P1, 8_Fahrwerk
Diagnostiker, P1, 8.1_Radaufhängung, 8.2_Federung,Dämpfung, 8.3_Schwingungsdämpfung, 8.4_Aktive Fahrwerksysteme
Diagnostiker, P1, 8.1_Radaufhängung, 8.2_Federung,Dämpfung, 8.3_Schwingungsdämpfung, 8.4_Aktive Fahrwerksysteme
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Cartes-fiches
Warum ist die Zugstufe oft stärker gedämpft als die Druckstufe?
- Beim Einfedern wirken Federkraft und Dämpferkraft zusammen.
- Eine zu harte Druckstufe würde Komfort und Radführung verschlechtern.
- Die stärkere Zugstufe verhindert dagegen das schnelle Ausfedern und Nachschwingen des Aufbaus.
- Erhöhung des Komforts
Warum steht der Einrohr-Gasdruckdämpfer unter hohem Druck?
- Der Gasdruck von etwa 20–35 bar erhöht den Siedepunkt des Hydrauliköls und verhindert Kavitation bzw. Dampfblasenbildung bei hohen Temperaturen.
Warum kann ein Dämpfer mit Prallscheibe nicht beliebig eingebaut werden?
- Weil Öl und Gas nicht vollständig getrennt sind. Der Gasraum muss oben liegen, damit sich Öl und Gas nicht vermischen.
Wie funktionieren Dämpfer mit variabler Dämpfung?
- Veränderung der Durchströmgeschwindigkeit des Öl's durch die Ventile
- Dies ändert die Dämpferhärte und Geschwindigkeit
- Zug- und Druckstufe.
- Dies kann folgendermassen realisiert werden:
- Mechanische Einstellschraube
- Elektromechanisch
- Bypass für variable Dämpfung (Beladungsabhängig)
- el. Magnetventil für Bypass
Was ist CDC?
- CDC bedeutet Continuous Damping Control.
- Es ist ein elektronisch geregeltes System, das die Dämpfkraft stufenlos und radindividuell an Fahrzustand, Geschwindigkeit, Radbewegung und Fahrerreaktionen anpasst.
Wie funktioniert CDC?
- Bei schneller und sportlicher Fahrt erhöht CDC die Dämpfkraft, um die Bodenhaftung des Fahrzeugs zu verbessern und so den Bremsweg zu verkürzen
- Bei ruhiger Fahrt reduziert CDC die Dämpfkraft und verbessert so den Fahrkomfort
- Die Erfassung der Fahrsituation erfolgt dabei über Sensoren, die neben der Bewegung der Räder und des Aufbaus auch Einflussgrössen wie Fahrbahnzustand, Fahrzeuggeschwindigkeit und Fahrerreaktionen detektieren
- Die Regelung erfolgt dabei nach dem „Skyhook“ Prinzip
Erkläre das Skyhook-Prinzip
- Das Skyhook-Prinzip versucht, den Fahrzeugaufbau möglichst ruhig zu halten, als wäre er an einer imaginären festen Schiene am Himmel aufgehängt.
- In der Praxis wird zusätzlich die Raddämpfung berücksichtigt, damit der Reifen Bodenkontakt behält.
- Aktuell in der 3. Generation mit folgenden Verbesserungen:
- gute Aufbaudämpfung
- geringe Radlastschwankung
- gute Aufbauisolierung bei kleineren Anregungen.
Was ist der Unterschied von variablen Schwingungsdämpfern betr. Dämpferkennlinie?
- Sie weisen in Ihrer Kennlinie drei verschiedene Bereiche auf.
- 1. Bereich:
- kleine Unebenheiten einer glatten Fahrbahn durch die progressive Kennlinie gut getilgt
- 2. Bereich:
- degressiver Verlauf im mittleren Bereich dämpft auch grössere Unebenheiten einer welligen Fahrbahn
- 3. Bereich:
- sichert die progressive Kennlinie bei hohen Geschwindigkeiten die Fahrsicherheit auch bei welligen Fahrbahnen
Warum ist die Prüfung eingebauter Stossdämpfer schwierig?
- Weil nicht nur der Dämpfer gemessen wird.
- Reifen, Luftdruck, Federn, Lager, Radmassen, Karosseriemasse und Fahrwerkszustand beeinflussen das Ergebnis.
- Daher nur eine Referenzmessung mit sehr viel Toleranz
Was misst die EUSAMA-Methode?
- Sie misst im Resonanzbereich die minimale Radaufstandskraft.
- Daraus wird der Bodenaufstandswert in Prozent der statischen Radlast berechnet.
- Je höher der Wert, desto besser bleibt das Rad auf der Fahrbahn.
- Prüfverfahren:
- Sinusförmige Fusspunkterregung eines einzelnen Rades mit einer Amplitude von 6 mm und 25 Hz
- Während Ausschwingvorgang zwischen 25 und 0 Hz wird mit Hilfe von Gewichts- und Frequenzmessung die minimale Radaufstandskraft erfasst
- Als Beurteilungsgrösse wird die kleinste Radaufstandskraft mit der dazugehörenden Schwing frequenz erfasst
Warum ist die Wippmethode nur bedingt brauchbar?
- Beim Wippen von Hand werden die realen Kolbengeschwindigkeiten im Fahrbetrieb nicht erreicht.
- Dynamische Einflüsse und Resonanzbereiche werden kaum erfasst.
Welche Vorteile bringt eine Niveauregulierung?
- Sie hält das Fahrzeugniveau unabhängig von Beladung konstant, erhält Bodenfreiheit und Federwege, reduziert Spur-/Sturzänderungen und verbessert Komfort, Reifenverschleiss und Fahrsicherheit.
- Vorteile:
- Das Fahrzeug kann komfortabler abgefedert werden.
- Das statische Fahrzeugniveau ist unabhängig der Beladung immer gleich.
- Erhaltung der maximalen Aus- und Einfederwege in allen Zuständen
- Erhaltung der vollen Bodenfreiheit auch bei maximaler Zuladung
- Keine ladungsabhängige Cw-Wert-Änderungen
- Keine Spur- und Sturzveränderungen bei Zuladungsänderungen und dadurch weniger Reifenverschleiss.
Welche Sensorsignale benötigt ein aktives Fahrwerk und wofür werden sie verwendet?
- Raddrehzahlen für Fahrzeuggeschwindigkeit und Radbewegungen
- Lenkwinkel und Lenkgeschwindigkeit zur Erkennung einer Kurvenfahrt
- Gierrate zur Erfassung der Drehung um die Hochachse
- Querbeschleunigung zur Erkennung von Wankbewegungen
- Längsbeschleunigung zur Erkennung von Brems- und Beschleunigungsvorgängen
- Vertikalbeschleunigung zur Erkennung von Bodenwellen
- Niveausignale zur Bestimmung der Aufbauhöhe
- Bremsdruck zur Beurteilung der Verzögerungsanforderung
Erkläre die Skyhook-Regelstrategie.
- Bei der Skyhook-Regelstrategie wird angenommen, der Fahrzeugaufbau sei an einem imaginären Haken am Himmel aufgehängt.
- Der Aufbau soll möglichst ruhig bleiben, während sich die Räder den Fahrbahnunebenheiten anpassen.
- Dafür wird die Dämpfung laufend verändert. Ziel ist ein guter Kompromiss zwischen weichem Fahrkomfort und straffer Fahrstabilität.
Wie schaltet das Citroën-Hydractive-System zwischen komfortabler und sportlicher Federung um?
- Pro Achse ist eine zusätzliche dritte Federkugel vorhanden. Elektroventile können diese Kugel zum hydraulischen Kreislauf zuschalten oder davon trennen.
- Bei zugeschalteter Zusatzkugel ist das wirksame Stickstoffvolumen grösser. Dadurch wird die Federung weicher und komfortabler.
- Bei abgeschalteter Zusatzkugel ist das Gasvolumen kleiner, die Federrate steigt und das Fahrwerk wird straffer.
- Das Steuergerät entscheidet anhand der Fahrsituation über die Umschaltung.
Was unterscheidet Hydractiv 3+ vom ursprünglichen Hydractive-System?
Hydractiv 3+ besitzt zusätzlich eine automatische Regelung der Bodenfreiheit, eine leistungsfähigere Elektronik und eine variable Dämpferregelung.
Die integrierte Hydroelektronik-Einheit enthält Steuerung und elektrisch angetriebenen Hydraulikgenerator.
Getaktete Dämpferventile ermöglichen 16 unterschiedliche Stellungen. Dadurch können Federrate, Dämpfung, Fahrzeughöhe und Fahrzeugneigung in Echtzeit angepasst werden.
Erklären Sie Aufbau und Funktion des Plungers im ABC-Federbein.
Das ABC-Federbein enthält eine Stahlfeder und einen hydraulisch verstellbaren Plunger.
- Wird Öl in den Hydraulikzylinder gefördert, verstellt sich der Plunger und spannt die Stahlfeder stärker vor. Dadurch nimmt die Federkraft zu. Wird Öl abgeleitet, sinken Vorspannung und Federkraft.
- Ein Plungerwegsensor überwacht die Stellung. Da jedes Federbein einen eigenen Regelkreis besitzt, können an allen vier Rädern unterschiedliche Federkräfte erzeugt werden.
Wie unterdrückt ABC das Wanken bei einer Kurvenfahrt?
- Der Querbeschleunigungssensor erkennt die Kurvenfahrt. Das ABC-Steuergerät leitet Arbeitsdruck zu den kurvenäusseren Federbeinen und erhöht dort die Federvorspannung.
- Gleichzeitig werden die kurveninneren Federbeine mit dem Rücklauf verbunden und entlastet.
- Die unterschiedlichen Federkräfte erzeugen ein Gegenmoment zur Wankbewegung. Dadurch kann auf einen herkömmlichen mechanischen Querstabilisator verzichtet werden.
Wie regelt ABC beim Bremsen und beim Beschleunigen?
- Beim Bremsen erkennt der Längsbeschleunigungssensor die Verzögerung. Die Federn der Vorderachse werden stärker gespannt und die Federn der Hinterachse entspannt. Dadurch wird das Eintauchen der Fahrzeugfront reduziert.
- Beim Beschleunigen erfolgt die Regelung umgekehrt: Die Vorderachsfedern werden entspannt und die Hinterachsfedern gespannt. Dadurch wird das Anheben der Front beziehungsweise das Einsinken des Hecks vermindert.
Welche Aufgaben haben die Regelventile, Sperrventile und Druckspeicher im ABC-System?
- Die Regelventile verbinden die Federbeine entweder mit dem Arbeitsdruck oder mit dem Rücklauf. Damit erhöhen oder verringern sie die Federkraft.
- Die Sperrventile schliessen den Vorlauf bei stehendem Motor, Fahrzeugstillstand oder Systemfehlern. Sie verhindern Druckverluste und unerwünschte Bewegungen der Federbeine.
- Die Druckspeicher speichern hydraulische Energie, stellen kurzfristig Ölvolumen bereit und dämpfen Druckpulsationen. Dadurch sind schnelle und gleichmässige Regelvorgänge möglich.
Wie arbeiten Luftfederung und CDC-Dämpferregelung zusammen?
- Die Luftfederung trägt das Fahrzeug und regelt durch Zu- oder Abführen von Druckluft die Fahrzeughöhe.
- Dadurch bleibt das Niveau auch bei unterschiedlicher Beladung konstant.
- Luftdruck, wirksame Fläche und Luftvolumen bestimmen die Federwirkung.
- CDC regelt dagegen die Dämpfkraft. Ein elektromagnetisch betätigtes Ventil verändert den Öldurchfluss im Dämpfer.
- Ein grosser Durchfluss ergibt eine geringe Dämpfkraft, ein kleiner Durchfluss eine hohe Dämpfkraft.
- Rad- und Karosseriebeschleunigungssensoren liefern die erforderlichen Signale.
- Federung und Dämpfung werden somit getrennt, aber aufeinander abgestimmt geregelt.