VWL BWL (WQ1)

Diese Lernkarten decken zentrale volks- und betriebswirtschaftliche Grundlagen ab und richten sich an Studierende oder Fachkräfte, die ihr Wissen zu Unternehmensstrukturen, Marktmechanismen und staatlichen Eingriffen vertiefen möchten. Im Fokus stehen Begriffe wie Preisbildung, Nachfrage, Inflation oder staatliche Regulierung durch EZB und Steuern, ergänzt durch praktische Themen wie Kartelle, Kooperationen oder Unternehmenszusammenschlüsse. Ideal für Prüfungsvorbereitung oder berufliche Weiterbildung in wirtschaftswissenschaftlichen Kontexten.
Flashcards
142
Students
2
Language
German
Category
Micro-Economics
Level
University
Created / Updated
28.04.2026 / 16.09.2026

Cartes-fiches

Welche Zielbeziehungen gibt es erkläre diese

Komplementär: (Zielharmonie) 
Diese Ziele stehen ideal zueinander, durch das Erreichen des einen Ziels wird das andere automatisch auch begünstigt oder erreicht. Sie ergänzen sich sozusagen in der Wirkung. Z.B. Im Aufschwung /Boom sinkt die AL-Quote 

Konkurrierende Ziele (Zielkonflikt)
Bei konkurrierenden Zielen wirkt sich Ziel A negativ auf Ziel B aus. Z.B. Kräftiges Wirtschaftswachstum führt zu einem Anstieg der Inflationsrate. Oder Preisniveaustabilität und Beschäftigungsstand 

 

Welche Bereiche/Ziele gibt es in der Wirtschaftspolitik 

Wachstumspolitik: Ziel= angemessene Wachstumsraten; Wachstumspolitik, Wettbewerbspolitik und Umweltpolitik 

Stabilitätspolitik: antizyklische Konjungturpolitik gegen Konjungturschwankungen; Konjungturpolitik, Geldpolitik, Beschäftigungspolitik, Außenwirtschaftspol.

Verteilungspolitik: Schaffung einer gerechten Verteilung von Einkommen/Vermögen durch bspw. Arbeitsmarkt und Steuerpolitik (Sozialpolitik) 

Beschreibe die Phasen des Konjunkturzyklus

1. Aufschwung (Expansionsphase) 
- stärkeres Wachstum 
- stärkere Auslastung der Produktion = AL-Q. sinkt 
- Konsumenten kaufen mehr
- Inflationsrate steigt 

2. Hochkonjunktur (Boom)
- schnelles und hohes Wachstum 
- Nachfrageüberhang 
- Voll- oder sogar Unterbeschäftigung 
- zusätzliche Investitionen 

3. Abschwung (Rezessionsphase) 
- Absinken des BIPs
- Steuereinnahmen und Inflationsrate sinken 
- Gewinne und Investitionen sind rückläufig 

4. Depression (Krise) 
- Angebotsüberhang 
- geringe Produktionsauslastung 
hohe AL-Quote

Was bedeutet Stagnation 

Trotz einer Rezession steigt die Inflation z.B. durch stark steigende Rohstoffpreise

Welche Konjunkturindikatoren gibt es?

  • Frühindikatoren (Geschäftsklimaindex, Auftragseingänge, Investitionen) 
  • Gegenwartsindikatoren (Konsum, Auftragsbestände, Auslastung) 
  • Spätindikatoren (BIP, AL-Quote, Erwerbsquote, Entwicklung der Preise/Löhne)

Was ist Inflation und welche Ursachen kann sie haben 

Von Inflation spricht man, bei einem anhaltenden Steigen des Preisniveaus. Die Kaufraft sinkt.

Ursachen können sein:

  • nachfrageseitig:
    • privater Konsum steigen 
    • Investitionen steigen 
    • Staatsnachfrage steigen 
    • Exporte steigen 
  • angebotsseitig 
    • Kosten steigen (Lohn-Preis-Spirale) 
    • Gewinnziele steigen 
    • importierte Kosteninflation (Gas,Öl)
  • Es kann aber auch an der expaniven Geldpolitik der EZB liegen; durch Erhöhung der Geldmenge kann eine Inflation verursacht oder verstärkt werden 

Nenne die Vor- und Nachteile der Inflation 

Nachteile 

  • Gläubiger/Sparer erleiden einen Wertverlust, bei einer überraschenden nicht einkalkulierten Inflation 
  • Feste Einkünfte (BAföG/Rente) werden oftmals nicht an das Preisniveau angeglichen 
  • Zudem enstehen Kosten durch Preisanpassungen und die Informationssuche 
  • Unternehmerische Entscheidungen werden zunehmend unsicherer
  • Für Unternehmen steigen die Kosten der Vorprodukte (Kosten müssen woanders wieder eingeholt werden) 
  • Allgemeine Unzufriedenheit in der Bevölkerung aufgrund des hohen Preisniveaus

 

Vorteile:

  • Schulder profitieren von einer nicht in die Zinsen einkalkulierten, überraschende Inflation Der reale Wert der Schulden sinkt 
  • Der Staat erzielt bei regelmäßiger Inflation höhere Einnahmen aus der Einkommenssteuer 
  • Unternehmer proftieren dann, wenn die Lohnsteigerung unterhalb der Inflationsrate bleiben oder die Bezugspreise weniger steigen als die eigenen Verkaufspreise 

Was versteht man unter einer Deflation, nenne die Nachteile 

Unter Deflation versteht man ein anhaltendes Sinken des Preisniveaus. Kaufkraft steigt 

  • Sinkende Preise sind auch mit sinkendes UE verbunden. Folglich müssen auch die Kosten gesenkt werden. Da sinkende Löhen unrealistisch sind, führt Deflation meist zu Entlassungen und damit zu Massenarbeitslosigkeit 
  • Konsumenten warten weiter auf sinkende Preise bei langlebigen Gütern (Autos) -> AL steigt
  • Der reale Wert der Schulden steigt und führt zu Kreditausfällen und damit evtl. auch zu Bankkrisen 

primäre Geldschöpfung und sekundäre Geldschöpfung erläutern 

  • primäre Geldschöpfung ensteht durch die Zentralbank - Bargeldschöpfung 
  • sekundäre Geldschöpfung ensteht durch die Geschäftsbanken - Buchgeldschöpfung

Was ist die Quantitätstheorie?

  • Geldmenge steigt = Inflationsrate steigt 
  • Gelmenge sinkt = Inflationsrate sinkt

Was sind die Ziele der EZB

  • Preisstabilität 
  • Wirtschaftswachstum 
  • Finanzielle Stabilität 

Was sind die Aufgaben der EZB

  • Die Hauptaufgabe der EZB ist die Festlegung und Umsetzung der Geldpolitik für die Eurozone, um Preisstabilität zu sichern 
  • Währungsstabilität in der Eurozone gewährleisten 
  • Verwaltung von Zahlungssystemen 
  • Versorgung der Wirtschaft mit Geld 

Wirkungsmechanismuss der Geldpolitik bei Inflation (restriktive Geldpolitik); was kann die EZB für Maßnahmen ergreifen 

Inflation= Geldmenge soll sinken 

  • Leitzins erheben 
  • Mindestreservesatz erhöhen (Leute sparen lieber, investieren wenig, wenig Kredite) 
  • Ersparnisse steigen 
  • Kredite sinken 
  • Geldmenge sinkt aufgrund der geringen Nachfrage 
  • Inflationsrate sinkt 
  • Wachstumsrate sinkt 

Wirkungsmechanismuss der Geldpolitik bei Deflation; was kann die EZB für Maßnahmen ergreifen 

Bei einer Deflation soll die Geldmenge erhöht werden 

  • Leitzins senken 
  • Zinsniveau sinkt 
  • Kredite steigen 
  • Ersparnis sinkt 
  • Geldmenge steigt 
  • Wachstumsrate steigt 
  • Inflationsrate steigt 

Instrumente der Geldpolitik nur aufzählen 

  • Offenmarktgeschäfte
  • Ständige Fazilitäten 
  • Mindestreserven 
  • Transaktionen 
  • Devisenmarkt
  • Mindestreserve

Offenmarktgeschäfte

Die EZB sorgt hauptsächlich durch die Offenmarktgeschäfte für eine Geldversorgung. Dabei wird Geld an Banken veräußert/verliehen, als Sicherheit dienen dabei am offenen Markt (Börse) handelbare festverzinsliche Wertpapiere.

  • Definitive Transaktionen: EZB verkauft Wertpapiere am offenen Markt entzieht somit der Wirtschaft das Geld oder sie kauft die Wertpapiere und führt damit mehr Geld in den Wirtschaftslauf ein
  • Befristete Transaktionen: Die EZB verleiht an die Geschäftsbanken zeitlich streng befristet Geld - als Sicherheit dienen festverzinsliche Wertpapiere quasi in Form eines Pfandes
     

Zu den befristetet Transaktionen gehören auch sog. Tenderverfahren:

Mengentender: Bei einem Auktionsverfahren gibt die EZB einen Zinssatz vor und die Geschäftsbanken bitten um die gewünschte Menge an Liquidität 

Zinstender: Bei einem Auktionsverfahren gibt die EZB eine zu verteilende Menge an Liquidität vor und die Geschäftsbanken geben in der Auktion neben der Menge den Zins an, den sie zu zahlen bereit sind. 

Ständige Fazilitäten erklären

Eine Fazilität ist die Möglichkeit die von einer Bank ihren Kunden eingeräumte Möglichkeit, innerhalb festgelegter Grenzen kurzfrsitig Kredite in Anspruch zu nehmen oder Guthaben anzulegen.

Der Begriff wird besonders im Zusammenhang mit Zentralbankenfazilitäten gebraucht, die ZB räumen diese den Geschäftsbanken ein, indem sie über Nacht Liquidität bereitstellen und abbauen. 

 

Mindestreserve

Die EZB verpflichtet die Geschäftsbanken dazu, einen bestimmten Prozentanteil (=Mindestreservesatz) der Einlagen von Kunden auf Giro-, Spar und Festgeldkonten, bei der EZB anzulegen. Dafür erhalten die Banken Zinsen i.H.v. Hauptrefinanzierungssatzes. Sofern die EZB die sekundäre Geldschöpfung einschränken möchte, kann sie die Mindestreservesätze erhöhen 

Devisenmarkt

Tausch von Inlands- in Auslandswährung, Absicherung gegen Währungsrisiken, Spekulation.

Was ist die Fiskalpolitik 

Ziel der antizyklischen Konjunkturpolitik ist die Verringerung der konjukturellen Schwankungen. Als Instrument dient hierfür die antizyklische Fiskalpolitik 

Im Abschwung:

  • Staat sollte die Wirtschaft ankurbeln 
  • Steuersenkungen 
  • höhere Staatsausgaben durch Subventionen oder Sozialleistungen 
  • Geldpolitische Maßnahme: Leitzinssenken 
    -> führt langfristig zu einem Defizit im Staatshaushalt 

Im Aufschwung:

  • Staat sollte die konjunktur senken/dämpfen
  • Steuererhöhungen 
  • Staatsausgaben senken 
  • Das führt zu einem Überschuss des Staatshaushaltes, womit mögliche Defizite der vorherigen Rezession ausgeglichen werden

 

Langfristig führt dies zu einem ausgeglichen Staatshaushalt

Tarifpolitik 

Als Tarife werden die Löhen und als Tarifpolitik der Lohnfindungsprozess bezeichnet. 

Grundsätzlich gilt in DE Tarifautonomie; (ohne staatl. Eingriffe autonomes Handeln der Gewerkschaften und AG-Verbände) 

Die AN fordern kaufkraftorientierte Lohnpolitik. Nach dieser Sicht müssen die Löhne mindestens so stark steigen, wie der Kaufkraftverlust durch Inflation steigt (Reallöhne dürfen nicht sinken) 

 

Lohnpolitik Grundsatz

Die AG-Verbände fordern eine produktivitätsorientierte Lohnpolitik, nach der Löhne maximal so stark wie die Arbeitsproduktivität wachsen dürfen, sonst würden die Kosten der Unternehmen steigen und damit könnte AL verursacht werden 

Definiere:

  • Erwerbspersonen 
  • Erwerbstätigenquote 
  • Erwerbslosenquote
  • AL-Quote

Erwerbspersonen: Zahl der Erwerbstätigungen und Arbeitslosen 

Erwerbstätigenquote: Prozentanteil der Erwerbstätigen an der Bevölkerung (15-64 Jahre)

Erwerbslosenquote: % der Erwerbslosen gem. ILO an den Erwerbspersonen

Arbeitslosenquote: % der registrierten AL an den Erwerbspersonen 

 

was versteht man unter Vollbeschäftigung und Überbeschäftigung 

Vollbeschäftigung: Ziel 2-4% AL

Überbeschäftigung: Zahl der offenen Stellen ist größer als die Zahl der AL 

Welche Folgen kann die Arbeitslosigkeit mit sich bringen 

  • sinkende Einkommen der Haushalte
  • sinkende Einnahmen der Sozialversicherungen 
  • Gefährdung des sozialen Friedens
  • sinkende UE der Unternehmen 
  • Rückggang der Steuereinnahmen des Staates
  • erhöhte Transferzahlungen 

Arten von Arbeitslosigkeit : Friktionelle Arbeitslosigkeit (Sucharbeitslosigkeit) 

AL, die sich aus Zeitverzögerungen bei der Arbeitssuche ergibt 

-> Maßnahme: Förderung der Arbeitsvermittlung

Regionale AL

Die AL der einzelnen Regionen unterscheidet sich kräftig 

Maßnahme: Investitionsanreize in strukturellschwachen Regionen 

Konjunkturelle Arbeitslosigkeit 

Vorübergehende AL in der Rezessionsphase

Maßnahme: antizyklische Fiskalpolitik

saisonale AL

AL in bestimmten Jahreszeiten (Dachdecker, Erntehelfer)

Maßnahme: Kurzarbeitergeld

Strukturelle Arbeitslosigkeit 

Sie ensteht dann, wenn alte Branchen zugrunde gehen (Ruhrgebiet:Kohle, Stahl) und neue Branchen nicht schnell genug entstehen.

Maßnahmen: Qualifizierung durch Umschulungen 

in der Person begründete Arbeitslosigkeit 

AL aufgrund von Alter, Krankheit, mangelnder Qualifikation 

Maßnahme: Qualifizierungsmaßnahmen

technologische AL

Durch die Einführung technischer Neuerungen (Industrie 4.0) werden MA ersetzt 

Maßnahme: Bildung, Qualifizierungsmaßnahmen

Erläutere Bedürfnisse, Bedarf und Nachfrage

Bedrüfnis ist eine mangel Erscheinung die entsteht (Ich habe Hunger, Durst)

Bedarf ist wenn zusätzlich zu dem Mangel auch die Kaufkraft vorhanden ist diesen zu beseitigen 

Nachfrage Ich kaufe mir Güter/Dienstleitung und mein Bedürfnis zu befriedigen 

Welche Güterarten gibt es?

Konsum- und Investitionsgüter: Nach Nutzungszweck 

Gebrauchs- und Verbrauchsgüter: Nach Nutzungsdauer

Private/Öffentliche und Mautgüter: Nach Anbieter

Welche Wirtschaftsobjekte gibt es

Güter, Dienstleistungen und Geld

Erkläre die Begriffe Mikro- und Makroökonomie

Mikroökonomie: 

  • Untersucht einzelne Märke (Gleichermaßen Anbieter und Nachfrager)
  • Untersucht den Wettbewerb (Preisbildung, Verhalten der Wirtschaftssubjekte)

Makroökonomie:

  • Untersucht gesamtwirtschaftliche Ergebnisse
  • Untersucht Zusammenhänge zwischen den gesamtwirtschaftlichen Aggregaten (Preisnivieau, Beschäftigungsgrad, Wachstum...) und die Bestimmungsgründe für selbige 

Was sind die Vorzüge und was sind Nachteile vom Wirtschaftswachstum 

  • Unternehmen steigern ihre Umsätze
  • höhere Kapitalauslastung 
  • sinkende AL
  • gerechte EK Verteilung 
  • Wohlstand steigt 

Nachteil kann ein steigendes Preisniveau sein 

Was ist der Unterschied zwischen Qualitativen und Quantitativen Wachstum 

Während quantitatives Wachstum nur für eine reale Erhöung des BIP steht und damit auch eine steigende Umweltbelastung zur Folge haben könnte, führt ein qualitatives Wachstum zu einer Verbesserung unserer Lebensbedingungen 

-> Quantitativ (Mehr)
-> Qualitativ (Besser) bessere Produkte, Lebensqualität...

Welche Faktoren fördern Wirtschaftswachstum 

  • Der Produktionsfaktor Arbeit vemehrt sich durch eine steigende Geburtenrate, ein spätes Renteneintrittalter oder Zuwanderung 
  • Die Menge des Produktionsfaktors Boden lässt sich nur begrenzt ausdehnen (Fördermöglichkeiten für Rohstoffe)
  • Produktionsfaktor Kapital: Von dessen Menge hängt der Wachstum am meisten ab, investition in technischen Fortschritt (beeinflusst aber die AL)

Was ist der Keynesianismus 

Nachfrageorientierte Nachfragepolitik:

  • die geringe Nachfrage sort dafür, dass weniger gekauft wird und die Unternehmen mit Entlassungen etc. reagieren und Krisen verstärkt werden 
  • Lösung: antizyklische Fiskalpolitik, durch Steuersenkungen und Ausgaben des Staates soll die Nachfrage wieder steigen -> steigende Staatsschulden 
  • Fazit: nur kurzfristig bei Konjunkturkrisen sinnvoll 

Étudier