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Diese Lernkarten behandeln auf Universitätsniveau die Prinzipien und Modelle der dezentralen Finanztheorie, mit Fokus auf Agenten, Prinzipale und Anreizsysteme. Sie beleuchten Themen wie Risikoaversion, Informationsasymmetrie, Multi-Task-Probleme und strategische Interaktionen in Spielen. Besonders relevant für Studierende der Wirtschaftswissenschaften, die vertiefte Einblicke in die Gestaltung effizienter Verträge und Anreizstrukturen gewinnen möchten.
Karten
83
Lernende
0
Sprache
Deutsch
Kategorie
Finanzen
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
04.02.2026 / 04.02.2026

Lernkarten

Was ist das Ziel von 'Decision Facilitating Information'?

Die Bereitstellung von Daten zur Reduktion von Unsicherheit über die Konsequenzen von Handlungsalternativen vor einer Entscheidung.

Was ist das Ziel von 'Decision Influencing Information'?

Die Herbeiführung eines bestimmten Verhaltens des Entscheiders durch die ex ante Festlegung von Konsequenzen (z. B. Entlohnung).

Unter welcher Bedingung ist Information im Kontext der Entscheidungsunterstützung wertvoll?

Wenn der Entscheider aufgrund der Beobachtung der Information seine Entscheidung verändert.

Wie lautet die Formel für den Expected Value of Perfect Information (EVPI)?

$EVPI = E[x(a(\theta), \theta)] - E[x(a^*, \theta)]$

Was beschreibt der Term $E[x(a(\theta), \theta)]$ in der EVPI-Berechnung?

Den ex ante erwarteten maximalen Gewinn bei auf den Umweltzustand $\theta$ bedingt optimalen Entscheidungen.

Was unterscheidet EVSI von EVPI?

EVSI bezieht sich auf unvollkommene Signale $y$ über den Umweltzustand, während EVPI von der Kenntnis des tatsächlichen Zustands $\theta$ ausgeht.

In welchem Kontext wird der Wert eines Wetterberichts (unvollkommenes Signal) typischerweise berechnet?

Expected Value of Sample Information (EVSI).

Nennen Sie zwei Vorteile der Dezentralisation in Unternehmen.

Effektive Nutzung lokaler Informationen/Kenntnisse und höhere Flexibilität durch kürzere Entscheidungswege.

Welches Problem entsteht bei der Dezentralisation durch die Verfolgung eigener Ziele der Agenten?

Anreiz- und Kontrollprobleme (Interessenkonflikte).

Was sind die drei notwendigen Bedingungen für die Entstehung von Anreizproblemen?

Asymmetrische Informationsverteilung, Interessenkonflikte und Unsicherheit.

Wie definiert sich ein Nash-Gleichgewicht in einem Spiel?

Eine Strategiekombination, bei der kein Spieler einen Anreiz hat, einseitig von seiner Strategie abzuweichen.

Was ist ein 'Teilspielperfektes Gleichgewicht'?

Eine Strategiekombination, die in jedem Teilspiel des Gesamtspiels ein Nash-Gleichgewicht induziert.

Welches Verfahren wird zur Ermittlung teilspielperfekter Gleichgewichte in Spielen mit perfekter Information genutzt?

Rückwärtsinduktion (Roll-back-Verfahren).

Was versteht man unter 'Common Knowledge' in der Spieltheorie?

Dass alle Spieler die Regeln und die Rationalität der anderen kennen und wissen, dass die anderen dies ebenfalls wissen (ad infinitum).

Wann wird eine Strategie $s_i'$ als 'strikt dominiert' bezeichnet?

Wenn eine andere Strategie $s_i^*$ für jede mögliche Strategiekombination der Mitspieler einen höheren Nutzen liefert.

Was ist das Kernproblem im 'Gefangenendilemma' (z. B. Moral Hazard in Teams)?

Individuell rationales Verhalten führt zu einem kollektiv ineffizienten Ergebnis.

Wie unterscheidet sich das Stackelberg-Gleichgewicht vom Cournot-Gleichgewicht?

Im Stackelberg-Spiel erfolgt die Mengenentscheidung sequentiell (mit Commitment), im Cournot-Spiel simultan.

Was beschreibt der 'First-Mover-Advantage' im Stackelberg-Duopol?

Der Mengenführer erzielt einen höheren Gewinn, indem er sich verbindlich auf eine Menge festlegt und die Reaktion des Folgers antizipiert.

Wie definiert sich die Prinzipal-Agenten-Beziehung?

Ein Auftraggeber (Prinzipal) schließt einen Vertrag mit einem Auftragnehmer (Agent), der gegen Belohnung eine Tätigkeit für ihn ausübt.

Was ist 'Adverse Selection'?

Eine vorvertragliche Informationsasymmetrie, bei der der Agent Informationen über seinen Typ besitzt, die der Prinzipal nicht kennt.

Was ist 'Moral Hazard'?

Eine nachvertragliche Informationsasymmetrie, bei der der Agent Handlungen wählt oder Informationen erhält, die für den Prinzipal unbeobachtbar sind.

Welches Phänomen beschreibt Akerlofs 'Market for Lemons'?

Marktversagen durch Adverse Selection, da Käufer mangels Qualitätskenntnis nur Durchschnittspreise zahlen, was gute Qualitäten vom Markt verdrängt.

Was ist das Ziel von 'Self-Selection' Verträgen bei Adverse Selection?

Der Prinzipal bietet ein Menü von Verträgen an, sodass unterschiedliche Agententypen durch ihre Wahl ihre private Information offenbaren.

Welche Bedingung muss ein Vertrag erfüllen, damit ein Agent ihn überhaupt annimmt?

Teilnahmebedingung (Participation Constraint), d. h. der erwartete Nutzen muss mindestens dem Reservationsnutzen entsprechen.

Was besagt die 'Anreizkompatibilitätsbedingung' (Incentive Compatibility Constraint)?

Der Agent wählt diejenige Aktion, die seinen eigenen erwarteten Nutzen maximiert.

Was ist 'Hidden Action' im Kontext von Moral Hazard?

Der Arbeitseinsatz des Agenten ist für den Prinzipal nicht beobachtbar; nur das vom Zufall beeinflusste Ergebnis ist sichtbar.

Was ist die 'First-Best-Lösung' im Agency-Modell?

Die effiziente Lösung unter der Annahme, dass der Arbeitseinsatz beobachtbar und vertraglich fixierbar ist.

Warum ist eine Fixentlohnung in der First-Best-Lösung optimal, wenn der Agent risikoavers ist?

Weil der risikoneutrale Prinzipal das gesamte Risiko übernimmt und den Agenten perfekt versichert.

Was beschreibt der 'Risiko-Anreiz-Trade-Off' in der Second-Best-Lösung?

Das Abwägen zwischen der Motivationswirkung einer ergebnisabhängigen Entlohnung und den Kosten der Risikotragung durch den Agenten.

Wie sind 'Agency-Kosten' definiert?

Der Wohlfahrtsverlust der Second-Best-Lösung gegenüber der First-Best-Lösung.

Warum steigen die Lohnkosten in der Second-Best-Lösung im Vergleich zur First-Best-Lösung?

Weil der risikoaverse Agent für die Übernahme des Risikos eine Risikoprämie verlangt.

Was besagt das 'Incentive Intensity Principle' bezüglich des Risikos $\sigma^2$?

Je höher das Risiko (Varianz des Ergebnisses), desto geringer sollte die Beteiligungsrate $v$ am Ergebnis sein.

Nennen Sie die drei zentralen Annahmen des LEN-Modells.

Lineares Entlohnungsschema, Exponentialnutzen (CARA) des Agenten und Normalverteilung des Störterms.

Wie lautet die Formel für das Sicherheitsäquivalent ($CE$) des Agenten im LEN-Modell?

$CE = E[s] - C(a) - \frac{r}{2} Var(s)$

Was gibt der Parameter $r$ im LEN-Modell an?

Das Arrow-Pratt-Maß der absoluten Risikoaversion des Agenten.

Wie lautet die optimale Beteiligungsrate $v^*$ im Standard-LEN-Modell?

$v^* = \frac{b^2}{b^2 + c \cdot r \cdot \sigma^2}$

Welchen Wert nimmt die optimale Beteiligungsrate $v$ im LEN-Modell an, wenn der Agent risikoneutral ist ($r=0$)?

$v = 1$ (Verpachtungslösung).

Was besagt Holmströms 'Informativeness Principle'?

Ein Signal sollte genau dann in den Entlohnungsvertrag aufgenommen werden, wenn es zusätzliche Information über den Arbeitseinsatz liefert.

Wann ist ein Signal $y$ im Sinne der 'Sufficient Statistic' nicht informativ?

Wenn die bedingte Dichte $f(y|x, a)$ nicht mehr vom Arbeitseinsatz $a$ abhängt.

Was ist der Kern des 'Controllability-Prinzips'?

Agenten sollten nur für Größen verantwortlich gemacht werden, die sie selbst beeinflussen können.

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