Wirtschaft und Recht 2

Prüfung: 23.2.2026

Prüfung: 23.2.2026


L. M.
Diese Lernkarten vermitteln Grundlagen des schweizerischen Rechts, insbesondere des Zivilgesetzbuchs (ZGB) und verwandter Rechtsgebiete. Im Fokus stehen zentrale Begriffe wie Rechtsfähigkeit, Handlungsfähigkeit, natürliche und juristische Personen sowie die fünf Teile des ZGB. Zudem werden wichtige Prinzipien wie Treu und Glauben, Rechtsgleichheit und die Rangfolge der Rechtsquellen behandelt. Ideal für Lernende, die sich mit schweizerischem Recht vertraut machen oder ihr Wissen vertiefen möchten.
Flashcards
61
Students
5
Language
German
Category
Macro-Economics
Level
Other
Created / Updated
18.02.2026 / 30.03.2026

Flashcards

Was bedeutet Beweislast (ZGB 8) ?

 

Wer etwas behauptet und daraus einen Vorteil will, muss es beweisen. Meist mit schriftlichen Belegen.

Was ist das Zivilgesetzbuch (ZGB)?

Das ZGB ist eines der wichtigsten Gesetzeswerke im Privatrecht. Es begleitet Menschen von der Geburt bis zum Tod und regelt viele Lebensbereiche:

 - Name - Familie, Ehe, Scheidung - Erbrecht - Eigentum - Besitz - Verträge (zusammen mit dem OR)

 Das ZGB ist in fünf Teile gegliedert.

Welche sind die 5 Teile des ZGB?

1. Personenrecht (ZGB 11–89c)

2. Familienrecht (ZGB 90–456) 

3. Erbrecht (ZGB 457–640)

4. Sachenrecht (ZGB 641–977)

5. Obligationenrecht (OR 1–1186)

was regelt das Personenrecht?

1. Personenrecht (ZGB 11–89c) Regelt grundlegende Fragen rund um Personen: 

- Rechtsfähigkeit (ab Geburt: Rechte haben)

- Urteilsfähigkeit (vernünftig handeln können) 

- Handlungsfähigkeit (Rechte und Pflichten selbst ausüben) 

- Natürliche Personen (Menschen) 

- Juristische Personen (z. B. Vereine, AG, GmbH)

was regelt das Familienrecht?

 

2. Familienrecht (ZGB 90–456) Regelt alles rund um die Familie: 

- Ehe - Güterrecht (z. B. Errungenschaftsbeteiligung)

- Scheidung 

- Kindesrecht 

- Adoption 

- Erwachsenenschutz

was regelt das erbrecht?

3. Erbrecht (ZGB 457–640) Regelt: 

- Wer erbt? 

- Wie wird der Nachlass aufgeteilt? 

- Pflichtteile 

- Testament & Erbvertrag

Was regelt das Sachenrecht?

4. Sachenrecht (ZGB 641–977) Regelt: 

- Eigentum 

- Besitz 

- Grundbuch 

- Rechte an Sachen (z. B. Wegrechte)

Was regelt das Obligationenrecht?

5. Obligationenrecht (OR 1–1186) Das OR ist Teil des ZGB, aber ein eigenes Gesetzbuch. Es regelt: 

- Verträge 

- Haftpflicht

- Firmenrecht 

- Gesellschaftsrecht 

- Kauf, Miete, Auftrag, Werkvertrag usw.

Nenne alle Begriffe zum Personenrecht:

- Rechtsfähigkeit (ZGB 11) 

- Urteilsfähigkeit (ZGB 16) 

- Volljährigkeit (ZGB 14) 

- Handlungsfähigkeit (ZGB 12/13)

 - Handlungsunfähigkeit (ZGB 18)

- Natürliche Person (ZGB 11ff.)

 - Juristische Person (ZGB 52ff.)

erkläre mir den Begriff Rechtsfähigkeit 

Rechtsfähigkeit = Fähigkeit, Rechte und Pflichten zu haben. Jeder Mensch ist rechtsfähig — vom Moment der Geburt an. Unter bestimmten Bedingungen sogar vor der Geburt (Fötus nach 12. Woche → Persönlichkeitsschutz, Erbrecht bei lebender Geburt). Auch nach dem Tod bestehen gewisse Rechte (z. B. Anspruch auf ein würdiges Begräbnis).

Erkläre mir den Begriff Urteilsfähigkeit:

Urteilsfähigkeit = Fähigkeit, vernunftgemäss zu handeln. - Meist ab ca. 13–14 Jahren. 

- Wer nicht vernünftig handeln kann (z. B. schwere geistige Behinderung, Bewusstlosigkeit, Rausch), ist urteilsunfähig.

 - Urteilsunfähige Personen sind handlungsunfähig.

Erkläre mir den Begriff Volljährigkeit:

Volljährigkeit = ab dem 18. Geburtstag.

 - Ab 18 ist man volljährig und damit handlungsfähig, wenn man auch urteilsfähig ist. 

- Minderjährig = unter 18. 

- Sonderfall: religiöse Volljährigkeit (ZGB 303)

 - Ab 16 Jahren darf man seine Religion selbst wählen.

Erkläre mir den Begriff Handlungsfähigkeit:

Handlungsfähigkeit = Fähigkeit, durch eigenes Handeln Rechte und Pflichten zu begründen.
Dazu braucht man beides:
- Urteilsfähigkeit (vernünftig handeln können)
- Volljährigkeit (ab 18)
Wer handlungsfähig ist, kann:
- Verträge abschliessen
- heiraten
- ein Testament machen
- vor Gericht auftreten
- wählen und abstimmen
- für Schäden haften (Deliktsfähigkeit)

Die Handlungsfähigkeit umfasst:
- Geschäftsfähigkeit → gültige Verträge abschliessen
- Deliktsfähigkeit → für Schäden haften
Achtung: strafrechtlich deliktsfähig ist man schon ab 10 Jahren
Prozessfähigkeit → selbst vor Gericht handeln

Erkläre mir den Begriff HandlungsUNfähigkeit:

Handlungsunfähig = man kann keine rechtlichen Wirkungen auslösen.Betroffen sind:- Minderjährige, die nicht urteilsfähig sind- Personen unter umfassender Beistandschaft

was bedeutet beschränkte HandlungsUNfähigkeit?

Fähigkeit, nur mit Zustimmung des gesetzlichen Vertreters (Eltern, Beistand, Vormund) Verpflichtungen einzugehen. - sind Minderjährige, die aber bereits urteilsfähig sind

Was bedeutet der Begriff natürliche Person?

Natürliche Person = jeder einzelne Mensch. - Hat Rechte und Pflichten - Ist rechtsfähig von Geburt an Beispiele: du, ich, Anwälte, Richter — alle Menschen

Was bedeutet juristische Person?

Juristische Person = künstlich geschaffene „Person“ des Rechts.
Sie kann:
- Eigentum besitzen
- Verträge abschliessen
- klagen und verklagt werden
Beispiele:
- Verein
- Aktiengesellschaft (AG)
- Genossenschaft
Wichtig:
- Die juristische Person haftet mit ihrem eigenen Vermögen
- Die Mitglieder haften nicht privat (z. B. Aktionäre einer AG)

Warum braucht eine Gesellschaft Regeln?

Überall dort, wo Menschen zusammenleben, entsteht eine Gemeinschaft. Damit dieses Zusammenleben funktioniert, braucht es Regeln, denn: - Menschen haben unterschiedliche Wünsche und Interessen - Ohne Regeln würde Chaos entstehen - Regeln schützen jeden Einzelnen - Regeln ermöglichen Freiheit — aber nur, wenn alle sich daran halten

Was bedeutet Sitte/Brauch?

 

Sitte / Brauch
Gewohnheiten, Traditionen, Rituale
- Regeln für das äussere Verhalten
- Werden oft einfach übernommen, ohne darüber nachzudenken
- Können je nach Region oder Gruppe unterschiedlich sein
Beispiele:  
Weihnachten feiern, Fasnachtsumzug, Sechseläuten, jährlicher Firmenausflug
Verstösse führen nicht zu Strafen, aber zu sozialer Ablehnung.

Was bedeutet Moral?

Moral
- Bezieht sich auf Werte wie Gerechtigkeit, Ehrlichkeit, Fürsorge
- Sagt, was „richtig“ oder „falsch“ ist
- Stark von Religion und Kultur geprägt
- Wird auch „Sittlichkeit“ genannt
Beispiele:  
Ehrlich sein, sich um kranke Angehörige kümmern
Verstösse führen zu schlechtem Ruf oder sozialem Druck.

 

Recht oder Rechtsordung:

Recht:
- Alle staatlichen Regeln (Gesetze)
- Plus anerkannte Regeln wie Gewohnheitsrecht und Rechtslehre
- Kann mit staatlichem Zwang durchgesetzt werden (z. B. Polizei, Gerichte)
Rechtsordnung:
- Gesamtheit aller Rechtsregeln eines Staates
- Gilt für alle Menschen im Staatsgebiet
In einer *Demokratie* bestimmt die Gesellschaft die Regeln selbst.
In einer *Diktatur* bestimmt eine einzelne Person oder eine kleine Gruppe.

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