MWST

MWST

MWST

Diese Lernkarten behandeln die Mehrwertsteuer (MWST) in der Schweiz, inklusive Steuerpflicht, Abrechnungsmethoden, Vorsteuerabzug und Besonderheiten bei Immobilien. Sie erklären wann Leistungen steuerbar sind, wie gemischt genutzte Gebäude zu behandeln sind und welche Aufbewahrungspflichten gelten. Ideal für Unternehmer, Steuerberater und Lernende, die sich mit den komplexen Regelungen der MWST vertraut machen möchten.
Flashcards
155
Students
1
Language
German
Category
Finance
Level
Other
Created / Updated
06.05.2026 / 14.05.2026

Lernkarten

Eine Immobiliengesellschaft hat eine Liegenschaft mehrere Jahre ohne Option vermietet und deshalb keinen Vorsteuerabzug auf den Baukosten erhalten. Nun verkauft sie die Liegenschaft mit Option. Welche MWST-Folge entsteht?

Durch die Nutzungsänderung von einer nicht vorsteuerabzugsberechtigten zu einer vorsteuerabzugsberechtigten Verwendung entsteht eine Einlageentsteuerung gemäss Art. 32 MWSTG. Ein Teil der früher nicht abzugsfähigen Vorsteuer kann nachträglich geltend gemacht werden.

Abschreibung LG pro Jahr: 5% zur Berechnung

Wann liegt bei einer Immobilie eine Einlageentsteuerung vor?

Wenn eine Immobilie bisher für Zwecke genutzt wurde, die nicht zum Vorsteuerabzug berechtigen, und neu ganz oder teilweise für Zwecke genutzt wird, die zum Vorsteuerabzug berechtigen.

Eine Liegenschaft wurde bisher ohne Option vermietet. Neu wird sie mit Option vermietet. Muss die Liegenschaft verkauft werden, damit eine Einlageentsteuerung möglich ist?

Nein. Entscheidend ist die Nutzungsänderung. Auch die Umstellung von einer Vermietung ohne Option auf eine Vermietung mit Option kann eine Einlageentsteuerung auslösen.

Wie wird die Einlageentsteuerung auf einer Immobilie berechnet?

Ausgangspunkt ist die ursprünglich angefallene Vorsteuer. Davon werden die jährlichen Abschreibungen von 5 % pro Jahr abgezogen. Der verbleibende Restbetrag kann als Einlageentsteuerung geltend gemacht werden.

Das gleiche Prinzip gilt bei Eigenverbrauch, dort muss man jedoch diesen Betrag zurückzahlen (Spiel andersherum)

Eine Immobiliengesellschaft konnte vor vier Jahren CHF 154'000 Vorsteuer auf einem Neubau nicht abziehen. Die Immobilie wird nun mit Option verkauft. Wie hoch ist die Einlageentsteuerung?

Nach vier Jahren beträgt die Abschreibung 20 % (4 × 5 % = CHF 30'800). Die Einlageentsteuerung beträgt somit CHF 123'200.

Welche Aufwendungen können bei einer Einlageentsteuerung berücksichtigt werden?

Aktivierbare Aufwendungen wie Neubauten, wertvermehrende Umbauten oder Grossrenovationen, die noch einen Zeitwert besitzen.

z.B. Reinigungskosten sind laufende Aufwendungen und gelten als verbraucht. Eine Einlageentsteuerung ist nur auf aktivierbaren Investitionen möglich.

Was ist der Unterschied zwischen Eigenverbrauch und Einlageentsteuerung?

Beim Eigenverbrauch wechselt die Nutzung von vorsteuerabzugsberechtigt zu nicht vorsteuerabzugsberechtigt. Bei der Einlageentsteuerung erfolgt der umgekehrte Wechsel von nicht vorsteuerabzugsberechtigt zu vorsteuerabzugsberechtigt.

Welche zwei Abrechnungsarten kennt das MWSTG? Erkläre mir diese.

Die Abrechnung nach vereinbarten Entgelten und die Abrechnung nach vereinnahmten Entgelten.

vereinbarten Entgelten (Rechnung)

- Umsatzsteuer: MWST geschuldet, sobald Kundenrechnung ausgestellt ist
- Vorsteuerabzug: Abzugsberechtigt, sobald Erhalt der Rechnung des Leistungserbringers

vereinnahmten Entgelten (Geldfluss)

- Umsatzsteuer: MWST geschuldet, sobald Kunde bezahlt hat
- Vorsteuerabzug: Abzugsberechtigt, sobald die Rechnung bezahlt ist.

 

Welche Abrechnungsart gilt im MWST-Recht grundsätzlich?

Grundsätzlich wird nach vereinbarten Entgelten abgerechnet (Art. 39 Abs. 1 MWSTG).

Ist die vereinnahmte Entgelten Methode gewünscht, muss ein Antrag an die MWSTV gestellt werden und die Zustimmung erhalten. (Art. 39 Abs. 2 MWSTG)

Eine Immobilienverwaltung stellt am 15. März eine Rechnung aus. Der Kunde bezahlt erst im Mai. Wann entsteht bei der Abrechnung nach vereinbarten Entgelten die Umsatzsteuer?

Bereits mit der Ausstellung der Rechnung im März.

Eine Immobilienverwaltung stellt im März eine Rechnung aus. Der Kunde bezahlt erst im Juni. Wann entsteht bei der Abrechnung nach vereinnahmten Entgelten die Umsatzsteuer?

Erst mit dem Zahlungseingang im Juni.

Für welchen Zeitraum wird die MWST grundsätzlich erhoben?

Die MWST wird pro Steuerperiode erhoben. Die Steuerperiode entspricht dem Kalenderjahr (Art. 34 MWSTG). Die Steuerperiode ist der Zeitraum, für den die MWST erhoben wird.

Was ist der Unterschied zwischen Steuerperiode und Abrechnungsperiode? Welche Abrechnungsperioden gibt es?

Die Steuerperiode entspricht dem Kalenderjahr. Die Abrechnungsperiode ist der Zeitraum, innerhalb dessen die MWST während des Jahres abgerechnet wird.

Als Abrechnungsperioden gelten gemäss Art. 35 MWSTG:

• das Quartal (Regelfall)
• das Semester (bei Anwendung der Saldosteuersatzmethode)
• ein Monat (auf Antrag der steuerpflichtigen Person mit regelmässigen Vorsteuerüberschüssen)
• jährlich (auf Antrag der steuerpflichtigen Person im KMU-Bereich)

Eine MWST-Forderung entsteht im Jahr 2026. Wann tritt die relative Verjährung ein? Kann diese unterbrochen werden?

Fünf Jahre nach Ablauf der Steuerperiode, also grundsätzlich am 31.12.2031 (Art. 42 MWSTG).

Ja, Beispielsweise durch eine Verfügung der ESTV, einen Einspracheentscheid der ESTV, die Ankündigung einer MWST-Kontrolle oder ein Gerichtsurteil.

Was bedeutet Unterbrechung der Verjährung im MWST-Recht?

Die laufende Verjährungsfrist wird beendet und beginnt nach der Unterbrechung neu zu laufen. Die Verjährungsfrist beträgt dann nue 2 Jahre. (Art. 42 MWSTG)

Eine MWST-Forderung wurde mehrmals durch Verfügungen und Kontrollen unterbrochen. Wann verjährt sie spätestens?

Spätestens zehn Jahre nach Ablauf der Steuerperiode, in der sie entstanden ist (absolute Verjährung).

Was ist der Unterschied zwischen relativer und absoluter Verjährung bei der MWST?

Die relative Verjährung beträgt fünf Jahre und kann unterbrochen werden. Die absolute Verjährung beträgt zehn Jahre und kann nicht verlängert oder unterbrochen werden.

Was ist die Saldosteuersatzmethode bei der MWST?

Eine vereinfachte Abrechnungsmethode, bei der kein effektiver Vorsteuerabzug vorgenommen wird. Stattdessen wird der Umsatz mit einem von der ESTV festgelegten branchenspezifischen Saldosteuersatz multipliziert.

Geht nur bis zu einem Jahresumsatz bis zu CHF 5.024 Mio inkl. MWST.

MWST von nicht mehr als CHF 108'000 pro Jahr

 

Welchen Vorteil bietet die Saldosteuersatzmethode?

Sie reduziert den administrativen Aufwand, da keine detaillierte Vorsteuerberechnung erforderlich ist und die MWST in der Regel nur halbjährlich abgerechnet wird und nicht pro Quartal.

Was ist der wichtigste Unterschied zwischen der effektiven MWST-Methode und der Saldosteuersatzmethode?

Bei der effektiven Methode werden Umsatzsteuer und tatsächliche Vorsteuer separat berechnet. Bei der Saldosteuersatzmethode wird die geschuldete MWST pauschal anhand eines branchenspezifischen Saldosteuersatzes ermittelt.

Warum müssen Geschäftsbücher und Aufzeichnungen im MWST-Recht geführt werden?

Damit die ESTV sämtliche Geschäftsvorfälle und MWST-Abrechnungen lückenlos überprüfen und nachvollziehen kann (Art. 70 MWSTG).

Welche Unterlagen müssen am Ende eines Geschäftsjahres mindestens vorhanden sein? Wie muss die Buchhaltung geführt werden?

Detaillierte Inventare der Warenvorräte, Debitoren- und Kreditorenverzeichnisse, Aufstellungen über nicht fakturierte Arbeiten/Dienstleistungen sowie erhaltene und geleistete Vorauszahlungen.

Die Buchhaltung muss als Bruttorechnung geführt werden: Es darf keine Verrechnung von Aktiven und Passiven vorgenommen werden und es sind getrennte Ertrags- und Aufwandskonti zu führen.

Was bedeutet, dass die Buchhaltung als Bruttorechnung geführt werden muss?

Aktiven und Passiven dürfen nicht miteinander verrechnet werden. Erträge und Aufwände sind getrennt auszuweisen.

Wie lange müssen Geschäftsbücher und Belege grundsätzlich aufbewahrt werden?
Warum verlangt die ESTV bei Immobilien eine längere Aufbewahrungsfrist als 10 Jahre?

Grundsätzlich 10 Jahre gemäss Art. 70 MWSTG.

Weil bei Immobilien Vorsteuerkorrekturen, Eigenverbrauch und Einlageentsteuerungen über sehr lange Zeiträume relevant sein können (20 Jahre).  Nach Auffassung der ESTV mindestens 26 Jahre. Da 5 Jahre relative Verjährung plus noch 1 Jahr zur Sicherheit.

Wie lange kann die Aufbewahrungspflicht bei Immobilien im Extremfall dauern?

Bis zu 30 Jahre, wenn die steuerrechtliche Verjährung noch nicht eingetreten ist.

Warum verlangt die ESTV bei gemischt genutzten Immobilien oft besondere Verzeichnisse?

Damit nachvollziehbar bleibt, welche Gebäudeteile steuerbar, ausgenommen oder mit Option vermietet wurden und welcher Vorsteuerschlüssel angewendet wurde.

Welche Informationen sollte ein Verzeichnis für gemischt genutzte Immobilien enthalten?

Die Nutzungsart der einzelnen Gebäudeteile (z.B. Wohnungen, Gewerberäume, Eigennutzung) sowie die angewendeten Vorsteuerschlüssel für Unterhalt und Nebenkosten.

Können Unternehmen, also Vermieter, welche nach Saldosteuersatz abrechnen, für die Versteuerung von Immobilien optieren?

Nein, wenn man nach Saldosteuersatz abrechnet, kann man nicht Optiert vermieten.

Wann ist ein Wechsel von der Saldosteuersatzmethode zur effektiven Abrechnung und andersrum möglich?

- Wechsel von der Saldosteuersatzmethode zur effektiven Abrechnung nach 1 Jahr möglich

- Wechsel von der effektiven Abrechnung zur Saldosteuersatzmethode nach 3 Jahren möglich

Wann ist es lukrativ mit Saldosteuersatzmethode abzurechnen?

Wenn man viel selbst produziert und nicht viele Kreditorenrechnung hat und extern einkaufen muss.

Die Sportanlage Gründenlaub vermietet das Fussballfeld an Vereine für Training und Wettkampf. Ist diese steuerbar?

Nein, da das ganze Feld vermietet wird und es zur Vermietung gehört. 

Wann ist ein Hausverkauf MWST-Pflichtig?

Wenn der Kaufvertrag noch vor dem Baubeginn ist, ist der Kauf der Wohnung/Haus MWST, da man noch mitbestimmen kann, was man wie machen will.

Eine Generalunternehmung verkauft eine noch zu erstellende Eigentumswohnung schlüsselfertig an einen Käufer. Ist dieser Vorgang MWST-pflichtig?

Ja. Es handelt sich um eine werkvertragliche Immobilienlieferung und damit um eine steuerbare Lieferung.

Ein Schokoladefabrikant schenkt einer Drittperson (als blosse Aufmerksamkeit) eine Schachtel Schokolade. Muss eine Vorsteuerkorrektur vorgenommen werden?

Betrag ist zu klein, muss keine Vorsteuerkorrektur vorgenommen werden.
Bis zu CHF 500.00 muss man keine Korrektur machen, wenn es sich um Werbegeschenk oder Warenmuster  handelt.

Max Müller ist MWST-pflichtig und rechnet die MWST effektiv ab. Herr Müller ist un ter der Woche sehr oft mit seinem Geschäftsfahrzeug bei seinen Kunden anzutref fen. Am Wochenende nutzt er sein Fahrzeug für private Fahrten. Das Fahrzeug kos tete CHF 50'000 (exkl. 8,1% MWST) und Herr Müller hat die Vorsteuer zurückgefor dert.  

Wie sieht es mit der MWST aus?

Entweder man führt ein Fahrtenbuch und Geschäft stellt ihm die Rechnung inkl. MWST.

Pauschalansatz wählen. 0.9% von diesen CHF 50'000.00. Das ist die Basis, welche pro Monat abgerechnt wird. Von diesem Betrag, welcher x12 Monate gerechnet wird, dann die 8.1 MWST:

 

CHF 150 im Monat müssen es mindestens sein, sonst wird es auf diese CHF 150 aufgerundet, wenn es darunter liegt.

Lernen