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Flashcards
Wofür kann die Methode der Blickregistrierung in der Psycholinguistik/Sprachpsychologie nützlich sein?
Bsp. Leseforschung:
- Verteilung Fixationspunkte auf Buchseite soll durch möglichst wenige Variablen maximal aufgeklärt werden (welches Wort fixierte ich wo/wann) als nächstes im Text? A: abhängig von Wortentfernung, Wortlänge, Worthäufigkeit
Welcher Methoden bedient sich die Urteils/Entscheidungspsychologie?
Urteilen: Meinungsbildung/Bewertung: beruht oft auf Heuristiken
Entscheiden: Wahl zw. Alternativen: kann durch Rahmung beeinflusst (gebiast) werden
- Anhand Entscheidungen von VP wird auf zugrundeliegende mentale Prozesse geschlossen
Mit welchem Argument wird die Psychologie als science of self reports and finger movements kritisiert?
?
Was sind die allgemeinen Ziele/Fragen der kognitiven Neurowissenschaften/Neuropsychologie?
Kognitive Neurowissenschaften:
- Allge: Kombi von kog. Methoden u. neurowissenschaftl. VF
kognitiv: den täglichen Fähigkeiten unterliegende mentale Prozesse; Ziel: Hirnkorrelate zu mentalen Prozessen, Abbildung des neural information flow (vgl apparative Methoden)
Kognitive Neuropsychologie:
- durch Gehirnverletzungen verursachte kog. Probleme (Pt!); Klärung kog. Funktion (auch) anhand neuropazthologischer Befunde
- Ziele:
- 1: struktur kognitiver Leistungen bei Gehirnverletzunegn erklären durch Theorie/Modell über normale kog. Funktionsweisen (z.B. Verletzung führt zu Zerstörung eines/mehrerer kog. Prozesse)
- 2: Aus Gesetzmäßigkeiten werden Schlussfolgerungen über allgemeinpsy. Kog. Fähigkeiten gezogen
- Nennen Sie 2 Klassiker aus den Anfängen der Neuropsychologie u. beschreiben Sie kurz ihre wichtigsten Leistungen
Gall: Geistige Fakultäten (Witz, Zahlensinn, ..); Gehirn als Sitz der Psyche; Gehirn in Organe unterteilt, eins für jede Fakultät, Schädelausbuchtungen
Broca: Pt. Mit linksfrontaler Läsion: Verstehen, aber nicht sprechen -> Fuß der dritten Frontalwindung ist Sitz der artikulierten Sprache; ähnliche Läsion rechts: keine Sprachstörung -> Hemisphärendominanz
Wernike: Schnittstelle temporal/parietal: Sprechen, aber nicht verstehen -> Hinweis Modularität der Sprachverarbeitung
Was für Formen der Dissoziation gibt es?
Einfache Dissoziation:
- A1: Wort lesen, A2: Gesichter wiedererkennen -> Pt. X kann schlecht lesen, gut Gesichter erkennen -> separate (dissoziierte) kog Module?
- Problem: könnte auch ein gem. vis. Modul sein, aber Aufgabe unters. Schwierig
Doppelte Dissoziation
- Zusätzl. Pt. Y: kann schlecht Gesichter erkennen, aber gut lesen -> seperate (dissoziierte) kog. Systeme (Königsweg der neuropsy. Theoriebildung vgl. Broca/Wernicke) (hier keine Alternativerklärung möglich)
Was ist eine Assoziation
Assoziation
- Pt. Hat Einbuße in A1 und auch A2 -> Beide Prozesse in einem System/Modul repräsentiert
- Problem: Fehlschluss, da auch andere Dinge dafür verantwortlich sein können, dass zwei Aufgaben beeinträchtigt sind z.b. Läsion betrifft zwei unabhängige Module
- Was sind reverse inferences? Geben Sie ein Bsp.
- Schlusslogik: Schließen von Hirnaktivität auf mentale Prozesse (normalerweise andersrum: „wenn kog. Prozess X stattfindet, ist Hirnareal z aktiv“)
- Problem: logisch inkorrekte Deduktion!
- Bsp: Fellon stößt auf Gehirn mit extrem geringer frontal/temporal Aktivierung (Areale, die mit Empathie, Moral, Selbstkontrolle in Verbindung stehen)
- War sein eigenes Gehirn … -> viele Psychopathen haben schweizer Käse im Gehirn, aber nicht umgekehrt: Schweizer Käse Hirn nicht automatisch Psychopath
Wie unterscheiden sich Syndromgruppenbildungen von funktionalen Störungsbildern als Herangehensweisen in der Neuropsychologie?
- Clusterbildung von Pt. mit ähnlichen Symptomen
- Problem: undifferenziert, eher anatomisch als funktional begründet, daher klassische Syndrome für kog. Neuropsy. Fragestellung ungeeignet
Theoretisch fundierte Klassifikation von Funktionsstörungen:
- Beschreibung v. Pt. Anhand eines systematisch getesteten Katalogs seiner Funktionsstörungen
- Probleme: steigende Komplexität u. Spezifität (da ein Pt. Meist sehr viele Funktionsstörungen), daher Tendenz zu Einzelfallerklärungen
Warum liest man in der Neuropsychologie häufig von Fallstudien? Sind Gruppenvergleiche mit hoher SP nicht als einziges wirklich aussagekräftig?
(Störungen/Hirnläsionen selten, individuell unterschiedlich, ethisch nicht experimentell erzeugbar)
- Betrachtung besonderer Einzelfälle
- VT: keine Infos wegmitteln
- Paradigmatischer Charakter: Einzelfälle sollen für ein bestimmtes kritisches Problem entscheidend sein
Was versteht man unter konvergierenden Operationen in der Neuropsychologie?
- Mit vers.methodischen VF das dasgleiche Ziel wie Theorie absichern
- - vermehrt Rückgriff auf Erkenntnisse der Kognitionspsychologie und unauffällige VP
- Übernahme experimenteller u. statistischer Methoden
- Konvergenz durch Inzidenzsammlung aus beiden Bereichen (Gesunde u.Patienten, aber auch VH und Hirnaktivität) zur Sicherung aufgestellter Modelle
Was versteht man unter der Modulhypothese u. was kann man an ihr kritisieren?
- Modulhypothese zur Organisation mentaler Prozesse (o. im Gehirn)
- Erfahrungen aus visuellem System und Computersimulation: VT modularer komplexer Systeme: Fehlerentdeckung und Verbesserung leichter (ein Fehler hat nur lokale Wirkung)
Nenne Sie 3 Eigenschaften kognitiver Module nach Fodor u. diskutieren Sie diese kritisch?
- Verkapselung (unabhängige Moduel, Unkenntnis anderer)
- Spezifität (bzgl. Fachgebiets z.B Gesichtererkennung)
- Verbindlichkeit (unwillkürl. Verarbeitung) eher bei Input als outputmodulen?
- Angeborenheit aber lesen/schreiben modular beschreibbar, dennoch kulturfähig
- Peripherität höhere zentrale Prozesse wie Meinungsbildung nicht modular, daher nicht wiss. beschreibbar
Nennen Sie eine Alternative zur Modulhypothese u. beschreiben sie die zentralen Charakteristika dieser Alternative. Was kann sie besser erklären als die Modulhypothese?
PDP: parallel distributed processing (farah)
- Modellierung von Kognition mittels neuronaler Netze
- Wissen als Muster von Verbindungsstärken innerhalb Menge v. Verarbeitungseinheiten
- Kein alles o/nichts in konnektionistischen System: Möglichkeit partiellen Wissens/Repräsentationsaktivitäten (lernen nicht abgeschlossen/partielle Schäden)
- Komplexe Interkonnektivität von Verarbeitungseinheiten (ex/inhibitorisch)
Bsp: Gedächtnis: eine Einheit kann an vielen Gedächtnisinhlaten beteilige sein, Repräsentationen können distribuieret oder lokal sein
VT:
- Erklärt regelgeleitetes VH ohne explizit gespeicherte Regel
- Nur leichte Leistungsausfälle neuronler Systeme bei Schädigung
- Abruf komplexer Inhalte aufgrund eines Teilinhalts/bs. Geeignet zur Erklärumg von Crosstalk, Priming, Gedächtnisphänomenen
Nenne und beschreiben Sie unausgesprochene Annahmen der kog. Neurowissenschaften.
Nicht direkt untersuchbare Voraussetzungen:
- Modulhypothese
- Isomorphismus (gleiche Struktur) von Kognition u. physiol. GL: Einhergehen v. anatomischen Zentren mit psy. Funktionen; entsprechend spezif. Störungen
- Transparenz: pathol. Leistung als valider Indikator für Störung eines kog. Systems
Transparenz:
- Ist Leistung eines Pt. Wirklich aufgrund Störung eingeschränkt?
- Kompensative Operationen
- Best. Leistungsdefizit beruht auf anderen, als vermuteten Verarbeitungsdefiziten
Erläutern Sie anhand eines stichhaltigen Beispiels den Sinn qualitativer (gegenüber
quantitativen) Verfahren.
- Sammeln von Gründen, Argumentationsstrukturen, Themen; Frage nach warum klären ohne Vorgaben zu machen
- Vorteil: relevante Kategorien werden von der untersuchten Person generiert (nicht von Untersucher vorgegeben!)
- erlauben durch inhaltsanalytische VF Kategorien zu bilden, die quantitativ vermessen werden können
Beispiels den Sinn qualitativer (gegenüber
quantitativen) Verfahren.
(bsp. Frage warum jemand Müsli kauft)
Quantitativ wäre unwissenschaftlich, subjektiv, Verpassen von Argumenten … wenn FB auf dem Argument bewertet werden, die man sich selbst ausgedacht hat
Was sind Vor- und Nachteile inhaltsanalytischer Verfahren (z.B. basierend auf Interviews)?
- Vorteil: Relevante Kategorien werden von der untersuchten Person selbst generiert
- Nachteil: subjektive Komponenten z.b was ist relevant? Wie definiert man Kategorien?
Mit welchem Argument könnte man behaupten, qualitative Forschung sei Teil der quantitativen Forschung?
- Qualitative VF erlauben durch inhaltsanalytische VF Kategorien zu bilden, die quantitativ vermessen werden können
- d.h. entspricht quantitativer Forschung (nominalskalierte Daten = Häufigkeit)
- nur: Betonung auf Kategoriengewinnung (als Voraussetzung der Erhebung quantitativer Daten)
Vor welchem (wissenschafts-)theoretischen Hintergrund haben sich qualitative Verfahren entwickelt?
- Hermeneutik
- Phänomenologie
- causa finalis
- Introspektion als Methode
- symbolischer Interaktionismus
- kritische Psychologie
Was haben Metaphern mit qualitativen Verfahren zu tun?
- Metapher bestimmen unsere Sicht auf das Leben
- allge. Metaphernbegriff (in nahzu jedem Satz stecken Metaphern, oft unbewusst/unausweichlich)
- Metaphern wirken sich (auch unbewusst) auf Wahrnehmung, kog Prozesse, Entscheidungen und Handlungen aus
Was haben qualitative Verfahren mit der causa finalis/dem Verstehen/der Introspektion/derWürzburger Schule zu tun?
theoretische Hintergründe der qualitativen Forschung:
Causa finalis (Aristoteles): (vs. Cause efficiens) – Frage nach Gründen/Zielen für VH
Introspektion z.B. Würzburger Schule: lautes Denken/Inhaltsanalyse als Methoden z.b. bei Befragung von Menschen wie sie zu einem Urteil gekommen sind
Nennen Sie mindestens fünf konkrete qualitative Methodenansätze.
- qualititive Einzel/Gruppeninterviews/FB (typ. Leitfadenbasiert)
- qual. Inhaltsanalyse
- Gruppendiskussion
- Rollenspiele
- teilnehmende Beobachtung im Feld
- non reaktive VF
- Biografieforschung
- Selbsterfahrung/-beobachtung
- Quellenstudium
- projektive Persönlichkeitstests
- Grid-Techniken zur Erfassung persönl. Relevanter Konstruktsysteme
Experimentell Vorgehen
- Ermöglicht Testung kausaler Hypothesen
- Schulss auf Ursache , die zeitl. Der Wirkung immer vorgelagert o. gleichzeitig
- Aktives Eingreifen der Experimentators in das Geschehen
- Ausschalten von SV
nicht experimentell
- Beobachtung ohne eingreifen
- Schwierige Kontrolle möglicher SV
Aber nicht vermeidbar!
Wundts Kriterien für ein Experiment
- Willkürlichkeit
- isolierte Manipulierbarkeit
- Replizierbarkeit
- Aufmerksamkeit des Experimentators beim Beobachten (heute nicht mehr so betont)
Moderne Definition für experimentelles Vorgehen:
Betonung Randomisierung (als Abgrenzung zum Quasiexperiment u. zur Korrelationsforschung)
Warum ist Randomisieren beim Experiment so wichtig, und hat es auch Nachteile?
= zufällige Zuordnung der Untersuchungseinheiten (VP) auf die Bedingungen der UV
- dient als zentrale Kontrolltechnik
- Ziel: Validitätssicherung
- Nachteil: Zufall garantiert keine Gleichverteilung
UV
= vom Experimentator aktiv variiert in mind. 2 Ausprägungen (auch Stufen/ Bedingungen)
AV
=Reaktion auf die Bedingung der UV (abhängig von Versuchsbedingungen)
SV
= mit UV korrelierende (konfundierende) Variable, die vermutl. Auch die AV beeinflussen könnte, so dass man (ohne weiteres) nicht weiß, ob sie und/oder die UV für die Effekte der AV verantwortlich ist
Was sind wissenschaftliche Hypothesen und wie können sie formuliert werden?
- Hypothesen als mögliche Antwort auf eine Forschungsfrage
- der Prüfung zu unterziehende Sätze (Untersätze, da sie meistens aus einer übergeordneten Theorie, zusammenhängender Satzsammlung abgeleitet werden)
Nach welchen Kriterien lassen sich welche Arten von Experimenten unterscheiden?
- vers. Ziele (Prüf, Erkundungs, Vorexperiment)
- Anzahl UV (uni/multifaktoriell)
- Anzahl AV (uni/multivariates)
. Labor vs. Feld
- echtes (mit Randomisierung) vs. Quasiexperiment
Was unterscheidet ein Quasiexperiment von einer Korrelationsstudie?
- QE: fehlende randomisierte Zuordnung von VP zu Versuchsbedingung (bei orgasm. Var. Geht nicht; streng genommen Korrelationsstudie)
- Korr.: es werden zwei o. mehr Variablen erhoben u. es wird nach ZH geschaut
Welche Typen von Sätzen bzw. Hypothesen gibt es generell und welche herrschen in der Psychologie vor?
- Beschreibungen
- Gesetzmäßigkeiten (Zh Phänomene/wenn dann Sätze): in Psy.: Effekte
- Theor. Erklärungen
Enthalten wirklich alle Hypothesen mindestens zwei Variablen mit je mindestens zwei Ausprägungen? Versuchen Sie ein Gegenbeispiel zu geben.
?
Erläutern Sie anhand eines Beispiels, wie man eine Hypothese als Zusammenhangs-, Unterschieds- und Konditionalhypothese formulieren kann.
ZH: Die Variable Intelligenz hängt mit der Variable Geschlecht zusammen; UV Stufen verändern AV
Gruppenunterschied: Frauen sind intelligenter als Männer
Wenn-dann-Sätze (Konditionalsatz): Wenn ein Mensch eine Frau ist, dann ist dieser Mensch intelligenter; kann auch KausalZH behaupten
Warum sind Allsätze (meist) nicht verifizierbar, und was kann man stattdessen tun?
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wenn man nicht alle Exemplare überprüfen kann
- man behilft sich mit Induktionsschlüssen (Schluss von einigen Exemplaren auf alle)
- man spricht von Bewährung einer Hypothese; je öfter sie sich bewährt desto höher Bewährungsgrad
- man kann Hypothese falsifizieren, wenn nur ein Exemplar die zugeordnete Eigenschaft nicht aufweist
In welchem besonderen Sinn haben wir es in der Psychologie oft mit Allsätzen zu tun?
- fast immer auf WSK/Mittelwerten beruhend
- d.h. wenn man alle Frauen und Männer messen würde, wäre der Mittelwert der Frauen höher als der Mittelwert der Männer (nicht alle Frauen sind intelligenter als (alle) Männer