Materialwirtschaft und Logistik

Diese Lernkarten behandeln Grundlagen und Konzepte der Materialwirtschaft und Logistik, insbesondere Qualitätsmanagement, Umweltschutz und kontinuierliche Verbesserungsprozesse. Sie erklären zentrale Begriffe wie Audits, PDCA-Zyklus, ISO-Normen, EMAS sowie Prinzipien wie Verursacher- und Vorsorgeprinzip und deren Bedeutung für Unternehmen. Ideal für Studierende und Fachkräfte, die sich vertieft mit nachhaltigen und effizienten Prozessen in der Wirtschaft beschäftigen möchten.
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Allemand
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Créé / Mis à jour
12.05.2026 / 26.05.2026

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Ablauf der Einfuhrverzollung in Verbindung mit der Summarischen Eingangsanmeldung

Einfuhrverzollung (mit SumA)

1. SumA (vor Ankunft)

  • elektronische Voranmeldung durch Beförderer

2. Gestellung (bei Ankunft)

  • Ware wird beim Zoll gemeldet und bereitgestellt

3. Zollanmeldung

  • Einführer beantragt Einfuhr (freie Verkehr) + reicht Unterlagen ein

4. Freigabe

  • Zoll + EUSt bezahlt → Ware = Unionsware

Aktive und Passive Veredlung 

Aktive Veredelung
Waren aus einem Drittland werden vorübergehend in die EU eingeführt, dort bearbeitet oder verarbeitet und anschließend wieder ausgeführt, ohne dass sofort Einfuhrabgaben anfallen.

 

Passive Veredelung
Unionswaren werden vorübergehend aus der EU ausgeführt, außerhalb der EU bearbeitet oder verarbeitet und danach mit Zollvergünstigungen wieder eingeführt. Nur der geschaffene Mehrwert wird verzollt  

 

Vorübergehende Verwendung und Enverwendung 

Vorübergehende Verwendung: 

  • Nicht - Unionsware wird nur zeitweise in das Zollgebiet der Eu eingeführt, ohne dass Einfuhrabgaben anfallen 
  • unverändert wieder ausgeführt 
  • Messe- und Ausstellungsgüter, Werkzeug 

Endverwendung

  • Nicht-Unionsware wird zoll- und steuerbegünstigt in die Eu eingeführt, wenn sie für einen festgelegten Zweck („Endverwendung“) bestimmt sind 
  • tatsächlich für DIESEN speziellen Zweck genutzt
  • Schiffsbedarf (Proviant) → zollbegünstigt, Waren für militärische Zwecke oder humanitäre Organisationen

Was ist ein Zolllager

  • Nicht-Unionsware kann vorübergehend in einem zugelassenen Zolllager, unter zollamtlicher Überwachung, gelagert werden.
  • Vorteil ist, dass die Zölle nicht sofort fällig sind 
  • Entscheidung steht offen:
    • Wiederausfuhr (ohne Zoll)
    • Überführung in den zollrechtlich freien Verkehr (Abgaben)
    • Zollverfahren (aktive Veredlung) 

Erkläre das T1 Verfahren 

Wird verwendet, wenn Nicht-Unionswaren unter zollamtlicher Überwachung durch die EU befördert werden, ohne dass sofort Einfuhrabgaben gezahlt werden müssen.

Ablauf 

  1. Eröffnung des Versandverfahrens beim Abgangszollamt.

  2. Die Ware erhält ein Versandbegleitdokument (T1).

  3. Die Ware wird unter zollamtlicher Überwachung transportiert.

  4. Gestellung der Ware beim Bestimmungszollamt.

  5. Das Bestimmungszollamt beendet das Verfahren und die Ware erhält ihre weitere zollrechtliche Bestimmung (z. B. Einfuhr).

Erkläre das T2-Verfahren - Versand 

 

Wird verwendet, wenn Unionswaren durch ein Gebiet außerhalb des EU-Zollgebiets oder durch bestimmte Sondergebiete transportiert werden und ihr Status als Unionsware nachgewiesen werden soll.

Ablauf 

  1. Nachweis des Unionswarenstatus (T2-Dokument).

  2. Eröffnung des Versandverfahrens beim Abgangszollamt.

  3. Transport der Unionsware durch ein Drittland oder Sondergebiet.

  4. Gestellung beim Bestimmungszollamt.

  5. Das Verfahren wird beendet und die Ware behält ihren Status als Unionsware.

Was ist das Carnet TIR

  • Das Carnet TIR ist ein internationales Zolldokument für den Straßengüterverkehr.

  • Es ermöglicht den Transport von Waren durch mehrere Länder, ohne dass in jedem Transitland neue Zollsicherheiten hinterlegt werden müssen.

  • Die Waren werden in plombierten (versiegelten) Fahrzeugen oder Containern befördert.

  • Die Zollkontrollen werden vereinfacht und beschleunigt.

  • Das Verfahren endet am Bestimmungszollamt, wo die Waren gestellt werden.

Was versteht man unter Umweltschutz 

Unter Umweltschutz wird die Gesamtheit aller Maßnahmen und Bestrebungen verstanden, die darauf abzielen, die natürlichen Lebensgrundlagen von Pflanzen, Tieren und Menschen zu erhalten.

 

Was sind die Managementregeln der Nachhaltigkeit:

 

  • Die Nutzung erneuerbarer Naturgüter (z. B. Wälder oder Fischbestände) darf auf Dauer nicht größer sein als ihre Regenerationsrate – andernfalls ginge diese Ressource zukünftigen Generationen verloren (vgl. als Negativbeispiel die Abholzung der Tropenwälder).

  • Die Nutzung nicht-erneuerbarer Naturgüter (z. B. fossile Energieträger oder landwirtschaftliche Nutzfläche) darf auf Dauer nicht größer sein als die Substitution ihrer Funktionen.

  • Die Freisetzung von Stoffen und Energie darf auf Dauer nicht größer sein als die Anpassungsfähigkeit der natürlichen Umwelt.

In welche Bereiche kann man den Umweltschutz unterteilen?

Medialer Umweltschutz:
Schwerpunkt ist der Schutz der Lebenselemente Boden, Wasser und Luft

Kausaler Umweltschutz:
Schwerpunkt ist die Prävention von Gefahren

Vitaler Umweltschutz:
Naturschutz, Landschaftsschutz und Waldschutz zählen zum vitalen Umweltschutz.

 

Erkläre die 4 Prinzipien des Umweltschutzes: Verursacher-, Vorsorge-, Kooperations- und Gemeinlastprinzip 

  • Verursacherprinzip: Der Verursacher hat für die Beseitigung der von ihm verursachten Umweltschäden zu sorgen und die Kosten dafür zu tragen.

  • Vorsorgeprinzip: Vorbeugende Maßnahmen müssen ergriffen werden, damit Umweltschäden erst gar nicht entstehen.(Vor- und Nachsorge)

  • Kooperationsprinzip: Unter dem Kooperationsprinzip versteht man die Zusammenarbeit von Bürgern, Unternehmen und Staat bei Umweltthemen. Dazu gehören die Selbstverpflichtungserklärungen der Wirtschaft

  • Gemeinlastprinzip: Die Kosten der Beseitigung von Umweltschäden werden von der Allgemeinheit getragen (Bund, Länder, Gemeinden). Dies gilt bei Altlasten, wenn der Verursacher nicht zu ermitteln ist oder wenn die Kosten die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Verursachers/Betreibers übersteigen.

Was ist das EMAS- Schema

ist ein Instrument, das Unternehmen und Organisationen jeder Größe und Branche unterstützt, seine Umweltleistungen ständig zu verbessern. Es handelt sich um ein freiwilliges europäisches Umweltmanagementsystem. Das EMAS-System enthält im Kern die Anforderungen nach der DIN ISO Umwelt-Normenreihe 14000 ff., geht jedoch noch darüber hinaus, da es eine Umweltprüfung verlangt 

 

Was ist der Unterschied zwischen ISO 14001 und EMAS?

1. Transparenz

  • ISO 14001: Die Ergebnisse bleiben grundsätzlich intern.
  • EMAS: Die Organisation veröffentlicht regelmäßig eine geprüfte Umwelterklärung, die für Kunden, Behörden und die Öffentlichkeit zugänglich ist.

2. Rechtssicherheit

  • ISO 14001: Das Unternehmen muss Verfahren zur Einhaltung von Umweltvorschriften haben.
  • EMAS: Die tatsächliche Rechtskonformität wird überprüft und bestätigt.

3. Nachweis der Umweltleistung

  • ISO 14001: Verbesserung des Managementsystems steht im Vordergrund.
  • EMAS: Verbesserungen der Umweltleistung müssen anhand von Kennzahlen belegt werden.

4. Aufwand und Kosten

  • ISO 14001: Weniger Dokumentations- und Prüfaufwand.
  • EMAS: Zusätzliche Validierung, Berichterstattung und Registrierung führen zu höherem Aufwand.

 

Wer definiert die Qualitätsanforderungen:

 

  • Kunden (z.B. Handel, Endkunden, Verbraucher) 

    • Entwicklungs- und Modetrends

    • Geändertes Anspruchsdenken

    • Preisbewusstsein

    • Zeitgeist

    • Mangelhafter Service

  • Markt

    • Konkurrenzvergleich

    • Anpassung an Regionalmärkte

    • Neue Technologien und Materialien

  • Produktlebenszyklus 

    • Erforderliche Produktverbesserung

    • Materialsubstitution

    • Rationalisierung der Prozesse

  • Gesetzliche Regelungen 

    • Umweltgesetze

    • Zulassungs- und Betriebsbestimmungen

    • Arbeitsschutzvorschriften

 

Welche drei Dimensionen der Qualität gibt es?

  • Ergebnisqualität 

    • Richtigkeit des Bescheides

    • Umweltverträglichkeit eines Produktes

    • geringe Ausfallquote

  • Prozessqualität

    • geringe Wartezeit

    • geringe Durchlaufzeit

    • wenig Schnittstellen

  • Strukturqualität 

    • Arbeitsplatzausstattung adäquat

    • qualifizierte und freundliche Mitarbeiter

    • Kommunikation so gestaltet, dass Beschwerdemöglichkeiten vorhanden


 

Was ist die interne und externe Bedeutung des QM

Interne Bedeutung des QM

  • eindeutige Organisationsstruktur

  • klare Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten

  • geregelte Abläufe und Verfahren

 

Externe Bedeutung des QM

  • Erhöhung der Akzeptanz des Unternehmens auf dem Markt und bei den Kunden

  • Imagesteigerung.

Nenne Grundsätze des Qualitätsmanagements 

  • Kundenorientierung

  • Führung

  • Einbeziehung von Personen

  • prozessorientierter Ansatz

  • Verbesserung

  • faktengestützte Entscheidungsfindung

  • Beziehungsmanagement

Was beinhaltet die ISO 9000

  •  Erklärt die Grundbegriffe und Grundlagen des Qualitätsmanagements. Sie bildet die Basis der gesamten Normenreihe.

ISO 9001:2015
 was beinhaltet diese Norm 

Das ist die wichtigste Norm. Sie legt fest, wie ein Qualitätsmanagementsystem aufgebaut sein soll. Unternehmen können sich nach dieser Norm zertifizieren lassen.

 

 

Ziele der DIN EN ISO 9001:

 

  • Mindestanforderungen an ein Qualitätsmanagementsystem (QM-System) festlege

  • Kundenanforderungen und Qualitätsanforderungen erfüllen

  • Vertrauen in Produkte und Dienstleistungen schaffen

  • Kundenzufriedenheit erhöhen

  • Interne Kommunikation verbessern

  • Prozesse besser verstehen, steuern und optimieren

Was bedeutet das Total Quality Management 

„Total“ bedeutet, dass sämtliche Anspruchsgruppen (Stakeholder) des Unternehmens in die Qualitätspolitik einbezogen werden.

 

Was ist der PDCA-Zyklus oder auch Demingzyklus 

 

P= Plan
D= Do
C= Check
A = Act
Die kontinuierliche Verbesserung (KVP) findet über einen PDCA-Zyklus statt. Dabei wird ein höheres Qualitätszustandsniveau erreicht. Durch „Act“ wird das höhere Zustandsniveau nachhaltig auf einer höheren Ebene verankert. Der kontinuierliche Verbesserungsprozess mit dem PDCA-Zyklus wird z. B. bei Rationalisierungsmaßnahmen eingesetzt.

 

Voraussetzungen für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess:

 

  • Aktivitäten als Prozesse auffassen, um besser die Wirtschaftlichkeit sowie die Schwachstellen und Verbesserungsmöglichkeiten untersuchen zu können 

  • Zielvereinbarungen mit Mitarbeitern; Anbindung der Mitarbeiterebene an operative und strategische Ziele als auch an Qualitätsziele.

  • Problem- und Qualitätsbewusstsein der Mitarbeiter durch Schulungen und Vorgesetztengespräche wecken.

  • Reporting und Visualisierung von Daten.

  • Gruppenarbeit und betriebliches Vorschlagswesen mit Anreizsystemen, damit Ideen zur kontinuierlichen Verbesserung erzeugt werden.

Was ist ein Audit 

Ein Audit ist eine qualitätsorientierte Bewertungsmethode, durch Befragung (Audit-Fragenkatalog), Anhörung und Untersuchung von definierten Einheiten die Erreichung der jeweiligen Auditkriterien festzustellen.

Nur speziell ausgebildete, offiziell geprüfte Qualitätsexperten, die Auditoren, dürfen Audits durchführen 

 

Welche Arten von Audits gibt es erkläre:

  • First-Party-Audit
  • Second-Party-Audit
  • Third-Party-Audit:

  • First-Party-Audit: Self-Assessment; das Unternehmen überprüft sich selbst.

  • Second-Party-Audit: Kunde führt Audit bei Lieferanten durch 

  • Third-Party-Audit: Eine dritte Institution (TÜV, Dekra) führt es durch 

 

Was ist das European Foundation for Quality Management (EFQM) Modell 2020 beschreibe die 7 Krieterien 

 

Das EFQM-Modell für Business Excellence ist ein Unternehmensmodell, das eine ganzheitliche Sicht auf Organisationen ermöglicht.

Es bietet Organisationen Hilfestellung für den Aufbau und die kontinuierliche Weiterentwicklung von umfassenden TQM-Managementsystemen. 

 

  • Aurichtung 
    • (1) Zweck, Vision und Strategie
    • (2) Organisationsstruktur und Organisationsführung
  • Realisierung 
    • (3) Interessengruppen einbinden
    • (4) Nachhaltigen Nutzen schaffen
    • (5) Leistungsfähigkeit und Transformation vorantreiben
  • Ergebnisse 
    • (6) Wahrnehmung der Interessengruppen
    • (7) Strategie- und leistungsbezogene Ergebnisse

 Welche Rangfolge der Maßnahmen (Abfallhierarchie) schreibt das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) vor?

Vermeidung -> Vorbereitung zur Wiederverwendung -> Recycling - > Sonstige Verwertung -> Beseitigung Erklärung: Dies ist die 5-stufige Hierarchie gemäß

§ 6 KrWG. Vermeidung hat oberste Priorität, Deponierung (Beseitigung) ist die letzte Option.

Étudier