MWST

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Diese Lernkarten behandeln die Mehrwertsteuer (MWST) in der Schweiz, inklusive Steuerpflicht, Abrechnungsmethoden, Vorsteuerabzug und Besonderheiten bei Immobilien. Sie erklären wann Leistungen steuerbar sind, wie gemischt genutzte Gebäude zu behandeln sind und welche Aufbewahrungspflichten gelten. Ideal für Unternehmer, Steuerberater und Lernende, die sich mit den komplexen Regelungen der MWST vertraut machen möchten.
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Finances
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Autres
Créé / Mis à jour
06.05.2026 / 14.05.2026

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Was bedeutet Legalitätsprinzip bei den Steuern? (Formeller Aspekt)

Keine Steuer ohne gesetzliche Grundlage.

Nenne mir zwei materielle Aspekte bezogen auf den Grundsatz der Steuergerechtigkeit und zwei Formelle Aspekte.

Formelle Aspekte:

- Legalitätsprinzip
- Bestimmtheit der Besteuerung (Wer und was wird besteuert)
- Rechtschutz (Möglichkeit um Einsprache zu machen)

Materielle Aspekte:

- Allgemeine Besteuerung (jeder leistet seinen Beitrag)
- Gleichmässigkeit & Verhältnismässigkeit der Besteuerung

 

Welche Steuerhoheit erhebt die Vermögenssteuer?

Kantone und Gemeinde

Der Bund NICHT. dieser hat lediglich die direkte Bundessteuer

Welche Steuerhoheiten erheben die Einkommenssteuer?

Bund, Kanton und Gemeinde

Welche Steuerhoheit erhebt die Kapitalsteuer?

Kanton und Gemeinde

Welche Steuerhoheit erhebt die Gewinnsteuer bei juristischen Personen?

Bund, Kanton und Gemeinde

Welche Steuerhoheit erhebt die Grundstückgewinnsteuer?

Kanton und Gemeinde

Bund NICHT, der hat die Verrechnungssteuer

Welche Steuerhoheit erhebt die Liegenschaftssteuer?

Nur die Gemeinde

Wer erhebt die Erbschafts- und Schenkungssteuer sowie Handänderungssteuer?

 

Kantone und Gemeinde

In den Kantonen Schwyz und Obwalden gibt es keine Erbschafts- und Schenkungssteuer

Welche Steuerhoheit erhebt Kurtaxen, Vergnügungssteuer und Hundesteuer?

Gemeinde

Welche Steuerhoheit erhebt Motorfahrzeugsteuern?

Kanton

Welche Steuerhoheit erhebt Spielbankenabgaben & Beherbergungs und Gastwirtssteuern?

Die Kantone

In welchem Jahr wurde die MWST eingeführt? Was wurde dadurch abgelöst?

Jahr 1995. Die Warenumsatzsteuer (WUST) wurde abgelöst.

Was ist das Ziel der MWST? Wie nennt man deshalb die MWST auch noch?

Die MWST belastet den Konsum bzw. Verbrauch von Gütern und Dienstleistungen. 

Man nennt sie deshalb auch Konsum- oder Verbrauchssteuer.

Welche Steuersätze gibt es?

8.1% / 3.8% / 2.6%

Was bedeutet Allphasensteuer?

Die MWST wird auf allen Stufen der Wertschöpfung erhoben, also z.B. bei Herstellung, Handel und Verkauf.

Es ist eine Allphasensteuer, weil die Steuer bei jeder Weitergabe einer Ware oder Dienstleistung erneut erhoben wird.

Die Umsatzsteuer wird von einem Lieferanten dem anderen Lieferanten in Rechnung gestellt. Der Käufer zieht dies dann als Vorsteuer wieder ab bzw. kann sie beim Bund wieder einfordern. Die MWST bei Verkauf Minus Vorsteuer ergibt das Total, welches dem Bund abgeliefert wird, also die Differenz

Was verhindert eine Mehrfachbelastung der MWST?

Der Vorsteuerabzug verhindert, dass sich die Steuer auf jeder Stufe kumuliert. Unternehmen können die MWST, die sie selbst bezahlt haben, wieder von ihrer eigenen Steuerschuld abziehen.

 Wann entsteht faktisch keine MWST-Belastung?

Wenn Unternehmen untereinander Leistungen erbringen und die Vorsteuer wieder abziehen können.

Was bedeutet Netto-Allphasensteuer mit Vorsteuerabzug?

Die MWST wird zwar auf allen Stufen erhoben, durch den Vorsteuerabzug bleibt die Steuerbelastung aber nur beim Endkonsumenten bestehen.

Was sind die zwei wichtigsten Grundsätze der MWST?

Die wichtigsten Grundsätze sind die Wettbewerbsneutralität und die Überwälzbarkeit.

Was ist das Bestimmungslandprinzip?

 Leistungen sollen dort besteuert werden, wo sie konsumiert bzw. verbraucht werden. Somit sind Exporte von Steuern befreit (sofern Zollbestätigung vorliegt), da die MWST im Land des Verbrauchs verrechnet wird.

Importe hingegen werden somit die MWST verrechnet, damit es ohne Bedeutung ist, ob man die Leistung im In- oder Ausland bezieht.

Warum gehört die MWST zu den indirekten Steuern?

Weil die steuerpflichtige Person die MWST normalerweise auf den Kunden überwälzt und somit nicht selbst wirtschaftlich trägt.

Warum soll es für Konsumenten keinen Unterschied machen, ob sie im In- oder Ausland einkaufen?

Wegen der Wettbewerbsneutralität und der Belastung von Importen mit MWST.

 Was ist der Zusammenhang zwischen Überwälzbarkeit und indirekter Steuer?

Weil die MWST auf den Kunden überwälzt wird, trägt sie wirtschaftlich nicht das Unternehmen, sondern der Konsument. Deshalb ist die MWST eine indirekte Steuer.

Welche Leistungen unterliegen grundsätzlich der MWST?

Grundsätzlich können nur Leistungen im Inland der schweizerischen MWST unterliegen. Die Territorialität ist bei der MWST sehr wichtig, also wo die Leistungen erbracht werden oder am Endkonsument verkauft wird.

Was gilt im MWST-Recht als Inland?

Als Inland gilt das schweizerische Staatsgebiet inklusive der Zollanschlussgebiete gemäss Zollgesetz.

Als Zollanschlussgebiete gelten:

• Das Fürstentum Lichtenstein
• Die deutsche Enklave Büsingen am Hochrhein (zollrechtlich an die Schweiz angeschlossen)

- Zollfreilager und offene Zolllager gehören auch zum Inland.

 Was sind Zollfreilager und offene Zolllager (OZL)?

Das sind Lager, in denen Waren des zollrechtlich nicht freien Verkehrs unverzollt und unversteuert gelagert werden können.

Was ist Samnaun mehrwertsteuerlich betrachtet?

 Samnaun ist ein Zollausschlussgebiet. Es gehört zwar zum Schweizer Staatsgebiet, aber nicht zum Schweizer Zollgebiet.

MWST gilt folgendes:

- Lieferung: Ausland
- Dienstleistung: Inland

Welche drei Subkategorien kennt die MWST? Erkläre mir diese.

Inlandsteuer:

-  Wenn eine steuerpflichtige Person im Inland eine Leistung gegen Entgelt erbringt. Normaer Kauf in der Schweiz

 

Bezugsteuer:

- Wenn Leistungen – vor allem Dienstleistungen – aus dem Ausland bezogen werden und keine Einfuhrsteuer erhoben wird. z.B. Ein Schweizer Unternehmen kauft eine Beratungsdienstleistung aus Deutschland.

Einfuhrsteuer:

- Bei der Einfuhr von Gegenständen bzw. Waren aus dem Ausland. Z.B. Jemand importiert Möbel aus Italien in die Schweiz.

 

MERKE: Bezugsteuer betrifft hauptsächlich Dienstleistungen aus dem Ausland, Einfuhrsteuer betrifft Waren und Gegenstände aus dem Ausland.

Was sind Steuerausnahmen und warum gibt es diese?

Leistungen, die gesetzlich bewusst von der MWST ausgenommen sind. Aus politischen, sozialen oder anderen gesetzgeberischen Gründen.


Geregelt in In Art. 21 Abs. 2 MWSTG.

Ausgenommen:

- normale Mietwohnung
- Leistungen Gesundheitswesen (Arzt, Spital, Physiotherapie, Spitex, Sozialhilfe, Altersheime)
- Bildung (Schulen, Kurse, Weiterbildungen)
- Banken und Versicherungen (Kredite, Zahlungsverkehr, Versicherungen)
- Kultur (Theater, Museen, Konzerte)
- 

Was ist der Unterschied zwischen „steuerbefreit“ und „von der Steuer ausgenommen“?

Steuerbefreite Leistungen erlauben den Vorsteuerabzug, von der Steuer ausgenommene Leistungen grundsätzlich nicht.

Von der Steuer ausgenommen

(z.B. Wohnungsvermietung)

  • Keine MWST auf Rechnung
  • Kein Vorsteuerabzug

Steuerbefreit

(z.B. Export)

  • Keine MWST
  • ABER Vorsteuerabzug erlaubt

Warum sind Exporte steuerbefreit?

Weil die Besteuerung im Verbrauchsland erfolgen soll, der Vorsteuerabzug aber erhalten bleibt.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Lieferung und Dienstleistung wichtig für das MWST-Recht?

Weil für Lieferungen und Dienstleistungen unterschiedliche Ortsbestimmungsregeln gelten und nur Leistungen im Inland der Schweizer MWST unterliegen.

Was gilt gemäss MWSTG als Lieferung und NICHT als Dienstleistung?

 Die Übertragung der Verfügungsmacht an Gegenständen

- Verkauf Maschine, Fernwärme, Gas, Strom, Bürohaus, Dampf

 

Arbeiten an Gegenständen (einfaches „physisches Einwirken“ reicht bereits aus)

- Reinigen einer Gebäudefassade
- Reparieren eines Dachs
- Schneeräumen
- Treppenhausreinigung
- Rasenmähen

 

oder das Überlassen von Gegenständen zur Nutzung oder zum Gebrauch:

- Vermieten eines Büros
- Verpachten eines Restaurants
- Vermieten eines Autos

Warum gilt Treppenhausreinigung als Lieferung?

Weil physisch auf einen Gegenstand bzw. eine Immobilie eingewirkt wird.

Was ist eine Dienstleistung gemäss MWSTG? Nenne Beispiele.

Jede Leistung, die keine Lieferung darstellt.

Gemäss Art. 3 Bst. e MWSTG:

• Buchführung
• Gastgewerbliche Leistungen
• Beherbergungsleistungen
• Leistungen von Architekten und Ingenieuren
• Beförderung von Personen und Gütern
• Beratungen aller Art
• Liegenschaftsverwaltung (Weil keine Verfügungsmacht übertragen und kein physisches Arbeiten an einem Gegenstand ausgeführt wird.)
• Notarielle Beurkundungen
• Be- und Überwachen von Liegenschaften
• Überlassen von Lizenz-, Marken- oder Patentrechten

Welche drei Arten von Lieferungen unterscheidet das MWSTG? Erkläre mir diese.

Abhollieferung

Der Kunde holt die Ware selbst beim Lieferanten ab. Ort der Lieferung ist der Ort der Übergabe. (Verkäufe in Läden, Vermietung, Verkauf/Verpachtung von Immobilien)

Werkvertragliche Lieferung

Der Lieferant arbeitet beim Kunden physisch an einem Gegenstand (montiert, installiert, repariert). Ort der Lieferung ist der Ort der Arbeit. (Fassadenreinigung, Schneeräumen, Winterschnitt von Gartenpflanzen)

Versand- und Beförderungslieferung

Die Ware wird zum Kunden transportiert. Ort der Lieferung ist dort, wo der Versand beginnt. (Online-Versandhandel, Pizza-Kurier, Versand einer Maschine mit einem Spediteur zum Abnehmer)

Wie ist die Ortsbestimmung bei Strom, Gas und Fernwärme?

Der Ort der Lieferung ist immer der Ansässigkeitsort des Kunden. Ort = dort, wo der Kunde ansässig ist.

Nenne die fünf Ortsbestimmungsregeln für Dienstleistungen inkl. Beispielen.

Empfängerortsprinzip (Wo Kunde ansässig ist)

Abtretung von Rechten (Lizenzen, Patente) • Beratung, Treuhand, Inkasso, Vermögensverwaltung, anwaltliche Leistungen, Übersetzungen • Werbedienstleistungen • Entsorgungsleistungen • Güterbeförderung • elektronische Dienstleistungen (Downloads aller Art) • Telekommunikationsdienstleistungen • EDV-Support-Dienstleistungen • Personalverleih (Temporärbüros)

 

Erbringerortsprinzip (Wo Dienstleistungserbringer ansässig ist)


Coiffeuren • Kosmetikerinnen • Masseuren • Therapeuten Persönliches Exemplar von Nadja Signer Seite 305/424 Lehrgänge Immobilien Fachausweise Rechtliche Grundlagen Teil III: Mehrwertsteuer bei Grundeigentum • Lebensberatenden

 

Tätigkeitsortsprinzip (Ort der Tätigkeit)

• kulturelle, unterhaltende und sportliche Tätigkeiten • gastgewerbliche Leistungen • Personenbeförderung • Bildungsleistungen

 

Belegenheitsortsprinzip (Ort wo das betr. Grundstück gelegen ist. Dienstleistungen mit engem Zusammenhang zum Grundstück)

• Beherbergungsdienstleistungen • Liegenschaftsverwaltung und -bewachung • Architektur- und Ingenieurleistungen (im Zusammenhang mit Grundstücken) • Schätzen und Bewerten von Grundstücken • Beurkundung von Verträgen im Zusammenhang mit Grundstücken • Vermittlung von Grundstücken

 

Bestimmungsortprinzip (Ort der Verwendung. Dort wo die Dienstleistung bestimmt ist. Kommt selten vor)

• Dienstleistungen im Bereich der internationalen Entwicklungshilfe • Dienstleistungen der humanitären Hilfe vor Ort

 

Welche wichtigen Immobilienbereiche sind gemäss Art. 21 Abs. 2 Ziff. 20 und 21 MWSTG von der MWST ausgenommen?

- die Vermietung und Verpachtung von Grundstücken
- Verkauf von Immobilien aller Art (Übertragung von Eigentum)
- Leistungen STWEG, soweit sie mit der Gebrauchsüberlassung, dem Unterhalt, der Instandsetzung oder der Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigentums zusammenhängen. 
- Die Übertragung und Bestellung dinglicher Rechte an Grundstücken

Dazu gehört jegliches Einräumen von Dienstbarkeiten an Grundstücken, wie beispielsweise:

• Einräumen eines Baurechts
• Gewähren eines Durchleitungs- und Wegrechts
• Einräumen einer Nutzniessung
• Gewähren eines Vorkaufsrechts

Étudier