV bsp. Saft macht mit Spritzer Öl noch mehr fit 

Mediator: Zwischenglied, bezieht sich auf ein zw. UV und AV liegendes Kausalglied bsp. Längere Pausen: größerer Lernerfolg mediiert durch Nutzung der langen Pausen zur StoffWH)

Welche Vorbedingungen für die Überprüfbarkeit von Hypothesen gibt es?

 

- Empirischer Gehalt (nicht schon analytisch wahr; logisch widerspruchsfrei)

- Falsifizierbarkeit (müssen Ereignisse denkbar sein, die Hypothese falsifizieren)

- non Trivialität 

- Operationalisierbarkeit (den Begriffen der H müssen beobachtbare Daten zugeordnet werden können -> Konstrukte eindeutig definiert & messbar)

- Aufstellung H vor Datensichtung 

Welche Qualitätskriterien gibt es für (die Überprüfung von) Hypothesen?

 

- möglichst hoher Infogehalt (allgemeiner wenn-Teil, spezifischer dann Teil)

- möglichst strenge Prüfung 

- Hypothesenbezug: Versuchsplan mit Hypothesenbezug heute Standard 

- Festlegung relevanter Effektgrößen 

- gerichtete vs. Ungerichtete Hypothesen (oft eher ungreichtet)

Warum sollte man sich im Zusammenhang mit Hypothesen über relevante Effektgrößen Gedanken machen?

 

„nichts auf der Welt ist komplett unabhängig von allem anderen“

- Berücksichtigung Effektgrößen zur Hypothesenbeurteilung, nicht nur Signifikanzen 

Was ist der Unterschied zwischen Sachhypothese und statistischer Hypothese?

 

Empirische Vorhersage: konkretisierende Hypothese auf Basis der Operationalisierung, des Versuchsplans, SV-Kontrolle und Stichprobe 

STat. Hypothese: auf Basis stat. Modells, Berücksichtigung Messfehler, Auswahl geeignetes stat. VF, Formulierung Null/Alternativhypothese in Bezug auf Statistiken 

Bsp. Der xy Mittelwert ist in Exp.GR größer als in Kontrollgr. 

Was haben e- und f-Validität mit alpha und beta zu tun? Erläutern Sie dies anhand eines Beispiels.

 

Ziel: möglichst valide & ökonoische Hypothesenprüfung

e: fälschl. Beurteilung der Sachhypothese als zutreffend 

f: fälschl. Beurteilung der Sachhypothese als nicht zutreffend 

äähnlich: statistische FehlerWSK (beziehen sich auf stat. Hypothesen)

alpha: fälschl. Annahme der H1 

beta: fälschl. Annahme der H0

.Wie sieht das Ideal einer Operationalisierung aus, das leider nicht immer verfügbar ist?

 

  • Normierte und standardisierte Messinstrumente zur Weiterverwendung in anderen Untersuchungen (ermöglicht Vgl. zw. Ergebnissen verschiedener Untersuchungen) 

1.Welches sind die Bestandteile einer Operationalisierung?

  •  

  • Erhebungsmethode
  • Erhebungsinstrumente 
  • Art der Aufbereitung der Infos für die weitere Analyse 
  •  

.Was bedeutet Konstruktvalidität?

 

= Güte der Operationalisierung -> unters. Gute Operationalisierungsmöglichkeiten (Indikatoren) einer Variablen -> schlechte Operationalisierung machen Hypothesenprüfung wertlos!

Geben Sie je ein eigenes Beispiel für eine Operationalisierung, bei der eine objektive bzw. subjektive Operationalisierung konstruktvalider ist.

 

Objektiv (z.b physiologisch/Leistung): oft Bevorzugt, da Selbstauskunft/Introspektion fehleranfällig: bsp: körperliche fitness durch max. Sauerstoffaufnahme bei Belastungstest messen 

Subjektv (Befragung/Selbstauskunft): z.b in Persönlichkeitstests, bei Messung Angst, Empathie, Sprachoutput, Leistungszufriedenheit 

 

Welche Operationalisierungstechniken (bzw. Möglichkeiten wissenschaftlicher Beobachtung) gibt es?

  • Tests 
  • VH-Beobachtung
  • VH-Spurenanalyse
  • Befragung
  • Apparative Methoden 

Inhaltsvalidität

  • repräsentiert Operationalisierung der gesamten Variable (wie breit wird das Konstrukt abgebildet?)
  • Ideal: viele maximal vers. Operationalisierungen (einer latenten Variable)

Ökologische Validität

  • wird das gemessene so gemessen, dass Schlüsse auf alltägl. Erleben/VH möglich sind?
  • Problem:oft fehlr Nachweise, dass erforschte GL wirklich GL des alltägl. Erleben/VH sind 

.Was ist der Unterschied zwischen konvergenter und diskriminanter Validität?

 

Nachweis, dass Messinstrument zu ähnlichen Ergebnissen kommt wie andere Tests, die ähnliches messen sollen (konvergent) 

… zu anderen Ergebnissen kommt, als Tests die anderes messen (diskriminant)

Was ist das Globalitäts-Spezifitäts-Problem bei Variablen?

  • Globale UV -> Interpretationsschwierigkeiten, da Konfundierung vieler Variablen 
  • Ist vgl. zweier Bedingungen dann eig. Operationalisierungsvgl?
  • Spezifität: sehr isolierte Bedingung -> Übertragung auf andere Situation?

Was bedeutet messen

= strukturerhaltende Übersetzung eines empirische in ein numerisches Relativ (Dinge bekommen Zahlen, sodass das, worauf es ankommt in Zahlen wiedergespiegelt bleibt 

Skizzieren Sie kurz die vier Problembereiche beim Messen. Worum geht es jeweils?

 

  1. Repräsentationsproblem: ist empir. Variable messbar?
  2. Eindeutigkeitsproblem: welche Freiheiten habe ich beim Zuordnen? (wie Skalenwerte ohne Bedeutungsverlust mathem. Transformieren?)
  3. Bedeutsamkeitsproblem: welche Schlüsse dürfen auf Basis des Skalenniveaus gezogen werden
  4. Skalierungsproblem: wie werden konkrete Skalen errichtet?

1.Was haben Skalenniveaus und Transformationsgleichungen mit der Frage zu tun, wie viele Freiheiten man bei der Zahlenvergabe hat? Ordnen sie die ihnen bekannten Skalenniveaus nach diesem Kriterium.

 

 

Nominal: jede eindeutige Transformation der Skalenwerte zulässig; nahezu unbegrenzte Freiheit bei Zuordnen von Zahlen

Ordinal: zulässige Transformationen: alle unter Beibehaltung der Ordnung; viele Freiheiten 

Hyperodinal: wie Ordinal, Abstände werden auch in Rangreihe gebracht

Intervall: jede Transformation zulässig, die Einheit u./o. Nullpunkt verändert; y=a*x+b

Ratio: Transformation zulässig, die Einheit, aber nicht Nullpunkt verändern; y=a*x 

Absolut: keine Transformation zulässig

Geben Sie für jedes Skalenniveau ein treffendes psychologisches Beispiel.

 

N: Geschlecht, Blutgruppe, Hauptstudienfach

O: SÖS, Platzierung Wettkampf 

HO: wie gut Referat

I: Standardtestwert z.b. IQ

R: Reaktionszeit

A: Zahl der Mitglieder einer Gruppe

Validität

wird das gemessen, was gemessen werden soll?

Reliabilität

wie zuverlässig misst der Test?

Objektivität

Standardisierung der Testdurchführung u. Auswertung; Beurteilung durch Normen

Nebengütekriterien

= zusätzliche Qualitätsanforderungen an wissenschaftliche Forschung

z.B Ökonomie, Zumutbarkeit, Fairness, Transparenz, Skalierung, Nützlichkeit

.Worauf zielen in der Differentiellen Psychologie Messungen ab?

 

erfassung von Unterschieden zw. Menschen 

  • Messung zielt auf states (tmporäre Zustände/Eingenschaften) und traits (dauerhafte Zustände/Eigenschaften) ab 

Wie funktioniert der faktorenanalytische Ansatz zum Messen in der Differentiellen Psychologie

  • Suche nach allen Adjektiven, die Personen beschreiben 
  • Viele Personen bewerten viele andere Personen wie sehr Eigenschaften zutreffen 
  • Klassen miteinander korrelierender Adjektive = Faktoren

Vorteile faktorenanalytische Ansatz zum Messen in der Differentiellen Psychologie

Hoffnung: alle relevanten Unterschiede zw. Menschen sind sprachl. manifestiert

Nachteil der faktorenanalytische Ansatz zum Messen in der Differentiellen Psychologie

 

Problem:

  • Bilden Durchschnitrtspersönlichkeit, auf die dann jede einzelne Person zwecks Beurteilung projiziert wird 
  • Modelltest fehlt: jeder Mensch wird in Struktur eingeordnet ohne Geeignetheit der Struktur zur Beschreibung der individuellen Person zu prüfen
  • Basierend auf Selbst(Fremd)Beschreibungen mit entsprechend. Validitätseinschränkungen 

.Welche Vorteile haben projektive Tests und mit welchen Problemen sind sie leider oft behaftet?

  • Kein Überstülpen festgelegter Dimensionsmuster
  • Erfassung unbewusster Motive möglich
  • Problem: meist mangelhafte Gütekriterien (nicht valide, reliabble u/o objektiv)

1.Wie funktioniert Kellys Grid-Diagnostik? Was macht sie messtechnisch interessant und welche Grenzen gibt es?

  • Auswahl nahestehender Personen vers. Lebensbereiche (Spalten)
  • Syst. Auswahl von je 3 Personen (Zeilen)
  • Welche 2 der 3 sind ähnlich u. bzgl. Welcher Eigenschaftbzw. Welcher Person unterscheidet sich
  • Ergebnis: bipolare, verbalisierbare Kernkonstrukte, mit denen eine Person die soz. Umwelt strukturiert wahrnimmt und antizipiert 

Geschichte Intelligenzmessung 

- Personalauswahl altes China

- Galton

- Binet

- Intelligenzmessung USA

Intelligenzmessung altes China

Personalauswahl u entwicklung im alten China: mündl. (vor > 4000J) und schriftl. Befragung (> 2000J); Anfang des 19 Jh. Von Briten übernommen 

Galton Intelligenzmessung

  • Intelligenz ist quantifizierbar, normalverteilt & durch objektive Tests messbar
  • Ausmaß der Beziehung von Testergebnissen per Korrelation bestimmbar 
  • Überlegungen zur Paarung überlegener Menschen (Eugenik)

Binet Intelligenzmessung

  • Auftrag Verbesserung der Effektivitätssteigerung von Lehrmethoden für entwicklungsgestörte Kinder 
  • Nötig: obj. Test zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit (keine Lehrerurteile)
  • Testitems sollen weitgehend unabhängig von Wissen & Lebensumwelt sein, sondern eher auf schlussfolgerndes Denken zielen 
  • Bestimmung des Intelligenzalters: Alter, in dem im Durchschnitt Kinder eine bestimmte Leistung erbringen 

Intelligenzmessung USA

  • Anfang des 20. Jh Messung der Leistung v. Schulkindern v.a Immigrationskinder
  • Vor 1. Weltkrieg Messung zur Eignung für das Militär
  • Später allgem. Üblich in Schule, Universität & Industrie (z.b scholastic achievement test. SAT, American Collage Test ACT als Hochschulreifetest)
    • Flächendeckende Diagnostik 

 

1.Welches Vor- und Nachteile haben mathematische Kenngrößen wie die interne Konsistenz und die Kriteriumsvalidität in der Diagnostik?

Vorteil

  • Objektivität, Quantifizierbarkeit, Vergleichbarkeit 

Nachteil

  • Was wenn Kriterium inhaltl. Vom Konstrukt abzugrenzen sein soll 
  • Interne Konsistenz als Maß für Redundanz eines Tests 
  • Konvergente Validität als Maß für Überflüssigkeit eines neues VF, da es fast das Gleiche misst wie ein bestehendes VF?
    • Zählen ersetzt denken nicht

Außerdem: Diagnostische Güte konkrete aktuelle Probleme: 

  • Abgrenzung/Interdependenzen von Konstrukten 
  • Fehlen reiner Maße; Konstrukte schwer eindeutig inhaltlich (und messtechnisch) abgrenzbar etc. 

1.Geben sie Beispiele aus der Differentiellen Psychologie, die die Problematik der fehlenden Falsifizierbarkeit von Hypothesen deutlich machen.

  • Theorie gilt nur dann als wiss. Fundiert, wenn man sie grundsätzlich widerlegen kann
  • Phasen der psychosozialen Entwicklung nach Freud (Probleme in einer Phase führt zu bestimmten Persönlichkeitseigenschaften) 
    • wie Theorie empirisch prüfen und wie könnte man Annahmen falsifizieren? 
    • Zentrale Begriffe vage definiert, nicht direkt beobachtbar, kann oft erst im Nachhinein interpretiert werden 
  • Zeigt Person Eigenschaft -> Theorie bestätigt; wenn andere Eigenschaft -> Abwehrmeschanismen, unbewusste Prozesse, Verdrängung als Erklärung -> Theorie kann kaum widerlegt werden 

1.Müssen alle wissenschaftlich relevanten Konzepte empirisch unterfüttert/ unterfütterbar sein? Erläutern Sie ihre Meinung am Beispiel der „Abwehrmechanismen

  • Ist schwer empirisch bestätigbar, aber dafür fruchtbare Terminologie (hilfreiche Sprache zur Beschreibung psy. Prozesse; erregen neue Forschung)
  • Neben Falsifizierbarkeit evtl. auch terminologische Fruchtbarkeit als Funktion von Theorien?

Beschreiben Sie Methoden zur Messung der Hirnaktivität. Was wird dabei gemessen? Bewerten Sie diese kurz anhand zweier ausgewählter Kriterien (zeitl./räuml. Aufl.).

  • EEG = Elektoencephalogramm 
  • Elektrokortikogramm: dasselbe direkt auf Hirnrinde -> bessere räumliche Auflösung 
  • Mirkovolt -> Verstärker nötig, Frequenzbänder, Fouriertransformation 
  • Zeitliche Auflösung super (ms genau), räumliche Auflösung bescheiden, eher ungenau (mehrer cm)

Wie funktioniert ein EEG? Was misst es? Durch welche Prozedur lassen sich EEG-Daten kognitiven Prozessen zuordnen?

  • Elektroden in z.b. 10-20 An Kopfhaut angebraucht
  • AV: Mirkovolt -> Verstärker nötig, Frequenzbänder, Fouriertransformation : Amplitude als Funktion der Frequenz (statt Zeit), elekt. Aktivität duch Muskelbewegung
  • Kog. Korrelate (EKPs) im EEG Signal: pos/neg; wievielte Hebung/Senkung o. nach wievielen ms, wo am stärksten
    • P3/300: tritt auf wenn subj. Erwartung nicht erfüllt 
    • N100: durch auditorische Stimuli ausgelöst, sensitiv bzgl. Stimulus Vorhersagbarkeit 
    • N1: Visuelle on/offset, Veränderungen, moduliert Aufmerksamkeitsprozesse
    • ERN: nach falscher Reaktion 

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