Wirtschaftsfachwirt Unternehmensführung
Erläutere den Begriff Unternehmensleitbild
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Lernkarten
Welche Formen der Projektorganisation gibt es, beschreibe diese
Reine Projektorganisation
Team wird aus der Linie herausgelöst, Projektleiter ist allein weisungsbefugt (volle Fokussierung aber hohe Kosten)
Stabs-Projektorganisation
Projektleiter hat keine Weisungsbefugnis und koordiniert lediglich (eher für kleine Projekte)
Matrix-Projektorganisation
Linie+Projektarbeit parallel, doppelte Weisungsbefugnis (effiziente Nutzung aber hohes Konfliktpotenzial)
Virtuelle Projektorganisation
Standortübergreifende Zusammenarbeit (Hohe Flexibilität, Kommunikationsaufwand)
Vor und Nachteile Produktorganisation
- Bessere Koordinationsmöglichkeit durch klar geregelte Zuständigkeiten
- Das Produkt steht im Mittelpunkt
- Marktorientierte und auf Marktleistung ausgerichtete Denkweise der einzelnen Bereiche
- Große Flexibilität bei Marktveränderungen
- Isolierte Produktfelder
- keine Nutzung von Vorteilen durch Arbeitsteilung
- Gefahr der Kompetenzkonflikten und Gefahr der Konkurrenz zu anderen unternehmenseigenen Produkten
- Aufblähung der Organisation bei vielen eigenständigen Produkten
Unterschied zwischen Spartenorganisation und Produktorganisation
Spartenorganisation: Nach Produkten, Regionen oder Kunden, Fokus liegt eher auf der Gesamtmarktstrategie einer Sparte und es handelt sich um eine Divisionale Struktur (breiter)
Produktorganisaton: Rein nach Produkten, Fokus liegt auf dem Lebenszyklus des Produkts und es ist meist agil/funktional unterteilt
Vor- und Nachteile Mehrliniensystem
- kürzere Kommunikationswege
- keine fachliche Überlastung von Vorgesetzten
- schnellere Entscheidung
- Machtspiele können entstehen
- Hoher Koordninationsaufwand- und Kontrollaufwand
- Hoher Abstimmungsaufwand
Vor- und Nachteile Matrixorganisation
- keine Hierachien zwischen den einzelnen Bereichen
- kürzere Kommunikationswege und schnellere Abstimmungsmöglichkeiten
- Teamarbeit wird gefördert
- spezialisierte Führungsebene
- übersichtliche Führungsstruktur
- mangelnde Transparenz bei Entscheidungen und
Entscheidungsprozessen - erhöhter Abstimmungsaufwand
- Gefahr von innerbetrieblichen Konflikten
- weniger Transparenz und Kompetenzen
- Erfolg/ Misserfolg können schwierig einer Stelle zugerechnet werden
Vor- und Nachteile der Tensorganisation
- kleine Hierachien zwischen den einzelnen Bereichen
- kürzere Kommunikationswege und schnellere Abstimmungsmöglichkeiten
- Teamarbeit wird gefördert
- spezialisierte Führungsebene
- übersichtliche Führungsstruktur
- mangelnde Transparenz bei Entscheidungen und Entscheidungsprozessen
- erhöhrter Abstimmungsaufwand
- Gefahr von innerbetrieblichen Konflikten
- keine klare Kompetenzverteilung
- Erfolg/ Misserfolg können schwierig einer Stelle zugeordnet werden
Vor und Nachteile Teamorganisation
- Erhöhung der Flexibilität der Organisation
- verkürzte Kommunikationswege
- Synergien können genutzt werden
- Mehrbelastung der Teammitglieder durch Team- und Linienzugehörigkeit
- hoher Kosten- und Zeitaufwand
- Gefahr von Gruppenkonflikten
Wie erstellt man eine Aufbauorganisation? Welche zwei Schritte gibt es
1. Aufgabenanalyse
Hier zerlegen wir unsere Kerngeschäfts- und Unterstützungsprozesse in Haupt- und Teilaufgaben. Die Aufgaben können wir dann nach betrieblichen Funktionen oder Objekten zuordenen
2. Aufgabensynthese
Hier werden Haupt- und Teilaufgaben bestimmten Organisationseinheiten zugeordnet und zwar von klein nach groß (Stelle->Team->Abteilung->Bereiche)
Beschreibe die Ablauforganisation
Bei der Ablauforganisation geht es um die Gestaltung und Optimierung betrieblicher Arbeitsprozesse, also Reglung von Zeit, Ort und Reihenfolge der Tätigkeiten
Ziel ist ein effizienter und reibungsloser Betriebsablauf
Zentrale Dimensionen sind:
- Arbeitsinhalt - "Was muss getan werden"
- Raum - "Wo soll es getan werden"
- Zeit - "Wann/In welchem Zeitraum sol es getan werden?"
- Logische Beziehung - "In welchem Zusammenhang steht die Aufgabe" sachliche und prozessuale Abhängigkeit
Nenne Ziele der Ablauforganisation
Oberstes Ziel: effizienter und reibungsloser Ablauf der Tätigkeiten
- Minimierung der Bearbeitungszeiten
- Optimale Auslastung vorhandener Kapazitäten
- Geringe Fehlerquote
- Steigerung der Effizienz und Kostenreduzierung
- Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter
- Planungssicherheit und Terminssicherung
- Standardisierung der Abläufe
rechts ist immer nein ja geht nach unten oder links (Auswendig können und selber erstellen können)
Nutzen
- Verständliche Alternative zur textlichen Beschreibung
- Visualisierung der Reihenfolge vom Input zum Output
- Darstellung von Verknüpfungen und Informationsflüssen
- Analyse und Optimierung von Prozessen
Beschreiben Sie drei grundlegende Prinzipien der Entscheidungs- und Informationsweitergabe in Organisationen. (Gibt es auch in den verschiedenen Planungsebenen Strategische und Organisatorische Planung)
top-down-Prinzip: erfolgt die Zielbildung oder die Planung retrograd, also von "oben nach unten". Die oberste Ebene (Führungsebene) gibt "von oben" den strategischen Plan oder die Zielformulierung an die darunterliegenden Ebenen weiter.
bottom-up-Prinzip: erfolgt die Zielbildung oder Planung progressiv, also von "unten nach oben". Hier liegt die Realisierung der untergeordneten Teilziele bzw. Teilpläne im Vordergrund, weshalb die betreffenden Ebenen diese entwickeln und Schritt für Schritt von den Abteilungen in einen Rahmenplan zusammengetragen und an die Führungsebene weitergeleitet werden. Die Planung oder Zielbildung beginnt dementsprechend auf der untersten Ebene.
Gegenstrom-Prinzip: Ist eine Mischform und soll die Nachteile der Prinzipien vermeiden. Dabei legt die Führungsebene einen vorläufigen Rahmenplan/Ziele fest, die auf den nachfolgenden Hierarchieebenen in Teilplänen konkretisiert werden
Was ist das integrative Management bzw. IMS?
Das IMS verknüpft Managementsysteme zu einer einheitlichen Struktur und fasst so Planung, Steuerung und Kontrolle aus unterschiedlichen Bereichen zusammen.
Ziel ist es eine ganzeinheitliche Unternehmensführung zu schaffen und den Nutzen aus Synergieeffekten zu ziehen.
Vor- und Nachteile des IMS
- Einheitlich & transparent → Prozesse vereinheitlicht, Zielkonflikte reduziert
- Kosten & Aufwand sparen→ gemeinsame Dokumentation, kombinierte Zertifizierungen
- Synergien nutzen → Ressourcen bündeln,
- Schnittstellen optimierenQualität & Image → Prozesse verbessern, Wettbewerbsfähigkeit & Mitarbeitermotivation stärken
- Hoher Implementierungsaufwand → Zeit, Kosten, Personal
- Widerstand gegen Veränderungen → Akzeptanzprobleme bei Mitarbeitern
- Komplexität → unterschiedliche Standards schwer integrierbar
- Schulungs- & Kompetenzbedarf → zusätzlicher Aufwand für Personal
- KonƟnuierliche Aktualisierung → Ressourcenintensiv
Was ist das ProfitCenter?
- ist ein organisatorischer abgegrenzter Verantwortungsbereich im Unternehmen, der für den Geschäftserfolg selbst verantwortlich ist
- Dieser Bereich ist eigenverantwortlich tätig und auch für seine Kosten und Ergebnisse verantwortlich.
- Das Profitcenter kann seine Leistungen anderen Abteilungen anbieten, aber steht dabei im Wettbewerb mit externen Anbietern.
Beschreibe den KVP (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess
Ziel ist die stetige Verbesserung von Produkten, Prozessen und Service
Plan -> Do -> Check -> Act
Beschreibe die 4 Phasen der Einführung des KVPs im Unternehmen
1. Sensibilisierung
Mitarbeiter auf Veränderungen vorbereiten, Ziele und Vorteile klar kommunizieren
2. Startphase
Kickoff-Meeting mit allen Beteiligten
3. Integrationsphase
Tägliche Evalution und Verbesserungspotenziale erkennen, Mitarbeiter mit einbinden, Prozesse analysieren
4. Stabilisierungsphase
Fokus auf langfristige Qualitätsverbesserung, kontinuirliche Optimierung
Arbeitsplan nach DIN EN 69910
Projektvorbereitung
Team festlegen, Ziele und Rahmenbedingungen definieren.Analyse der Ausgangssituation
Informationen zu Objekt, Funktionen und Kosten sammeln.Soll-Zustand festlegen
Gewünschte Funktionen und Kostenziele bestimmen.Lösungsideen entwickeln
Ideen sammeln und neue Lösungsansätze erarbeiten.Beste Lösung auswählen
Ideen bewerten, vergleichen und Entscheidung treffen.
Arbeitsplan nach DIN EN12973:2020-05
Projekt vorbereiten – Team, Ressourcen und Organisation festlegen
Projekt definieren – Ziele und Inhalte bestimmen
Projekt planen – Zeitplan und Meilensteine festlegen
Daten sammeln – Informationen zum Objekt zusammentragen
Funktions- und Kostenanalyse – Funktionen, Kosten und Detailziele bestimmen
Lösungsideen entwickeln – Ideen sammeln und Kreativitätstechniken nutzen
Ideen bewerten – Kriterien festlegen und Lösungen vergleichen
Vorschläge ausarbeiten – beste Lösungen detailliert entwickeln
Präsentation – Ergebnisse vorstellen und Entscheidung treffen
Realisierung – ausgewählte Lösung umsetzen und Projekt abschließen
Nach welchen Funktionsarten wird in der Wertanalyse unterschieden? (2 Stück)
- Hauptfunktion Bsp: Bei einem Stift die Mine
- Nebenfunktion Bsp: Werbeaufgdruck auf Kugelschreiber
Die Nebenfunktion trägt nichts zu den eigentlichen Beschaffenheiten, die ein Produkt haben muss damit es funktioniert, bei
Was ist unter der Organisationsentwicklung zu verstehen und welche Ziele werden damit verfolgt?
- langfristiger Prozess zur Veränderung der Strukturen des Unternehmens sowie dessen Mitarbeiter
- Ziel ist es die bestehenden Organisationsformen anzupassen und eine Veränderung der Organisationskultur zu bewirken
- der Gedanke der lernenden Organisationen wird wird verfolgt
- Steigerung der Leistungsfähigkeit und Qualität des Arbeitslebens
- Steigerung der Effektivität, Effizienz und Flexibilität
Gründe für eine Organisationsveränderung (intern und extern)
Intern:
- Flexibilität der Kapazitäten erhöhen
- Veränderte Unternehmensstrategie (neuer GF)
- Ziel eines Wachstums
- neue Managementansätze umsetzten
- Unzufriedenheit von Mitarbeitern
Extern:
- neue Wettbewerber trten in den Markt ein
- Kundenanforderungen verändern sich (Preis, Lieferzeiten)
- Gesetzesänderungen oder Veränderungen der Konjunktur
- Wandel der Technologien
Nenne und erkläre die 4 Strategieansätze der Organisationsentwicklung
Top-down: Veränderungen werden weit oben im U. entwickelt und schrittweise in den tiefergestellten Ebenen zusammen weiterentwickelt und umgesetzt
Bottom-up: Veränderungen entstehen von der Basis aus und verdichten sich weiter oben in Gesamtpläne
Center-out: (“von Kernprozessen aus”) wird mit den notwendigen Veränderungen der Kernprozesse der Wertschöpfung begonnen.
Multiple-nucleus: (“mehrfache Keimzelle/Flecken-Strategie”) werden Veränderungen in unterschiedlichen Abteilungen (Keimzellen) im Unternehmen vorgenommen, die schließlich miteinander verbunden werden. Unter Keimzellen werden Abteilungen verstanden, die besonders kritisch, kreativ und innovativ sind und bisherige Strukturen hinterfragen.
Im Zuge einer Organisationsentwicklung lassen sich Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren benennen. Stellen Sie jeweils drei Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren vor
- effektive Maßnahmen lassen Mitarbeiter am Erfolg teilnehmen
- Die OE ist ganzeinheitlich und integrativ
- Mitarbieter und Führungskräfte sind sich über die Notwendigkeit der Veränderungen einig
- Führungskräfte agieren als Wegweiser
- Offenheit, Feedback und Konfliktfähigkeit bestimmen die Informationspolitik
- Probleme werden nicht bei den Beteiligten erkannt
- Es besteht keine Veränderungsbereitschaft
- falsche Strategieauswahl
- Zeitvorgaben sind unrealistisch und demotivierend
- fehlende Teamerfahrung der Mitarbeiter
Was ist Change-Management
Veränderungsmanagement- Gezielte Steuerung von Veränderungsprozessen
Ziel ist der Übergang vom Ist- zum Soll-Zustand
Ganzeinheitlich, geplant, flexibel
Was ist der Unterschied zwischen Change-Management und OE?
Changemanagement
- Fokus: Konkrete Veränderung Soll->Ist
- Zeitrahmen: kurz bis mittelfristig
- Strategie: Projekt- Methodenorientiert
- Ziel: Umsetzung konkreter Veränderungen
- Prozesse klar definiert
OE
- Fokus: Ganzeinheitliche, langfristige Entwicklung
- Zeitrahmen Langfristig
- Strategie: Systemisch und flexibel
- Ziel Verbesserung der Orga. insgesammt
- Kontinuierliche Anpassung und Lernen
Erläutern Sie die verschiedenen Phasen des Veränderungsmanagements (Change Management) mit den wesentlichen Inhalten.
In der Auftauphase geht es darum, alle Beteiligten auf die Veränderung vorzubereiten, Widerstände abzubauen und ein gemeinsames Bewusstsein zu schaffen.
Die Phase des Bewegens beschreibt die aktive Umsetzung der geplanten Veränderungsmaßnahme, neue Prozesse, Strukturen oder Verhaltensweisen werden hier eingeführt und kommuniziert. In der abschließenden
Einfrierphase werden die Veränderungen gefestigt, indem die neuen Strukturen in den Arbeitsalltag integriert und verankert werden, um Rückschritte zu vermeiden und dauerhafte Stabilität zu gewährleisten.
Allgemeine Grundsätze des Veränderungsmanagements
- Veränderungsprozesse basieren auf einer sorgfältigen Analyse und werden strategisch geplant sowie zielgerichtet umgesetzt.
- Risiken und Chancen des Unternehmens werden frühzeitig erkannt und aktiv in die Veränderungsplanung einbezogen.
- Mitarbeiter werden in Entscheidungs- und Willensbildungsprozesse eingebunden, um Akzeptanz und Identifikation zu fördern.
- Eine offene, transparente und kontinuierliche Kommunikation begleitet alle Phasen des Veränderungsprozesses.
Rolle der Mitarbeiter im Change-Management
- Mitarbeiter aktiv mit einbinden -> Schlüssel zum Erfolg
- Transparente und kontinuierliche Kommunikation notwendig
- Verankerung in Führung und Unternehmenskultur
Wichtig bei der mündlichen Prüfung immer die Mitarbeiter mit einbinden !!!
Definition von Wissen, welche Bedeutung hat Wissen für Unternehmen
Wissen ist das, was jede Person kann und weiß, und wenn es geteilt wird, wächst es; das Wissen aller Mitarbeitenden zusammen nennt man organisationales Wissen
Wissen ist einer vernetzten, globalisierten Welt ein entscheidener Wettbewerbsfaktor
Operatives Wissensmanagemnt und Strategischen Wissensmanagemnt
Welche Formen von Wissen gibt es?
Explizites Wissen:
Alles was dokumentiert, formell und leicht übertragbar ist (Handbuch, Anleitungen). Machen ca. 20% des Unternehmenswissens aus
Implizites Wissen:
Erfahrungswissen der Mitarbeitenden, nicht dokumentiert. Macht ca. 80% des Unternehmenswissen aus
Ziel ist es implizietes Wissen in explizites zu wandeln.
- Indiviudelles Wissen
- Kollektives Wissen
- Strukturelles wissen (Vernetzung von Prozessen, Funktionen)
- Organisatorisches Wissen (Gesamtheit des Wissens im Unternehmen, Grundlage für Entscheidungen)
Handlungsfelder im Wissensmanagement
- Wissensverlust vorbeugen
- Überblick über Daten, Wissen und Experten behalten
- Wissen in Geschäftsprozessen verfügbar machen
- Erfahrungen auswerten
- Innovationen beschleunigen
- Wissensstrategien entwickeln und umsetzten
Aufbau des Wissensmanagements nach dem SECI-Modell