Immobilienbewirtschaftung | Immobilienfachwirt

Immobilienbewirtschaftung | Immobilienfachwirt

Immobilienbewirtschaftung | Immobilienfachwirt


N. L.
Diese Lernkarten vermitteln praxisnah die zentralen Aspekte der Immobilienbewirtschaftung, von Mietberechnungen über Betriebskosten bis zu Modernisierungsumlagen und steuerlichen Themen wie Grundsteuer. Sie richtet sich an Studierende und Fachkräfte, die fundierte Kenntnisse für die Bewirtschaftung von Wohn- und Gewerbeimmobilien erwerben möchten.
Karten
296
Lernende
5
Sprache
Deutsch
Kategorie
VWL
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
15.05.2026 / 27.05.2026

Lernkarten

Was bedeutet Schuldrecht?

Das Recht, von einer anderen Person eine Leistung zu verlangen.

Welches Gesetz regelt den Wohnraummietvertrag?

Das BGB (§§ 549 ff. BGB).

Wann muss ein Mietvertrag schriftlich sein?

Bei einer Befristung von mehr als 1 Jahr (§ 550 BGB). Sonst gilt er als unbefristet.

Nach welcher Verordnung wird die Wohnfläche berechnet?

Nach der Wohnflächenverordnung (WoFlV).

Was sind AGB?

Vorformulierte Vertragsklauseln, die für eine Vielzahl von Verträgen ausgelegt und nicht individuell verhandelt wurden.

Was passiert, wenn eine AGB-Klausel unwirksam ist?

Nur die unwirksame Klausel fällt weg, der Vertrag bleibt im Übrigen wirksam (§ 306 BGB). An ihre Stelle treten die gesetzlichen Regelungen.

Wie haften mehrere Mieter eines Mietvertrags?

Gesamtschuldnerisch.

Wann ist eine notarielle Beurkundung beim Mietvertrag erforderlich?

Z. B. wenn ein Vorkaufsrecht eingeräumt werden soll.

Welche Verwaltungsformen gibt es?

Eigene Objektverwaltung, Fremdverwaltung (durch externen Verwalter), Zwischenvermietung.

Was ist ein Wohnraumnutzungsvertrag?

Vertrag mit Mitgliedern einer Wohnungsbaugenossenschaft (genossenschaftliches Dauernutzungsrecht).

Welche Kündigungsfristen gelten für den Vermieter (Wohnraum) nach § 573c BGB?

Bis 5 Jahre Mietdauer: 3 Monate; 5 bis 8 Jahre: 6 Monate; ab 8 Jahre: 9 Monate.

Welche Kündigungsfrist gilt für den Mieter (Wohnraum)?

3 Monate. Zugang bis zum 3. Werktag eines Monats → Ende des übernächsten Monats.

Was ist ein berechtigtes Interesse des Vermieters zur ordentlichen Kündigung?

1) schuldhafte, nicht unerhebliche Vertragsverletzung des Mieters, 2) Eigenbedarf, 3) wirtschaftliche Verwertung (sonst erheblicher Nachteil).

Ist eine ordentliche Kündigung bei einem befristeten Mietverhältnis möglich?

Grundsätzlich nein – außer es wurde vertraglich ausdrücklich vereinbart.

Welche Gründe rechtfertigen eine außerordentliche fristlose Kündigung (§ 543 BGB)?

Erheblicher Zahlungsverzug, Gefährdung der Mietsache, unbefugte Überlassung an Dritte, nachhaltige Störung des Hausfriedens, nicht rechtzeitige Gebrauchsüberlassung.

Ab wann liegt erheblicher Zahlungsverzug für eine fristlose Kündigung vor?

Zwei aufeinanderfolgende Termine mit nicht unerheblichem Teil ODER über zwei Monate hinweg ein Rückstand in Höhe von zwei Monatsmieten.

Was ist die Schonfristzahlung?

Nachträgliche vollständige Zahlung des Rückstands innerhalb von 2 Monaten nach Zustellung der Räumungsklage macht die fristlose Kündigung unwirksam (§ 569 Abs. 3 Nr. 2 BGB). Ordentliche Kündigung bleibt davon unberührt.

Welche Anfechtungsgründe gibt es?

Inhaltsirrtum, Erklärungsirrtum, Eigenschaftsirrtum, arglistige Täuschung, Drohung.

Wer kann außerordentlich mit gesetzlicher Frist kündigen?

Ersteher in der Zwangsversteigerung (nur zum ersten Termin), Insolvenzverwalter, Nacherben (1 Monat nach Kenntnis), bei Erlöschen des Nießbrauchs.

Was passiert beim Tod des Mieters?

Haushaltsangehörige können eintreten (Vermieter kann nur aus wichtigem Grund kündigen). Sonst treten die Erben ein; beide Seiten können binnen 1 Monat nach Kenntnis außerordentlich kündigen.

Welche Sperrfrist gilt bei Umwandlung in Wohnungseigentum (§ 577a BGB)?

3 Jahre Kündigungssperre, in angespanntem Wohnungsmarkt bis 10 Jahre. Mieter hat Vorkaufsrecht (§ 577 BGB).

Wie lange Vorlauf braucht eine Kündigung wegen städtebaulicher Sanierung?

Mindestens 6 Monate.

Wann ist die Kündigung wirksam?

Bei Zugang – außer ein Widerruf geht vorher oder zeitgleich zu.

Bis wann muss der Vermieter auf die Widerspruchsfrist nach der Sozialklausel hinweisen?

Spätestens 2 Monate vor Ende des Mietverhältnisses.

Was ist Gemeinschaftseigentum?

Miteigentum nach Bruchteilen am Grundstück und an allem, was nicht Sondereigentum ist.

Was ist Sondereigentum?

Wohnungs- bzw. Teileigentum in Verbindung mit dem Miteigentumsanteil am Gemeinschaftseigentum.

Was regelt § 3 WEG?

Einräumungsvertrag-Teilungsvereinbarung mehrerer Miteigentümer – bedarf notarieller Beurkundung.

Was regelt § 8 WEG?

Teilungserklärung - Aufteilung durch den Alleineigentümer (z. B. Bauträger) – notarielle Beglaubigung genügt.

Wann entsteht eine WEG?

Mit Eintragung des ersten fremden Erwerbers im Grundbuch, oder bereits mit der „werdenden Eigentümergemeinschaft“ (KV + Auflassungsvormerkung).

Welche Unterlagen werden für die WEG-Begründung benötigt?

Aufteilungsplan und Abgeschlossenheitsbescheinigung. Zusätzlich wird je Einheit ein Wohnungsgrundbuch angelegt.

Welche Stimmrechtsprinzipien gibt es?

Kopfprinzip (gesetzlicher Standard: 1 Eigentümer = 1 Stimme), Objektprinzip (je Einheit 1 Stimme), Wertprinzip (nach Miteigentumsanteil).

Wer ist in der Eigentümerversammlung stimmberechtigt?

Wer im Grundbuch eingetragen ist.

Wie lange darf der Erstverwalter bestellt werden?

Max. 3 Jahre (Erstverwalter durch teilenden Eigentümer/Bauträger, § 26 Abs. 2 WEG). Jede weitere Bestellung max. 5 Jahre.

Wann ist ein zertifizierter Verwalter Pflicht?

Ab 9 Sondereigentumsrechten. Bei kleineren Gemeinschaften nur, wenn mindestens 1/3 der Eigentümer es verlangt.

Welche Ladungsfrist gilt für die Eigentümerversammlung?

Mindestens 3 Wochen.

Wie oft muss die Eigentümerversammlung mindestens stattfinden?

Mindestens 1× pro Jahr.

Ist die ETV beschlussfähig, wenn nur wenige erscheinen?

Ja – seit der WEG-Reform 2020 ist die ETV immer beschlussfähig.

Welche Mehrheit braucht ein Umlaufbeschluss?

Allstimmigkeit (= alle Eigentümer müssen schriftlich zustimmen). Ausnahme: Wenn in der ETV vorab beschlossen wurde, dass für einen konkreten Gegenstand einfache Mehrheit reicht.

Was ist eine „Vereinbarung“ in der WEG?

Regelung, die das Miteinander betrifft; benötigt Allstimmigkeit aller Eigentümer. Für neue Eigentümer nur gültig, wenn im Grundbuch eingetragen.

Was zeigt der Wirtschaftsplan?

Den monatlichen Hausgeldvorschuss; wird jährlich in der ETV beschlossen.

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