1.1.2.1 - SIA-Grundlagen
Modul 1 - Projektführung II
Modul 1 - Projektführung II
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Lernkarten
Was beinhaltet Ausbaustufe C „power to garage/parking“?
Stromzuleitung zur Ladestation, Einbau elektrischer Schutzeinrichtungen und allfälliger Kommunikationsverkabelung. [Ziff. 2.4.1.4]
Wie unterscheiden sich die Ausbaustufen C1 und C2 voneinander?
C1 führt die Zuleitung bis in den Umkreis von 3 m über den Parkplätzen (power to garage), C2 bis zur Position der zukünftigen Ladestation (power to parking). [Ziff. 2.4.1.4]
Was umfasst Ausbaustufe D „ready to charge“?
Die Installation von betriebsbereiten Ladestationen. [Ziff. 2.4.1.5]
Für wie viele Parkplätze muss bei Neubauten die Ausbaustufe A realisiert werden?
Für alle Parkplätze. [Ziff. 2.4.2.2]
Auf welchen Anteil der Parkplätze muss bei MFH und bei Parkplätzen für Beschäftigte die Anschlussleitung dimensioniert werden (Mindestwert)?
Auf mindestens 60% der Parkplätze. [Tabelle 9, Ziff. 2.4.2.3]
Welcher Zielwert gilt für den Anteil der Parkplätze mit möglicher Elektrifizierung bei MFH und Beschäftigten?
Der Zielwert beträgt 80% der Parkplätze.
Welcher Mindestanteil der Parkplätze von MFH‑Bewohnern muss der Ausbaustufe C1 entsprechen?
Mindestens 60% der Parkplätze; Zielwert 100%. [Tabelle 10, Ziff. 2.4.2.4]
Welchen Zielwert sieht SIA 2060 für Ausbaustufe C1 bei Parkplätzen für Beschäftigte vor?
100% der Parkplätze. [Tabelle 10, Ziff. 2.4.2.4]
Wie viele Parkplätze müssen in einem MFH der Ausbaustufe D entsprechen?
20% der Parkplätze, mindestens 2 Ladeplätze. [Tabelle 11, Ziff. 2.4.2.5]
Welche Empfehlung gibt Tabelle 11 für die Ausbaustufe D bei Parkplätzen PW Kunden/Besucher?
Die Anzahl ist abhängig von der Marketingtätigkeit; bis zu 100% sind möglich. [Tabelle 11, Ziff. 2.4.2.5]
Wie viele Steckdosen sind für Parkplätze von Motorrädern/Leichtfahrzeugen bei Wohngebäuden in Ausbaustufe D vorzusehen?
Eine Steckdose pro Parkplatz. [Tabelle 11, Ziff. 2.4.2.5]
Was sagt SIA 2060 zu Minimalempfehlungen für die Ausbaustufe D?
Es gibt keine Minimalempfehlungen; es sollen aber bereits beim Neubau einige betriebsbereite Ladeplätze vorgesehen werden, bei Fahrrädern für alle. [Ziff. 2.4.2.5]
Wann ist laut SIA 2060 ein Lastmanagementsystem zwingend vorzusehen?
Bei der Installation mehrerer Ladestationen am gleichen Anschlusspunkt, nach Vorgaben des Verteilnetzbetreibers. [Ziff. 2.1.2.2]
Welches Ziel verfolgt das Lastmanagementsystem in einer Ladeanlage?
Es passt die von der Ladeanlage bezogene Leistung automatisch an, damit eine bestimmte Leistungsgrenze nicht überschritten wird. [Ziff. 2.1.2.2]
Welche beiden Hauptfunktionen werden einem Lastmanagementsystem im Anhang B zugeordnet?
Begrenzung der Gesamtladeleistung und Verteilung dieser Leistung auf die einzelnen Ladepunkte. [Ziff. 1.1.3.6 und Anhang B-Einleitung]
Welche Rolle kann ein Lastmanagementsystem im Zusammenspiel mit Photovoltaik spielen?
Es kann die Ladeleistungen an PV‑Erzeugung und Tarife anpassen und so Eigenverbrauch und Netzdienlichkeit erhöhen. [Vorwort, Ziff. 2.1.2.2, Anhang B]
Was empfiehlt SIA 2060 zur Zugänglichkeit von Ladestationen mit mehreren Benutzergruppen?
Es wird der Einsatz eines Zugangssystems (mechanisch oder elektronisch) empfohlen. [Ziff. 2.6.1.4]
Welche zwei Arten von Zugangssystemen unterscheidet SIA 2060?
Zugangssysteme mit mechanischer Begrenzung (limitierter Zugang zur Steckvorrichtung) und mit elektronischer Begrenzung (z.B. RFID, Fernautorisierung). [Ziff. 2.6.1.4]
Für welche Speichersysteme gilt die SIA 2061?
Antwort:
SIA 2061 gilt für stationäre Speichersysteme in Gebäuden, die fest an das Niederspannungsnetz angeschlossen sind, unter die NIN (SN 411000) fallen, als Haus‑ oder kleine Gewerbespeicher eingesetzt werden und als marktübliche Standardlösungen ohne Beizug von Batteriespezialisten realisiert werden können. (Art. 0.1.1)
Für welche Speichersysteme gilt die SIA 2061 nicht?
Antwort:
SIA 2061 gilt nicht für Kleinstspeichersysteme mit einer Leistung unter 600 W oder einer Kapazität unter 1 kWh (nicht fest angeschlossen), nicht für grössere Gewerbe‑, Quartier‑ oder Netzspeicher, nicht für an Mittel‑ oder Hochspannungsnetze gekoppelte Speichersysteme, nicht für Inselsysteme mit vollständiger Netzunabhängigkeit und nicht für Speichersysteme, die ausschliesslich als Backup oder als USV dienen. (Art. 0.1.2)
Gilt SIA 2061 für einen grossen Quartierspeicher (z. B. 500 kWh), der an ein Mittelspannungsnetz angeschlossen ist?
Antwort:
Nein, solche Systeme sind explizit aus dem Geltungsbereich ausgenommen. (Art. 0.1.2)
Darf ein Speichersystem gemäss SIA 2061 als reine USV-Anlage für ein Rechenzentrum geplant werden?
Antwort:
USV-Systeme sind nicht Gegenstand von SIA 2061 und unterliegen speziellen Anforderungen; bei reinen USV-Anlagen ist auf andere Regelwerke und Herstellervorgaben abzustellen.
(Art. 0.1.2 / Art. 2.3.1.2)
Welche übergeordnete Norm regelt die Niederspannungsinstallationen für ein Speichersystem in einem Gebäude?
Antwort:
Die Niederspannungs-Installationsnorm SN 411000 (NIN) ist die zentrale normativ verwiesene Grundlage für die elektrische Installation des Speichersystems. (Art. 0.2.2)
Welche Norm musst du zusätzlich bei einem Heimspeicher Berücksichttigen?
Die SNR 460712 ist als spezifische Norm für stationäre elektrische Speichersysteme zu berücksichtigen, insbesondere für Netzersatzbetrieb und Sicherheitsanforderungen.
Artikel / Begründung:
Art. 0.2.2 führt SNR 460712 „Stationäre elektrische Speichersysteme“ als normativ verwiesene Publikation; Art. 6.3.4 verlangt explizit Dokumentation zum Netzersatzbetrieb gemäss SNR 460712.
Wie definierst du den Begriff „Speichersystem“ gemäss SIA 2061?
Antwort:
Ein Speichersystem ist ein wiederaufladbares elektrochemisches Energiespeichersystem (Sekundärelement), das elektrische Energie aufnehmen, speichern und wieder abgeben kann.
(Art. 1.1.2.1)
Welche Gebäudekategorien mit Speichersystemen deckt SIA 2061 ab und welche Bedeutung hat das für deine Projekte?
Es werden EFH, MFH, Areale und Gewerbegebäude als typische Gebäudekategorien genannt; für deine Projekte bedeutet das, dass SIA 2061 sowohl klassische Haus‑Speicher in EFH/MFH wie auch kleinere Gewerbe‑ und Arealspeicher adressiert und dir dafür typische Einsatz‑ und Auslegungshinweise liefert. (Art. 2.1.1, Tabelle 1)
Welche Betreibermodelle für Eigentümer mit eigenem Speichersystem nennt SIA 2061 und welche davon sind praxisrelevant für dich?
Die Norm nennt „teilweise Eigenversorgung“, „Betrieb einer Community“, „Elektrizitätsankauf und ‑verkauf“ sowie „Netzanschluss‑ und Leistungsoptimierung“; für den typischen Installateuralltag sind heute vor allem teilweise Eigenversorgung und Netzanschluss‑/Leistungsoptimierung relevant, da Community‑ und reine Handelsmodelle rechtlich und organisatorisch komplexer sind. (Art. 2.2.1.2, Tabelle 2)
Warum ist das Betreibermodell „teilweise Eigenversorgung“ im EFH/MFH‑Bereich so wichtig?
Weil die teilweise Eigenversorgung es dem Eigentümer ermöglicht, selbst erzeugte Elektrizität zeitlich flexibel zur eigenen Versorgung und zur Kosteneinsparung zu nutzen; als Installationsfirma ist dies das häufigste Kundenmotiv und bestimmt Dimensionierung, Verschaltung und EMS‑Strategie des Speichersystems. (Art. 2.2.2.1–2.2.2.4)
Was unterscheidet das Betreibermodell „Netzanschluss‑ und Leistungsoptimierung“ von der reinen Eigenverbrauchsoptimierung?
Während bei der Eigenverbrauchsoptimierung der Fokus auf der Minimierung von Netzbezug und Netzeinspeisung liegt, zielt die Netzanschluss‑ und Leistungsoptimierung auf die Begrenzung des Netzanschlusses bzw. die Reduktion von Bezugsleistungsspitzen, wodurch Netzanschlusserweiterungen oder Leistungstarifkosten reduziert werden; für dich ist das relevant, wenn Gewerbe‑ oder Arealkunden mit hohen Leistungsspitzen einen Speicher nachfrageorientiert einsetzen wollen. (Art. 2.2.5.1–2.2.5.4, 2.3.3.1)
Welche Empfehlung gibt SIA 2061 zur Kombination verschiedener Betreibermodelle, und welchen Vorteil hat das für deine Kunden?
Die Norm empfiehlt zu prüfen, ob ein Speichersystem mehrere Betreibermodelle bzw. Betriebsweisen kombiniert nutzen kann; dadurch kann die Wirtschaftlichkeit verbessert werden, etwa durch gleichzeitige Eigenverbrauchs‑ und Lastspitzenoptimierung mit demselben Speicher, was sich direkt auf die Amortisationszeit deiner Kunden auswirkt. (Art. 2.2.1.6–2.2.1.7, 3.3.3.3)
Wie werden Speichersysteme aus Sicht von SIA 2061 elektrotechnisch eingestuft und welche Konsequenz hat das für dein Sicherheitskonzept?
Speichersysteme gelten als Niederspannungsanlagen (bis 1000 V AC / 1500 V DC) und als Starkstromanlagen mit gefährdenden Strömen; deshalb musst du alle Schutzmassnahmen der NIN und des Starkstromrechts umsetzen, insbesondere Schutz gegen elektrischen Schlag, thermische Einflüsse, Explosion sowie sichere Schalt‑ und Trennvorgänge. (Art. 3.1.1, 3.3.2.2)
Wer trägt gemäss SIA 2061 die Verantwortung für die Sicherheit eines Speichersystems im Betrieb, und welche Rolle spielst du als Installationsfirma dabei?
Der Eigentümer ist verantwortlich für die Sicherheit des Speichersystems und muss dies mit einem jederzeit gültigen Sicherheitsnachweis belegen; du als Installationsfirma erstellst diesen Sicherheitsnachweis oder bereitest ihn für ein unabhängiges Kontrollorgan vor und bist für normkonforme Planung und Ausführung verantwortlich. (Art. 3.3.2.1, 5.1.1)
Welche Schutzziele nennt SIA 2061 konkret für Speichersysteme, die du bei der Planung beachten musst?
Die Norm fordert Schutz gegen elektrischen Schlag, thermische Einflüsse wie Brand und Hitze, Explosionen sowie Schutz beim Trennen und Schalten, bei Unterspannung, Überspannung und Überstrom; diese Schutzziele musst du in Schutzkonzept, Gerätekonfiguration und Auswahl der Schutzorgane (z. B. NA‑Schutz, FI, Überspannungsschutz) konsequent berücksichtigen. (Art. 3.3.2.2)
Warum verlangt SIA 2061 für jedes Speichersystem einen Netz‑ und Anlagenschutz (NA‑Schutz), und was bedeutet das für deine Installation?
Der NA‑Schutz stellt sicher, dass das Speichersystem bei Netzstörungen oder Inselbildung das Netz nicht gefährdet und sich korrekt vom Netz trennt; in deiner Installation musst du daher eine sichere Netztrennstelle sowie einen konformen NA‑Schutz gemäss den technischen Anschlussbedingungen und den in der Norm erwähnten Richtlinien vorsehen. (Art. 3.3.2.3)
Wie beurteilt die VKF gemäss SIA 2061 das Brandrisiko handelsüblicher Speichersysteme und welche praktische Konsequenz hat das?
Handelsübliche Speichersysteme werden als nur geringfügig erhöhtes Brandrisiko eingestuft und gelten nicht als gefährliche Stoffe; trotzdem musst du bei Standortwahl, Brandschutzmassnahmen und Einsatzbedingungen berücksichtigen, dass im Brandfall relevante Energiemengen und toxische Stoffe freigesetzt werden können. (Art. 3.3.2.4, Anhang E.1)
Welche allgemeinen Bedingungen nennt die Checkliste von SIA 2061, bevor ein Speichersystem überhaupt angeschafft werden sollte?
Die Anschaffung ist nur sinnvoll, wenn Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit gewährleistet sind, über das Jahr genügend Überschusselektrizität für die gewählte Betriebsweise zur Verfügung steht und alternative Massnahmen wie gemeinsamer Eigenverbrauch, Lastmanagement oder Wärmespeicher schlechter abschneiden; als Installateur solltest du diese Punkte mit dem Kunden früh klären. (Anhang E.1 „Sinnvoller Einsatz“)
Was sind die Standortanforderungen für ein Speichersystem gemäss SIA 2061 und warum sind sie wichtig?
Der Standort eines Speichersystems muss so gewählt werden, dass keine Überflutungsgefahr besteht, die Umgebungsluft keine unzulässig korrosive Wirkung (z. B. salz‑ oder ammoniakhaltig) hat, der bauliche Brandschutz eingehalten wird und der Zugang für Betrieb, Instandhaltung und Feuerwehr sichergestellt ist; diese Anforderungen sind wichtig, um Personen, Gebäude und das Speichersystem selbst vor Wasser, Korrosion, Brand und erschwerter Intervention zu schützen. (Anhang E.1 „Standort“, Art. 4.4.1)
Warum soll gemäss SIA 2061 bei Überflutungsgefahr auf den Einsatz eines Speichersystems verzichtet werden?
Weil bei Überflutungen Wasser in Kontakt mit spannungsführenden und elektrochemischen Teilen kommen kann, was zu lebensgefährlichen Situationen, Kurzschlüssen und massiven Schäden führt; die Norm verlangt daher explizit, dass bei Überflutungsgefahr kein Speichersystem installiert wird. (Anhang E.1 „Standort“)
Welche klimatischen und Umgebungsbedingungen sollen am Standort eines Speichersystems gemäss SIA 2061 vermieden oder berücksichtigt werden?
Zu vermeiden sind stark schwankende oder extreme Temperaturen sowie korrosive Luft (z. B. Salz‑ oder Ammoniakluft), während zulässige Temperaturbereiche und Luftfeuchtigkeit sich nach Herstellerangaben richten; so stellst du sicher, dass Lebensdauer, Sicherheit und Funktionsfähigkeit des Speichersystems nicht durch Umgebungseinflüsse beeinträchtigt werden. (Anhang E.1 „Standort“, Art. 3.3.1.3)