MWST
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Sind Einzahlungen in den Erneuerungsfonds MWST-pflichtig?
Nein. Einzahlungen in den Erneuerungsfonds sind grundsätzlich von der MWST ausgenommen.
Was sind dingliche Rechte an Grundstücken?
Rechte, die direkt mit einer Sache (z.B. Grundstück) verbunden sind, wie Eigentum, Baurechte, Wegrechte oder Nutzniessung. Es wirkt gegen jedermann uns muss von allen respektiert werden.
Welche Leistungen im Immobilienbereich sind Steuerpflichtig zu einem Sondersatz?
• Vermietung von Hotelzimmern (steuerbar zum Sondersatz)
• Vermietung von Ferienwohnungen (steuerbar zum Sondersatz)
• Vermietung von Campingplätzen (steuerbar zum Sondersatz)
Sondersatz= 3.8%
Der Gesetzgeber möchte den Tourismus fördern. Deshalb ist der Satz tiefer als der Normalsatz von 8,1 %.
Warum gilt für Hotelzimmer der Sondersatz von 3,8 %, für Konferenzräume aber der Normalsatz von 8,1 %?
Der Sondersatz von 3,8 % gilt nur für Beherbergungsleistungen (Übernachtungen). Die Vermietung von Konferenz- oder Seminarräumen ist keine Beherbergung, sondern eine normale steuerbare Leistung und unterliegt deshalb dem Normalsatz von 8,1 %.
Welche Leistungen im Immobilenbereich sind steuerbar zum normalen MWST-Satz?
- Vermietung von Konferenzsälen in Seminarhotels
- Vermietung von Schliessfächern (bei Bahnhöfen, Flughafen, Bankschliessfächer, Hallenbädern)
- Vermietung und Verpachtung von fest eingebauten Vorrichtungen und Maschinen, die zu einer Betriebsanlage gehören (Kühlfächern o. Kühlzellen in Kühlhäusern, Seifen/Tuchdispensern auf Toiletten)
- Vermietung von Parkplätzen, die nicht im Gemeingebrauch stehen (einzelne Plätze, ganze Etagen, durch bauliche Massnahmen vom Strassenbereich abgegrenzt sind)
- Vermietung von Messestandflächen und einzelner Räume in Messe- oder Kongressgebäuden
- Liegenschaftsverwaltung
- Begutachtung und Schätzung von Liegenschaften
- Architektur- und Ingenieurleistungen im Zusammenhang mit Liegenschaften
- Bauaufsichtsleistungen
- Bewachung von Grundstücken
WICHTIG:
- Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Erwerb oder der Bestellung von dinglichen Rechten an Grundstücken (z.B. Beurkundungsleistungen von Notaren).
- Lagern von Waren in Lagerhäusern aller Art (steuerbare Dienstleistung, keine MZ-Rechnung sondern Lagergebühren)
Sind notarielle Beurkundungen im Zusammenhang mit Grundstücken steuerbar?
Ja. Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Erwerb oder der Bestellung dinglicher Rechte sind steuerbar. Das Einräumen von Dienstbarkeiten kann jedoch nicht versteuert werden.
Ist die Lagerung von Waren steuerbar?
Ja. Das Lagern von Waren gilt als Dienstleistung des Transportgewerbes und nicht als Vermietung eines Lagerraums. Es werden keine Mietzinsrechnungen gestellt, sondern Lagergebühren.
Was bedeutet die Option im MWST-Recht?
Die Option erlaubt es, eine eigentlich von der MWST ausgenommene Leistung freiwillig der MWST zu unterstellen.
Warum optiert ein Unternehmen freiwillig für die MWST?
Damit es den Vorsteuerabzug auf den zugehörigen Vorleistungen geltend machen kann.
Wie erfolgt die Option gemäss Art. 22 MWSTG?
Durch Ausweisen der MWST auf der Rechnung, im Vertrag oder durch Deklaration im MWST-Abrechnungsformular. Hat man das noch nicht, kann man es der ESTV auch auf dem Korrespondenzweg mitteilen.
Was versteht man unter einer taxe occulte (Schattensteuer)?
Eine versteckte Vorsteuerbelastung, die nicht als Vorsteuer abgezogen werden kann und deshalb als Kosten bestehen bleibt.
Für welche Leistungen ist eine Option generell ausgeschlossen?
Für ausgenommene Leistungen von Banken, Versicherungen sowie Umsätze aus Wetten, Lotterien und Glücksspielen. Wenn die Immobilie vom Käufer, Mieter oder Pächter ausschliesslich für Wohnzwecke genutzt wird oder genutzt werden soll.
Ist für die Option entscheidend, ob der Mieter MWST-pflichtig ist?
Nein. Entscheidend ist die Nutzung der Immobilie (Wohnzweck oder gewerbliche Nutzung).
Kann beim Verkauf eines Bürogebäudes optiert werden?
Ja, sofern das Objekt nicht ausschliesslich Wohnzwecken dient.
Was ist beim Verkauf einer Liegenschaft mit Option zu beachten?
Der Wert des Bodens gehört nicht zur MWST-Bemessungsgrundlage. Nur der Gebäudewert kann der MWST unterstellt werden. Eine Aufteilung des Verkaufspreises ist somit erforderlich.
Warum ist die Option besonders für Unternehmen interessant im Immobilienbereich?
Weil dadurch hohe Vorsteuern aus Bau-, Umbau- oder Unterhaltskosten zurückgefordert werden können.
Was ist das Meldeverfahren bei Immobilienverkäufen? Welche Voraussetzung muss gegeben sein?
Ein steuerbarer Immobilienverkauf wird ohne Zahlung der MWST abgewickelt und stattdessen der ESTV gemeldet. Bedingung ist, dass sowohl der Verkäufer als auch der Käufer im MWST-Register eingetragen sind und beide nach effektiver Methode abrechnen und nicht mit der Saldosteuersatzmethode. (Art. 38 Abs. 2 MWSTG / Art. 104 Bst. a MWSTV)
Ist das Meldeverfahren ein steuerfreier Vorgang?
Nein. Der Verkauf bleibt steuerbar, wird aber steuerneutral durch Meldung statt Zahlung der MWST abgewickelt.
Darf beim Meldeverfahren MWST auf der Rechnung ausgewiesen werden?
Nein. Auf die MWST darf nicht hingewiesen werden. (Art. 103 MWSTV)
Warum gibt es das Meldeverfahren?
Um hohe MWST-Zahlungen bei Immobilienverkäufen zwischen MWST-pflichtigen Unternehmen zu vermeiden. Viel Geld fliesst unnötig hin und her.
Was übernimmt der Käufer bei einem Meldeverfahren?
Die gesamte MWST-Historie der Immobilie, insbesondere Nutzungsdauer, Verwendungsgrad und frühere Vorsteuerabzüge.
Warum spricht man davon, dass der Verkäufer dem Käufer die Immobilie „vererbt“?
Weil der Käufer die bisherige MWST-Vergangenheit und die damit verbundenen Rechte und Risiken übernimmt.
Welche Informationen muss der Verkäufer dem Käufer übergeben? Was ist, wenn er diese nicht gibt?
Sämtliche mehrwertsteuerrelevanten Informationen der letzten 20 Jahre. Da die Korrekturperiode nach 20 Jahren beendet ist.
ACHTUNG: Ist grundsätzlich nicht Pflicht, aber wird sehr empfohlen, um kein Risiko einzugehen, dass mögliche Vorsteuern zurückbezahlt werden müssen durch den Käufer. Wenn keine Unterlagen vorhanden sind, greift Art. 105 MWST.
Die ESTV geht davon aus, dass die Immobilie vollständig vorsteuerabzugsberechtigt genutzt wurde und maximale Vorsteuerabzüge vorgenommen wurden. Auch beim Verkaufswert/Erwerbspreis.
Wer trägt beim Meldeverfahren das grösste Risiko?
Der Käufer, weil er die MWST-Historie und mögliche spätere Vorsteuerkorrekturen übernimmt.
Warum kann eine spätere Nutzungsänderung problematisch sein, bezüglich dem Thema Meldeverfahren?
Weil sie Vorsteuerkorrekturen oder Eigenverbrauchsbesteuerungen auslösen kann.
Gehört der Boden beim Meldeverfahren zur Bemessungsgrundlage?
Nein. Wie bei der Option ist der Bodenwert nicht Gegenstand des Meldeverfahrens.
Wer ist grundsätzlich zum Vorsteuerabzug berechtigt?
Unternehmen, die eine unternehmerische Tätigkeit ausüben und steuerbare Leistungen erbringen.
Was ist eine Vorsteuer?
Die MWST, die ein Unternehmen auf bezogenen Leistungen oder Einkäufen bezahlt hat.
Berechtigt eine unselbständige Erwerbstätigkeit zum Vorsteuerabzug?
Nein. Arbeitnehmer können keinen Vorsteuerabzug geltend machen.
Warum berechtigt die Vermietung von Wohnungen nicht zum Vorsteuerabzug?
Weil die Wohnungsvermietung von der MWST ausgenommen ist.
Wann ist bei einer von der MWST ausgenommenen Tätigkeit trotzdem ein Vorsteuerabzug möglich?
Wenn für die Leistung gültig optiert wurde.
Was bedeutet gemischte Verwendung betr. Theme Vorsteuerabzug?
Gegenstände oder Dienstleistungen werden teilweise für vorsteuerabzugsberechtigte und teilweise für nicht vorsteuerabzugsberechtigte Zwecke verwendet. z.B. Auto oder Block mit Gewerbe und Wohnungen.
Muss bei gemischter Verwendung die Vorsteuer aufgeteilt werden?
Ja. Die Vorsteuer ist entsprechend dem tatsächlichen Nutzungsverhältnis zu korrigieren. Bei Wohnungen/Gewerbe vielfach über m2 oder Volumenanteil.
Ein Gebäude besteht zu 60 % aus Büros und zu 40 % aus Wohnungen. Darf die gesamte Vorsteuer abgezogen werden?
Nein. Die Vorsteuer darf nur zu 60 % abgezogen werden.
Was passiert, wenn die genaue Aufteilung schwierig ist bei den Vorsteuernabzügen?
Es können geeignete Schlüssel (z.B. Flächen- oder Volumenschlüssel) oder von der ESTV zugelassene Pauschalmethoden verwendet werden.
Was darf bei überwiegender Verwendung, welche Vorsteuerabzugsberechtigt ist, gemacht werden, jedoch ab und zu auch für den privaten Gebrauch?
Die Vorsteuer kann zunächst vollständig abgezogen und am Ende der Steuerperiode korrigiert werden. (Art. 30 Abs. 2 MWSTG)
Wann entsteht Eigenverbrauch bei Immobilien bezüglich Vorsteuerabzug?
Wenn eine Immobilie bisher für Zwecke genutzt wurde, die zum Vorsteuerabzug berechtigen, und neu für Zwecke genutzt wird, die nicht mehr zum Vorsteuerabzug berechtigen. = Nutzungsänderung und kann eine Vorsteuerkorrektur auf dem Zeitwert der Liegenshaft bewirken.
Eine Liegenschaft wurde bisher mit Option vermietet. Neu wird sie ohne Option vermietet. Welche MWST-Folge entsteht?
Es liegt eine Nutzungsänderung von einer vorsteuerabzugsberechtigten zu einer nicht vorsteuerabzugsberechtigten Nutzung vor. Dies führt zu Eigenverbrauch und einer Vorsteuerkorrektur.
Bei einer Liegenschaft wird wegen einer Nutzungsänderung eine Vorsteuerkorrektur vorgenommen. Warum werden frühere Reinigungskosten dabei nicht berücksichtigt?
Reinigungskosten gelten als laufende Aufwendungen. Sie wurden bereits verbraucht und über die Erfolgsrechnung abgeschrieben. Eine Vorsteuerkorrektur erfolgt nur auf noch vorhandene, aktivierbare Investitionen. (z.B. Investitionen, Grossrenovationen)
Eine Immobiliengesellschaft hat beim Bau einer Liegenschaft die Vorsteuer abgezogen. Vier Jahre später verkauft sie die Liegenschaft ohne Option. Welche MWST-Folge entsteht?
Da die Nutzung von einer vorsteuerabzugsberechtigten zu einer nicht vorsteuerabzugsberechtigten Verwendung wechselt, entsteht Eigenverbrauch. Die bisher geltend gemachte Vorsteuer muss anteilig korrigiert werden.